Trauerfall

Jan Fedder auf Friedhof beerdigt – neben vielen Promis

Tod von Jan Fedder: Hamburger Michel erfüllt seinen Wunsch

Der "Großstadtrevier"-Schauspieler starb im Alter von 64 Jahren. Fans und Wegbegleiter drücken im Netz ihre Trauer aus.

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Berlin.  Letzte Ehre für Jan Fedder. Vor der Beerdigung fand im Hamburger Michel die Trauerfeier für die „Großstadtrevier“-Legende statt.

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  • Der Schauspieler Jan Fedder wurde am Donnerstag auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg beerdigt
  • Zuvor gab es im Hamburger Michel eine große Trauerfeier für den „Großstadtrevier“-Star
  • 1,5 Millionen Zuschauer verfolgten die Trauerfeier im Fernsehen
  • Fedder war am 30. Dezember mit 64 Jahren in Hamburg gestorben

Jan Fedder ist am Donnerstag in Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedhof beigesetzt worden. Dies geschah offenbar im kleinen Kreis – eine Sprecherin bestätigte die Beerdigung, wollte aber keine weiteren Details nennen. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof sind viele Prominente bestattet worden. So unter anderem der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt oder der Komiker und Schauspieler Heinz Erhardt. Auch der Sänger Roger Cicero und Schriftsteller Wolfgang Borchert wurden hier bestattet.

Fedder hatte sich eine Trauerfeier im Hamburger Michel gewünscht – und diese zuvor auch am Dienstag auch bekommen. Insgesamt 2000 Gäste waren zu der Feier geladen – aber auch im Fernsehen war die Anteilnahme groß.

Insgesamt 1,5 Millionen Menschen verfolgten am Dienstag bundesweit den Abschied von dem beliebten Fernsehstar, dies entspricht einem Marktanteil von 14,1 Prozent, teilte der NDR am Mittwoch mit.

„Die Anteilnahme am Abschied für Jan Fedder war überwältigend“, sagte NDR-Intendant Joachim Knuth. Sie habe die Beliebtheit des großen Volksschauspielers auf beeindruckende Weise bestätigt. Fedder war am 30. Dezember mit 64 Jahren in Hamburg gestorben. Seit 28 Jahren hatte er in der ARD-Vorabendserie „Großstadtrevier“ den Hamburger Polizisten Dirk Matthies gespielt.

Aber Fedder machte auch Musik. Sein eigenes Lied „La Paloma“ lief deshalb auch gleich zu Beginn der Trauerfeier. „Das leuchtende Kreuz des Südens“, sang er, „La Paloma ohe, einmal wird es vorbei sein“, erklang es um 14 Uhr durch den Hamburger Michel. Fedders Witwe Marion saß in der ersten Reihe.

Jan Fedders Trauerfeier: Pastor bringt es auf den Punkt

„Sein Tod hat uns erschüttert, traurig gemacht, die Familie, die engsten Freunde sind am meisten betroffen“, sagte Hauptpastor Alexander Röder kurz bevor Jessy Martens „Child in Time“ von Deep Purple sang – die Rockballade erfüllte die Kirche, prominente Gäste wie Hans Egon Balder, Mike Krüger, fast der gesamte Hamburger Senat waren zu sehen. Röder schloss den 139. Psalm an: „Herr, schenke ihm die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm.“

Und dann brachte Röder auf den Punkt, was wohl Tausende Menschen fühlten: „Mit ihm ist ein wirklich großer Volksschauspieler gegangen, der nicht nur beliebt war, sondern geliebt wurde.“ Röder zitierte den Verstorbenen selbst, der zu Reinhold Beckmann, der auch im Michel zugegen war, gesagt hatte, er habe selbst schon am Himmel angeklopft.

Zahlreiche Anrufe waren aus ganz Deutschland im Michel eingegangen, weil Menschen Karten für die Trauerfeier bestellen wollten, berichtete Röder. Er sei eben für viele wie ein Freund gewesen, wie ein Bekannter.

„Knockin’ On Heaven’s Door“ ertönt – Ben Becker sorgt für Empörung

Es folgte einer der emotionalsten Momente – eine, von Sängerin Jessy Martens vorgetragene, Version des Bob-Dylan-Klassikers „Knockin’ On Heaven’s Door“ erklang. Der Song war einer der liebsten Fedders, rührte auch sichtlich Gäste wie Bettina Tietjen.

Ben Becker dagegen irritierte viele Zuschauer mit seinem Verhalten – er tippte auf dem Handy herum, auch das Blitzlicht leuchtete. Das sorgte in den sozialen Netzwerken für Empörung. „Nein, Herr Ben Becker, bei einer Trauerfeier lässt man das Handy in der Tasche! Aber Anstand hatte der Typ ja noch nie....“, schrieb eine Nutzerin.

