Prozess

Zwei Spielhallen überfallen: Sieben Jahre Gefängnis

Der Duisburger Angeklagte musste sich am Landgericht Essen verantworten.

Der Duisburger Angeklagte musste sich am Landgericht Essen verantworten.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen  Geld brauchte der Duisburger und überfiel in Bottrop und in seiner Heimatstadt Spielhallen. Jetzt muss er sieben Jahre ins Gefängnis.

Nach dem Urteil schimpfen die beiden männlichen Verwandten des Angeklagten, der in Bottrop und Duisburg Spielhallen überfallen hatte. Auf sieben Jahre Haft erkannte die XXV. Essener am Dienstag für den 28 Jahre alten Duisburger Ergin B.. „Spielhalle“,ruft einer von ihnen verächtlich, als sei es kein besonders schwerer Raub, bewaffnet einen solchen Laden zu überfallen.

Die beiden Überfälle am 20. und 21. Oktober vergangenen Jahres hatte Ergin B. gestanden, sich auch bei den Opfern entschuldigt. Mit einem Komplizen war er in seinem alten Daimler zunächst gegen Mitternacht zur Prosperstraße in Bottrop gefahren.

Mit Schraubenzieher Aufsicht bedroht

Vermummt waren sie, bedrohten die weibliche Aufsicht mit einem Golfschläger und einem Schraubenzieher. Drastisch verliehen sie ihrer Forderung Nachdruck: „Geld her. Sonst erschlagen wir Sie.“ Rund 1200 Euro erbeuteten die beiden. Allerdings vergaß Ergin B. am Tatort den Schraubenzieher.

24 Stunden später kreuzten sie vor einer Spielhalle in der Duisburger Grabenstraße auf. Wieder vermummt, wieder bewaffnet. Diesmal erbeuteten sie allerdings nur 700 Euro. Einige Zeit später nahm die Polizei sie bei einer Verkehrskontrolle in Düsseldorf fest. Sie waren bereits zur Fahndung ausgeschrieben.

Angeklagter spricht von Kokain und Marihuana

In seinem Geständnis hatte sich der Angeklagte mit Schulden aus Drogenkäufen entschuldigt. Er habe unbedingt Geld benötigt, um diese zurückzuzahlen. Regelmäßig konsumiere er Kokain und Marihuana.

Doch das nahm die Strafkammer ihm nicht ab. „Er hat gelogen“, gab Vorsitzender Markus Dörlemann die Überzeugung der Richter wieder. Die Angaben des Angeklagten zum Kokainkonsum seien „übertrieben, sie passen vorne und hinten nicht“.

Gericht sieht keine Drogensucht

Seinen Angaben nach müsste er für Drogenkäufe täglich 200 Euro, im Monat also 6000 Euro aufbringen. Das sei völlig utopisch. Diese Mittel habe der Angeklagte nicht, sagte der Richter. Ergin B. sei im Tatzeitraum auch zweimal polizeilich kontrolliert worden, in keinem Fall seien bei ihm Drogen festgestellt worden. Kurz: „Hier wollte man uns einen Bären aufbinden.“

So gestand die Kammer dem Angeklagten strafmildernd auch keine eingeschränkte Schuldfähigkeit zu. Dafür sei die Tatausführung mit Vermummung zu geordnet gewesen, außerdem habe er problemlos den Daimler steuern können.

Das etwas betagtere Auto zog die Kammer ein. Auch die 1700 Euro, die bei ihm gefunden wurden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben