Prozess

Raubüberfall in der Wohnung für 100 Euro Beute

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen  Brutal überfielen die Männer einen Mann, erbeuteten 100 Euro. Jetzt muss sich ein 29-jähriger Bottroper vor dem Essener Landgericht verantworten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Brutal, hinterrücks und letztlich dilettantisch überfielen die Täter einen Mann, als er abends nach Hause kam. 100 Euro betrug ihre Beute. Jetzt muss sich für diesen Raubüberfall ein 29 Jahre alter Bottroper vor dem Essener Landgericht verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte am 10. März vergangenen Jahres mit einem unbekannt gebliebenen Komplizen die Tür zur Wohnung des späteren Opfers im Ortsteil Batenbrock aufgebrochen. 22 Uhr soll es da gewesen sein.

Opfer an der Jacke in die Wohnung gezerrt

Eine halbe Stunde später kam der Mieter nach Hause. Er zögerte, doch einer der Täter soll ihn an der Jacke ergriffen und in die Wohnung gezerrt haben. Dort sollen sie ihn gestoßen und getreten haben.

Schließlich, so die Anklage, brachten sie ihn ins Schlafzimmer. Dort sollen sie versucht haben, ihn zu fesseln und zu kleben. Geplant war das wohl nicht bis ins Detail. Denn das Klebeband habe in seiner Wohnung gelegen, sagt der Überfallene am Dienstag vor der XVII. Essener Strafkammer.

Fesseln und Knebeln scheitern an der Gegenwehr

"Sie wollten mich am Schreien hindern", sagt er auch. Richterin Gabriele Jürgensen fragt nach, aus welchem Material das Klebeband bestand. "So ein Band wie es Maler verwenden."

Es funktioniert nicht, die Gegenwehr ist zu groß. Die beiden Räuber scheitern mit dem Versuch, das Opfer still und wehrlos zu machen. Da zieht einer der Täter einen Schraubenzieher, hält ihn dem Mann an den Hals. Geld fordern sie. Da bricht sein Widerstand. Er gibt sein Portemonnaie ab, 100 Euro liegen darin.

Tätern reichen 100 Euro Beute

Den Tätern reicht es, sie suchen nicht nach mehr Geld oder anderen Wertgegenständen. Durch die Tür, die sie aufgebrochen hatten, verlassen sie die Wohnung wieder.

Die Polizei tappt zunächst im Dunklen. Im Umfeld des Opfers drängt sich kein Verdächtiger auf. Doch schließlich kommt es dank moderner Ermittlungsmethoden zu einem Treffer.

DNA-Spuren führen zur Festnahme

Am Klebeband werden DNA-Spuren gefunden, die sieben Monate später zur Festnahme des jetzt Angeklagten führen. Seitdem sitzt er in U-Haft.

Der 27-Jährige lebt seit 2015 in Boy. Mechaniker soll er mal gelernt haben, ist wegen kleinerer Delikte aus dem Rauschgiftbereich bereits mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Er spricht von einer Spontan-Tat, habe vorher einen Joint gerraucht. Am 8. Mai geht es weiter.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben