Unwetter-Newsblog

Schwere Unwetter sorgen für Schäden in Teilen Deutschlands

Lesedauer: 70 Minuten
Mit dem Hochwasser kommen die Umweltgifte

Mit dem Hochwasser kommen die Umweltgifte

Durch das Hochwasser sind in NRW auch Umweltgifte in die Umgebung gelangt. Öl lief in Keller, Gegenstände gelangten auf die Straßen. Menschen in Eschweiler berichten von stinkendem Schlamm auf dem Boden.

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Heftige Gewitter haben mehrere Orte in Deutschland unter Hochwasser gesetzt. Teilweise kam es zu Sturzfluten. Mehr Infos im Blog.

  • Heftige Gewitter haben in manchen Teilen Deutschlands erneut für zahlreiche Unwetter-Einsätze gesorgt
  • Der Bund will die Verantwortung für den Katastrophenschutz bei den Bundesländern belassen
  • In London kam es nach Starkregen zu Überschwemmungen
  • Die Flut hat die Ernte massiv beschädigt

Berlin. Neue Unwetter mit Starkregen haben in einigen Teilen Deutschlands auch zu Beginn der neuen Woche wieder für Überschwemmungen und schwere Schäden gesorgt. Besonders stark betroffen waren Oberbayern und Schwaben.

Während die Menschen in NRW und Rheinland-Pfalz nach der Flut-Katastrophe Schutt und Trümmer wegräumen, geht es in Bund und Ländern nun zunehmend um die politische Aufarbeitung der Hochwasser-Katastrophe.

Bei den Überschwemmungen im Westen Deutschlands starben mindestens 179 Menschen, weitere werden noch immer vermisst. In NRW und Rheinland-Pfalz wurden ganze Ortschaften zerstört.

Aufgrund der Klimakrise treten extreme Wetterlagen immer häufiger auf. Unsere interaktive Karte zeigt, wie viele den Landkreisen in Zukunft drohen. Wie Sie Betroffenen des Hochwassers mit Spenden helfen können, lesen Sie hier.

Hochwasser-News von Dienstag, 27. Juli: Lokal Unwetter möglich - Beständiges Sommerhoch nicht in Sicht

14.01 Uhr: In den kommenden Tagen erwarten Meteorologen in Deutschland "typisches mitteleuropäisches Sommerwetter". Unwetter mit Starkregen sind in einigen Teilen des Landes möglich. Zudem bleibt es im Westen und Norden leicht unbeständig und kühler, während im Süden und Osten sommerliche Temperaturen erwartet werden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Offenbach mitteilte. "Ein beständiges Sommerhoch oder gar eine Hitzewelle ist aktuell nicht in Sicht", sagte Meteorologe Markus Übel.

Leicht unbeständiges Wetter wird für den Mittwoch vorhergesagt. "Auch wenn die Tiefs nun nach und nach die feucht-warmen Luftmassen aus Deutschland verdrängt haben, muss vor allem in der Nordwesthälfte mit Schauern und Gewittern gerechnet werden", hieß es. Auch an den Alpen könne es gewittern. In den anderen Regionen bleibe es zumeist ruhiger und trocken und auch die Sonne komme häufiger zum Vorschein. Die Höchsttemperaturen erreichen in der Nordwesthälfte laut DWD 20 bis 25 Grad, im Süden und Osten wird es mit 24 bis 28 Grad sommerlicher.

Inspekteur sieht im Katastrophenschutz "dringenden Handlungsbedarf"

12.57 Uhr: Der Kommandeur der Bundeswehr-Amtshilfe, Generalleutnant Martin Schelleis, fordert, Defizite im Katastrophenschutz schnell anzugehen. Er verwies am Dienstag in einer telefonischen Pressekonferenz auf Erfahrungen in der Corona-Pandemie und im laufenden Hochwassereinsatz. "Beide Katastrophen haben dringenden Handlungsbedarf zur Verbesserung des nationalen Führungssystems auf allen Ebenen gezeigt", sagte Schelleis, Inspekteur der sogenannten Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber.

"Sobald eine Katastrophe überörtlich ausgreift, zeigen sich Defizite etwa bei der Herstellung und dann auch Aufrechterhaltung eines aktuellen Lagebildes", sagte der General. "Daraus folgt, dass die Prioritäten vielleicht nicht immer richtig gesetzt werden können und die entsprechende Koordination der Einsatzkräfte auch nicht optimal läuft". Die Bundeswehr und alle anderen relevanten Akteure müssten sich "kritisch prüfen, was wir jetzt für Erkenntnisse haben und was wir aus dieser erneuten Katastrophe lernen".

Voll gelaufene Keller, kaputte Oberleitung - Viele Unwetter-Einsätze

10.42 Uhr: Heftige Gewitter und Starkregenfälle haben in manchen Teilen Deutschlands bis in den Montagabend erneut für zahlreiche Unwetter-Einsätze gesorgt. Ein Schwerpunkt der Schäden lag in Bayern. Die Bahnstrecke München-Salzburg war wegen Bäumen in der Oberleitung zwischen Rosenheim und Salzburg zwischenzeitig gesperrt. In der Nacht zum Dienstag entspannte sich die Lage fast überall, wie die Polizeidienststellen mitteilten.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums im bayerischen Kempten musste die Feuerwehr im Raum Sonthofen und Burgberg am frühen Montagabend ausrücken, um Keller auszupumpen. Im oberbayerischen Rosenheim waren laut Landratsamt mehr als 1000 Kräfte im Einsatz, etwa um Wasser aus einem übervollen Bach abzupumpen.

Im baden-württembergischen Rastatt fiel ein Baum bei einem Gewitter um und verletzte vier Menschen - darunter einen schwer. In Lügde in Nordrhein-Westfalen sorgte ein starker Gewitterschauer für Überschwemmungen in mehreren Straßen. Auch in Norddeutschland gab es einige Einsätze: Im Leitstellenbereich Kiel meldete die Feuerwehr mehr als 100 Einsätze im Laufe des Abends. Etliche Keller waren nach starken Regenfällen vollgelaufen.

Nach Hochwasser: Wasser in Erftstadt-Blessem weiter abkochen

22:45 Uhr: Die Menschen in Erftstadt-Blessem müssen ihr Trinkwasser auch rund zwei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe weiterhin abkochen. Am Wochenende seien Wasserproben in Blessem genommen und untersucht worden, teilte der Rhein-Erft-Kreis am Dienstag mit. Das Ergebnis: Die Abkoch-Empfehlung bleibe „bis auf Weiteres“ bestehen.

Zudem sei eine mobile Chlordosierungsanlage installiert worden. Dadurch könne das Wasser nach Chlor riechen, hieß es weiter. „Auch dieses Wasser kann zur Körperpflege und abgekocht zum Verzehr genutzt werden.“ Die Chlordosierung könne aber zu Druckschwankungen und einer zeitweisen Braunfärbung des Wassers führen.

Hochwasser-News von Montag, 26. Juli: Überschwemmungen in Teilen Bayerns

22:45 Uhr: Heftige Unwetter haben am Montagabend in Oberbayern, im Oberallgäu und in Schwaben Verwüstungen angerichtet. Neben Starkregen wurde zudem schwerer Hagel gemeldet. Übereinstimmenden Medienberichten kam es in mehreren Ortschaften zu Überschwemmungen. Die Feuerwehr musste vielerorts ausrücken, um Keller auszupumpen. Besonders dramatisch war die Lage laut dem "Münchner Merkur" in der Gemeinde Rettenberg. Dort wälzte sich eine Sturzflut durch die Straßen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte vor schweren Gewittern, heftigen Starkregen und Sturmböen am Abend gewarnt.

Irre Verschwörungstheorie über manipuliertes Hochwasser

22.17 Uhr: Die Querdenker in den Hochwassergebieten in NRW und Rheinland-Pfalz haben in der vergangenen Woche nicht nur Fake-News über Rettungskräfte verbreitet, sondern auch noch die Verschwörungstheorie gestreut, dass Hochwasser wäre durch absichtliche Wettermanipulation hervorgerufen worden. Die Theorie, dass der Mensch das Wetter beeinflussen könnte ist nicht neu. Im Interview erklärt der Physiker Joachim Curtius was wirklich an der sogenannten "Wolkenimpfung" dran ist.

Mehr als 190 Tote nach Monsunregen in Indien

20.15 Uhr: Die Zahl der Toten bei Erdrutschen und anderen Zwischenfällen nach heftigem Monsunregen in Indien ist auf mindestens 192 gestiegen. 25 weitere Personen würden noch vermisst, 99 seien verletzt worden, teilten Behörden des betroffenen Bundesstaates Maharashtra am Montag mit. Nach Informationen örtlicher Medien handelt es sich um den heftigsten Regen, den der Bundesstaat je in einem Juli in den vergangenen 40 Jahren erlebt hat.

Einige Experten warnten, dass Extremereignisse wie Überschwemmungen, Zyklone und Dürren mit dem Klimawandel zunehmen. Indien hatte in den vergangenen Monaten mehrere solche Ereignisse erlebt.

375.000 Menschen seien den Behördenangaben zufolge aus den derzeit überfluteten Gebieten in Sicherheit gebracht worden. Zehntausende seien ohne Strom und Trinkwasser. Fernsehbilder zeigten Menschen, die auf Dächern warteten, während ihre Umgebung völlig überflutet war. Der heftige Regen hat auch Brücken und Gebäude zerstört, Telekommunikationsmasten beschädigt sowie Straßen und Gleise überflutet.

