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Coronavirus – Virologe: Bundesligaspiele 2020 ohne Publikum

Roboter als unermüdliche Pflegehelfer in Italien

Sie sind unermüdliche Assistenten, die sich nicht infizieren und die nicht krank werden: Roboter werden in Italien als Pflegehelfer eingesetzt. from the hospital in Varese N°1QD8FM

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Die Coronavirus-Pandemie greift auf der ganzen Welt um sich. Alle Infos zur Ausbreitung von Sars-CoV-2 lesen Sie in unserem Newsblog.

  • Die Coronavirus-Pandemie breitet sich auf der ganzen Welt weiter aus
  • In Europa sind mittlerweile rund 640.000 Infektionen nachgewiesen worden
  • In Italien stabilisiert sich die Zahl der Neuinfektionen – und die Zahl der Intensivpatienten ging zurück
  • Nach unseren Recherchen liegt die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Deutschland bei mehr als 96.000 Menschen. Mehr als 1400 Menschen starben an der Lungenkrankheit Covid-19, etwa 26.000 sind dagegen wieder genesen
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) bewertet die in Deutschland getroffenen Maßnahmen als Erfolg – mahnt allerdings weiter Achtsamkeit an
  • Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hält eine Lockerung der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach den Osterferien für möglich
  • Eine Studie hat einen positiven Effekt von kollektivem Tragen von Mundschutz nachgewiesen

Berlin. Die Coronavirus-Pandemie hat das öffentliche Leben in zahlreichen Ländern der Welt ausgebremst, dennoch breitet sich das Virus Sars-CoV-2 in allen Teilen der Welt weiter aus. Weltweit sind mittlerweile mehr als eine Million Infektionen dokumentiert, es gab mehr als 60.000 Todesfälle. Allein in Europa sind mehr als 46.000 Menschen an den Folgen der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben – fast drei Viertel der weltweit gemeldeten Todesfälle.

Ein neuer Hotspot der Pandemie sind die USA. In keinem anderen Land sind bislang von den Behörden mehr Infektionen gemeldet worden: rund 311.000 bis zum Sonntagmorgen. Mehr als 8400 Menschen sind in den USA an den Folgen einer Infektion gestorben.

Coronavirus-News-Ticker: Alle aktuellen Zahlen und Entwicklungen

Auch in Deutschland steigt die Zahl der Infizierten weiter: Am Sonntagmorgen lag sie nach unseren Recherchen bei über 96.000 Menschen, von denen mehr als 1400 starben. Der Anteil der Todesfälle ist in Deutschland vergleichsweise gering, mutmaßlich wegen der relativ großen Zahl der Tests, die hierzulande durchgeführt werden. Ein Hoffnungsschimmer: Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilte am Freitag mit, dass die Maßnahmen der Eindämmung der Epidemie in Deutschland Wirkung zeigen.

Unsere Karte zeigt die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland, Europa und der Welt:

Alle wichtigen Entwicklungen und Infos zur Coronavirus-Pandemie in unserem Newsblog:

Sonntag 5. April 2020: Coronavirus – RKI meldet 5936 weitere Infektionen

11.23 Uhr: Die australische Polizei ermittelt gegen die Betreiberfirma eines Kreuzfahrtschiffs, die trotz mehrerer Corona-Verdachtsfälle tausende Passagiere im Hafen von Sydney von Bord gehen ließ. Die Ermittler gingen dem Verdacht nach, dass die Reederei Carnival Australia Informationen über die Gesundheitssituation an Bord der „Ruby Princess“ vor den Behörden zurückgehalten habe, sagte der Polizeichef von New South Wales, Mick Fuller. Zehn der Passagiere sind inzwischen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.

Trotz eines bereits geltenden Anlegeverbots für Kreuzfahrtschiffe wegen der Corona-Krise hatte die australische Regierung der „Ruby Princess“ im März eine Genehmigung für das Anlegen erteilt und den 2700 Passagieren das Verlassen des Schiffs erlaubt.

10.46 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus setzt der deutsche Pharmakonzern Bayer auf sein bereits vor Jahrzehnten entwickeltes Malaria-Medikament Resochin: Der Konzern ließ insgesamt 600.000 Tabletten, die den Wirkstoff Chloroquin enthalten, nach Deutschland liefern und dort sicher einlagern, wie die „Bild“-Zeitung am Samstag berichtete.

Bayer produziere das Medikament nun „ausschließlich fürs Gemeinwohl“ und gebe es „in der Krise kostenlos an Regierungen weiter“, sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann der Zeitung.

Dem Sender n-tv sagte Baumann am Samstag: „Bestehende Medikamente sind die größte Hoffnung.“ Medikamente, die erst noch entwickelt werden müssten, würden nicht rechtzeitig und nicht in ausreichender Menge verfügbar sein. Resochin sei hingegen sofort verfügbar. „Und wir werden alles dafür tun, dieses Medikament in ausreichenden Mengen herzustellen, wenn es tatsächlich wirksam sein sollte“, sagte Baumann in n-tv.

10.39 Uhr: Die Bundeswehr-Denkfabrik GIDS erwartet in Folge der Corona-Pandemie weitreichende Konsequenzen für die Sicherheitspolitik und einen Wiederaufbau strategischer Reserven. Ungeachtet günstiger wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen in Deutschland decke die Krise immer deutlicher „das Fehlen substantieller, eigentlich gesetzlich vorgeschriebener Ressourcen auf der Ebene der Kommunen und der Länder sowie den Mangel an strategischen Reserven bei Personal, Material und Infrastruktur beim Bund auf“, heißt es in einem am Samstag veröffentlichen Papier des Institutes.

10.12 Uhr: Die griechischen Behörden haben ein weiteres Flüchtlingslager wegen eines Coronavirus-Falls abgeriegelt. Ein afghanischer Bewohner des Flüchtlingslagers in Malakasa nahe Athen sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Migrationsministerium mit. In den kommenden zwei Wochen dürfe niemand das Camp verlassen oder betreten.

Der 53-jährige Afghane hat den Angaben zufolge eine Vorerkrankung. Mit Corona-Symptomen hatte er sich demnach selbst an die medizinische Einrichtung innerhalb des Flüchtlingslagers gewandt. Anschließend sei er in ein Krankenhaus in Athen gebracht worden, wo er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

9.44 Uhr: Experten sorgen sich in der Corona-Krise zunehmend vor einem Anstieg von häuslicher Gewalt gegen Kinder. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht diese Gefahr vor allem in den Städten. „Aus den Ländern bekommen wir unterschiedliche Rückmeldungen. Es gibt offensichtlich ein Stadt-Land-Gefälle“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Aus ländlichen Regionen, wo es mehr Möglichkeiten gebe, raus zu gehen und wo Menschen nicht so sehr auf engem Raum lebten, sei das Konfliktpotenzial nicht so hoch. „Dort hören wir noch nicht von zusätzlichen Fallzahlen“, sagte Giffey. Bereits in der vergangenen Woche habe sie aber aus Berlin die Rückmeldung bekommen, dass die Anzeigen wegen häuslicher Gewalt um zehn Prozent gestiegen seien.

