Insekten

Marienkäferplage in NRW: Woher die kleinen Insekten kommen

Jedes Jahr im Herbst sammeln sich zahlreiche Marienkäfer an Hauswänden und Fensterscheiben in NRW.

Jedes Jahr im Herbst sammeln sich zahlreiche Marienkäfer an Hauswänden und Fensterscheiben in NRW.

Foto: Stefan Sauer / dpa

Essen.  Zahlreiche Marienkäfer sammeln sich derzeit an Hauswänden und Fensterscheiben in NRW. Doch wo kommen die vielen gepunkteten Käfer eigentlich her?

Sie sitzen auf dem Balkongeländer, krabbeln an der Hauswand oder fliegen durch das offene Fenster in die Wohnung: Zahlreiche Marienkäfer sammeln sich derzeit in und an Häusern in ganz Nordrhein-Westfalen. Doch woher kommen die ganzen kleinen Glücksbringer?

„Die kleinen Tierchen wollen nur überwintern“, sagt Karl-Heinz Jelinek, Sprecher des Landesfachausschusses der NABU für Entomologie, also Insektenforschung. Jedes Jahr im Oktober, wenn die Temperaturen noch einmal steigen, nutzen die gepunkteten Sechsfüßer die letzten Sonnentage und machen sich auf die Suche nach einem geeigneten Unterschlupf für den Winter.

In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei jedoch nicht um heimische Arten, sondern um den aus Asien stammenden Harlekin-Marienkäfer. Er wird in Gewächshäusern als Schädlingsbekämpfer eingesetzt und hat sich vor einigen Jahren in die freie Natur abgesetzt.

Marienkäfer überwintern am liebsten in Felswänden und Mauerritzen

Im Winter ziehen die kleinen Käfer entweder in wärmere Regionen Europas oder sie machen es sich in Hohlräumen wie Mauerritzen bei uns in Deutschland gemütlich.

„Der asiatische Marienkäfer überwintert in seiner Heimat meist in Felswänden“, sagt Jelinek. Daher würden viele Menschen derzeit Käferschwärme an ihren Hauswänden oder Fensterrahmen beobachten. Denn die Fassaden seien für Marienkäfer nichts anderes als Felswände. Aber auch Laubhaufen in Gärten seien bei den Insekten im Winter äußerst beliebt.

Auf der Suche nach einem Winterquartier krabbelt der ein oder andere Marienkäfer schon mal durch das geöffnete Fenster in die Wohnung. Dort überleben die Tiere allerdings nicht lange, sagt Entomologe Karl-Heinz Jelinek. Die Luft ist zu warm und zu trocken, und Nahrung finden die Insekten dort auch keine. Im Idealfall überwintern die Tiere draußen bei „frostfreien Wintertemperaturen“.

Heimische Marienkäferarten sind in Deutschland seltener geworden

Die schwarz gepunkteten Käfer können von fast völlig orangerot bis fast völlig schwarz gefärbt sein. Der asiatische Marienkäfer ist dabei etwa doppelt so groß wie unsere heimischen Marienkäferarten. Zu Erkennen ist er an einer „stärkeren weißen Zeichnung im Kopfbereich“, die an ein „W“ erinnert.

Neben Blattläusen frisst der Käfer allerdings auch Larven anderer Marienkäferarten. „Der in Deutschland heimische Zweipunkt-Marienkäfer ist in den vergangenen Jahren deutlich seltener geworden“, sagt der Insektenforscher Karl-Heins Jelinek. Von einer Bedrohung heimischer Marienkäferarten könne man allerdings derzeit noch nicht sprechen.

Ihrem Ruf als Glücksbringer würden Marienkäfer aber in jedem Fall gerecht. Denn im Frühjahr eigneten sich die kleinen Käfer hervorragend zur biologischen Blattlausbekämpfung. Jelinek: „Ein Grund mehr, sich für naturnahe und nicht perfekt aufgeräumte Gärten stark zu machen.“

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