Bund will Katastrophenschutz nicht an sich ziehen

18.33 Uhr: Nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer sollte der Bund nicht die Verantwortung für den Katastrophenschutz an sich ziehen. Die im Katastrophenfall notwendigen Entscheidungen müssten weiter vor Ort getroffen werden, ein Eingreifen in die Kompetenzen von Ländern und Kommunen wäre der falsche Weg, sagte der CSU-Politiker am Montag im Bundestag bei einer Sondersitzung des Innenausschusses. Nach der Sitzung schlug Seehofer vor, die Verantwortlichen in Kommunen und Ländern künftig bei einer bestimmten Gefahrenstufe zu verpflichten, die Bevölkerung zu warnen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) solle künftig als "Kompetenzzentrum" von Bund und Ländern eine stärkere koordinierende Rolle übernehmen, betonte Seehofer. Darauf hätten sich die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern auch bereits vor den Überflutungen im Westen Deutschlands geeinigt.

WDR plant Taskforce: Besseres digitales Angebot für Unwetter

15.53 Uhr: Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) zeigt sich nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands selbstkritisch und will ein besonderes digitales Angebot für solche Gefahrenlagen entwickeln. Es sollten mehr Menschen besser erreicht werden, berichtete der Sender am Montag in Köln in einer Mitteilung. Zu dem Zweck sei mit sofortiger Wirkung eine entsprechende Taskforce eingesetzt worden. Das habe die Geschäftsleitung des WDR beschlossen.

"Wir wollen den behördlichen Katastrophenschutz künftig moderner und noch besser unterstützen", wurde WDR-Intendant Tom Buhrow in der Mitteilung zitiert. "Das gehört zu den selbstkritischen Lehren, die wir jetzt ziehen. Zugleich haben wir unzählige Sondersendungen gebracht, die Aktion "WDR hilft helfen" und den ARD-Benefiz-Tag." Für die Zukunft ein Angebot zu entwickeln, sei "der nächste ganz wichtige Schritt". Der WDR sei offen für Kooperationen und biete insbesondere dem Katastrophenschutz und den Behörden an, hier zusammenzuarbeiten.

Nach Hochwasser: Munition und Waffen bei Aufräumarbeiten gefunden

15.51 Uhr: Bei den Aufräumarbeiten im schwer vom Hochwasser betroffenen Erftstadt-Blessem in Nordrhein-Westfalen hat ein Helfer mehrere tausend Schuss Munition in einem vollgelaufenen Keller gefunden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, fand der freiwillige Helfer beim Leerpumpen des Kellers am Freitag zudem Übungshandgranaten und meldete das der Bundespolizei.

Ein Entschärfer des Landeskriminalamtes habe sich anschließend um die Fundstücke gekümmert. Der Hausbesitzer habe den Beamten freiwillig weitere Waffen übergeben: unter anderem zwei Gewehre, eine Pistole, ein Säbel und ein Bajonett. Gegen ihn wurde Anzeige erstattet.

Lewentz: Zahl der Vermisstenfälle im Ahrtal auf 74 reduziert

15.41 Uhr: Die Zahl der Vermissten nach der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal konnte inzwischen von 149 auf 74 Fälle reduziert werden. Gelungen sei dies nach Untersuchungen der Polizei teils in Zusammenarbeit mit Kollegen in anderen Bundesländern und in Nachbarstaaten, teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit.

Von den noch vermissten Menschen hätten 59 ihren Wohnsitz in Rheinland-Pfalz, 15 seien in anderen Bundesländern gemeldet. 16 haben laut Lewentz eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Hochwasserschutzanlage in Grimma mutwillig beschädigt

13.59 Uhr: Die Hochwasserschutzanlage in Grimma in Sachsen ist von unbekannten Tätern schwer beschädigt worden. Wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte, ist unter anderem ein größeres Fluttor betroffen. Eisenteile, die für die Bedienung nötig seien, seien verbogen worden. Nun lasse sich das Tor nicht mehr schließen. Weil jede Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied sei, sei die ganze Anlage nicht funktionsfähig, erklärte der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Käme ein Hochwasser, wäre die Stadt "völlig schutzlos".

Nach Unwetter sagt Londoner Klinik geplante Operationen ab

13.20 Uhr: Nach Schäden durch heftige Regenfälle und Überschwemmungen in London hat ein Krankenhaus alle geplanten Operationen und ambulanten Termine abgesagt. Krankenwagen würden zu anderen Kliniken umgeleitet und die betroffenen Gebäudebereiche gereinigt, sagte eine Sprecherin des Krankenhausbetreibers am Montag. Die Notaufnahme sei aber geöffnet.

Das Unwetter am Sonntag hatte in London zahlreiche Straßen, U-Bahn-Stationen und Unterführungen unter Wasser gesetzt, Busse und Autos steckten fest, Passagiere mussten die Fahrzeuge verlassen. In Teilen der britischen Hauptstadt fiel innerhalb weniger Stunden soviel Regen wie sonst in einem ganzen Monat. Auch in einem zweiten Krankenhaus konnten Patienten wegen der Wassermassen nur eingeschränkt versorgt werden.

Noch nicht überall wieder Strom und Trinkwasser in Euskirchen

12.47 Uhr: Die Versorgung mit Strom und Trinkwasser ist im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen auch rund zwölf Tage nach der Flutkatastrophe nicht wieder vollständig hergestellt. "Wir sind immer noch nicht bei hundert Prozent", sagte ein Sprecher des Kreises am Montag. In weiten Teilen von Bad Münstereifel und im Stadtgebiet von Euskirchen müsse das Wasser weiterhin abgekocht werden. Zudem seien noch nicht alle Gebieten wieder komplett mit Strom versorgt.

Währenddessen schreiten die Aufräumarbeiten dort weiter voran. "Die Müllberge verschwinden langsam", sagte der Sprecher. "Aber es ist auch noch jede Menge zu tun." Zudem seien die Bachläufe und Abflüsse in den vergangenen Tagen auf Treibgut kontrolliert worden, um für eventuelle neue Regenfälle gewappnet zu sein.

Band Höhner mit neuem Song zur Flutkatastrophe

12.41 Uhr: Ein Song für eine Spende: Die Kölner Band Höhner ("Viva Colonia“) hat ein neues Lied zur Hochwasserkatastrophe aufgenommen. Die Musiker wollten damit am Montagnachmittag bei einem Livestream der Malteser auftreten, bei dem Spenden für die Betroffenen gesammelt werden, wie der Malteser Hilfsdienst mitteilte.

"Ich war selbst vor Ort und bin noch immer schockiert von den Bildern der Katastrophe", wird Freddi Lubitz von den Höhnern in der Mitteilung zitiert. "Die Bilder haben mich nicht mehr losgelassen und wir haben das, was ich gesehen habe, in einem Song verarbeitet." Das neue Lied hat den Titel "Sag mir, dass wir das schaffen?". Der dreistündige Livestream mit dem Titel „#ProudToHelp“ sollte auf den Sozialen Medien der Malteser live aus Hamburg übertragen werden.

Auto prallt bei Starkregen vor Brückenpfeiler - Fahrer tot

12.20 Uhr: Bei plötzlich einsetzendem Starkregen ist ein 61-Jähriger auf der Autobahn 57 mit seinem Wagen vor einen Brückenpfeiler geprallt und tödlich verletzt worden. Seine ein Jahr jüngere Beifahrerin wurde am Sonntagabend bei Goch in Nordrhein-Westfalen schwer verletzt aus dem Autowrack befreit und mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, wie Polizei und Feuerwehr am Montag mitteilten. Der 61-Jährige sei gegen 19.30 Uhr im heftigen Regen mit seinem Wagen von der Fahrbahn abgekommen und gegen die Leitplanke geprallt. Das Auto habe sich mehrfach überschlagen und sei dann gegen den Brückenpfeiler geprallt. Der 61-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

Kinobetreiber in Hochwassergebieten bekommen Hilfsgelder

12.17 Uhr: Kinobetreiber, deren Filmtheater von den Hochwassern im Westen Deutschlands beschädigt wurden, sollen finanzielle Unterstützung bekommen. Die Filmförderungsanstalt (FFA) will 350.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung stellen, wie sie am Montag in Berlin mitteilte. Vergleichbare Programme habe es auch nach den Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 gegeben. Gezahlt wird das Geld, um Gebäude und Technik wiederherzustellen. Die Zuschüsse betragen bis zu zehn Prozent der Kosten, maximal 7000 Euro pro Leinwand.

Technisches Hilfswerk gegen Zentralisierung des Katastrophenschutzes

12.10 Uhr: Das Technische Hilfswerk (THW) hat sich gegen eine stärkere Zentralisierung im Katastrophenschutz ausgesprochen. "Grundsätzlich funktioniert der Katastrophenschutz", sagte THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner am Montag im ZDF. Auch wenn sich bestimmte Großlagen häuften, gebe es sie „in dieser Wucht“ wie bei den verheerenden Unwettern Mitte Juli nicht jede Woche. "Eine weitere Zentralisierung ist nicht dienlich."

Lackner sprach sich stattdessen dafür aus, wieder mehr auf Sirenen zu setzen. Wenn Telefon und Handy ausfallen, "nützt mir auch eine Warn-App nichts", sagte die THW-Vizechefin. "Wir müssen deshalb flächendeckend wieder mehr Sirenen installieren."

Wetterdienst warnt vor extremen Starkregenfällen in Norddeutschland

11.54 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Montag vor örtlich extremem Starkregen in Nord- und Nordostdeutschland gewarnt. Im Zuge starker Gewitter bestehe „Unwetterpozential“, teilte der DWD am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Lokal seien dabei Regenfälle von 25 bis 40 Litern pro Quadratmetern möglich, teils auch noch extremere Niederschlagsmengen von bis zu 60 Litern.

Betroffen sind nach Angaben des Wetterdiensts Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, das nördliche Brandenburg sowie ein schmaler Streifen im nordördlichen Niedersachsen. Parallel erwarteten die Meteorologen auch in Teilen Süddeutschlands schwere Gewitter mit Regenmengen bis zu 40 Liter pro Quadrameter sowie Sturm und Hagel. Dies galt vor allem für das südliche Bayern und östliche Teile des benachbarten Bundeslands Baden-Württemberg.