Coronavirus: Über 1400 Tote in Deutschland

9.32 Uhr: Die Gewerkschaft IG Bau und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks warnen vor einer Massenentlassung von Reinigungspersonal. „Der Gebäudereinigung in Deutschland stehen dramatische Wochen bevor: Es wird massenhaft Kurzarbeit geben – insbesondere in dieser Karwoche und in der Woche nach Ostern. Sogar Massenkündigungen sind wahrscheinlich“, sagte Ulrike Laux, Bundesvorstandsmitglied der IG BAU unserer Redaktion.

Sie rechnet mit harten Einschnitten: „Bis Ende April erwartet die IG BAU, dass rund 200.000 der insgesamt 650.000 Beschäftigten der Gebäudereinigung ohne Arbeit dastehen werden: 150.000 mit Kurzarbeitergeld und 50.000 ohne Job – gekündigt“, sagte Laux. Mehr dazu hier: Corona-Krise: Gebäudereinigern droht Massenentlassung

9.25 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 91.714 angegeben – ein Plus von 5936 seit dem Vortag.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 96.092 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 1342 Todesfälle, die JHU 1444 Tote.

8.00 Uhr: Finanzminister Olaf Scholz hat sich für ein Konjunkturpaket ausgesprochen, das sich an den internationalen Klimazielen orientiert. Wenn die akute Phase der Pandemie vorbei sei, „macht ein Konjunkturpaket Sinn, um die Wirtschaft anzukurbeln“, sagte der SPD-Politiker unserer Redaktion. „Wir wollen die technologische Modernisierung unseres Landes voranbringen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir 2050 klimaneutral wirtschaften können.“ An diesen Zielen würden sich die Vorschläge für ein Konjunkturpaket orientieren.

Die Größenordnung des Konjunkturprogramms wollte Scholz noch nicht beziffern. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir nicht gegen die Krise ansparen“, forderte er. „Daher halten wir das hohe Investitionsniveau aufrecht und sichern unseren starken Sozialstaat.“ Mehr dazu hier: Olaf Scholz warnt vor „Steuersenkungen für Spitzenverdiener“

Sängerin Marianne Faithfull wegen Coronavirus-Infektion im Krankenhaus

7.50 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt will Mittel des Gesundheitsfonds nutzen, um Dankesprämien an das medizinische Pflegepersonal zu zahlen. „Der Bund sollte jetzt alle Mittel und Wege nutzen, um neben anderen Maßnahmen auch direkte finanzielle Prämien an das Personal zu unterstützen“, sagte Göring-Eckardt unserer Redaktion. „Das Gesundheitsministerium könnte jetzt Mittel aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds freigeben und einen Fonds für die Pflege aufsetzen, damit Krankenhäuser, Rettungsdienste und Pflegeeinrichtungen zusätzliche Gelder erhalten, die sie rasch als Dankesprämien an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszahlen können.“

5.01 Uhr: Bei der Deutschen Bahn sind 82,4 Prozent aller Fernzüge im März pünktlich ans Ziel gekommen. Das waren 4,1 Prozentpunkte mehr als noch im März des Vorjahres und 3,1 Punkte mehr als im Februar, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. Allerdings waren aufgrund der Corona-Krise die Fahrgastzahl und die Taktung der Züge deutlich niedriger als sonst. Ein wichtiger Grund für Verspätungen – das Aus- und Einsteigen der Reisenden an vollen Bahnsteigen – fiel damit weg.

4.15 Uhr: Die britische Sängerin Marianne Faithfull wird wegen einer Infektion mit dem Coronavirus in einem Londoner Krankenhaus behandelt. Der Zustand der 73-Jährigen sei stabil, sagte ihr Agent laut einem Bericht der Nachrichtenagentur PA am Sonntag. Bekannt wurde Faithfull unter anderem mit dem Song „As Tears Go By“, den die Rolling-Stones-Mitglieder Mick Jagger und Keith Richards in den Sechzigerjahren für sie geschrieben hatten. Die Sängerin war zeitweise mit Jagger liiert.

0.37 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Bevölkerung angesichts der Coronavirus-Pandemie auf „sehr schreckliche“ Zeiten eingestimmt. Die kommende Woche werde wahrscheinlich die härteste, sagte Trump am Samstag (Ortszeit).

In den USA haben sich inzwischen mehr als 311.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt, mehr als 8400 Menschen starben. Trump kündigte an, tausend Militärärzte und -pfleger in die besonders betroffene Stadt New York zu schicken. Es werde sehr viele Tote geben, sagte Trump beim täglichen Pressebriefing im Weißen Haus in Washington. Zugleich betonte er, dass die USA nicht auf Dauer zum Stillstand kommen könnten. „Wir werden unser Land nicht zerstören.“ Er fügte hinzu: „An einem bestimmten Punkt werden einige harte Entscheidungen zu treffen sein.“ Mehr dazu in unseren USA-Corona-Newsblog.

Samstag, 4. April 2020: Coronavirus-Krise – Virologe Kekule hält Bundesligaspiele im Mai für machbar

23.55 Uhr: Virologe Alexander Kekule hält eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga im Mai für möglich. „Machbar ist alles“, sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale im Aktuellen Sportstudio des ZDF: „Man kann sich überlegen, wie man die Bundesligaspieler speziell absichert, dass sie in der Lage sind zu spielen.“

Für die Spieler sei dies aber mit „drakonischen“ Maßnahmen verbunden. „Man müsste für sie den Lockdown verlängern. Sie müssten privat unter besonderen Sicherheitsbedingungen weiterleben. Die ganze Mannschaft müsste in eine Art Spezialquarantäne. Außerdem müsste man sie vor jedem Spiel neu testen“, sagte Kekule.

