Prozess

Kind unsittlich angefasst: Neun Monate Haft mit Bewährung

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen  Zweimal hatte der 63-Jährige den zwölfjährigen Sohn seiner Mieterin unsittlich angefasst. Dafür bekam er jetzt neun Monate Haft mit Bewährung.

Körperliche Nähe gab es zwischen dem 63-Jährigen und dem zwölf Jahre alten Jungen. Darin wollte auch das Landgericht Essen keine Straftat sehen. Aber das Berühren des kindlichen Gesäßes war der XXIV. Strafkammer dann doch zuviel. Auf neun Monate Haft mit Bewährung erkannte das Gericht gegen den angeklagten Gelsenkirchener.

Dem Angeklagten gehört ein Haus im Stadtteil Heßler, in dem er auch selbst lebt. Eine seiner Mieterinnen war 2017 eine alleinerziehende Frau mit ihrem zwölf Jahre alten Sohn. Der Vermieter lebte allein, zwischen ihm und dem Jungen entwickelte sich ein freundschaftlicher Kontakt.

Angeklagter half dem Zwölfjährigen bei den Hausaufgaben

Auch der Junge hatte vor Gericht erklärt, dass er sich früher bei dem Angeklagten wohlgefühlt habe. Denn der half ihm bei den Hausaufgaben, kochte Essen für ihn oder bastelte mit ihm an Modelbauautos. Sie guckten auch zusammen Fernsehen.

Dabei kam es laut Urteil auch immer wieder zu Berührungen. Der Ältere kitzelte den Jungen, beide umarmten sich oder kuschelten miteinander. Dagegen sei auch nichts einzuwenden, sagte Richterin Karin Maiberg im Urteil.

Griff an den nackten Po ist strafbar

Allerdings dürfen Grenzen nicht überschritten werden. So sah das Gericht in zwei Fällen strafbare Handlungen. Denn zweimal hatte der Angeklagte die Nähe zum Jungen ausgenutzt und seine Hand hinten in die Hose des Zwölfjährigen gesteckt. Dabei berührte er laut Urteil kurz den nackten Po des Kindes. Einmal, als beide vor dem Fernseher saßen, einmal beim Kochen in der Küche.

Körperliche Kontakte hatte auch der Angeklagte bestätigt, allerdings jede sexuelle Komponente verneint. Das Gericht hatte aber keinen Zweifel an der Aussage des heute 14-Jährigen. Einen sexuellen Zusammenhang sah es auch in der Aufforderung des Angeklagten, der Junge solle bei ihm übernachten beziehungsweise duschen.

Richterin Maiberg erinnerte auch daran, dass der Junge die Berührungen am Po als sehr unangenehm empfunden habe. Nach dem ersten Male habe er den Angeklagten über Monate nicht mehr aufgesucht. Nach dem zweiten Male zogen seine Mutter und er aus und zeigten den Mann an.

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