Lindholz für Bund-Länder-Führungsgruppe im Katastrophenschutz

11.21 Uhr: Die Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages, Andrea Lindholz (CSU) hat sich für die Bildung einer Bund-Länder-Führungsgruppe für die Bewältigung großer Katastrophen ausgesprochen. Bei den Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen habe sich gezeigt, dass der Katastrophenschutz in den Führungsstrukturen "noch immer nicht ganz optimal" funktioniere, sagte Lindholz am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“ vor einer Sondersitzung des Innenausschusses.

Bei den Unwettern habe es eine funktionierende Wetter-Meldekette gegeben. Man müsse aber der Frage auf den Grund gehen: "Warum hat man das im Prinzip am Ende vor Ort so unterschätzt und was müssen wir da in Zukunft besser machen? Also ich bin schon lange der Meinung - auch aus der Pandemieerfahrung heraus, dass wir hier eine bessere Bund-Länder-Führung brauchen." Es müsse jemand "von weiter oben drauf schauen", wenn es solche starken Unwetter gebe. Der Innenausschuss will am Montag über mögliche Versäumnisse der Behörden sprechen und beraten, ob der Bund künftig mehr für den Katastrophenschutz tun sollte.

Heftige Regenfälle sorgen für Verkehrschaos im Südosten Englands

11.17 Uhr: Heftige Regenfälle haben im Südosten Englands und auch in London für Überschwemmungen und ein Verkehrschaos gesorgt. Die Rettungskräfte seien aufgrund der "großen Überschwemmungen" in der britischen Hauptstadt im Dauereinsatz, schrieb der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan am Sonntagabend auf Twitter. Durch die Wassermassen war der Verkehr von Bussen, U-Bahnen und Zügen gestört. Khan forderte die Menschen auf, überschwemmte Stadtteile zu meiden.

In Südlondon in der Nähe des Bahnhofs Queenstown Road hielt die Polizei den Verkehr auf, weil eine Straße nicht mehr befahrbar war, wie ein AFP-Reporter berichtete. Mehrere rote Doppeldeckerbusse wurden von den Wassermassen eingeschlossen und konnten nicht mehr weiterfahren. Das Wasser habe den Innenboden des Busses erreicht, sagte ein Fahrer. "Alles ist nass." Die Londoner Feuerwehr teilte bei Twitter mit, dass sie etwa 300 Anrufe erhalten habe, die Überschwemmungen im Südwesten Londons meldeten.

Gewitterböen werfen Bäume bei Schwarz um

11.10 Uhr: Kräftige Gewitter mit heftigen Windböen haben für eine Reihe von Schäden in Buschhof in der Region Schwarz (Mecklenburgische Seenplatte) gesorgt. Wie Polizeisprecher am Montag erläuterten, wurden am Sonntagabend in Buschhof und an den Straßen nach Wittstock in Brandenburg und nach Krümmel etwa 20 Bäume umgeworfen.

Dabei fiel ein Baum auf das Dach eines Wohnhauses, durchschlug dieses und beschädigte auch das Obergeschoss des Wohnhauses. Die Schadenshöhe sei noch unklar. Verletzt wurde niemand. Ein weiterer Baum beschädigte den Flüssiggasbehälter auf einem Grundstück. Dem Besitzer sei es gelungen, den Not-Aus-Schalter zu betätigen, was Schlimmeres verhinderte. Andere Bäume durchschlugen Dächer von Carports und Schuppen oder blockierten die Landesstraße 25 nach Sewekow (Ostprignitz-Ruppin) und die L 15 nach Krümmel. Feuerwehrleute konnten die meisten Schäden beseitigen. Die Straße nach Krümmel blieb aber noch weiter gesperrt, da dort größere abgebrochene Äste in Bäumen hingen, die jederzeit herunterfallen könnten.

Unwetter in Sachsen: Mann stirbt durch Stromschlag

7.27 Uhr: Während eines Starkregens ist im sächsischen Weißwasser ein 67-jähriger Mann ums Leben gekommen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wollte der Mann am Sonntagabend mit einer Tauchpumpe das Wasser aus dem vollgelaufenen Keller seines Gartenhauses pumpen und erlitt dabei einen Stromschlag. Die Feuerwehr konnte ihn nur noch tot bergen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war das Gebiet der nördlichen Oberlausitz von Unwettern mit Starkregen betroffen. In Weißwasser seien etwa 40 Liter je Quadratmeter niedergegangen. Straßen wurden überflutet.

Innenausschuss berät über Katastrophenschutz

6.57 Uhr: Der Innenausschuss des Bundestags berät heute Vormittag (11 Uhr) angesichts der Flutkatastrophe über Konsequenzen. Dabei soll es auch um die Überprüfung der bisher genutzten Warnsysteme gehen sowie um die Frage der Zuständigkeiten. Bislang sind Länder und Kommunen für den Schutz der Bevölkerung in Extremwetterlagen zuständig - der Bund ist dagegen im nationalen Verteidigungsfall am Zug.

Flut ruiniert Ernte in der Eifel

6.21 Uhr: Die Landwirtschaftskammer in NRW hat zahlreiche Bauernhöfe ermittelt, die im Hochwasser mit ihren Feldern komplett unter Wasser waren. Nach einer ersten Auswertung von Satellitenbildern seien etwa 75 bis 100 Höfe derart gravierend betroffen gewesen, berichtete die Kammer. Die Auswertung sei aber noch nicht abgeschlossen.

"Die direkte Kontaktaufnahme ist momentan schwierig", sagte ein Kammersprecher. Einige Hofstellen seien nicht erreichbar und viele Landwirte noch mit Notfall- und Schutzmaßnahmen beschäftigt. Vor allem die besonders betroffenen Landwirte könnten noch nicht über die Lage sprechen, sie seien emotional stark aufgewühlt. Bei Landwirten sei der Hof zugleich Wohnort und Arbeitsplatz. Ein Hochwasser in der Erntezeit sei ungewöhnlich. "Das kennen wir so nicht."

Durch das steigende Wasser, aber auch durch Starkregen wurden Felder überschwemmt. Ganze Felder mit reifem Getreide wurden durch die Fluten umgespült oder durch Starkregen zu Boden gedrückt. Betroffen sind unter anderem auch Spargel-, Mais-, Erdbeer- oder Kartoffelfelder und Grünland.

Scheuer fordert rasche Entscheidungen zur Klima-Anpassung der Verkehrsinfrastruktur

2.22 Uhr: Verkehrsminister Andreas Scheuer hat rasche Entscheidungen zum Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur nach der Flutkatastrophe angemahnt. "Bei jeder zerstörten Straße, Brücke, Schienenstrecke geht es jetzt darum: Bauen wir sie genau gleich wieder auf? Oder können wir neue Erkenntnisse, Technologien oder Baumaterialien nutzen, um unsere Verkehrswege widerstandsfähiger zu machen?", sagte der CSU-Politiker dieser Redaktion.

"Die Herausforderung ist, diese Entscheidungen innerhalb kürzester Zeit zu treffen. Denn beim Wiederaufbau der Infrastruktur zählt jeder Tag." Scheuer erinnerte daran, dass die Bundesregierung bereits Baumaßnahmen zur Klimaanpassung angestoßen habe, etwa am Rhein.

Hochwasser-News von Sonntag, 25. Juli: Verkehrschaos durch heftigen Regen in London - Straßen überflutet

20.49 Uhr: Heftige Regenfälle und Gewitter haben am Sonntag in London für Verkehrschaos gesorgt. Mehrere Straßen, U-Bahn-Stationen und ein Tunnel wurden wegen Überflutung geschlossen, wie unter anderem die BBC berichtete. Auf Bildern war zu sehen, wie Busse und Autos von Wassermassen ausgebremst wurden. In vielen Bereichen der Stadt führte das zu großen Verzögerungen im Verkehr.

Die Feuerwehr sprach bereits am frühen Abend von mehreren Hundert Anrufen wegen vollgelaufener Keller oder überfluteter Straßen. Die Behörden warnten für mehrere Regionen im Südosten Englands vor weiteren Überflutungen und rieten von unnötigen Fahrten ab. Ein 28-jähriger Radfahrer sagte der britischen Nachrichtenagentur PA, er sei in London geboren und aufgewachsen, habe aber so etwas noch nie in der Stadt gesehen.

Heftige Unwetter über Berlin und Brandenburg

19.22 Uhr: In Berlin und Brandenburg sind am frühen Sonntagabend heftige Gewitter niedergegangen. Die Berliner Feuerwehr teilte auf Twitter mit, sie befinde sich im "Ausnahmezustand_Wetter". Einsätze würden priorisiert abgearbeitet, es könne beim Notruf 112 zu Wartezeiten kommen. Der Deutsche Wetterdienst hatte auch für Brandenburg gewarnt, etwa für Märkisch-Oderland, Oberhavel, Oder-Spree und Spree-Neiße, die Kreise Ostprignitz-Ruppin, Barnim, Dahme-Spreewald sowie die Stadt Cottbus. Vereinzelt könnten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden, Überflutungen von Kellern und Straßen sowie über Ufer tretende Bäche und Flüsse seien möglich.

Warnung vor extremen Gewittern in Berlin und Brandenburg

18.09 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den frühen Sonntagabend vor extremen Gewittern in Berlin und Brandenburg gewarnt. In Brandenburg seien voraussichtlich die Kreise Ostprignitz-Ruppin, Barnim, Dahme-Spreewald, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Oder-Spree und Spree-Neiße sowie die Stadt Cottbus betroffen, teilte der DWD mit. Die Warnung sei bis 18.30 Uhr gültig.

Vereinzelt könnten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden, hieß es. "Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände." Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen seien möglich.

Katastrophengebiet im Ahrtal bleibt für Individualverkehr gesperrt

16.10 Uhr: Im Hochwasser-Katastrophengebiet an der Ahr wird seit Sonntag tonnenweise Unrat abtransportiert. Unterstützt von Landwirten sollen Entsorgungsfirmen ihn auf Deponien bringen, wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mitteilte. Sie untersagt Individualverkehr bis einschließlich Montag weitgehend, damit die Müllfahrzeuge freie Fahrt haben.

