Urteil

Auto-Attacke war Mord: Haft und Psychiatrie-Unterbringung

Foto: Friso Gentsch / dpa

Bielefeld.  Aus Rache an der angeblichen Strahlenmafia fuhr ein ehemaliger Lehrer in Minden eine Fußgängerin tot. Jetzt wurde er wegen Mordes verurteilt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nach einer tödlichen Attacke mit dem Auto auf eine Fußgängerin im ostwestfälischen Minden ist der Täter wegen heimtückischen Mordes zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Zudem wurde seine Unterbringung in einer Psychiatrie angeordnet. Das Landgericht Bielefeld berücksichtigte bei dem am Donnerstag verkündeten Urteil, dass der 57-jährige Deutsche wegen einer psychischen Erkrankung vermindert schuldfähig sei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mit der Psychiatrie-Unterbringung folgten die Richter der Empfehlung eines Gutachters, der krankhafte Wahnvorstellungen bei dem frühpensionierten Lehrer festgestellt hatte. Das Gericht ging mit seinem Urteil über die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinaus, die sich für acht Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen Mordes ausgesprochen hatte. Der Verteidiger hatte auf eine Verurteilung wegen Totschlags plädiert, aber kein Strafmaß genannt. Ob sein Klient das Urteil annehme, sei noch offen, sagte der Anwalt.

Im Prozess hatte der 57-Jährige aus Minden ein ausführliches Geständnis abgelegt und geschildert, wie er im Dezember 2017 eine ihm unbekannte Fußgängerin mit dem Auto attackiert hatte.

Die 53-Jährige starb im März an den Folgen der schweren Verletzungen im Krankenhaus. Als Motiv hatte der psychisch und körperlich kranke Mann Wut- und Rachegefühlen gegen eine angebliche Strahlenmafia angegeben. Unbekannte Menschen hätten ihn jahrelang bestrahlt und so eine unheilbare Krebserkrankung ausgelöst, behauptete er. (dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben