Prozess

Vater mit Messer bedroht: Haftstrafe für Gladbecker (38)

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen  Geld brauchte er, bedrohte seinen Vater zweimal mit dem Messer. Jetzt muss ein 38-jährige Gladbecker für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

38 Jahre alt ist Marc E., kam bislang von seinem Elternhaus nie richtig los. Jetzt muss er es. Denn die XVII. Essener Strafkammer verurteilte den Gladbecker am Dienstag zu dreieinhalb Jahren Gefängnis. Er hatte seinen Vater zweimal mit dem Messer bedroht und so 4000 Euro von dem 63-Jährigen erpresst.

In der Verhandlung hatte Marc E. die Tat zwar bestritten. Denn es sei Geld gewesen, das ihm gehöre, hatte er gesagt. Außerdem sei keine Gewalt im Spiel gewesen. Allerdings hatte er bei der Polizei und in einer richterlichen Vernehmung nach der Festnahme die Tat so gestanden, wie sie jetzt vom Gericht festgestellt wurde.

Vater Schläge angedroht und mit Messer bedroht

Am 8. und am 10. November hatte er dem Vater jeweils Schläge angedroht und das Fleischermesser gezeigt. Derart eingeschüchtert, war der Vater mit ihm zum Geldautomaten gefahren und hatte jeweils 2000 Euro von seinem Konto abgehoben. Nach dem zweiten Mal entschloss der 63-Jährige sich aber nach einigem Zögern, zur Polizei zu gehen und den Sohn anzuzeigen.

Eine traurige Geschichte, die vor der XVII. Strafkammer ausgebreitet wurde. Auch Richterin Gabriele Jürgensen gestand dem Angeklagten im Urteil zu, unter sehr "ungünstigen Umständen aufgewachsen" zu sein.

Die Eltern waren Alkoholiker

Beide Eltern waren Alkoholiker, die im Jahre 2004 verstorbene Mutter zudem psychisch krank. Gewalt durch den Vater soll zum Alltag gehört haben.

Dennoch trennte der Angeklagte sich eigentlich nie von seinem Elternhaus. Drogensüchtig wurde er, nahm Alkohol und Kokain. Drei Therapien blieben erfolglos. Zuletzt lebte er wieder beim Vater, angeblich weil dieser Hilfe benötige. Das wies dieser allerdings vehement zurück.

Richterin kritisiert fehlende Selbstständigkeit

Richterin Jürgensen reagierte mehrfach mit Unverständnis auf die fehlende Selbstständigkeit des Angeklagten. Im Urteil sprach sie von einer "unguten Gemeinschaft" von Vater und Sohn.

Nach den beiden Taten, als der Angeklagte vorzeitig aus der U-Haft kam, verzieh der Vater ihm sogar. Er nahm den 38-Jährigen wieder zu Hause bei sich auf, ließ ihn im Kinderzimmer der Wohnung in Rentfort wohnen.

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