"Nur wenn der Unrat schnellstmöglicht aus den betroffnen Gebieten entfernt wird, können wir die Infrastruktur Stück für Stück wieder herstellen und mögliche Gesundheitsgefahren durch Müllablagerung eliminieren", sagte Florian Stadtfeld vom Polizeipräsidium Koblenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Freiwillige Helfer durften am Sonntag wieder in das Krisengebiet. Sie sollten die Shuttlebusse einer privaten Initiative für die Anfahrt nutzen.

Umfrage: 57 Prozent bewerten Laschets Agieren nach Hochwasser negativ

12.21 Uhr: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger sieht das Handeln von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) nach der Hochwasser-Katastrophe einer Insa-Umfrage zufolge kritisch. Laut der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts im Auftrag der „Bild am Sonntag“ bewerten 57 Prozent der Befragten das Agieren Laschets in der Flutkatastrophe negativ. Nur 23 Prozent sehen sein Auftreten positiv.

Auch Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock erhält in der Umfrage häufig ein schlechtes Zeugnis: 46 Prozent sehen ihr Agieren negativ, 22 Prozent positiv. Besser schneidet SPD-Kandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz mit 39 Prozent positiven und 29 Prozent negativen Bewertungen ab. Am besten wird das Auftreten der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beurteilt, das 60 Prozent positiv und 25 Prozent negativ sehen.

Luisa Neubauer kritisiert Klimaschutzbilanz von Kanzlerin Merkel

12.12 Uhr: Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer hat massive Vorwürfe gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erhoben: Diese habe „immer wieder Prioritäten gegen unsere Lebensgrundlagen, gegen ökologische Rechte und die Chancen künftiger Generationen gesetzt“, sagte Neubauer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). Große Weichenstellungen habe Merkel oft gegen ihre Partei durchgesetzt. „Beim Klimaschutz hat sie das selten getan“, kritisierte Neubauer.

Mit Blick auf den Wahlkampf forderte die Mitorganisatorin von Fridays for Future ein gemeinsames Vorgehen aller Parteien. „Deutschland wird seinen Beitrag nicht leisten, wenn sich nicht alle für Klimagerechtigkeit einsetzen. Die Herausforderung ist so gewaltig, dass dafür ein überparteilicher Konsens notwendig ist“, sagte die 25-jährige Aktivistin der Zeitung.

Dobrindt will ständigen nationalen Krisenstab

11.17 Uhr: Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands hat sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt für einen ständigen nationalen Krisenstab ausgesprochen. „Ein ständiger Krisenstab Naturkatastrophen in Kombination von Bund und Ländern sollte eingesetzt werden“, sagte der CSU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). Er halte die föderalen Strukturen für richtig, aber „auch die Bündelung aller Informationen ist sehr wichtig“, argumentierte Dobrindt.

Erkennbar ist aus Sicht des Ex-Verkehrsministers, dass das Wiederherstellen von Kommunikation vor Ort viel zu lange gedauert habe. „Mobilfunknetze müssen gerade im Krisenfall funktionieren. Eine mobile Aufbautruppe "Kommunikation" sollte eingerichtet werden und sofort zum Einsatz kommen, zum Beispiel mit Drohnen und mobilen Funkzellen, wenn in Krisenlagen die Handynetze zusammenbrechen“, so Dobrindt.

THW-Vizepräsidentin beklagt Streuen von Falschinformationen

09.56 Uhr: Die Lage für die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) im Hochwassergebiet spitzt sich nach den Worten von Vizepräsidentin Sabine Lackner weiter zu. Sie habe erlebt, dass „einige Menschen mit Sprinter vorgefahren sind und auch Falschinformationen in der Bevölkerung vor Ort streuen“, sagte sie der Onlineausgabe der „Zeit“ über die Einsätze am Samstag.

Schon zuvor waren Fälle bekannt geworden, in denen THW-Helferinnen und Helfer in den Überschwemmungsgebieten angegriffen und beleidigt wurden. „Das sind Vorfälle, die ich in meiner Zeit beim Technischen Hilfswerk in 20 Jahren noch nicht erlebt habe“, sagte Lackner „Zeit Online“.

Hochwasser: Wie die Lage in Ahrtal ist

08.06 Uhr: Notstrom, Wasser aus Kanistern, überall Dreck: Wer im Ahrtal nach der Flutkatastrophe aufräumt, kommt in dieser Zeit an seine Grenzen. Lesen Sie hier unsere Reportage aus dem Gebiet: Ahrtal: Wie die Menschen gegen Schlamm und Schrott kämpfen

Erneut Unwetter in Belgien: Autos weggespült und Häuser evakuiert

08.01 Uhr: In Belgien mussten erneut viele Menschen in Sicherheit gebracht werden. „Es ist eine Katastrophe“, zitiert Belga die Feuerwehr. Es gebe zahlreiche Anrufe, man wisse nicht, wo einem der Kopf stehe, heißt es weiter.

Auf Bildern in einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTBF ist zu sehen, wie sich Straßenzüge in reißende Flüsse verwandelt haben und Trümmer umherliegen. Neben Namur und Dinant seien noch weitere Städte und Dörfer betroffen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.

Hochwasser-News von Samstag, 24. Juli: Unwetter in Belgien - zahlreiche Autos weggespült

22.17 Uhr: In Belgien sind bei erneuten Unwettern zahlreiche Autos weggeschwemmt worden. In der Stadt Dinant blockierten die vom Wasser mitgerissenen Fahrzeuge einen Bahnübergang, wie die Nachrichtenagentur Belga am Samstagabend unter Berufung auf das Bahnunternehmen Infrabel berichtete. Der Bahnverkehr sei wegen des Hochwassers Mitte Juli aber bereits eingestellt gewesen. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk RTBF berichtete, war auch die Stadt Namur in der gleichnamigen Provinz von Überschwemmungen betroffen. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer westlich von Aachen.

Wetter im Ahrtal vorerst stabil

20.41 Uhr: In Dernau an der Ahr sind die Befürchtungen eines erneuten Unwetters bislang nicht wahrgeworden. Am frühen Abend regnete es nicht mehr, die Menschen seien erleichtert, schreibt unser Reporter Christian Unger auf Twitter. Vorerst scheine das Wetter stabil.

Bundeswehr mit 1800 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz

18.21 Uhr: Die Bundeswehr hilft mit 1800 Soldatinnen und Soldaten im Katastrophengebiet von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Wie das Verteidigungsministerium auf Twitter schrieb, unterstützen die Truppenangehörigen bei Aufräumarbeiten sowie in Erftstadt beim Bau eines Dammes.

Wetterdienst gibt amtliche Warnung heraus

18.10 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Samstagnachmittag eine amtliche Warnung der Stufe 2 vor starkem Gewitter mit Sturmböen um 70 Stundenkilometer, Starkregen und Hagel herausgegeben. Laut Warnkarte des DWD waren zunächst vor allem das Münsterland und nördliche Teile des Ruhrgebiets betroffen. Die Niederschlagsmengen wurden mit 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter binnen sechs Stunden angegeben.

Zum Vergleich: In der vergangenen Woche hatte flächendeckender Dauerregen mit Regenmengen von teilweise über 150 Litern pro Quadratmeter für die Hochwasser-Katastrophe in Teilen von NRW und Rheinland-Pfalz gesorgt. Der DWD rechnet mit keinem Extremwetterereignis dieser Dimension.

Im Hochwassergebiet regnet es erneut - Evakuierungsangebot

15.54 Uhr: Rund eineinhalb Wochen nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz haben in dem betroffenen Gebiet am Samstag erneut Regenfälle eingesetzt - und es wurden Evakuierungen angeboten. Wie die Leiterin des Katastrophenschutzstabs, Begona Hermann, mitteilte, ist im Laufe des Tages laut Deutschem Wetterdienst mit örtlichen Niederschlägen im Bereich von maximal 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter zu rechnen; stellenweise auch nur 10 Liter. Ab Sonntagmorgen gegen 6 Uhr könne sich die Wetterlage noch verschärfen.

Den besonders betroffenen Kommunen sei daher ein Evakuierungsangebot gemacht worden. In den gefährdeten Gebieten Schuld, Insul, Dümpelfeld und Bad Neuenahr sollen die Menschen demnach mit Shuttlebussen zu einer Notunterkunft in Leimersdorf gebracht werden können. "Das entscheiden dann die Menschen selbst", so Hermann, denn die Wetterlage sei nicht so verschärft wie in der vergangenen Woche. "Aber wir haben eine nicht mehr funktionierende Kanalisation." Daher würden sich die Regenfälle anders auswirken als noch vor zehn Tagen.

Freiwillige Helfer sollen Katastrophengebiet Ahr schnell verlassen

15.21 Uhr: Freiwillige Helfer im Krisengebiet Ahr sollen dieses wegen der schwierigen Umstände dort möglichst schnell verlassen. Das teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Samstag mit. Als Grund nannte sie die starken Niederschläge an diesem Wochenende, die zerstörte Infrastruktur und die unübersichtliche Verkehrssituation. Den Angaben zufolge werden Shuttle-Busse eingesetzt, die die Helfer zurückbringen. Wer geplant hatte, als freiwilliger Helfer dorthin zu fahren, soll dies nicht tun.

Zuvor hatten auch das Polizeipräsidium Koblenz an Helferinnen und Helfer appelliert, sich nicht mehr auf den Weg in das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz zu machen.

Wetterdienst meldet wieder Schauer und Gewitter

13.51 Uhr: Das Tief Dirk bringt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wieder Schauer und Gewitter nach Deutschland. Mit einer südwestlichen Grundströmung kommt den Meteorologen zufolge feuchtwarme Subtropikluft. Am Samstagnachmittag sei mit teils kräftigen Schauern und Gewittern von Westfalen und Nordhessen bis nach Südniedersachsen hinein und an den Alpen zu rechnen, am frühen Abend auch im Südwesten. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit könne es regional auch zu Platzregen mit lokaler Überschwemmungsgefahr kommen. In einigen Regionen könnten größerer Hagel und Sturmböen oder schwere Sturmböen hinzukommen.