Insgesamt bräuchte man bei diesem Vorhaben bis Saisonende ungefähr 20.000 Tests. Man müsse berücksichtigen, dass die Spieler nicht zur Risikogruppe gehören, sagte der 61-Jährige: „Rein virologisch wäre das Problem deshalb lösbar. Aber nur, wenn man eine Art spezielle Blase für die Fußballspieler schafft.“

Die Frage wäre nur, wie man diese Spezialbehandlung der Fußballer der Gesellschaft erkläre, wenn es ganz vielen anderen Leuten draußen schlecht gehe. Nach Ansicht von Kekule können Fußballspiele im Jahr 2020 allerdings nur noch vor Geisterkulissen stattfinden. „Ich würde für dieses Jahr nichts mehr planen mit Publikum“, sagte der Virologe.

21.27 Uhr: Eine Frau aus Kroatien hat nun Ärger mit der Justiz, weil sie sie in ihrem Umfeld damit prahlte, mit dem Coronavirus infiziert zu sein.

Die 34-Jährige aus der Ortschaft Vrbovec bei Zagreb hat ihren Bekanntenkreis und auch Freunde und Arbeitskollegen nach Medienberichten mit ihrer angeblichen Infektion mit dem Coronavirus in Angst und Schrecken versetzt. Zudem habe sie auch über soziale Medien die Nachricht von ihrer vermeintlichen Erkrankung verbreitet, berichtete am Samstag unter anderem die Zeitung „Vecernji List“.

Arbeitskollegen erstatteten Anzeige, die Frau bekam zunächst Besuch vom Gesundheitsamt, das ihr nach einem Test beste Gesundheit attestierte. Die Frau sehe nun einem Strafverfahren wegen der Verbreitung falscher Behauptungen und Störung der öffentlichen Ruhe entgegen, hieß es.

Fake News: So erkennen Sie Coronavirus-Lügen
Fake News- So erkennen Sie Coronavirus-Lügen

20.51 Uhr: Auch bei der Zahl der Todesfälle verzeichnen die Behörden in Italien einen positiven Trend. Erstmals seit neun Tagen sind innerhalb von 24 Stunden weniger als 700 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. „Unser Kampf gegen das Coronavirus geht unvermittelt weiter“, sagte der zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri und warnte: „Aber wir sollten vermeiden zu glauben, dass wir gewinnen, dass wir unseren Gegner in die Enge getrieben haben.“

19.57 Uhr: Ein fünf Jahre altes Kind mit Vorerkrankungen ist in Großbritannien an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das teilte der britische Staatsminister Michael Gove am Samstag bei einer Pressekonferenz in London mit. Es soll sich Medienberichten zufolge um das bisher jüngste Opfer der Corona-Pandemie in Großbritannien handeln.

Das britische Gesundheitsministerium verzeichnete am Samstag mit 708 Toten die bislang höchste Zahl an Todesfällen innerhalb eines Tages.

19.49 Uhr: Erstmals seit gut einem Monat ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Intensivpatienten in Italien gesunken. 3994 Menschen würden derzeit auf Intensivstationen behandelt, 74 weniger als am Vortag, sagte Zivilschutz-Chef Angelo Borrelli am Samstag. „Das sind sehr wichtige Neuigkeiten, denn das verschafft unseren Krankenhäusern eine Atempause.“ In der besonders schwer betroffenen Region Lombardei konnten demnach etwa 50 Patienten die Intensivstation verlassen.

Der Anstieg der Opferzahlen schwäche sich stetig ab, sagte Borrelli. Ende März seien noch fast tausend Tote innerhalb eines Tages registriert worden. Nun seien es weniger als 700 gewesen.

Dies seien gute Neuigkeiten, sagte der Chef des nationalen Gesundheitsrats, Franco Locatelli. Italien habe die „kritische Phase“ aber noch lange nicht überstanden. Die jüngste Entwicklung sei lediglich ein Anzeichen dafür, dass die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie Wirkung zeigten.

19.36 Uhr: Im Pandemie-Hotspot New York spitzt sich die Lage weiter zu. Gouverneur Andrew Cuomo berichtete am Samstag, dass der Bundestaat allein in den letzten 24 Stunden 630 Todesfälle zu beklagen hatte.

19.12 Uhr: Nach einem zweiten Rückflug für gestrandete Reisende in Pakistan warten immer noch Menschen auf einen Flug zurück nach Deutschland. Man suche nach Wegen, um die verbliebenen Deutschen zurück zu bringen, twitterte der deutsche Botschafter Bernhard Schlagheck am späten Samstagabend (Ortszeit). Ein Flug mit 361 Deutschen sowie Passagieren aus anderen europäischen Staaten sei von Pakistans Hauptstadt Islamabad über Doha nach Frankfurt (Main) auf dem Weg, schrieb Schlagheck weiter.

Für die Rückholaktion gab es in den sozialen Medien viel Lob, einige Ausreisewillige zeigten sich aber auch enttäuscht, denn nicht alle konnten sofort ausreisen. „Leider konnten nicht alle Interessenten für den Flug berücksichtigt werden“, hieß es auf der Website der deutschen Vertretung in Pakistan zuvor. Wie viele Gestrandete noch mit dem Rückholprogramm aus Pakistan ausreisen wollen, ließ das Auswärtige Amt am Samstag zunächst unbeantwortet.

Bereits am Dienstag waren über 250 Menschen aus Pakistan nach Deutschland zurückgeflogen. Trotz der landesweiten Ausgangssperren hätten sich die pakistanischen Behörden dabei laut Auswärtigem Amt „sehr kooperativ“ gezeigt.

18.15 Uhr: Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen die ab Herbst in Dubai geplante Weltausstellung „Expo 2020“ um ein Jahr verschieben. Eine entsprechende formelle Anfrage sei von der Regierung des Landes gestellt worden, hieß es am Samstag in einer Erklärung der Expo-Veranstalter. Die Weltausstellung solle nun vom 1. Oktober 2021 bis zum 31. März 2022 in Dubai stattfinden. Die Veranstaltung solle dabei weiter unter dem Titel „Expo 2020“ laufen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten haben sich offiziellen Angaben zufolge bisher 1505 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. An der dadurch ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben zehn Menschen. In Dubai finden jedes Jahr hunderte Konferenzen und Veranstaltungen statt. Für die auf sechs Monate angelegte „Expo 2020“, die ursprünglich am 20. Oktober dieses Jahres starten sollte, hoffte die Stadt auf 25 Millionen Besucher.

17.52 Uhr: In Großbritannien ist ein fünfjähriges Kind Covid-19 gestorben, der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit. Dies teilte am Samstag die staatliche Gesundheitsbehörde mit. Die Familie des Kindes habe darum gebeten, dass keine weiteren Einzelheiten bekanntgegeben werden. Bisher war das jüngste Todesopfer in Großbritannien ein 13-jähriger Jugendlicher.

