Naturgewalt

Vulkan auf La Palma: Giftige Gase sorgen für Probleme

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Giftige Vulkangase: Vorübergehende Ausgangssperre auf La Palma

Giftige Vulkangase: Vorübergehende Ausgangssperre auf La Palma

Der Vulkan Cumbre Vieja auf der spanischen Kanareninsel La Palma ist nach mehreren Tagen geringer Aktivität wieder zu Leben erwacht. Weil er erneut giftige Gase ausstieß, durften mehr als 30.000 Menschen stundenlang ihre Häuser nicht verlassen.

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Santa Cruz de La Palma  Meterhohe Lavaformationen, unpassierbare Straßen und giftige Gase: La Palma hat auch ohne spuckenden Vulkankrater ein großes Problem.

  • Der Vulkanausbruch auf La Palma hat sich beruhigt
  • Gleichzeitig hat die Eruption einen historischen Rekord aus dem Jahr 1585 gebrochen
  • Doch giftige Gase sorgen weiter für Probleme auf der Kanareninsel

Nach mehreren aktiven Monaten hat der Ausbruch des Vulkans auf der spanischen Kanareninsel La Palma erstmals stark nachgelassen. Seit Montagabend seien keine Explosionen mehr zu hören gewesen und es sei auch kaum noch Lava ausgetreten, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE.

Zudem seien kaum noch Erschütterungen im Erdinneren registriert worden. Nur der Ausstoß von Schwefeldioxid sei weiterhin hoch. Experten rieten angesichts aufkeimender Hoffnung auf ein Ende des seit mehr als drei Monaten andauernden Vulkanausbruchs allerdings zur Vorsicht.

Noch am Montag konnten mehr als 30.000 Menschen wegen des aktiven Vulkans über Stunden ihre Häuser nicht verlassen. Die Regionalregierung ordnete eine Ausgangssperre für drei Orte an. Erst am Montagnachmittag wurde sie wieder aufgehoben. Seither hat sich die Lage auf La Palma beruhigt.

Vulkan Cumbre Vieja: Abnehmende Aktivität muss nicht Ende des Ausbruchs bedeuten

Der Vulkanologe Rubén López betonte, die geringe Aktivität bedeute allerdings nicht unbedingt, dass der Vulkan kurz vor dem Ende stehe. Solche Ruhephasen habe es schon wiederholt gegeben, wenn auch nicht so lang wie diese, sagte er RTVE.

Knapp drei Monate lang spukte der Vulkan Lava, Feuer und Asche aus. Am vergangenen Montag waren es genau 85 Tage, die seit Beginn der Eruptionen vergangen sind. Damit stellte der Vulkanausbruch einen Rekord auf: Er ist der längste, der je auf der Kanareninsel registriert wurde.

Bisher hatte eine Eruption aus dem Jahr 1585 den Spitzenplatz der längsten Vulkanausbrüche auf La Palma inne. 84 Tage hatte der "Tehuya" damals Lava ausgestoßen. Zu noch früheren Vulkanausbrüchen auf der Atlantikinsel liegen keine verlässlichen Daten vor. Die Aktivität des Vulkans in der Cumbre Vieja hat in den vergangenen Tagen zwar etwas abgenommen, aber Vulkanologen wagen weiter keine Prognose, wann der Ausbruch enden könnte.

Vulkan auf La Palma: 1200 Hektar von meterdicker Lavaschicht bedeckt

Die bittere Bilanz des Vulkanausbruchs ist verheerend:

  • Seit Beginn des Ausbruchs hat die mehr als 1000 Grad heiße Lava fast 2900 Wohnhäuser und andere Gebäude zerstört.
  • Knapp 1200 Hektar wurden von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Das entspricht fast 1700 Fußballfeldern.
  • Mehr als 7000 Bewohner mussten ihre Häuser oder Wohnungen verlassen, weil diese evakuiert wurden.
  • Die Schäden werden auf mehr als 900 Millionen Euro geschätzt.
  • Vor der Küste entstanden durch erkaltete Lava zwei neue Landzungen mit einer Größe von zusammen etwa 50 Hektar.

Immer wieder gab es auch Ausgangssperren für die Bewohner.

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Vulkan in Cumbre Vieja: Tourismus beklagt Verluste

Schwer betroffen wurde von dem Vulkanausbruch auch der für die Insel immens wichtige Bananenanbau, von dem etwa die Hälfte der etwa 85.000 Einwohner direkt oder indirekt lebt. 225 Hektar Bananenplantagen wurden zerstört, weitere Flächen stark beeinträchtigt, schrieb die Zeitung „El País“. Auch der Tourismussektor beklagt Verluste. (dpa/afp/les)

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