In der Nacht zum Sonntag erwartet der Wetterdienst im Süden, Norden und Osten ausgreifende schauerartige, teils gewittrige Niederschläge. Lokal gebe es weiter Unwettergefahr durch heftigen Starkregen. Im Westen, später auch im Südwesten lasse die Schauer- und Gewittertätigkeit allmählich nach. Auch in den nächsten Tagen bleibt das Tief Dirk laut DWD erhalten.

SPD-Pflegebeauftragte will Sicherheit in Heimen nach Flut prüfen

13.29 Uhr: Die Pflegebeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Heike Baehrens, will nach der Flutkatastrophe die Sicherheitsvorkehrungen in Seniorenheimen und Behinderteneinrichtungen auf den Prüfstand stellen. "Bestehende Einrichtungen sollten auf den Katastrophenschutz hin überprüft werden", sagte die SPD-Politikerin der "Heilbronner Stimme" (Samstag). "Geplante und neue Einrichtungen werden in Zukunft mehr noch als bisher Katastrophenszenarien berücksichtigen müssen."

Gemeinschaftsräume und Wohnungen in obere Geschosse zu verlegen, könne allerdings Probleme bereiten. Bei Hochwasser könnten etwa schnell Strom und Fahrstühle ausfallen. Außerdem müsse der Wunsch nach Teilhabe der Bewohner berücksichtigt werden. Stark mobilitätseingeschränkte Menschen gewönnen mehr Selbständigkeit, wenn sie barrierefrei im Erdgeschoss wohnen könnten. Wichtig sei auch, Senioren noch genauer zu erklären, wie die Warn-App Nina funktioniere.

"Stark": Sarah Connor widmet neuen Song Hochwasser-Betroffenen

11.36 Uhr: "Bitte, gib noch nicht auf, ich halt‘ dich fest bei mir": Sängerin Sarah Connor hat die Premiere ihres neuen Songs "Stark" am Freitagabend den Betroffenen der Flutkatastrophe gewidmet. "Wir brauchen jetzt was, das tröstet", sagte die 41-Jährige in der ARD-Benefizgala "Wir halten zusammen". Für die Sendung habe sie sich entschieden, das Lied von ihrem kommenden Album früher vorzustellen. In dem Song gehe es darum, einfach jemanden in den Arm zu nehmen und da zu sein. "Das ist das Wichtigste, das wir heute Abend machen können."

Connor sprach mit der Moderatorin Sarah von Neuburg auch über ihr eigenes Empfinden beim Anblick der Bilder aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und ihre Sorge, dass sich eine solche Katastrophe wegen der fortschreitenden Klimakrise wiederholen könnte. "Ich habe vier Kinder, und das macht mir Angst." Ihr Herz sei bei den Opfern, den Helfern und Rettern. Viele deutsche Stars - darunter Peter Maffay, Yvonne Catterfeld, Joris, Max Mutzke, Jeanette Biedermann und Frida Gold - waren bei dem Benefiz-Abend dabei.

Hochwasser: Jean-Claude Juncker lobt Solidarität der Deutschen

11.34 Uhr: Nach der Hochwasser-Katastrophe hat der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Hilfsbereitschaft und Solidarität der Deutschen gelobt. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) hob er das "unwahrscheinliche Volumen an Solidarität" hervor.


Der Luxemburger fügte hinzu: "Das hat sich schon vor Jahren beim Oder-Hochwasser unter Beweis gestellt und zeigt sich jetzt wieder in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz." Menschen seien bei großen Problemen zu Großem fähig: "Und da haben die Deutschen mit ihrer Hilfsbereitschaft füreinander ein gutes Beispiel abgeliefert. Und das ist doch eine beeindruckende kollektive Leistung der Deutschen." Juncker warnte davor, zu sehr die Kritik am Katastrophenschutz in den Mittelpunkt der Debatte zu rücken. "Das ist immer so in Deutschland, dass man die Dinge bemängelt, die nicht geklappt haben", sagte Juncker der "NOZ".

Umfrage: Geringes Vertrauen in Laschet für Lehren aus Hochwasser

11.30 Uhr: Nur 17 Prozent der Bundesbürger trauen CDU/CSU-Kanzlerkandidat Armin Laschet einer Umfrage zufolge zu, die richtigen Lehren aus der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands zu ziehen. Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock kommt in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag) auf 25 Prozent, SPD-Kandidat Olaf Scholz auf 20 Prozent. 38 Prozent trauen es keinem der drei zu.

Umfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von 2,5 Prozentpunkten an. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Bekannte von Sängerin LaFee haben im Hochwasser "alles verloren"

11.30 Uhr: Die in Stolberg geborene Sängerin LaFee (30, "Virus") will angesichts der Hochwasserkatastrophe in ihrer alten Heimat helfen. "Meinen engsten Familienmitgliedern geht es tatsächlich gut, sie haben das gut überstanden und keine Schäden davon getragen. Aber Bekannte von mir haben leider wirklich alles verloren", berichtete die Musikerin der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Sie habe sich nun schon mit ein paar Leuten getroffen, denen sie Möbel und Kleidung überlassen wolle. "Ich möchte auch auf den Bürgermeister zugehen und fragen, wie ich helfen kann", sagte sie. "Das ist jetzt eine Zeit, in der wir alle zusammen halten müssen."

Polizei bittet Helfer, nicht mehr in Katastrophengebiet zu reisen

11.28 Uhr: Das Polizeipräsidium Koblenz und der Krisenstab appellieren an Helferinnen und Helfer, sich nicht mehr auf den Weg in das Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz zu machen. "Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist weiterhin überwältigend und ungebrochen. Durch die Vielzahl an Helferinnen und Helfer, die sich heute in das Katastrophengebiet aufgemacht haben um zu helfen, kommt es aktuell leider zu einer völligen Überlastung sämtlicher Zufahrtsstraßen zum Ahrtal, sowie der Straßen im Katastrophengebiet selbst", hieß es in einer Pressemitteilung vom Samstag. Insbesondere die Bundesstraße 257 aus Richtung Kreuz Meckenheim sei völlig überlastet.

Große Baumaschinen, die beispielsweise zum Straßen- und Brückenbau, sowie zum Wiederaufbau der Trinkwasserversorgung im Katastrophengebiet benötigt werden, können den Angaben zufolge ihren Einsatzort nicht erreichen und stehen im Stau. Ebenfalls kämen die Fahrzeuge, die zum Abtransport von Müll und Bauschutt eingesetzt werden sollten, sowie Einsatz- und Rettungsfahrzeuge nicht durch. Der Shuttlebusbetrieb nähe Haribo sei komplett eingestellt worden. Andere Shuttlebusse stehen laut Polizei im Stau. Es seien bereits mehrere Tausend Helferinnen und Helfer in die Gebiete gebracht.

Bevölkerung in Hochwasserregion wird vor Unwetter gewarnt

11.26 Uhr: In der Hochwasserregion in Rheinland-Pfalz hat der Katastrophenschutz für die Bürger wegen der vorhergesagten Unwetter eine Notunterkunft eingerichtet. Laut der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wird dazu in möglicherweise betroffenen Orten informiert. "Die Vorbereitungen laufen. Die Bevölkerung wird in den Sozialen Medien noch einmal gewarnt und es werden Flugblätter verteilt", sagte ein Sprecher am Samstagmorgen.

Demnach besteht keine akute Hochwassergefahr für die Ahr. Dennoch sei bei Niederschlag mit verstärktem Oberflächenwasser insbesondere in den Orten zu rechnen, in denen Teile der Kanalisation zerstört oder verstopft sind. Dadurch könne es örtlich zu einem neuen Einlaufen von Wasser in Kellern kommen. Davon stärker betroffen sein könnten laut Katastrophenschutz die Ortschaften Schuld, Insul und Dümpelfeld. Außerdem könne es wegen verstopfter Einläufe in der Stadt Bad Neuenahr und der Ortsgemeinde Müsch zur Einstauung von Wasser in den Straßen kommen.

Der Katastrophenschutz biete allen Einwohnerinnen und Einwohnern der betroffenen Orte bei Bedarf eine Unterbringung an, hieß es. In Leimersdorf in der Verbandsgemeinde Grafschaft werde von diesem Samstag an ab 10 Uhr durchgängig eine Notunterkunft betrieben, die auch in den nächsten Tagen zur Verfügung stehe. Es würden Shuttle-Busse eingesetzt.

Verkehrsminister Scheuer: Erste Behelfsbrücke im Katastrophengebiet wird noch im Juli in Betrieb genommen

5.30 Uhr: Die erste Behelfsbrücke des Bundes im Flutkatastrophengebiet kann den Worten von Verkehrsminister Andreas Scheuer in wenigen Tagen in Betrieb genommen werden. "Der Weg zur Apotheke, zum nächsten Versorgungspunkt oder einfach nur zu Freunden und Familie - teilweise weniger als 100 Meter Luftlinie entfernt - wird ohne Brücken zum logistischen Albtraum", sagte der CSU-Politiker dieser Redaktion. "Darum bin ich sehr froh, dass die Behelfsbrücken des Bundes auf dem Weg in die betroffenen Regionen sind." An diesem Samstag werde als erstes die zerstörte Landgrafenbrücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler durch eine Behelfsbrücke ersetzt. Diese könne "voraussichtlich noch diesen Monat für den Verkehr freigegeben werden".

