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Missbrauch

Lügde: Jugendamt hat Camper den Missbrauch nicht zugetraut

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde hat das Jugendamt Hameln trotz mehrfacher Hinweise auf Pädophilie einen heute 56-Jährigen als Pflegevater für ein kleines Mädchen eingesetzt.

Foto: Guido Kirchner/dpa

Lügde.   Als verschroben, aber ungefährlich hat das Jugendamt den Verdächtigen im Missbrauchsfall von Lügde eingeschätzt. Der Landrat räumt Fehler ein.

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Die Mitarbeiter des Jugendamtes Hameln haben dem Hauptverdächtigen im Fall des tausendfachen Kindesmissbrauchs in Lügde nach Angaben von Landrat Tjark Bartels (SPD) keine sexuellen Übergriffe zugetraut. „Dass dieser Mensch das getan haben soll, konnten sich viele nicht vorstellen“, sagte der Behördenchef am Donnerstag im Sozialausschuss des niedersächsischen Landtages in Hannover.

Jugendamt ignorierte Hinweise auf Pädophilie

Der 56-Jährige sei nur als „komischer Typ und ein bisschen verschroben“ beschrieben worden. Bartels räumte erneut den Fehler ein, dass das Jugendamt trotz dreier Hinweise auf Pädophilie und möglichen sexuellen Missbrauch 2016 ein kleines Mädchen bei dem Dauercamper weiter wohnen ließ und ihm sogar die Pflegschaft Anfang 2017 übertrug.

Der Fall von jahrelangem Kindesmissbrauch und Kinderpornografie auf dem Campingplatz im Kreis Lippe nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen hat sich zu einem Behördenskandal entwickelt. Es wird gegen Jugendamtsmitarbeiter und Polizisten ermittelt. Bislang gibt es mehr als 30 Opfer. Drei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. (dpa)

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