Insgesamt wurden in Großbritannien innerhalb von 24 Stunden 708 neue Todesfälle registriert. Dies ist die höchste Zahl seit Ausbruch des Coronavirus im Königreich. Bei den neuen Todesopfern handelte es sich den Angaben zufolge um Patienten im Alter von fünf bis 104 Jahren.

17.45 Uhr: In Potsdamer Kliniken sind binnen 24 Stunden vier Menschen an dem Coronavirus gestorben. Das teilte die Stadt am Samstagnachmittag mit. Drei Männer starben demnach im Klinikum Ernst von Bergmann, ein Todesfall wurde aus dem St. Josefs Krankenhaus gemeldet.

Im Klinikum Ernst von Bergmann werden aktuell 84 Menschen mit Coronavirus-Infektionen stationär behandelt. Davon liegen 13 Patienten auf der Intensivstation, zehn von ihnen werden künstlich beatmet. Im St. Josefs Krankenhaus werden derzeit 16 Menschen mit einer Infektion stationär behandelt, davon ein Patient auf der Intensivstation, der auch beatmet wird.

16.37 Uhr: In Deutschland sind bis Samstagnachmittag mehr als 89.300 Infektionen (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 83.700 Infektionen) mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Besonders hohe Zahlen haben Bayern mit mehr als 23.000 nachgewiesenen Fällen und mindestens 370 Toten und Nordrhein-Westfalen mit mehr als 19.400 Fällen und mindestens 250 Toten. Mindestens 1250 (Vortag Stand 16.15 Uhr: 1103) mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

16.29 Uhr: Rumänien erlaubt Saisonarbeitern trotz der Corona-Krise ausnahmsweise die Ausreise mit dem Flugzeug ins Ausland. Das teilte Rumäniens Innenminister Marcel Vela am Samstag mit. Dies dürfte insbesondere die Situation deutscher Landwirte, vor allem von Spargelbauern, erleichtern, die dringend Erntehelfer benötigen. Diese kamen bisher zum großen Teil aus Rumänien.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatten sich am Donnerstag geeinigt, 80.000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland zu fliegen. Um beim Ernten und anderen dringenden Feldarbeiten zu helfen, können im April und Mai je 40.000 Menschen kommen. Zuvor hatte das Innenministerium weitgehende Einreisebeschränkungen für Saisonarbeiter verhängt.

Eigentlich sind Flugverbindungen zwischen Rumänien und Corona-Risikoländern verboten. Auf dem Landweg sind Reisen Richtung Westen nicht möglich, weil Ungarn die Grenzen geschlossen hat. In Rumänien sind bisher 140 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten stieg bis Samstag auf 3616, 430 mehr als am Vortag

15.51 Uhr: In Großbritannien ist die Zahl der Corona-Toten auf einen neuen Höchststand gestiegen: Es seien 708 neue Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden, teilte am Samstag das Gesundheitsministerium in London mit. Damit starben im Königreich insgesamt bereits mehr als 4300 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Corona-Infizierten stieg den offiziellen Angaben zufolge auf knapp 42.000.

15.50 Uhr: In Österreich ist die Zahl der von Covid-19 genesenen Menschen innerhalb von 24 Stunden erstmals schneller gestiegen als die Zahl der neuen bestätigten Coronavirus-Infektionen. Wie das Gesundheitsministerium in Wien der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, gab es mit Stand Samstag, 8 Uhr, 11.525 bestätigte Fälle einer Sars-CoV-2-Infektion in der Alpenrepublik – 354 Fälle mehr als am Vortag. Von der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 genesen waren mit Stand Samstag, 9.30 Uhr, insgesamt 2507 Menschen – das sind 485 mehr als am Vortag.

15.49 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble befürchtet, dass die Corona-Krise die Handlungsfähigkeit des Parlaments gefährden könnte. „So etwas haben wir in unseren Lebzeiten noch nicht gehabt“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“. Der Bundestag müsse sich für den Notfall wappnen.

In einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden, der AFP vorliegt, nennt Schäuble zwei Optionen: die Einberufung von Digital-Sitzungen des Bundestags sowie die Bildung eines Notparlaments, wie es bislang nur für Kriegszeiten vorgesehen ist. Dafür wäre aber eine Grundgesetzänderung nötig, gegen die sich am Wochenende parteiübergreifend Widerstand regte.

15.28 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat in der Debatte über Exitstrategien aus der Corona-Krise vor einer zu raschen Rückkehr zum normalen Alltag gewarnt. „Es wird keinen Tag X geben, an dem die Krise überwunden ist, und alles wird wie vorher“, sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Wir werden Schritt für Schritt Lockerungen zulassen, vielleicht für bestimmte Gruppen oder Unternehmensbereiche, auch Reisebeschränkungen könnten gelockert werden. Doch so weit sind wir noch nicht.“

Konkrete Überlegungen stellte Müller für Schulen und Kindergarten in der Hauptstadt an. Es gebe verschiedene Ideen: „Zum Beispiel, dass in Schulen zunächst nicht die gesamte Klasse gemeinsam unterrichtet wird, sondern vielleicht die eine Hälfte der Klasse vormittags und die andere nachmittags“, so Müller. „Wir werden noch lange mit Abstands- und Hygieneregeln leben müssen.“

14.49 Uhr: Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung den Notstand und die strikte Ausgangssperre im ganzen Land um weitere zwei Wochen bis zum 26. April verlängern. Das wurde nach einer Videokonferenz von Ministerpräsident Pedro Sánchez mit dem wissenschaftlichen Komitee, das die Regierung berät, bekannt. Die seit Mitte März geltenden Maßnahmen waren bereits vor zehn Tagen zum ersten Mal verlängert worden.

Seit Dienstag müssen zudem alle Arbeitnehmer, die in nicht wesentlichen Sektoren tätig sind, ebenfalls zu Hause bleiben. Diese Anordnung sollte eigentlich bis zum 9. April gelten. Es gilt als wahrscheinlich, dass sie ebenfalls verlängert wird. Dem neuen Zeitrahmen muss aber noch das Parlament zustimmen. Das Votum soll voraussichtlich am Donnerstag stattfinden.

14.35 Uhr: Für das an der Küste Westaustraliens liegende Kreuzfahrtschiff „Artania“ ist wegen Corona-Infektionen eine 14-tägige Quarantäne verhängt worden. Die Quarantäne habe am Freitag um 22.00 Uhr Ortszeit begonnen, teilten der deutsche Reiseveranstalter Phoenixreisen (Bonn) und der Gesundheitsminister des Bundesstaates Westaustralien, Roger Cook, mit.