Der Bund hilft den vom Hochwasser schwer getroffenen Städten und Gemeinden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen unentgeltlich mit Notbrücken. Einer entsprechenden Initiative von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat das Bundeskabinett jetzt zugestimmt. Schätzungen zufolge werden in der Katastrophenregion mindestens 20 solcher Behelfsüberquerungen benötigt, um den Verkehr wieder in Gang zu bringen. Die Gemeinden müssen dafür nicht die sonst üblichen Mieten bezahlen.

Die Landgrafenbrücke ist eine Nord-Süd-Verbindung in der rheinland-pfälzischen Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die vom Hochwasser stark beschädigt wurde. Bis zur Wiederherstellung soll sie durch eine Behelfsbrücke des Bundes ersetzt werden. Den Einsatz leitet das Technische Hilfswerk.

Mittelstand kritisiert verzögerte Einführung des Cell Broadcast-Warnsystems als unverantwortlich

2.30 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat die verzögerte Einführung des Cell Broadcast-Warnsystems für den Katastrophenschutz als unverantwortlich kritisiert. "Das System wird in anderen Ländern bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Deutschland stellt sich damit ein Armutszeugnis aus und weckt im Ausland berechtigte Zweifel an der Qualität von Technik Made in Germany", sagte BVMW-Geschäftsführer Markus Jerger dieser Redaktion. Die Kritik richtet sich gegen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der die Einführung durch eine Machbarkeitsstudie "ohne Not" verzögere.

"Eine Lehre aus dem Versagen des Vorwarnsystems bei der aktuellen Hochwasserkatastrophe ist die Notwendigkeit, bedrohte Regionen frühzeitig auf allen technisch machbaren Wegen auf drohende Gefahren aufmerksam zu machen", sagte Jerger. Dazu gehöre im Zeitalter der Digitalisierung selbstverständlich auch eine Cell Broadcast-Lösung. "Hier rächt sich einmal mehr, dass es im Bundeskabinett für die Digitalisierung gleich mehrere Verantwortliche gibt – und damit letztlich keinen."

Hochwasser-News von Freitag, 23. Juli: Todesopfer auch nach Unwettern in Sachsen bestätigt

22.40 Uhr: Auch nach den Unwettern in Sachsen hat sich der Tod eines seither Vermissten bestätigt. Wie die Polizeidirektion Chemnitz am Freitagabend mitteilte, wurde die Leiche des 53-Jährigen im Uferbereich der Preßnitz aufgefunden. Der Mann war am 13. Juli im Ortsteil Steinbach der Ortschaft Jöhstadt im Erzgebirgskreis in das Gewässer gestürzt und von den Wassermassen mitgerissen worden.

Nach ihm war seither zunächst vergeblich gesucht worden. Dabei wurde zeitweise auch ein Hubschrauber eingesetzt. Auch an anderen Orten der Region hatte es schwere Unwetter gegeben, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie im Westen Deutschlands.

Grüne: Tagebaue und Kiesgruben für Hochwasserschutz nutzen

20.33 Uhr: Der Bundestagsfraktionsvize der Grünen, Oliver Krischer, hat die Einbeziehung von Tagebauen, Restseen und Kiesgruben in den Hochwasserschutz des Landes Nordrhein-Westfalen gefordert. Bislang gab es keine Überlegungen, Abbau-Löcher als Rückhalteräume zu nutzen. "Wir müssen überlegen, wie wir Tagebaue und Restseen in den Hochwasserschutz einbinden können", sagte der Bundestagsabgeordnete aus Düren dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag).

Auch Kiesgruben und Baggerseen könnten Wasser aufnehmen, wenn sie durch Umleitungen kontrolliert geflutet würden. "Die Katastrophe in Blessem zeigt aber auch, wir müssen sehr genau hinsehen bei Kiesgruben und Ortschaften in der Nähe von Gewässern. So etwas darf nicht mehr genehmigt werden", zitiert die Zeitung den Grünen-Politiker.

Ministerium: Vereinfachte Leistungsgewährung für Hochwasser-Opfer

18.50 Uhr: Sozialhilfeempfänger aus den nordrhein-westfälischen Hochwasser-Gebieten sollen unbürokratisch Leistungen beantragen können. Das hat das NRW-Arbeitsministerium nach eigenen Angaben vom Freitag durch zwei neue Erlasse sichergestellt. Da einige Sozialämter und Jobcenter in den betroffenen Gebieten wegen der Unwetterschäden nicht regulär arbeiten könnten, sollten pragmatische Regelungen die Beantragung und Auszahlung der Leistungen auch dann ermöglichen, wenn die übliche Bearbeitung nicht möglich sei.

"Die Unwetter-Opfer, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, brauchen jetzt schnelle Hilfe und Sicherheit, dass sie auch künftig Unterstützung bekommen", sagte Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). "Wer alles verloren hat, braucht jetzt nicht noch die unbegründete Sorge, dass das Amt die Leistungen streicht." Lesen Sie dazu: Was Hartz-IV-Empfangende jetzt wissen müssen

Krisenstab in Rheinland-Pfalz bereitet sich auf neue Unwetter vor

15.40 Uhr: In der Katastrophenregion im Ahrtal bereitet man sich derzeit auf angekündigte neue Regenfälle an diesem Wochenende vor. Nach den Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes bestehe für die Ahr aber "keine richtige Hochwassergefahr", sagte der Leiter des Krisenstabes in Rheinland-Pfalz, Thomas Linnertz, am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. "Das heißt: Es wird keine Evakuierungsnotwendigkeit für das ganze Ahrtal bestehen."

Es könne aber sein, dass wegen erwarteter lokal begrenzter Starkregenereignisse ab Samstagnachmittag in manchen Gebieten die Menschen aufgefordert werden müssten, ihre Häuser zu verlassen, sagte Linnertz. Denn es gebe ein Problem mit dem Oberflächenwasser, das wegen zerstörter oder verstopfter Kanäle möglicherweise dann nicht abfließen könne. Man sie derzeit dabei zu versuchen, noch Teile freizubekommen.

Noch seien die genauen Bereiche, wo das Oberflächenwasser zum Problem werden könne, nicht definiert. Dies solle noch im Laufe des Tages geschehen. Die Bevölkerung solle dann in den wohl "sehr begrenzten Gebieten" mit Lautsprecherdurchsagen gewarnt werden. Um die Wasserstände besser kontrollieren und ablesen zu könne, werden laut Linnertz derzeit mobile Pegel installiert. "Wir sind soweit ganz gut vorbereitet", sagte er. Es sei spürbar, dass die Menschen in der Region die Frage nach der Wetterlage am Wochenende "im Moment sehr bewegt".

NRW rüstet sich für neue Unwetter

15.25 Uhr: Nordrhein-Westfalen rüstet sich für mögliche neue Starkregenfälle am Wochenende. Per Erlass des NRW-Innenministeriums würden die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei nochmals besonders für die Wetterlage sensibilisiert, teilte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. "Die Arbeit in den Krisenstäben der Städte und Kreise wird auch am Wochenende fortgesetzt, um die Lage vor Ort zu koordinieren. Gleiches gilt für die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs im Innenministerium."

Die Behörden seien gebeten, die lokale Wetterentwicklung aufmerksam zu beobachten, um passgenau auf mögliche Gefahren reagieren zu können. "Wir haben auch die Kommunen und Kreise der bereits betroffenen Gebiete gebeten, die Wetterlage im Blick zu behalten und besonders wachsam zu sein." Mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) sei sowohl für Samstag als auch für Sonntag vormittags eine Telefonkonferenz vereinbart, in der Spitzen von Krisen- und Katastrophenstäben möglicherweise extrem betroffener Kommunen aus erster Hand die aktuellsten Informationen zur Wetterlage erhalten sollen.

Neue Starkregenfälle am Wochenende möglich

14.40 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Samstag in den Hochwasser-Katastrophengebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erneut mit Gewittern. Allerdings bleibe die Regenmenge wohl meist unterhalb der Warnschwelle, wie der Wetterdienst (DWD) am Freitag berichtete. Für präzisere Aussagen über betroffene Orte und die Intensität sei es noch zu früh.

Klar ist: In der Südwesthälfte kann es zu Schauern und Gewittern kommen, "die auch Unwetterpotenzial haben", wie Martin Jonas aus der Wettervorhersagezentrale in Offenbach sagte. Auch die vom Hochwasser verwüsteten Gebiete könnten erneut betroffen sein. Es gelte, die Situation "weder zu verharmlosen noch zu dramatisieren". Für die Katastrophenregionen seien "zwei Aussagen von zentraler Bedeutung: Es werden in der Region Gewitter auftreten - aber nicht überall".

Zwar hätten die Gewitter bezüglich Starkregens Unwetterpotenzial, "aber Regenmengen bis in den Unwetterbereich werden allenfalls regional eng begrenzt auftreten - meist handelt es sich um nicht warnwürdige Niederschlagsmengen".

Bahn will größte Schäden bis Jahresende beheben

12.37 Uhr: Nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind die Aufräumarbeiten auch bei der Deutschen Bahn in vollem Gange: Der Konzern ist zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres die größten Schäden behoben werden können und der Verkehr wieder weitgehend normal läuft. In manchen Regionen, vor allem in Rheinland-Pfalz, könnte es hingegen länger dauern.

"Etwa an Eifel und Ahr ist von den bisherigen Strecken und Anbindungen wahrlich nichts mehr zu erkennen", sagte der Vorstand für Anlagen- und Instandhaltungsmanagement bei der Bahn-Tochter DB Netz, Volker Hentschel, am Freitag. "Hier reden wir von Monaten, wenn nicht sogar an einigen Stellen von Jahren."

82-Jähriger spendet eine Million Euro

11.56 Uhr: Ein 82-jähriger Mann aus Münster spendet für die Unwetterhilfe der "Aktion Lichtblicke" eine Million Euro. Nachdem Horst Eschler die Ausmaße der Flut im Fernsehen gesehen hat, wollte der Rentner unbedingt etwas Gutes tun. Eine Million Euro erschien ihm sinnvoll, berichtet der Radiosender "Antenne Münster".