Marion Fedder rührt mit Rede zu Tränen

Während der Übertragung zeigte der NDR immer wieder auch die Witwe Marion Fedder, die gefasst wirkte, und die selbst eine Rede hielt.

„Mein geliebter Mann, das ist der schwerste Gang, den ich je machen musste. Du warst meine Familie, mein Mann, mein Fels. Es wird nie wieder jemanden geben wie dich“, sagte Marion Fedder. Er sei immer bedingungslos da gewesen. Ihn zu beerdigen, hier im Michel, tue ihr unendlich weh. „Nun muss ich dich auf deine letzte Reise schicken, einmal noch über die Reeperbahn, das hast du dir gewünscht.“

Sie beendete ihre kurze Rede mit: „Mein geliebter Jan, schlaf gut.“ Kurz wurde sogar geklatscht für ihre ehrlichen, präzisen Worte. Dann zogen die Bestatter in den Michel ein, um den schweren Eichenholzsarg abzuräumen. Sechs Polizeibeamte trugen ihn hinaus – sie hatten sich freiwillig gemeldet.

Geburtstagsparty zum Abschied

Marion Fedder hatte 23 Rosen auf dem Sarg abgelegt – ein Symbol für 23 Jahre Beziehung. Vorbereitet wurde der Sarg zur Titelmelodie des „Großstadtreviers“, anschließend herausgetragen zu einem weiteren Song von Fedder: „Ich halt dich, denn ich lieb dich, bis in alle Ewigkeit“, sang er – das Lied hatte er für seine Frau aufgenommen.

Nach der Trauerfeier sollte es für die geladenen Gäste noch statt einer Trauer- eine Geburtstagsfeier geben – Fedder wäre am Dienstag 65 Jahre alt geworden. Die Feier fand in der legendären Hamburger „Ritze“ auf der Reeperbahn statt, zudem gab es eine Party im Zwick – dem „Rockin’ Restaurant“ in Hamburg.

Fedder hatte sich ausdrücklich ein launiges Fest gewünscht – ebenso wie die letzte Runde über den Kiez. Auch dort warteten viele Fans, die Stimmung sei, so der NDR im Livestream, gedrückt gewesen.

Vor seiner Frau erwiesen Fedders Kollegen und andere Weggefährten ihm die letzte Ehre. Ihre wichtigsten Worte haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Zuerst redete Volker Herres, ARD-Programmdirektor. Er lobte Fedders schauspielerisches Talent, sah aber in seiner Fähigkeit, auch abgründige und zerrissene Rollen zu spielen, ein Spiegelbild der Realität: „So spielt nur einer, der im eigenen Leben kennt, was er da verkörpert.
  • „Wir trauern um Jan Fedder“, eröffnete Lutz Marmor, ehemaliger NDR-Intendant. Die Kodderschnauze vom Kiez mit dem Herz am rechten Fleck habe das ganze Land erreicht. „Wir konnten miteinander, zwei Menschen aus dem Leben – Jan war kein Diplomat, unverfälscht, nicht immer einfach – aber ganz, ganz besonders.“ Maß und Mittel seien seine Sache nicht gewesen, „das Leben ist schön, man muss es genießen“, habe er gesagt. „Jan gehört zum NDR wie der Michel zu Hamburg.“
  • Der Hamburger Polizeipräsident Ralf Martin Meyer erklärte, es habe gepasst zwischen den echten Ermittlern und dem Schauspieler. 2000 wurde Fedder Ehrenkommissar – sieben Kondolenzbücher wurden inzwischen in der Davidwache an der Reeperbahn gefüllt. „Mit über 30 Jahren Großstadtrevier wirst du immer zur Familie der Polizei Hamburg gehören.“ Fedder habe Stadt und Behörde weit über die Grenzen der Stadt hervorragend vertreten.

Jan Fedders Trauerfeier im Hamburger Michel – das waren die Gäste

In der ganzen Stadt war der Abschied Thema. Die Elbschiffe flaggten auf halbmast. Zudem ließen sie ihre Schiffshörner erklingen, Taxi-Zentralen ließen schwarze Fahnen wehen.

Die Gästeliste der Trauerfeier war lang. Laut „Hamburger Abendblatt“ waren unter anderem folgende Gäste dabei:

  • Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher
  • Jan Fedders guter Freund, TV-Koch Tim Mälzer
  • die Schauspieler Axel Milberg, Ben Becker, Uschi Glas und Michaela May
  • die Musiker Sasha, Klaus Meine und HP Baxxter
  • „Tagesschau“-Moderatorin Judith Rakers
  • Entertainer Hugo Egon Balder
  • Fedders Kollegen aus dem „Großstadtrevier“
  • die Kollegen von „Neues aus Büttenwarder“
  • Udo Lindenberg
  • Claude Oliver Rudolph, Martin May und Heinz Hoenig – die Besetzung von „Das Boot“.