Das Schiff, bekannt aus der ARD-Dokuserie „Verrückt nach Meer“, liegt seit der vergangenen Woche im Hafen der Stadt Fremantle südlich von Perth. Grund ist, dass auf dem Schiff Coronavirus-Fälle aufgetreten waren. Mehr als 840 Passagiere und Besatzungsmitglieder der „Artania“ wurden nach Deutschland geflogen, 23 Gäste und 13 Crewmitglieder kamen in australische Krankenhäuser, ein 69 Jahre alter Passagier war am Donnerstag gestorben. Einige der mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten befinden sich australischen Angaben zufolge in kritischem Zustand.

Verbraucherschützer warnen vor Coronavirus-Selbsttests

13.49 Uhr: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät von Selbsttests auf das Coronavirus ab. Die Tests erforderten zwei Proben, davon eine aus den unteren Atemwegen, die schwer zu nehmen sei, erklärten die Verbraucherschützer. Fehler entstünden auch häufig beim Verschicken der Proben an die Labore, das möglichst schnell und mit einer bestimmten Verpackung passieren müsse. Außerdem seien die Laborkapazitäten begrenzt.

„Alle Menschen auf Coronavirus-Infektionen zu testen, ist nicht möglich“, sagte die Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Tanja Wolf. Die knappen Kapazitäten sollten besonders betroffenen Gruppen wie Pflegebedürftigen, Pflegern und Ärzten vorbehalten bleiben.

Wer Erkältungssymptome bemerke, solle sich an seinen Hausarzt oder kommunale Corona-Hotlines wenden und die Entscheidung über einen Test Fachleuten überlassen. Im Netz werden Corona-Selbsttests zum Verkauf angeboten.

13.24 Uhr: Einen Tag nach dem Ende der Odyssee der Kreuzfahrtschiffe „Zaandam“ und „Rotterdam“ in Florida sind 72 der deutschen Passagiere nach Deutschland zurückgekehrt. Wie das Auswärtige Amt bestätigte, landeten sie am Samstagvormittag auf dem Flughafen Frankfurt am Main. Sieben Passagiere sollen noch in Florida sein. Der Rückflug war von der Reederei Holland America Line organisiert worden.

Die 79 deutschen Passagiere waren Anfang März mit der „Zaandam“ zu einer Kreuzfahrt um das Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas aufgebrochen, konnte dann wegen mehrerer Corona-Fälle aber nicht wie geplant in Chile von Bord. Auch die Durchfahrt durch den Panamakanal vom Pazifik in die Karibik wurde erst nach langem Ringen ermöglicht.

Das Einlaufen in den Hafen von Fort Lauderdale im Süden von Florida erlaubten die Behörden erst nach einer Intervention von US-Präsident Donald Trump. Floridas Gouverneur Ron DeSantis hatte sich zunächst dagegen gesperrt.

Zahl der Coronavirus-Toten in Spanien geht weiter leicht zurück

13.19 Uhr: Kleiner Hoffnungsschimmer in der Corona-Krise in Spanien: Die Zahl der Corona-Toten ist dort den zweiten Tag in Folge leicht zurückgegangen. Wie die Behörden mitteilten, starben am Vortag 809 Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Am Donnerstag waren es noch 950 Tote – ein trauriger Rekord an einem einzigen Tag in Spanien. Insgesamt starben in dem Land bislang mehr als 11.700 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion.

Auch die Zahl der Neuinfektionen ging den Angaben zufolge mit rund 7000 leicht zurück. Insgesamt wurden in Spanien damit bislang knapp 125.000 Infektionen gemeldet. Mehr als 34.000 Menschen gelten inzwischen wieder als genesen.

Nach schwerer Infektion: 29-Jähriger warnt vor Coronavirus
Nach schwerer Infektion- 29-Jähriger warnt vor Coronavirus

13.07 Uhr: Ein erster Flieger mit in Neuseeland gestrandeten Deutschen ist am frühen Samstagmorgen am Frankfurter Flughafen gelandet. Wie die Bundespolizei auf Anfrage mitteilte, ist die Maschine der Air New Zealand um kurz nach sechs Uhr von Auckland mit Zwischenstopp im kanadischen Vancouver angekommen.

In Neuseeland sitzen zurzeit am meisten Deutsche im Ausland fest – mehr als 12.000 hatten sich nach Angaben der deutschen Botschaft in Wellington wegen der Corona-Krise für das Rückholprogramm registriert. Weitere Evakuierungsflüge soll es in den kommenden Tagen aus Auckland und Christchurch geben. Daran ist die Lufthansa nach eigenen Angaben mit zehn Großraumflugzeugen beteiligt.

Airlines bieten einige Flüge aus der Türkei für gestrandete Deutsche an

12.55 Uhr: Für wegen der Corona-Krise in der Türkei hängengebliebene Deutsche gibt es kurzfristig einige kommerzielle Flüge nach Hause. Das sei in den vergangenen Tagen nach Gesprächen mit Fluggesellschaften ausgehandelt worden, teilte das Generalkonsulat in Istanbul unter anderem über seine Facebookseite mit. Organisieren müssen Interessierte sich die Tickets selber. Die Flüge könnten über die Webseiten der Fluggesellschaften gebucht werden.

Geplant sei beispielsweise schon für Montag, 6. April, ein Flug mit der Gesellschaft Eurowings von Istanbul nach Köln-Bonn, hieß es in der Mitteilung. Außerdem plane die Fluglinie SunExpress, in der kommenden Woche Flüge von Ankara, Antalya und Izmir nach Düsseldorf anzubieten. Die seien „zu einem späteren Zeitpunkt“ buchbar.

In der Mitteilung des Generalkonsulats heißt es: „Wir raten allen Rückkehrwilligen, die zur Verfügung stehenden kommerziellen Angebote zu nutzen. Ein Rückholprogramm der Bundesregierung, wie auch aus den Medien bekannt, ist für die Türkei daher nicht vorgesehen.“

12.19 Uhr: Der Berliner Senat bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, was genau mit einer aus Asien stammenden Lieferung von 200.000 Schutzmasken passiert ist, die nie in der Hauptstadt ankam. „Wir sind dabei, die Details zu klären“, sagte der Sprecher der Innenverwaltung, Martin Pallgen. Momentan lägen noch keine Informationen vor, was genau auf dem Flughafen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok passiert sei.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte am Freitag mitgeteilt, die für die Berliner Polizei bestimmten Masken seien in Bangkok auf Betreiben der USA konfisziert worden. Er warf Washington einen „Akt moderner Piraterie“ vor.

11.34 Uhr: Verbraucherschützer haben vor einem massiven Anstieg der Privatinsolvenzen durch die Corona-Krise gewarnt. „Wenn die Krise länger dauert als ein oder zwei Monate, wird das so kommen“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, dem Berliner „Tagesspiegel“. „Dann werden breite Teile der Bevölkerung in finanzielle Not geraten.“

Das Insolvenzrecht sei aber nicht darauf vorbereitet, dass Menschen in Folge einer Pandemie und nicht wegen einer persönlichen Krise in die Pleite rutschen, sagte Müller. Menschen, die eine Privatinsolvenz durchlaufen, müssten derzeit eine jahrelange Wohlverhaltensperiode einhalten – mit strengen Rückzahlungsmodalitäten und Verhaltensvorgaben, kritisierte Müller. „Auch dies passt nicht zu einer Krise wie Covid-19.“

11.24 Uhr: Die FDP hat der Bundesregierung Fehler bei der Konzeption des Corona-Hilfspakets für Unternehmen vorgeworfen und Korrekturen gefordert. „Es war leider absehbar, dass das Kreditprogramm kaum Wirkung entfaltet“, sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer. „Unsere Warnungen haben sich bestätigt: Nur jeder zehnte Antrag wurde von den Banken bisher positiv beschieden – das ist fatal.“ Eine „Neujustierung“ habe nun „höchste Dringlichkeit“. Insbesondere der Mittelstand brauche nun Liquiditätshilfen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte zuvor die Banken dafür verantwortlich gemacht, dass das Kreditprogramm noch nicht in Schwung gekommen sei. Trotz des von der Bundesregierung dafür aufgelegten Kreditprogramms verweigerten einige Banken in Not geratenen Firmen Finanzhilfen, sagte Altmaier der Internetsendung „Bild Live“.

Bayer will Medikament Resochin „ausschließlich fürs Gemeinwohl“ produzieren

10.42 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus setzt der deutsche Pharmakonzern Bayer auf sein bereits vor Jahrzehnten entwickeltes Malaria-Medikament Resochin: Der Konzern ließ insgesamt 600.000 Tabletten, die den Wirkstoff Chloroquin enthalten, nach Deutschland liefern und dort sicher einlagern, wie die „Bild“-Zeitung berichtete. Bayer produziere das Medikament nun „ausschließlich fürs Gemeinwohl“ und gebe es „in der Krise kostenlos an Regierungen weiter“, sagte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann der Zeitung.

Dem Sender n-tv sagte Baumann am Samstag: „Bestehende Medikamente sind die größte Hoffnung.“ Medikamente, die erst noch entwickelt werden müssten, würden nicht rechtzeitig und nicht in ausreichender Menge verfügbar sein. Resochin sei hingegen sofort verfügbar. „Und wir werden alles dafür tun, dieses Medikament in ausreichenden Mengen herzustellen, wenn es tatsächlich wirksam sein sollte“, sagte Baumann in n-tv.

Resochin ist der Bayer-Handelsname für den Wirkstoff Chloroquin. Das bereits in den 30er Jahren entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist schon seit einigen Wochen im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann.

10.20 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat in der Corona-Krise Atemschutzmasken für alle Arbeitnehmer gefordert. „Jeder Arbeitnehmer sollte, wenn er das möchte, die Chance haben, eine solche Maske zu tragen“, sagte Altmaier der Internetsendung „Bild Live“.

Deutschland müsse sich darauf einstellen, „dass wir sehr viel mehr Masken brauchen werden – nämlich nicht nur die medizinischen Masken für die Ärzte, für das Pflegepersonal in den Krankenhäusern, in den Altenheimen, in den Pflegeheimen, sondern eben auch im Alltag, in den Betrieben, in den Werkstätten.“

9.29 Uhr: Bayern will in der Corona-Krise zehn schwerkranke Covid-19-Patienten aus der französischen Hauptstadt Paris zur Behandlung aufnehmen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei Twitter mit. Er habe der französischen Botschafterin Unterstützung zugesagt. „In der Not helfen Freunde“, schrieb Söder. „Europa muss zusammenstehen.“ Seit vergangenen Sonntag hat Bayern bereits zehn Corona-Patienten aus Italien zur medizinischen Versorgung aufgenommen.

Verfügbares Klinikpersonal soll in Heimen aushelfen

9.23 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat zur Sicherstellung der Versorgung in der Corona-Krise gefordert, dass in Kliniken verfügbares Personal bei der ambulanten Versorgung und in Heimen notfalls mit tätig wird. „Es ist absurd, wenn jetzt erste Krankenhäuser Kurzarbeit für ihr nicht ausgelastetes Personal erwägen“, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Gleichzeitig spielen sich in Altenheimen aus Personalmangel dramatische Szenen ab. Wir brauchen also Brücken statt Mauern zwischen Krankenhaus und ambulanter Versorgung.“

Brysch verlangte: „Wir brauchen in jeder Kommune einen Pool, in dem Mediziner und Pfleger aus Krankenhäusern und Reha-Einrichtungen mit niedergelassenen Ärzten und Altenpflegekräften zusammenarbeiten.“ Diese Teams müssten dorthin geschickt werden, wo die Not am größten sei. Bisher werde streng zwischen stationär und ambulant unterschieden. „Eine solche harte Trennung ist in Krisenzeiten aber fatal.“

8.36 Uhr: Als Konsequenz aus der Corona-Krise muss Deutschland nach Ansicht von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak unabhängiger bei Medikamenten und Schutzkleidung werden. „Deshalb plädiere ich dafür, dass wir nach der Krise genau überlegen, was wir in Deutschland selbst herstellen müssen, um im Ernstfall noch handlungsfähiger zu sein“, sagte Ziemiak dem „Iserlohner Kreisanzeiger“. Er sei davon überzeugt, „dass wir an der ein oder anderen Stelle industriepolitisch noch einmal grundsätzlich neu nachdenken müssen“.

Karliczek gegen Senkung von Standards in der Corona-Forschung

7.40 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat vor einer Herabsetzung von Standards in der Corona-Forschung gewarnt, um Medikamente oder Impfstoffe schneller fertigzustellen. „Wir tun jetzt alles, was möglich ist. Wir können es aber nicht verantworten, unabdingbare Standards abzusenken“, sagte die CDU-Politikerin den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft.

