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Die Schwester von Boris Johnson geht ins „Big Brother“-Haus

Seine Verwandtschaft sorgt im Fernsehen für Furore: Der britische Außenminister Boris Johnson kann sich nicht über eine langweilige Familie beschweren.

Seine Verwandtschaft sorgt im Fernsehen für Furore: Der britische Außenminister Boris Johnson kann sich nicht über eine langweilige Familie beschweren.

Foto: LUC GNAGO / REUTERS

London  Die Johnsons im Trash-TV: Die Schwester des britischen Außenministers zieht in die Promi-WG. Zuvor saß Vater Stanley im Dschungelcamp.

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Wer fliegt als Erster raus? Boris Johnson (53) aus seinem politischen Amt oder seine Schwester Rachel (52) aus der britischen „Big Brother“-Show? Das ist die Frage, die seit Dienstagnacht die angelsächsischen Zuschauer und Wettbüros beschäftigt.

Boris Johnson, Abgeordneter im britischen Unterhaus und Außenminister, kann sich jedenfalls nicht über eine langweilige Familie beschweren. Nachdem sein Vater, der Buchautor, ehemaliger EU-Politiker und Umweltexperte Stanley Johnson (77) bereits im Dschungelcamp saß , will seine Schwester Rachel nun ins „Big Brother“-Haus einziehen.

Nicht zuletzt auch pikant: Sie gilt als Gegnerin des Brexits. Die Herausgeberin und Moderatorin betritt in der populären Show, in der die Kandidaten rund um die Uhr von Kameras überwacht werden, Neuland. Zum ersten Mal sind die Bewohner des Hauses ausschließlich Frauen. Anlass ist der 100. Geburtstag des Frauenwahlrechts in Großbritannien. An „Celebrity Big Brother“ sollen daher auch Politikerinnen teilnehmen.

Stanley Johnson hielt 18 Tage im Dschungel durch

Damit tut es Tochter Rachel Johnson ihrem Vater gleich. Dieser hatte erst im Dezember an der britischen Dschungelshow, die ihren Ursprung in Großbritannien hat, teilgenommen. Vater Johnson habe seinem Sohn zuvor nicht verraten, dass er im Camp in Australien dabei sein werde, sagte er. Tatsächlich sind sich der britische Außenminister und sein Vater sehr ähnlich. Angefangen bei den blonden Wirrwarrhaaren bis hin zur Rhetorik der langen Sätze. Erst nach 18 Tagen im Dschungel wurde Johnson als siebte Person rausgewählt, was für hohe Beliebtheitswerte spricht.

Nun also Rachel Johnson. Ihr Mann Ivon Dawnay habe sie gefragt: „Sind die Johnsons die neuen Kardashians?“, berichtete sie der „Mail on Sunday“. Der Kardashian-Familienclan hat in den USA sogar eine eigene Show. Die Johnsons gehören dem britischen Establishment an und gelten als sehr selbstbewusst. Die Kinder besuchten englische Elite-Universitäten wie die von Oxford. Vater Stanley ist ein Enkel des letzten osmanischen Innenministers Ali Kemal Bey. Wie die BBC vor Kurzem noch herausfand, sind die Johnsons über das Königshaus Württemberg um ein paar Ecken mit Queen Elizabeth und Prince Charles verwandt.

Rachel Johnson könnte ihrem Bruder gefährlich werden

Boris Johnson wurde im Jahr 1964 als Erstes von vier Kindern von Stanley Johnson und seiner ersten Frau Charlotte Johnson-Wahl in New York City geboren. Ihrem umstrittenen Bruder hatte Rachel Johnson bereits mehrfach öffentlich Paroli geboten. Der Brexit sei ein „Himmelfahrtskommando“. „Wenn es um Europa geht, liegt Boris falsch“, ließ sie wissen. Die dreifache Mutter, die mit ihrer Familie in London lebt, hat sich den Liberaldemokraten angeschlossen, die sich immer für den Verbleib Großbritanniens in der EU ausgesprochen hatten.

Mit ihren Aussagen könnte Rachel Johnson ihrem Bruder Boris jetzt also auch öffentlich in den Rücken fallen und verärgern. Für seine Fauxpas sorgt der Politiker allerdings gewöhnlich selbst. Die „Financial Times“ bezeichnete Johnson schlicht als den „unfähigsten Außenminister seit 1945“, was an seinem jüngsten Fehltritt liege. Da lieferte er einem iranischen Gericht das Argument, die Gefängnisstrafe für eine britische Staatsbürgerin gleich um fünf Jahre zu verlängern. Sie wurde bei einem Familienbesuch in Teheran wegen Agitation verhaftet.

Boris Johnson entschuldigte sich für Fehler

Boris Johnson kommentierte dazu, die Frau namens Nazanin Zaghari-Ratcliffe, die offiziell mit ihrer kleinen Tochter als Touristin in das Land eingereist war, habe letztlich dort nur Journalismus lehren wollen. Davon war vorher in der Anklage keine Rede. Schließlich musste sich Boris Johnson für seinen schweren diplomatischen Fehler entschuldigen. Und dennoch: Viele Analysten glauben, dass der begeisterte Radfahrer nun für die Nachfolge von Premierministerin Theresa May in die Pedale steigt. Fest steht: Es wird noch lange nicht still um Großbritanniens ganz, ganz besondere Familie.

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