„Ich wollte nie Vater werden“

Berlin.   Das gutbürgerliche Münster ist beliebte Kulisse für abstruse Verbrechen: Der Westfalen-„Tatort“ ist der beliebteste der Nation, und fürs ZDF ermittelt Leonard Lansink als chaotischer Kultschnüffler „Wilsberg“ seit 20 Jahren zwischen Prinzipalmarkt und Aasee. Am Samstag um 20.15 Uhr geht der 61-Jährige in der Weihnachtsfolge „Alle Jahre wieder“ erneut auf Gaunerjagd – in einem Kostümverleih. In Münster hat der Wahlberliner nicht nur die Rolle seines Lebens gefunden, sondern auch die Liebe seines Lebens, Ehefrau Maren, getroffen.

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Das gutbürgerliche Münster ist beliebte Kulisse für abstruse Verbrechen: Der Westfalen-„Tatort“ ist der beliebteste der Nation, und fürs ZDF ermittelt Leonard Lansink als chaotischer Kultschnüffler „Wilsberg“ seit 20 Jahren zwischen Prinzipalmarkt und Aasee. Am Samstag um 20.15 Uhr geht der 61-Jährige in der Weihnachtsfolge „Alle Jahre wieder“ erneut auf Gaunerjagd – in einem Kostümverleih. In Münster hat der Wahlberliner nicht nur die Rolle seines Lebens gefunden, sondern auch die Liebe seines Lebens, Ehefrau Maren, getroffen.

Seit 20 Jahren ermitteln Sie als Wilsberg. Hätten Sie je geglaubt, dass Sie so lange dabei sein würden?

Leonard Lansink: Nein, wir hatten am Anfang gar keine Vorstellung. Es war geplant, mal einen Film zu machen, und nach einer Pause dann den nächsten. Das hat sich so eingeschlichen. Es war auch nicht die Absicht, dass es eine Reihe wird. Irgendwann sind wir aber vom Erfolg eingeholt worden und damit auf den Samstagabend-Sendeplatz gerückt. Dann wurden es zwei Filme im Jahr, irgendwann drei und jetzt drehen wir vier Folgen pro Jahr.

Inwieweit ticken Wilsberg und Sie ähnlich?

Wir sind beide etwas maulfaul. Im richtigen Leben habe ich tatsächlich nicht so ein riesiges Mitteilungsbedürfnis. Und Wilsberg in Wirklichkeit auch nicht. Wir sind beide hartnäckig, ein bisschen stur vielleicht, und dem Feierabendbier nicht abgeneigt.

Privat sind Sie im verflixten siebten Ehejahr – trotz Ihrer Sturheit scheint alles gut gegangen zu sein.

Ja, da mache ich mir auch gar keine Sorgen. Es ist nur eine Zahl, genauso wie die 6 oder die 8. Es ist einfach die Zahl dazwischen, da bin ich überhaupt nicht abergläubisch. Es ist nichts Außergewöhnliches passiert in diesem Jahr. Maren und ich sind nach wie vor sehr glücklich.

Ihre Frau ist Juristin, ein Gegensatz zu Ihrem kreativen Beruf.

Ja, sie ist sehr strukturiert, das stimmt. Aber nach Feierabend lässt sie die Juristin im Büro und zu Hause ist sie einfach meine Frau. Ich spiele ja zu Hause auch nicht Wilsberg.

Sie sind bei Ihren Großeltern in Gelsenkirchen aufgewachsen. Wie sind Ihre Erinnerungen an Ihre Kindheit?

Ich bin sehr liebevoll aufgewachsen. Meine Großeltern haben auf mich aufgepasst und ich hatte immer alles, was man als kleiner Junge so braucht. Ich hatte ein Fahrrad, wenn ich ein Fahrrad brauchte, einen Schlitten, wenn ich einen Schlitten brauchte. Und sie haben mich gut betreut und mir Freiraum gelassen mit meinen Kumpels und den kindlichen Abenteuern, die man in dem Alter so erlebt.

Eigene Kinder wollten Sie aber nicht haben?

Nein, Kinder waren in meinem Lebensplan nicht so vorgesehen. Ich mag sie, treffe oft auch Kinder, da wo wir wohnen. Ich sehe sie gern, aber ich sehe es auch gern, wenn sie wieder gehen. Kinder sind eine große Verantwortung, um nicht zu sagen, sie ersetzen ein ganzes berufliches Dasein. Ich hatte nie den dringenden Wunsch, Vater zu werden.

Ihre Lebensgeschichte ist filmtauglich. Denken Sie daran, sie mal aufzuschreiben?

Ich habe noch nicht darüber nachgedacht, weil ich selbst meine Geschichte gar nicht so interessant finde. Für mich ist mein Leben eine Abfolge von Ereignissen, was eben so passiert ist. Eine gute Geschichte wird ja erst eine gute Geschichte, wenn sie einen Schluss hat. Und da mein Leben noch keinen Schluss hat, ergibt es noch keinen Sinn, sich darüber Gedanken zu machen.

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