Todesfall

Mädchen erstickt in Kita – Erzieherinnen trifft keine Schuld

In einer Kita in Gütersloh starb eine Zweijährige beim Essen. (Symbolbild)

In einer Kita in Gütersloh starb eine Zweijährige beim Essen. (Symbolbild)

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Gütersloh  In einer Kindertagesstätte in Gütersloh ist ein zwei Jahre altes Mädchen erstickt. Die Erzieherinnen hatten noch versucht zu helfen.

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Im Fall des am Montag in einer Kita in Gütersloh beim Mittagessen erstickten Mädchens geht die Polizei von einem Unglück aus. „Wir gehen von einem schrecklichen Unfall aus“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Polizei hat dennoch Ermittlungen eingeleitet. Das sei bei ungeklärten Todesfällen aber der Normalfall, so die Sprecherin weiter. Laut der „Neuen Westfälischen“ bestätigte die Obduktion des Leichnams den Erstickungstod.

Zwar hätten die Mitarbeiterinnen der Einrichtung sofort Erste Hilfe geleistet, doch alle Versuche, das Mädchen zu retten, blieben vergeblich. „Wir gehen von einem schrecklichen Unfall aus“, sagte die Polizeisprecherin weiter. Die Erzieherinnen treffe keine Schuld.

Mädchen erstickt in Kita – das Wichtigste in Kürze

  • In Gütersloh ist ein Kind in einer Kita beim Mittagessen erstickt
  • Die Polizei geht von einem tragischen Unfall aus
  • Im Notfall kann das „Heimlich-Manöver“ vorm Ersticken retten

Polizei von Gütersloh geht von Unfall aus

In der Kita wurde ein Trauerraum eingerichtet. Auch ein Kondolenzbuch steht zum Eintragen bereit. Ein Seelsorger unterstützt Erzieherinnen, Kinder und Eltern bei der Verarbeitung.

„Unsere Gedanken sind bei der Familie, die sich diesem schrecklichen Verlust nun gegenüber sieht“, schreibt die Stadt Gütersloh in einer Mitteilung. Die Mitarbeiter seien schockiert und entsetzt über den Unfall.

Besonders für Kinder können schon Kleinteile zur Gefahr werden, wenn sie verschluckt werden. Genaue Zahlen gibt es nicht. Die Kinderklinik der Ruhr-Universität Bochum ging 2016 davon aus, dass jedes Jahr eine zweistellige Zahl von Fällen gibt, in denen Kinder ersticken.

Aber auch Erwachsene ersticken häufiger, als man es erwarten könnte. Laut dem Buchautoren und Journalisten Thorsten Wiese („Warum Kugelschreiber tödlicher sind als Blitze“) sterben jedes Jahr 100 bis 300 Menschen, weil sie Teile vom Kugelschreiber verschluckten und daran erstickten.

„Heimlich-Manöver“ rettet vorm Ersticken

Im Notfall können Erstickungen unter Umständen mit dem „Heimlich-Manöver“ verhindert werden. Erfunden wurde der Griff von dem Arzt Henry Heimlich, der 2016 mit 96 Jahren gestorben ist.

So geht das „Heimlich-Manöver“

Bevor man das „Heimlich-Manöver“ anwendet, sollte man unbedingt den Notdienst rufen. Darüber hinaus sollte Betroffenen fünf Mal kräftig zwischen die Schulterblätter geschlagen werden.

Vorsicht: Nur bei Kindern, die älter als ein Jahr sind, darf die Methode angewendet werden. Bei Säuglingen besteht die Gefahr einer Leberverletzung, warnen Mediziner.

Dann kann man mit der Rettung beginnen:

  1. Hinter die Person stellen und sie mit beiden Armen umfassen
  2. Dann eine Faust machen und die Daumenseite gegen den oberen Bauchraum halten
  3. Jetzt die Faust mit der anderen Hand umfassen diese bis zu fünf Mal kräftig nach hinten-oben ziehen

Wenn das nicht erfolgreich ist, den Schlag zwischen die Schulterblätter und das „Heimlich-Manöver“ im Wechsel wiederholen. (bekö/cho)

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