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Margrethe: 50. Thronjubiläum – Darum heißt sie Vulkankönigin

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Dänische Königin zu Besuch in Deutschland

Dänische Königin zu Besuch in Deutschland

Die dänische Königin Margrethe II. und ihr Sohn, Kronprinz Frederik, sind zu einem viertägigen Staatsbesuch in Deutschland. Zum Auftakt wurden sie in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfangen.

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Berlin.  Sie lacht laut, sie raucht: Königin Margrethe von Dänemark schert sich nicht um Etikette. Warum sie bei ihrem Volk so beliebt ist.

Sie gilt als die Unkonventionelle unter den gekrönten Häuptern: eine, die in gewagt farbigen Outfits auf Staatsbesuche durch die Welt fährt und sich auch vor laufenden Kameras nicht zu fein ist, eine Zigarette anzustecken. Königin Margrethe von Dänemark ist eine Frau in oberster Führungsposition, der ihr typisches Lachen noch immer nicht vergangen ist.

Voller Lebenslust feiert die 81-Jährige am Freitag (14. Januar) ihr 50. Thronjubiläum. Wobei der Thron ja nur ein kleiner Teil ihres Lebens ist.

Denn Margrethe ist nicht nur Königin, sondern auch Künstlerin. Zurzeit arbeitet sie als „Set-Desi­gnerin“ in einer Netflix-Produktion. Sie entwirft das Bühnenbild und die Kostüme für die Verfilmung des Romans „Ehrengard“ von „Jenseits von Afrika“-Autorin Tania Blixen. Mehr zum Thema:Dänemarks Kronprinz im Abseits: Mary übernimmt das Zepter

Königin Margrethe: Ein Mädchen auf dem Thron?

Lob gab es auch vom Regisseur persönlich: „Die Königin hat für dieses Projekt eine absolut fantastische Ausstattung kreiert, die auch das Szenenbild des gesamten Films dominieren wird“, sagte Bille August.

Eigentlich wollte Margrethe immer Malerin werden. Schon als Kind liebte sie es, ihre Eindrücke auf der Leinwand festzuhalten. Unter dem Pseudonym Ingahild Grathmer haben es Gemälde ins Museum geschafft. Und einige ihrer Zeichnungen fanden sogar in eine dänische Ausgabe von J.R.R. Tolkiens Trilogie „Der Herr der Ringe“ Einzug.

Dass sie dann doch ins royale Fach wechselte, war in keiner Weise vorgesehen: Eine Frau auf dem Thron? Ein Unding. Doch dann erblickten nach ihr Benedikte und Anne-Marie das Licht der Welt – die Jungs blieben aus. Kurzum wurde an Margrethes 13. Geburtstag die Thronfolge in der Verfassung geändert. Und so wurde aus Prinzessin Margrethe eine Kronprinzessin.

Tod des demenzkranken Henri war eine Befreiung

31 Jahre war Margrethe alt, als sie noch in Trauer um ihren Vater König Frederik IX. den dänischen Thron bestieg. Sie war damals bereits mit dem französischen Grafen Henri de Laborde de Monpezat verheiratet und hatte zwei Söhne mit ihm – den damals vierjährigen Frederik und den dreijährigen Joachim. Eine berufstätige Frau mit zwei Kindern und einem Prinzgemahl, der extrem frustriert war, niemals König zu werden.

Vor Wut sagte er 2015 seine Teilnahme an den Feierlichkeiten zu Margrethes 75. Geburtstag ab. Angeblich weil seine Gesundheit zu wünschen übrig ließ. Zwei Tage später wurde er als beschwingter Tourist in Venedig gesichtet. Dass er dann auch noch verkündete, er wolle auf keinen Fall neben seiner Frau begraben sein, machte ihn bei den Menschen nicht beliebter.

Später erkrankte Henri an Demenz. Es begann eine schlimme Zeit. Sein Tod aber war auch für Margrethe Befreiung. „Es ist schwer, es laut auszusprechen. Und es klingt nicht gut, wenn man es sagt. Aber ich bin dankbar, dass er nicht mehr bei uns sein musste“, sagt sie.

Margrethe: Ihr Beinamen lautet „Vulkankönigin“

Margrethe meisterte ihre Aufgaben als Königin auch allein weiterhin exzellent, das attestieren ihr die royalen Experten. „Eine der ungewöhnlichen Dinge bei ihr ist, dass sie nie in irgendwelche Skandale verwickelt war“, sagt der Kopenhagener Historiker Lars Hovbakke Sörensen. Allerdings hat ihr das rauchende Laster schon viel Beachtung und auch einen Beinamen beschert: Vulkankönigin.

Auch die Königshausexpertin Gitte Redder findet nur lobende Worte. „Sie hat großen Respekt gegenüber den Menschen.“ Auch die jungen Leute spürten, dass die Königin ihr „kleines Land“ liebe.

Königinnen haben einen langen Atem. Man kennt es von der britischen Kollegin Queen Elizabeth (95), mit der sie oft verglichen wird. Sie will regieren, „bis sie aus den Pantoffeln kippt“, hat Margrethe einmal gesagt. Gut, die Queen würde es vielleicht ein wenig anders formulieren.

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