Karliczek fügte an: „Wir haben die Hoffnung, dass ein Impfstoff, mit dem breitere Teile der Bevölkerung geschützt werden können, Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres zur Verfügung steht. In der Medikamentenforschung könnte es etwas schneller gehen, wenn es um den Einsatz schon vorhandener Medikamente geht.“

7.01 Uhr: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht vor allem in den Städten die Gefahr einer Zunahme häuslicher Gewalt im Zuge der Corona-Krise. „Aus den Ländern bekommen wir unterschiedliche Rückmeldungen. Es gibt offensichtlich ein Stadt-Land-Gefälle“, sagte sie. Aus ländlichen Regionen, wo es mehr Möglichkeiten gebe, raus zu gehen und wo Menschen nicht so sehr auf engem Raum lebten, sei das Konfliktpotenzial nicht so hoch.

„Dort hören wir noch nicht von zusätzlichen Fallzahlen“, sagte Giffey. Bereits in der vergangenen Woche habe sie aber aus Berlin die Rückmeldung bekommen, dass die Anzeigen wegen häuslicher Gewalt um zehn Prozent gestiegen seien.

Pink hat sich mit dem Coronavirus infiziert

6.34 Uhr: US-Sängerin Pink (40, „Just Like a Pill“) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies gab die zweifache Mutter am Freitagabend (Ortszeit) auf Instagram bekannt. Vor zwei Wochen hätten sie und ihr dreijähriger Sohn Jameson Anzeichen von Covid-19 gehabt. Glücklicherweise hätte ihr Arzt schnell einen Test besorgen können, der bei ihr positiv ausfiel. Die ganze Familie habe sich zwei Wochen isoliert, alle seien nun gesund, teilte Pink mit.

Die Sängerin übte scharfe Kritik an Washington, nicht schnell und umfassend für Tests gesorgt zu haben. „Wir müssten Test kostenlos und breitflächig ermöglichen, um unsere Kinder, Familien, Freunde und Gemeinden zu schützen“, fordert der Star. Sie werde eine Million Dollar für das Gesundheitswesen spenden. Welche Prominenten noch mit dem Coronavirus infiziert wurden.

6.01 Uhr: Arbeitsminister Hubertus Heil hat sich gegen eine baldige Entwarnung ausgesprochen. „Es ist den Menschen in unserem Land gelungen, durch verantwortungsvolles Verhalten die Kurve abzuflachen“, sagte Heil der „Welt“. Den Trend gelte es zu verstärken und den weiteren Kurs in enger Abstimmung mit den Experten zu bestimmen. „Für Entwarnung ist es aber noch zu früh“.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet appellierte an die Menschen, das Kontaktverbot weiter einzuhalten. „Lassen Sie jetzt nicht nach. Lassen Sie uns gemeinsam weiter durchhalten. Nur so können wir Leben retten und schützen“, sagte der CDU-Politiker in einem bei Twitter veröffentlichten Video.

Er verstehe den Wunsch, an dem bevorstehenden Frühlingswochenende in die Natur zu gehen. Bei dem zu erwartenden „Traumwetter“ sei das eine „Riesen-Versuchung“. „Aber das wollen viele. Zu viele. So viele, dass das Abstandhalten auch auf Waldwegen, in Parks, an Seen, an Flüssen nicht klappt“, sagte Laschet.

Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat Verständnis für Menschen geäußert, die am Wochenende angesichts all der Corona-Beschränkungen und bei sonnigem Wetter raus wollen. Dennoch müssten gemeinsam und solidarisch Ansteckungen verhindert werden, sagte der SPD-Politiker. „Jeder hat Verständnis dafür, dass die Menschen auch mal raus wollen, erst recht bei dem Wetter und in der Woche vor Ostern.“ Das sei unter Einhaltung der Beschränkungen auch nicht verboten. Aber: „Ich setze darauf, dass wie schon bisher die ganz große Mehrheit verständig und einsichtig ist, und sich an die Regeln hält.“

Linke und Grüne kritisierten derweil die teilweise angeordneten Reisebeschränkungen innerhalb Deutschlands. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jan Korte, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die allgemeinen Kontaktsperren seien grundsätzlich richtig. „Aber an den Bundesländern Grenzen hochzuziehen und zu sagen, die einen dürfen sich mal einen Tag am Meer von ihrem Alltag in der Wohnung erholen und die anderen nicht – das geht zu weit.“

Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, sagte dem RND, nötig seien bundeseinheitliche Regelungen. „Wir brauchen ein schlüssiges und transparentes Gesamtkonzept. Wir brauchen keine Kleinstaaterei.“

5.11 Uhr: Angesichts der Belastungen von Pflegekräften zeigen sich Pflegekassen und Arbeitgeber offen für Bonuszahlungen von bis zu 1500 Euro. „Pflegekräfte leisteten unter Corona-Bedingungen Herausragendes, und dies sollte auch besonders honoriert werden“, sagte Florian Lanz, Sprecher des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), der auch die Pflegekassen vertritt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Lanz erläuterte: „Da diese Prämie am Ende aus den Portemonnaies der Beitragszahler finanziert wird, muss deren Höhe mit Augenmaß festgelegt werden.“

5.01 Uhr: Mehrere Justizvollzugsanstalten in NRW haben die Produktion von Schutzmasken für sich entdeckt: Wie das Justizministerium auf dpa-Anfrage mitteilte, werden bislang in fünf JVA-Schneidereien Mund-Nasen-Stoffmasken hergestellt. Alle seien für den internen Gebrauch gedacht.

4.24 Uhr: Der US-Konzern 3M hat nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass für die Berliner Polizei bestimmte Schutzmasken von den USA konfisziert wurden. „3M hat keine Beweise, die darauf hindeuten, dass 3M-Produkte beschlagnahmt worden sind“, hieß es auf dpa-Anfrage am Freitagabend (Ortszeit) in einer Mitteilung des Konzerns. „3M hat keine Unterlagen über eine Bestellung von Atemschutzmasken aus China für die Berliner Polizei.“

Nach einem Bericht von t-online.de dementierte auch das Weiße Haus entsprechende Vorwürfe, die Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erhoben hatte. Er hatte von einem „Akt moderner Piraterie“ gesprochen. Anfragen der Deutschen Presse-Agentur an das Weiße Haus blieben unbeantwortet.

1.53 Uhr: In den USA ist die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden um mehr als 1000 angestiegen. Die Opferzahl lag am Freitagabend (Ortszeit) nach Daten der Johns-Hopkins-Universität bei 7087 – nach 5949 am Abend zuvor. Diesen Angaben zufolge sind in den USA inzwischen mehr als 275.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

0.53 Uhr: Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass sich aktuell noch mehr als 40.000 deutsche Reisende im Ausland befinden. Die Angaben beruhten auf Schätzungen, teilte das Ministerium der „Rheinischen Post“ mit. Die meisten Deutschen sind demnach noch in Südafrika, Neuseeland und Peru.