Diese großzügige Summe sei für ihn eine Herzensangelegenheit: "Für Leute, die alles verloren haben", sagte Eschler dem Radiosender. "Und ich sage mir, ich kann mir morgen trotzdem noch mein Brötchen kaufen." Für die "Aktion Lichtblicke", einer Spendenorganisation aller Lokalradios in Nordrhein-Westfalen, habe er sich entschieden, weil sich diese besonders um betroffene Familien sorgt. Er wolle, dass das Geld dort ankommt, wo es wirklich benötigt wird.

Doch damit nicht genug. Eschler forderte seinen Lieblingsverein, den FC Bayern München, auf mehr zu spenden. Der FC Bayern hatte gemeinsam mit der Telekom und dem 1. FC Köln 100.000 Euro an die "Aktion Lichtblicke" gespendet. Das war dem 82-Jährigen aber zu wenig. Nur einen Tag später reagierte der Rekordmeister aus München und erhöht seine Spende auf 1,1 Millionen Euro.

Verdi leistet finanzielle Soforthilfe für Mitglieder

9.42 Uhr: Mit den finanziellen Soforthilfen möchte Verdi die betroffenen Mitglieder bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Hochwasserkatastrophe unterstützen. Gegen Nachweis erhalten Mitglieder folgende Beträge:

  • 750 Euro bei einer Schadenshöhe von mehr als 5000 Euro
  • 1000 Euro bei einer Schadenshöhe von mehr als 10.000 Euro
  • 1500 Euro bei einer Schadenshohe von mehr als 20.000 Euro

Das Verfahren gilt bis zum 30. Oktober 2021. Betroffene können sich an den für sie zuständigen Verdi-Bezirk wenden.

ARD veranstaltet Benefiz-Tag für Hochwasser-Opfer

6.45 Uhr: Die ARD veranstaltet einen Benefiz-Tag für die Opfer der Flutkatastrophe. So sammelt der Sender den ganzen Donnerstag Spenden. Der Spendentag wird mit einer Fernsehsendung ab 20.15 Uhr abgerundet. Ingo Zamperoni und Sarah von Neuburg werden die Show begleiten. Auch viele Radiosender haben zu Spenden aufgerufen.

Göring-Eckardt fordert Gedenken für die Flut-Opfer

6.25 Uhr: Nach der verheerenden Flutkatastrophe mit vielen Toten wird die Forderung nach einem Gedenken laut. "Ich finde ein gemeinsames Gedenken angemessen und wichtig", sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, unserer Redaktion. "Angesichts des Ausmaßes dieser Katastrophe ist es gut, wenn wir als Politik und Gesellschaft innehalten, den Opfern gedenken und den Helfern danken." Es gehöre zur Humanität einer Gesellschaft, Orte der Trauer, der Würdigung und der Zuversicht zu schaffen.

Für die Verstorbenen der Corona-Pandemie hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 18. April eine Gedenkfeier ausgerichtet.

Milliarden-Flutschaden - Özdemir fordert Sonderaufbauprogramm für Verkehrsinfrastruktur

6.20 Uhr: Zur Beseitigung der milliardenschweren Hochwasserschäden an Autobahnen, Fernstraßen und Bahnschienen hat der Vorsitzendes des Verkehrsausschusses, Cem Özdemir, ein schnelles staatliches Hilfspaket gefordert. "Wir brauchen ein Sonderaufbauprogramm Wiederaufbau der Infrastruktur. Dieses müsste zeitnah verabschiedet werden, denn die Kosten sind im aktuellen Haushalt logischerweise nicht voll enthalten. Der Staat wird die Kosten für den Wiederaufbau der Infrastruktur übernehmen müssen", sagte der Grünen-Politiker unserer Redaktion.

"Manche Schäden können je nach Schwere bis zum Jahresende behoben werden, manche Reparaturen und Neubauten werden länger dauern", sagte Özdemir weiter. "Der Wiederaufbau sollte nach dem neuesten Stand der Technik - inklusive Digitalisierung - erfolgen." Neubauten müssen nach Ansicht von Özdemir künftig dem Klimawandel angepasst werden. "Bei jeder Straße, jeder Schiene, jeder Brücke, die künftig gebaut wird, müssen wir die Folgen der Klimakrise mitdenken. Wir müssen nicht nur die Klimakrise bekämpfen, sondern müssen uns ihr durch unseren zukünftigen Baustil auch anpassen." Die Frage stelle sich deshalb grundsätzlich neu: "Wo bauen wir in Zukunft noch neu? Klimaanpassung heißt auch, dass man dem Wasser, da wo sinnvoll, seinen Lauf lässt."

Der Verkehrsexperte hält zudem eine bessere Information der Bevölkerung für notwendig. "Wir brauchen eine Zentralstellenfunktion beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, um die Bevölkerung besser zu schützen und zu informieren. Ziel muss die Erhöhung der Sicherheit sein. Zudem sollte der Hochwasserschutz und Schutz bei Klimakatastrophen ein Unterrichtsgegenstand werden. Noch wissen nicht alle, wie man sich bei Hochwasser zu verhalten hat. Dass man beispielsweise dann nicht in den Keller darf."

Durch das Hochwasser sind an den Autobahnen, Fernstraßen und Schienenwegen des Bundes nach vorläufigen Zahlen des Bundesverkehrsministeriums Schäden von rund zwei Milliarden Euro entstanden. Hinzu kommen noch die Schäden an der Verkehrsinfrastruktur der Länder und Kommunen, deren Höhe noch nicht beziffert werden kann.

Nach Hochwasser: Bestattern fehlt es teils an Transportwagen

6.16 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe fehlt es einigen Bestattern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz offenbar an Transportwagen. "Es gibt nur eine sehr begrenzte Anzahl von Bestattungsfahrzeugen, die sind erst mal unersetzlich", sagte ein Sprecher des Bestatterverbands Nordrhein-Westfalen am Donnerstag. Viele der betroffenen Autos standen etwa bei den verheerenden Fluten in der Garage neben Bestatterinstituten und seien dann - genauso wie die Geschäfte - mit Wasser vollgelaufen.

Allerdings "fehlen die dann nur in einzelnen Unternehmen". Man könne sich untereinander gut unterstützen, indem Kollegen etwa unbeschädigte Transportwagen ausleihen. Die Fahrzeuge sind den Angaben des Sprechers zufolge Einzelanfertigungen und werden nur auf Anfrage hergestellt. Deshalb sei es schwierig, diese zu ersetzen. Der gesamte Schaden sei noch nicht klar.

Bestatterunternehmen des Landesverbands hatte das Hochwasser besonders in Wuppertal, Ahrweiler, Euskirchen und Hagen stark getroffen. "Wir hatten Wasser bei mehreren Kollegen in den Geschäftsräumen", berichtete der Sprecher. Es wurden aber keine Kühlräume oder dort untergebrachte Verstorbene von den Fluten getroffen. In Orten, die von Stromausfällen betroffen waren, hätten Kollegen die Verstorbenen zum Beispiel abgeholt und bei sich in den Bestattungshäusern untergebracht, um sie zu kühlen.

CDU-Politiker Brok fordert Wohncontainer für Flutopfer

6.11 Uhr: Der langjährige Europa-Parlamentarier Elmar Brok (CDU) regt an, die während der Flüchtlingskrise angeschafften Wohncontainer zu nutzen, um darin übergangsweise Betroffene des Hochwassers im Westen Deutschlands unterzubringen. "Wenn ein Bedarf besteht, sollten die Kommunen das prüfen, da viele der Container heute ungenutzt sind", sagte Brok der in Bielefelder erscheinenden Neuen Westfälischen (Freitagausgabe). Die Container hätten den Vorteil, dass die Menschen dadurch in der Nähe ihrer Häuser und Wohnungen untergebracht werden könnten, so Brok.

Die Bielefelder SPD-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann sieht darin eine "kurzfristige Zwischenlösung" und hält die Idee insbesondere deshalb für gut, weil dadurch eine Unterbringung möglich sei, die die Gefahr einer erhöhten Ausbreitung des Coronavirus in Notunterkünften, wie in den vergangenen Tagen befürchtet, reduzieren könne.

Weil will Hilfsfonds nach Hochwasserkatastrophe unterstützen

6.06 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will den geplanten Aufbaufonds für die Hochwassergebiete in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz finanziell unterstützen. "Wir tun das gerne, und wir wissen aus eigener Erfahrung, dass wir uns selbst in einer ähnlichen Situation wiederfinden können", sagte Weil der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag).

"Der Bund ist jetzt dabei, die benötigte Summe zu ermitteln. Dass wir dabei insgesamt über mehrere Milliarden Euro reden, ist aufgrund des Ausmaßes der Katastrophe natürlich längst absehbar", erläuterte der Regierungschef aus Hannover. Zuvor hatten bereits einige andere Bundesländer ihre Bereitschaft zur Unterstützung der Aufbauhilfe signalisiert.

Rund eine Woche nach dem Beginn der Hochwasserkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands hatte die Bundesregierung am Mittwoch eine Soforthilfe von zunächst 200 Millionen Euro beschlossen. Weitere rasche Mittel in der gleichen Höhe wollen die betroffenen Länder beisteuern. Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant.

Hochwasser-News von Donnerstag, 22. Juli: WDR: Hätten in Unwetternacht "engmaschiger" berichten müssen

22.26 Uhr: Der Westdeutsche Rundfunk hat Lücken in seiner Berichterstattung in der Unwetternacht der vergangenen Woche eingeräumt. In seinen Programmen habe der WDR deutlich und wiederholt über die Gefahren und Auswirkungen des Hochwassers informiert, teilte der Sender am Donnerstag mit. Dazu seien lokale Warnmeldungen der Behörden aufgegriffen und redaktionell verarbeitet worden. "Nach sorgfältiger Prüfung hätte dies in der Nacht engmaschiger passieren müssen, zum Beispiel mit einer durchgehenden Sondersendung bei WDR 2", heißt es in der Mitteilung.

