Prozess

Mann bedroht und verletzt Menschen in Bottrop und Gladbeck

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Ein 28-Jähriger hat Menschen bedroht und verletzt. Doch das Landgericht Essen lehnt die Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie ab.

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Die Staatsanwaltschaft hielt den Mann für gefährlich, forderte die Unterbringung des 28 Jahre alten Gladbeckers in der geschlossenen Psychiatrie. Doch die XVII. Essener Strafkammer sah diese Maßnahme als unverhältnismäßig an angesichts der Taten, die den psychisch Kranken vor Gericht gebracht hatten. In Bottrop und Gladbeck hatte er im vergangenen Jahr oft Menschen bedroht oder verletzt. Mittlerweile wird er auch behandelt.

Strafrechtliche Konsequenzen hat das Verfahren also nicht für den Beschuldigten. Er leidet seit 2014 an einer paranoiden Schizophrenie, fühlte sich sogar von einem guten Freund verfolgt, in dem er den Teufel sah. Wegen Schuldunfähigkeit war es deshalb nicht möglich, ihn zu verurteilen. Das hatte die Staatsanwaltschaft genauso gesehen und deshalb vor dem Landgericht Essen die Unterbringung in der Psychiatrie beantragt.

28-Jähriger beschädigte das Auto seines Freundes

Den Großteil der Vorwürfe aus der Antragsschrift betreffen Taten in Zusammenhang mit seinem Freund. Bei diesem war er im November 2017 aufgetaucht, hatte Sturm geschellt. Mit dem Tode habe er den anderen bedroht. Auch dessen auf der Straße abgestellten Pkw hatte er beschädigt, hieß es. An anderen Tagen beleidigt er ihn als Vergewaltiger, als Terrorist.

Wände soll er mit dem Hammer beschädigt haben, weil er dort Schimmel vermutete. Auch der Festnahme durch die Polizei widersetzte er sich.

In der Psychiatrie soll er eine Frau verletzt haben

Und bei einem Aufenthalt in der Bottroper Psychiatrie soll er eine andere Patientin verletzt haben. Einer Frau habe er den Kopf vor die Wand geschlagen.

Richterin Gabriele Jürgensen erinnerte im Urteil daran, dass der Bundesgerichtshof hohe Hürden für eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie aufgebaut habe. Denn es ist nicht abzusehen, wie lange ein psychisch kranker Straftäter dort verbringen muss. Deshalb dürfen die Taten, die ihn vor Gericht bringen, keine kleineren Vergehen sein. Aus Sicht der Kammer sind sie in dem Fall des 28-Jährigen nicht schwerwiegend genug. Das Gericht erwartet auch in Zukunft keine wirklich schwereren Delikte.

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