Ausschreitungen

Live im TV: US-Polizisten nehmen schwarzen CNN-Reporter fest

Polizeigewalt in den USA: Mob zündet Wache in Minneapolis an

Bei neuen Protesten gegen Polizeigewalt in den USA haben Demonstranten in Minneapolis eine Wache in Brand gesetzt. Hintergrund ist der Tod eines Schwarzen bei einem brutalen Polizeieinsatz.

Beschreibung anzeigen

Berlin.  Am Rande der Proteste gegen rassistische Polizeigewalt in den USA wurde ein schwarzer Journalist festgenommen – vor laufender Kamera.

Am Rande der Proteste im US-amerikanischen Minneapolis im Bundesstaat Minnesota hat die Polizei am Freitagmorgen (Ortszeit) einen schwarzen CNN-Reporter festgenommen – vor laufender Kamera. Zuvor hatte der Reporter Omar Jimenez live über die Geschehnisse in der Stadt berichtet, dann legten ihm zwei Beamte Handschellen an. In Minneapolis protestiert die Bevölkerung seit Tagen gegen rassistische Polizeigewalt, nachdem der schwarze George Floyd am Montag bei einem Polizeieinsatz getötet worden war.

Ein Video der Festnahme postete der Sender kurz darauf auf dem offiziellen Twitter-Account der CNN-Sendung „New Day“. Dort hört man zunächst, wie das TV-Team vor Ort den Polizisten erklärt, dass es gerade arbeitet. Dann schwenkt die Kamera auf Jimenez und zeigt, wie dem Journalisten Handschellen angelegt werden. Jimenez trägt wegen der Corona-Pandemie einen Mundschutz und hält sein Mikro in der Hand.

„Wenn sie gerade einschalten“, erklärt die Moderatorin im Studio, „sehen Sie, wie unser Korrespondent Omar Jimenez von der Polizei in Minnesota festgenommen wird. Wir wissen auch nicht, warum.“ Anschließend wird auch der Rest des vierköpfigen Teams in Handschellen abgeführt. Die Kamera liegt zum Schluss nur noch auf dem Boden. Seinem Team zufolge habe sich Jimenez korrekt als Journalist ausgewiesen – und sei dennoch abgeführt worden.

Minneapolis: Proteste nach jüngstem Fall rassistischer Polizeigewalt

Seit Tagen gibt es in Minneapolis Proteste und Ausschreitungen gegen rassistische Polizeigewalt. Der jüngste Auslöser war der Tod des 46-jährigen George Floyd, der am 25. Mai bei einem Einsatz gestorben war. Ein Video zeigt, wie der weiße Polizist minutenlang sein Knie in den Hals des Mannes drückt, der wiederholt um Hilfe flehte und sagte, er könne nicht atmen. Floyd hatte daraufhin das Bewusstsein verloren und war im Krankenhaus gestorben.

Der Fall erinnert an den Tod von Eric Garner, der 2014 in New York ebenfalls bei einem Polizeieinsatz getötet worden war, obwohl er mehrfach sagte: „Ich kann nicht atmen.“ Im Juli vergangenen Jahres wurde bekannt, dass der Polizist, der Garner im Würgegriff gehalten hatte, nicht angeklagt wird.

Rassismus in den USA – Mehr zum Thema

Immer wieder sterben schwarze Menschen bei Polizeieinsätzen. Der jüngste Fall aus den USA, bei dem George Floyd starb, löste in den USA Entsetzen aus. Seit Floyds Tod finden in Minneapolis Proteste statt. Unser Koresspondent beschreibt die Reaktionen: Wut und Solidarität nach Polizeieinsatz. Rassismus ist dabei keinesfalls nur in den USA ein Problem. Die deutsche Integrationsbeauftragte sieht Rassismus als größte Bedrohung.

(reb)

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben