Altkanzler

Helmut Kohls Witwe beklagt sich über ihr schlechtes Image

Maike Kohl-Richter, Witwe von Altbundeskanzler Helmut Kohl, neben dem Porträt ihres Mannes.

Maike Kohl-Richter, Witwe von Altbundeskanzler Helmut Kohl, neben dem Porträt ihres Mannes.

Foto: Andreas Arnold / dpa

Berlin/Köln  Maike Kohl-Richter, zweite Ehefrau von Altkanzler Helmut Kohl, ärgert sich über ihr Bild in der Öffentlichkeit. Das sei respektlos.

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Maike Kohl-Richter, Witwe des im Juni 2017 verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl, hat sich über die Berichterstattung über ihre Person beklagt: „Gucken Sie sich mal die Debatte um die Witwe an, die auf den Akten sitzt“, sagte Kohl-Richter in einem Interview des Deutschlandfunk, das am Donnerstagabend ausgestrahlt wird. Und weiter: „Das ist respektlos, das ist unwürdig und das Schlimme ist: Es ist unwahr.“

Die 54-jährige Kohl-Richter, zweite Ehefrau und Alleinerbin des Ex-Kanzlers, wurde in der Vergangenheit immer wieder als verschlossen oder egozentrisch kritisiert. Das Verhältnis zwischen ihr und den beiden Söhnen Helmut Kohls gilt als zerrüttet.

Der Streit wurde zum Teil auch in den Medien ausgetragen.

Maike-Kohl-Richter setzt Rechtsstreit um Kohl-Buch fort

Schon früher hatte sich Maike Kohl-Richter über ihr Bild in der Öffentlichkeit beklagt. In einem Interview mit dem „Stern“ sagte sie Anfang 2018: „Ich fühle mich wie Freiwild, das zum Abschuss freigegeben ist.“ Sie gelte „als Monster, das die armen Kinder von Vater und Großvater fernhält“.

Im Deutschlandfunk äußerte sich Kohl-Richter jetzt auch zum dem Rechtsstreit um das Buch „Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle“ von Heribert Schwan. Darin wurden Zitate veröffentlicht, nach denen sich der Altkanzler abfällig über Politiker und Weggefährten geäußert haben soll. Sie wurden ohne Kohls Zustimmung veröffentlicht, nachdem sich Autor und Altkanzler zerstritten hatten.

Kohl hatte dagegen geklagt – mit Erfolg. Das Kölner Landgericht sprach dem Altkanzler im April 2017 wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte

zu. Nach Kohls Tod entschied das Oberlandesgericht Köln, dass mit dem Ableben des Ex-Kanzlers auch der Anspruch auf Entschädigung erloschen sei.

Maike Kohl-Richter will sich damit nicht zufrieden geben.

mit dem sich aktuell der Bundesgerichtshof in Karlsruhe befasst. „Ich halte das für eine sehr gefährliche Zersetzungsstrategie“, sagte Kohl-Richter zu den aus ihrer Sicht falschen Zitaten. Daher überlege sie auch, durch alle Instanzen zu gehen: „Wenn es sein muss und wenn es Sinn macht.“

Maike Kohl-Richter will nicht „allein herrschen“

Die Kohl-Witwe bekräftigte, Ansprechpartnerin für den Nachlass des früheren Bundeskanzlers sein zu wollen. „Es geht nicht darum, dass ich alleine herrsche, was ja schon vermessen genug wäre“, betonte sie. Eine mögliche Helmut-Kohl-Stiftung wäre die siebte sogenannte Bundesstiftung für ehemalige Politiker.

Anders als Kohls Trauerakt, der im Parlament der Europäischen Union in Straßburg stattfand, solle die Stiftung in Deutschland angesiedelt sein: „Ich würde Helmut Kohl nicht sehr gerne aus Deutschland heraustragen“, so Kohl-Richter in dem Interview. Ihr Mann habe immer sehr viel Wert auf Identität und Heimat gelegt. Eine solche Einrichtung könnte in Oggersheim stehen: „Man muss den Leuten auch eine Möglichkeit geben, mal ins Schlafzimmer zu gucken“, so Kohl-Richter. (W.B.)

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