Der WDR prüfe derzeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und dem nordrhein-westfälischen Innenministerium, wie die Bevölkerung mit Warnungen vor Gefahren besser erreicht werden könne. Vertreter des Senders und der Behörden hätten die Abläufe rund um die Bevölkerungswarnung bei der Unwetterlage in der vergangenen Woche erörtert. Es sei verabredet worden, gemeinsam die Analyse fortzusetzen und abgestimmte Empfehlungen zu erarbeiten.

Naturkatastrophen kosten R+V Versicherung 387 Millionen Euro

19.50 Uhr: Naturkatastrophen wie das Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben der R+V Versicherung enorme Kosten eingebrockt. Allein nach dem Unwettertief Bernd seien bislang 9545 Schäden in Höhe von 167 Millionen Euro gemeldet worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Wiesbaden mit.

"Vor allem regional auftretende kräftige Unwetter mit Starkregen, Sturm und Hagel richteten bei unseren Kunden besonders in den letzten Wochen verheerende Schäden an, die uns sehr betroffen machen", erklärte R+V-Chef Norbert Rollinger. Insgesamt habe man in diesem Jahr schon 82 000 Schäden in Höhe von knapp 387 Millionen Euro verbucht.

Zahl der Hochwasser-Opfer in Belgien steigt auf 37

18.21 Uhr: In Belgien ist die Zahl der Hochwasser-Opfer erneut nach oben korrigiert worden. Nach Angaben des Krisenzentrums vom Donnerstag starben mindestens 37 Menschen infolge der Überschwemmungen. Sechs Personen werden weiterhin vermisst. Am Mittwoch war die Zahl der Todesopfer noch mit 32 angegeben worden.

Bereits am Dienstag hatte es in Belgien einen Staatstrauertag wegen der Hochwasserkatastrophe gegeben. Um 12.01 Uhr legten Menschen im ganzen Land eine Schweigeminute ein. Im Anschluss hielt König Philippe eine Ansprache und dankte den Rettungskräften und zahlreichen freiwilligen Helfern für ihr Engagement. "Viele verloren alles. Die Arbeit eines ganzen Lebens, in wenigen Stunden dahin", sagte der Monarch mit Blick auf die immensen Schäden in Städten und Dörfern.

RTL beurlaubt Moderatorin nach Fake-Beitrag aus Krisengebiet

17.26 Uhr: RTL hat die Moderatorin Susanna Ohlen nach einem frisierten Beitrag aus dem Hochwassergebiet beurlaubt. Ohlen hatte sich in einem Video auf Instagram als Helferin der Flutopfer in Bad Münstereifel inszeniert. Anwohner filmten die Moderatorin jedoch dabei, wie sie sich zuvor absichtlich mit Schlamm beschmierte und stellten das Video auf Youtube.

Auf Anfrage der Münchner Zeitung tz gab RTL die Beurlaubung der Moderatorin bekannt. "Das Vorgehen unserer Reporterin widerspricht eindeutig journalistischen Grundsätzen und unseren eigenen Standards. Wir haben sie daher direkt am Montag, nachdem wir davon erfahren haben, beurlaubt." Auch einen Beitrag über die Moderatorin im Krisengebiet hat RTL mittlerweile von seiner Homepage gelöscht.

RTL-Moderatorin Susanna Ohlen im Krisengebiet

Hilfskräfte aus dem Norden im Einsatz im Katastrophengebiet

16.42 Uhr: Die rund 600 Hilfskräfte aus Schleswig-Holstein haben am Donnerstag ihre Arbeit im Katastrophengebiet von Rheinland-Pfalz begonnen.

Im Einsatzgebiet seien 68 von 72 Straßenbrücken zerstört oder nicht passierbar, sagte der Leiter des mobilen Führungsstabs Schleswig-Holstein, Marc Kutyniok, am Donnerstag. Das mache die Zuweisung von Einsatzgebieten schwer.

Die Dimension des Einsatzes sei nicht vergleichbar, die Lage immer noch unübersichtlich und so seien logistische Probleme unvermeidbar, sagte Kai Treptau aus dem Innenministerium. Beispielsweise mussten die Helfer aus dem Norden noch einmal umziehen, weil am Nürburgring bereits mehrere tausend Helfer untergebracht sind.

Zahl der Todesopfer durch Hochwasser in Rheinland-Pfalz gestiegen

15.56 Uhr: Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Hochwasser in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten dort auf 128 gestiegen. 155 weitere Menschen werden weiterhin vermisst, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Innenausschusses gemeinsam mit dem Klimaauschuss und dem Haushaltsausschuss in Mainz sagte. 764 Menschen wurden demnach verletzt. 62 der Toten sind nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz (SPD) bislang identifiziert worden.

Dreyer bezeichnete das Hochwasser als "nie da gewesene Katastrophe". Rheinland-Pfalz sei Hochwasser gewohnt, doch dieses übersteige die bisherigen Erfahrungen. Die Flutwelle sei Betroffenen zufolge stellenweise mehr als acht Meter hoch gewesen. "Viel zu viele Menschen konnten nicht gerettet werden", sagte Dreyer. Der Wiederaufbau werde vielerorts "sehr lange dauern." Das ganze Ausmaß der Katastrophe werde erst in einigen Wochen sichtbar sein. "Mir gehen die Bilder nicht mehr aus dem Kopf", sagte Dreyer.

Innen-Staatssekretär: Falschmeldungen in Katastrophenfällen "professionell entgegentreten"

15.27 Uhr: Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Günter Krings (CDU), hat im Zusammenhang mit Berichten über das Auftreten von Querdenken-Anhängern im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz ein stärkeres Vorgehen gegen Falschmeldungen und Desinformation auch im Katastrophenfall gefordert. "Wenn Extremisten versuchen, mit ihrer Agenda und Verschwörungsideologien aus einer Krise wie dem Hochwasser in Westdeutschland Nutzen zu ziehen, muss der Staat dem entschieden entgegentreten", sagte Krings dieser Redaktion.

Die aktuelle Flutkatastrophe zeige zudem, "dass staatliche Stellen wie die Polizei, aber auch Hilfsorganisationen künftig sehr viel schneller auf Falschmeldungen und Desinformation in Ausnahmelagen reagieren müssen", so der CDU-Politiker. Auf Bundesebene habe das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz gegen sogenannte Fake News bereits Strukturen aufgebaut.

Ähnliche Fähigkeiten sollen laut Staatssekretär Krings "im Zuge der bereits angelaufenen Neuaufstellung unter dem Präsidenten Armin Schuster gerade auch im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe etabliert werden". Krings hob hervor: "In einem Katastrophenfall sind gezielte Falschmeldungen besonders gefährlich, deshalb müssen wir ihnen auf professionelle Weise schnell mit gesicherten Fakten entgegentreten. Da reicht eben keine Pressemitteilung, sondern da muss in Echtzeit in den sozialen Netzwerken reagiert werden."

Merkel gibt Versäumnisse in Klimapolitik zu

13.18 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei ihrer letzten Sommer-PK Versäumnisse in der Klimapolitik während ihrer Regierungszeit eingestanden. Zwar habe man den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben und auch die CO2-Emissionen senken können, das Tempo der Fortschritte sei jedoch nicht ausreichend. Gemessen an dem Ziel, den weltweiten Klimaanstieg bis auf zwei Grad zu begrenzen, sei während ihrer Kanzlerschaft "nicht ausreichend viel passiert", sagte Merkel.

Merkel betonte zugleich ihren persönlichen Einsatz für den Kampf gegen die Erderwärmung. "Ich bin der Meinung, dass ich sehr viel Kraft für den Klimaschutz aufgewandt habe", sagte sie. "Und trotzdem bin ich ja mit wissenschaftlichem Verstand ausreichend ausgerüstet, um zu sehen, dass die objektiven Gegebenheiten erfordern, dass man in dem Tempo nicht weiter machen kann, sondern schneller werden muss."

BUND mahnt besseren Hochwasserschutz an

11.50 Uhr: Die Umweltschutzorganisation BUND hat angesichts der dramatischen Unwetter im Westen Deutschlands besseren Hochwasser- und Katastrophenschutz angemahnt. Am Donnerstag stellte die Organisation 16 Maßnahmen vor, um künftig besser auf Unwetterkatastrophen wie Dürren und Hochwasser vorbereitet zu sein. Der BUND forderte, die Parteien sollten "wirksamen Klimaschutz, ökologischen Hochwasserschutz, eine Neuausrichtung im Umgang mit Flächenverbrauch und eine Stärkung des Katastrophenschutzes" zu einer Gesamtstrategie verbinden.

Für besseren Hochwasserschutz forderten die Umweltschützer unter anderem, Hochwasserentstehungsgebiete zu erfassen und zu schützen. Außerdem müsse die Flächenversiegelung gestoppt werden - denn beispielsweise auf Autobahnen und anderen geteerten Straßen kann kein Wasser versickern.

Die Natur leide unter einer zunehmenden Trockenheit, Städte erhitzten sich im Zeichen der Klimakrise stärker, erklärte der BUND. Außerdem plädiert die Umweltorganisation für mehr Naturwälder ohne forstliche Nutzung - diese könnten mit ihren intakteren Waldböden "erheblich besser" Wasser aufnehmen als Wirtschaftswälder, die von Forststraßen durchzogen und deren Böden oftmals durch schwere Holzerntemaschinen verdichtet seien.

Im Katastrophenschutz braucht es demnach unterschiedliche Flutpläne für verschiedene Szenarien, außerdem müssten die Informationen auch Bevölkerungsgruppen ohne Smartphone erreichen. Darüber hinaus fordert der BUND, die Bevölkerung müsse breit über Hochwasserrisiken an Unterläufen von Flüssen und über Starkregen aufgeklärt werden.

Ältere Nachrichten zum Hochwasser können Sie in unserem vorherigen Unwetter-Blog nachlesen

(afp/dpa/fmg)

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