Tod von Jan Fedder schockte „Großstadtrevier“-Fans

Der plötzliche Tod von Fedder mit 64 Jahren in seiner Wohnung auf St. Pauli hatte in Hamburg und deutschlandweit für Bestürzung gesorgt. Besonders in seiner Heimatstadt ist die Trauer noch immer groß. In der Davidwache, deren Ehrenkommissar er war, lag ein Kondolenzbuch aus. Teilweise bildeten sich an der berühmten Polizeiwache an der Reeperbahn Schlangen.

Auch der Erste Bürgermeister Hamburgs, Peter Tschentscher, sowie der Polizeipräsident Ralf Martin Meyer formulierten in dem Buch Gedanken über den enorm beliebten „Großstadtrevier“-Star.

Marion Fedder mit rührender Todesanzeige: „Mein geliebter Jan“

Fedders Frau Marion hatte vor der Trauerfeier schon in einer Todesanzeige Abschied von ihrem Jan genommen. Die beiden hatten am 15. Juli 2000 im Michel geheiratet und hätten in diesem Jahr ihren 20. Hochzeitstag gefeiert. Lesen Sie hier: Tim Mälzer trug toten Jan Fedder aus dem Haus.

Marion Fedder überschrieb die Todesanzeige für Jan Fedder mit dem Zitat „Fertig is fertig, wenn ich sag is fertig“. Ihre Worte sind eine Liebeserklärung: „Es ist nie der richtige Zeitpunkt. Es ist nie der richtige Tag. Es ist nie alles gesagt. Es ist immer zu früh. Mein geliebter Jan, Du bleibst für immer in meinem Herzen. In ewiger Liebe Deine Marion.“

Neben der Witwe nahm auch die Produktionsfirma Letterbox Abschied von Jan Fedder. In ihrer Anzeige schrieben Michael Lehmann und Andreas Knobloch sowie ihre Kollegen, das deutsche Fernsehen verliere einen „einzigartigen Volksschauspieler und eine beeindruckende Persönlichkeit“. Sie seien dankbar für die „jahrzehntelange Zusammenarbeit“. Und: „Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und allen, die ihm nahestanden.“

Fedder war in seiner Wohnung gefunden worden

Offenbar war es ein Freund, der den Toten in der Wohnung gefunden hatte. Wie die „Bild“ berichtete, verbrachten Fedder und seine Frau den Jahreswechsel getrennt, wie sie es oft taten. Als sie ihn aus dem Spanien-Urlaub angerufen habe, er aber nicht zu erreichen gewesen sei, habe sie aus Sorge einen Freund alarmiert. Der habe nach dem Rechten geschaut – und die traurige Entdeckung gemacht.

Nach dem Tod des Schauspielers fragen sich viele Fans der Erfolgsserien „Neues aus Büttenwarder“ und „Großstadtrevier“, wie es mit den Reihen weitergeht. Finale Entscheidungen gibt es offenbar noch nicht. Von der Ermittlerserie aus Hamburg laufen ohnehin erst noch neue Folgen mit Fedder.

Die wurden bereits im vergangenen Jahr abgedreht, in sechs der 16 neuen „Großstadtrevier“-Folgen wird Jan Fedder noch zu sehen sein – damals im September 2019 hatte er sich verletzt, konnte nicht mehr drehen.

Aus „Büttenwarder“ bekamen die Fans gerade erst über die Feiertage viel Neues zu sehen. Es steht noch nicht fest, ob der Tod Fedders auch das Ende der Serie besiegelt. In den frischen Ausgaben war Axel Milberg als Gaststar zu sehen. Vielleicht übernimmt er, sicher ist das nicht. Offizielle Aussagen? Fehlanzeige.

Anders beim „Großstadtrevier“. Zwar wurde hier auch noch kein Statement von dem Sender oder den Produzenten abgegeben. Aber Schauspielkollegin Saskia Fischer sprach mit der „Bild“: „Ich weiß nicht, was jetzt kommen wird, aber wir werden sicher als seine GSR-Familie weitermachen.“

Woran starb Jan Fedder?

Fedder hatte lange an Krebs gelitten und sich 2017 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im Jahr 2012 war bei ihm ein Mundhöhlenkarzinom diagnostiziert worden. Fedder hörte in der Folge auf zu rauchen und unterzog sich einer Strahlentherapie.

(cho/ses/ryb/dpa)

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