Justiz

Justiz räumt im Fall des Fanzug-Verdächtigen Fehler ein

Die Polizei durchsuchte am Sonntag den Fußball-Sonderzug.

Foto: dpa

Die Polizei durchsuchte am Sonntag den Fußball-Sonderzug.

Essen.  Der Mann, der eine Frau auf der Toilette eines Fan-Zuges vergewaltigt haben soll, war bereits wegen Vergewaltigung verurteilt.

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Der 30-jährige Mann, der verdächtigt wird, am Wochenende eine junge Frau auf der Toilette in einem Fußballfan-Zug vergewaltigt zu haben, ist bereits wegen eines ähnlichen Verbrechens rechtskräftig verurteilt. Benjamin Kluck, Sprecher der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach, bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass im November unter anderem wegen Vergewaltigung eine Haftstrafe in Höhe von drei Jahren und drei Monaten gegen den Verdächtigen verhängt wurde. Es handele sich dabei um eine Vergewaltigung im erweiterten Bekanntenkreis aus dem Jahr 2015.

Landgericht spricht von falscher Prioritätensetzung des Amtsgerichts

Die zuständige Justizbehörde hat nun Fehler eingeräumt: "Nach vorläufiger Bewertung dieser Abläufe wurden bei der Bearbeitung der Akte durch das Amtsgericht falsche Prioritäten gesetzt", erklärte das Landgericht Mönchengladbach am Dienstagabend in einer ausführlichen Stellungnahme.

Das Amtsgericht hätte die Akte bereits im Januar bei der Staatsanwaltschaft vorlegen sollen, um die Vollstreckung des Urteils zu ermöglichen. Die Prüfung von angemeldeten Anwaltskosten und auch die Bearbeitung eines Opferentschädigungsantrages hätten dagegen zurückgestellt werden sollen.

Das Amtsgericht Mönchengladbach hatte den Verdächtigen am 13. April 2016 wegen Vergewaltigung, Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen sowie Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Landgericht bestätigte das Urteil auf Berufung des Verurteilten hin am 22. Mai 2017. Die dagegen eingelegte Revision des Verurteilten hat das Oberlandesgericht Düsseldorf mit Beschluss vom 29. November 2017 verworfen, hieß es.

Der 30-Jährige soll eine 19-Jährige in einem Zug voller Fußballfans auf der Rückreise vom Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach missbraucht haben. Er hatte sich am Montag freiwillig in einer Haftanstalt in Moers gemeldet, um wegen einer anderen Straftat eine mehrmonatige Freiheitsstrafe anzutreten.

Verdächtiger ist polizeibekannt wegen Gewaltdelikten

Die 19-Jährige aus Bonn konnte laut Polizei inzwischen als Zeugin vernommen werden. Sie hatte ihren mutmaßlichen Peiniger in der Nacht zum Sonntag im sogenannten Tanzwagen des Sonderzuges kennengelernt, der nach der 1:5-Niederlage von Borussia Mönchengladbach bei Bayern München in Richtung Nordrhein-Westfalen unterwegs war. Nach der Tat hatte die junge Frau per Handy ihre Eltern verständigt, die wiederum die Polizei riefen.

Der mutmaßliche Täter konnte identifiziert werden, weil ein Zug-Ordner ein Foto von dem Mann gemacht hatte, den er vorher mit der Frau zusammen gesehen hatte. Beamte aus Mönchengladbach erkannten den unter anderem wegen Gewaltdelikten polizeibekannten Deutsch-Polen. (sat mit dpa)

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