Räumung

ICE stoppt wegen Bombe: Nazi-Vorwürfe nach Durchsage

ICE: In einem Zug seien laut einer Mitreisenden politisch fragwürdige Durchsagen wegen einer Bombenräumung gemacht worden.

ICE: In einem Zug seien laut einer Mitreisenden politisch fragwürdige Durchsagen wegen einer Bombenräumung gemacht worden.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Berlin.  Ein ICE musste wegen einer Bombenräumung halten. Hat ein Bahn-Mitarbeiter das im Nazi-Jargon angekündigt? Das behauptet eine Frau.

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Die Räumung von Weltkriegsbomben ist keine Seltenheit in Deutschland. Immer wieder hat das auch Auswirkungen auf den Verkehr – Straßen werden gesperrt, Zugverbindungen unterbrochen. So auch am Sonntag in Frankfurt: Wegen der Arbeiten an einem Blindgänger mussten diverse ICE warten.

Die Reisegäste wurden vom Personal in den Zügen über die Verzögerungen informiert. Allerdings offenbar nicht überall gleichermaßen neutral. Eine Reisende in einem ICE fühlte sich von der Art, in der die Unterbrechung angekündigt wurde, abgestoßen. Nutzte ein Mitarbeiter Nazi-Terminologie?

Deutsche Bahn: Nutzte Mitarbeiter Nazi-Vokabular?

Julietta Ruth-Fix postete auf der Facebook-Seite der Deutschen Bahn ihre Beschwerde, direkt aus dem ICE von München nach Frankfurt. Folgendes sei gesagt worden: „Liebe Fahrgäste. Unser Zug hat wegen der Entschärfung einer Bombe, die die Westalliierten auf die unschuldige Bevölkerung Frankfurts abgeworfen haben, zur Zeit 45 Minuten Verspätung.“

Die Frau richtet die Frage an das Facebook-Team, ob es „im Sinne der Deutschen Bahn“ sei, dass „Mitarbeiter politische Statements verbreiten“.

Tatsächlich reagierte das Team der Bahn – und entschuldigte sich. „Kulturelle Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt sind Grundwerte der Deutschen Bahn. Rassistische oder fremdenfeindliche Äußerungen widersprechen diesen Unternehmenswerten.“

Bahn prüft arbeitsrechtliche Schritte

Da Ruth-Fix sich auch an den Service gewandt habe, werde man „dem Ganzen auch intern nachgehen und entsprechend auf den Kollegen zugehen.“ Es sei richtig, dass sie keinen direkten Kontakt zu dem Mitarbeiter haben könne. „Dies ist aus Datenschutzgründen – also auch zu Ihrem Schutz, aber auch des Mitarbeiters – nicht vorgesehen. Persönliche Daten werden daher auch nicht weitergetragen“, hieß es von Seiten der Bahn.

Ruth-Fix hat inzwischen auch dem „Stern“ ein Interview gegeben – und schießt darin hart gegen den Fahrer. In ihren Augen seien das Nazis, die so reden, „jetzt mal deutlich ausgedrückt“. Gleichzeitig solidarisieren sich in den Kommentaren einige Facebook-Nutzer mit dem Fahrer – man solle nicht alles so eng sehen und nicht immer gleich alle als Nazis beschimpfen.

Die Bahn nimmt den Vorfall durchaus ernst und erklärte, man prüfe arbeitsrechtliche Schritte.

• In Limburg ist kürzlich eine Weltkriegsbombe einfache explodiert – und hinterließ einen riesigen Krater. Mit einer Bombe drohte diese Woche ein Reisender am Frankfurter Flughafen – er war betrunken. Im vergangenen Jahr wollte eine Urlauberin eine Sprenggarante mit in ein Flugzeug nehmen. Und im März ging es im „Tatort“ um die Entschärfung von Blindgängern. In unserm Faktencheck erfahren Sie, wie gefährlich die Weltkriegsbomben wirklich sind. (ses)

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