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Liebesbote bei RTL - Ralf Schmitz’ Vorbild ist Rudi Carrell

Liebesbote für RTL: Ralf Schmitz.

Liebesbote für RTL: Ralf Schmitz.

Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Köln.   Der kölsche Comedian Ralf Schmitz mimt in einer neuen RTL-Show zum Valentinstag den Liebesboten. Im Interview spricht er über „Herzblatt“, „Dinner op Kölsch“ und sein Verhältnis zum unvergessenen Showmaster Rudi Carrell. An ein Treffen mit ihm kann er sich gut erinnern.

Zum Valentinstag startet RTL eine Dating-Show mit dem kölschen Comedian Ralf Schmitz: „Take me out“ (Freitag, 22.15 Uhr). Jürgen Overkott sprach mit ihm.

Sie starten eine Dating-Show bei RTL. Wie sieht das Konzept aus?

Ralf Schmitz: Es ist sehr einfach und auch sehr eingängig.

Dann ist es das Richtige für mich.

Schmitz: Für mich auch. Zu mir kommen 30 Damen, die darüber entscheiden, ob sie mit einem jungen Mann weggehen möchten. Das passiert folgendermaßen: Der junge Mann stellt sich diesen 30 Damen vor, er darf mit ihr sprechen, es gibt kleine Einspielfilmchen, und jede Dame hat einen Buzzer, und sie darf entscheiden, möchte ich mit ihm ein erstes Treffen, ein Date. Im besten Fall darf der junge Mann unter mehreren Damen eine auswählen, mit der er ausgehen möchte.

Das klingt eher nach „Voice of Germany“ als nach „Herzblatt“.

Schmitz: Es ist von allem ein kleines Bisschen. Gerade die Anspielung auf „Herzblatt“ freut mich total, weil es in der Sendung darum ging, mit den Menschen ein bisschen zu reden, um sie kennenzulernen. Und für mich als Moderator ist die Sendung eine Herausforderung, weil ich aus den Menschen etwas herauskitzeln darf. Ich muss natürlich auch mal den einen vor dem anderen schützen. Es wird niemand vorgeführt.

„Im Mittelpunkt stehen das Reden und die Improvisation“

Traumrolle: Liebesbote Amor.

Schmitz: Keine Angst, ich laufe nicht nackt mit Pfeil und Bogen durch die Gegend, um Pfeile abzuschießen.

Das wäre innovativ…

Schmitz:...und quotenträchtig. Zumindest einmal. Nein, im Mittelpunkt stehen das Reden und die Improvisation. Das sind Dinge, die ich auch auf der Bühne gern mache. Wenn die Leute sich durch die humorvollen Gespräche ein bisschen kennenlernen und vielleicht sogar zueinander finden – das ist doch toll.

Und wenn die Kandidaten zueinander finden, geht’s auf zum „Dinner op Kölsch“.

Schmitz: Nee, das ist ja nicht das erste Date, „Dinner op Kölsch“ gibt’s im Alter, zum Neunzigsten. Wenn man sich dann immer noch was zu sagen hat, hat man menschlich was geleistet. Das würde mich sehr freuen.

Apropos, „Dinner op Kölsch“. Was war in den Gläsern, deren Inhalt sie in sich hineinschütten mussten?

„Der Eierlikör war natürlich kein Eierlikör“

Schmitz: Soll ich diese Illusion wirklich zerstören?

Sie haben noch Geheimnisse.

Schmitz: Ich kann doch nicht verraten, dass da Schnaps drin war. Nee, der Eierlikör war natürlich kein Eierlikör, sondern etwas Ähnliches. Sonst gab es Wasser und Saft. Aber eines sage ich Ihnen: Wenn Sie das alles durcheinander trinken – der Magen freut sich nicht.

Danach waren Sie um Jahre gealtert.

Schmitz: Die Maske war ab, und keiner hat’s gemerkt.

Wie sehen Sie bei der Datingshow aus? Tragen Sie eine Art Rudi-Carrell-Gedächtnis-Perücke?

Schmitz: Nein, auf diese Idee sind wir nicht gekommen. Ich rede aber die ganze Zeit Holländisch (lacht). Wenn Sie mich in einem Atemzug mit Rudi Carrell nennen, bin ich hocherfreut. Eine höhere Auszeichnung kann man sich nicht wünschen.

Haben Sie Rudi Carrell persönlich kennengelernt?

Schmitz: Ja. Wir waren mal essen. Es war beeindruckend. Er war ganz ruhig. Wir haben uns über viele Sachen ausgetauscht, es war in Köln, im Maritim. Und bei dem Gespräch hat er sich Notizen gemacht, ich wusste aber nicht, welche. Und am nächsten Morgen um halb neun kriegte ich eine Mail von Rudi Carrell, und da standen alle Sachen drin, die er am Abend nicht wusste. Er hatte sich noch mal schlau gemacht, minutiös aufgelistet. Rudi Carrell war ein sehr konkreter, sehr konzentrierter Mensch. Unfassbar – das hat mich sehr beeindruckt.

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