Die deutsche Regierung sammelt derzeit wegen der Pandemie gestrandete Urlauber in aller Welt ein und bringt sie nach Hause. Insgesamt seien bislang 194.000 deutsche Touristen zurückgebracht worden, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas nach Beratungen mit seinen 26 EU-Amtskollegen.

Freitag, 3. April 2020: Coronavirus-Krise – Mehr als 40.000 Todesopfer in Europa

21.38 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Covid-19-Opfer weiter drastisch angestiegen. Innerhalb von 24 Stunden seien 588 neue Todesfälle gemeldet worden, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Freitagabend in Paris. Seit dem 1. März seien mindestens 6507 infizierte Menschen gestorben, davon 5091 im Krankenhaus, 1416 in Altenheimen und anderen sozialen Einrichtungen. Auch die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, ist von knapp 6400 auf 6662 angestiegen, 35 Prozent seien unter 60 Jahren, wie er erklärte.

21.35 Uhr: Kuba hat einen bei Touristen beliebten Teil der Innenstadt Havannas wegen der Corona-Pandemie abgeriegelt. Damit solle die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus angehalten werden, berichtete das Staatsfernsehen am Freitag unter Berufung auf die Regierung. Im Stadtteil „El Carmelo“ hätten sich besonders viele Menschen durch Kontakt mit Ausländern oder mit Kubanern, die im Ausland gewesen seien, angesteckt.

Die rund 27.000 Bewohner der Gegend dürfen diese ab der Nacht zum Samstag (Ortszeit) vorerst nicht mehr verlassen. Rein und raus kommt den Angaben zufolge nur, wer unerlässliche Dienste zu verrichten hat und nachweisen kann, nicht mit dem Virus infiziert zu sein. In dem sozialistischen Karibikstaat wurden bislang 269 Infektionen und sechs Todesfälle bestätigt.

Nothilfekoordinator der WHO warnt vor vorschnellem Ende der Corona-Maßnahmen

21.09 Uhr: Der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einem vorschnellen Ende der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie gewarnt. Auch der Wirtschaft sei nicht gedient, wenn Ausgangsbeschränkungen erst aufgehoben und dann wegen erneut stark steigender Fallzahlen wieder eingerichtet werden müssten, sagte Michael Ryan am Freitag in Genf.

Einige der Maßnahmen, etwa das Distanzhalten zu anderen Menschen, müssten womöglich auch nach einer Lockerung der derzeitigen Beschränkungen vorerst beibehalten werden. „Viele Länder der Welt erklimmen auf tragische und gefährliche Weise einen Berg, und wir müssen sehr vorsichtig sein, wie wir da herunterkommen“, sagte Ryan.

20.18 Uhr: Die Asklepios Klinik Hamburg-Barmbek hat eine Corona-Patientin aus den Niederlanden aufgenommen. Wie Asklepios am Freitag mitteilte, ist die Patientin schwer erkrankt und muss beatmet werden. Die Versorgung der 60-Jährigen erfolge unter Einhaltung hoher Sicherheits- und Hygienestandards. Eine Gefährdung anderer Patienten sei ausgeschlossen. Auch in den Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf (UKE) und Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck werden Patienten aus dem Ausland behandelt.

19.46 Uhr: Für die Zusammenarbeit bei der Versorgung von Covid-19-Patienten können die EU-Staaten auf Geld aus Brüssel hoffen. Die EU-Kommission veröffentlichte am Freitag Leitlinien für die grenzüberschreitende Kooperation und stellte mögliche finanzielle Unterstützung aus mehreren Fördertöpfen in Aussicht, zum Beispiel für den Transport von Patienten aus einem EU-Land ins andere.

Deutschland hatte zuletzt bereits schwerkranke Coronavirus-Infizierte aus Frankreich und Italien aufgenommen. Die EU-Kommission betonte, die Überführung von Patienten von einem Mitgliedsstaat in einen anderen könne in der Pandemie Gesundheitssysteme entlasten. Die Kommission versprach auch Unterstützung bei der Entsendung medizinischer Teams über die Grenzen.

Die Kommission will helfen, indem sie Anträge auf grenzüberschreitende Hilfe koordiniert. Dabei geht es um freie Intensivbetten, die Überführung von Patienten oder die Entsendung von medizinischen Teams. Die Brüsseler Behörde will im Blick behalten, wo welche Kapazitäten frei sind. Transporte könnten finanziell unterstützt werden.

Coronavirus: Mehr als 40.000 Tote in Europa

19.17 Uhr: Eine Ausbreitung des Coronavirus in Afrika hätte nach Ansicht des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell verheerende Folgen. „Die Pandemie könnte dort sehr schnell außer Kontrolle geraten“, sagte der Spanier nach Beratungen mit den EU-Außenministern. Das Gesundheitssystem in Afrika sei nicht mit dem in Europa vergleichbar. So komme in Afrika beispielsweise nur ein Arzt auf zehntausend Einwohner, während es in Europa 37 Ärzte seien. „Wir müssen Afrika in unserem eigenen Interesse helfen.“ Das Problem sei nicht gelöst, wenn es nur in Europa gelöst sei. Dann könne es zu einem Rückschlag kommen. Kommenden Mittwoch wollen die Entwicklungsminister der EU-Staaten über mögliche Hilfen beraten.

19.12 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus ist in Europa auf mehr als 40.000 gestiegen. Bis Freitag wurden auf dem Kontinent 40.768 Corona-Tote registriert, wie eine Berechnung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab.

Europa ist damit der am schwersten von der Pandemie betroffene Kontinent. Mehr als drei Viertel der Todesfälle in Europa wurden aus Italien, Spanien und Frankreich gemeldet. In Italien starben 14.681 Infizierte – so viele wie in keinem anderen Land der Erde. In Spanien wurden bislang 10.935 Todesopfer gezählt, in Frankreich 5.387.

18.54 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie dürfen Männer und Frauen in Peru nicht mehr am selben Tag ihre Häuser verlassen. Künftig können sich Männer am Montag, Mittwoch und Freitag draußen bewegen und Frauen am Dienstag, Donnerstag und Samstag. Sonntags gilt eine generelle Ausgangssperre.

Peru hat bereits recht strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt, um die weitere Verbreitung des Coronavirus zu bremsen. So gilt im größten Teil des südamerikanischen Landes eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 18 Uhr und 5 Uhr. Zudem dürfen die Peruaner nur das Haus verlassen, um Lebensmittel oder Medikamente zu kaufen.

Zahl der Neuinfektionen in Italien stabilisiert sich langsam

18.45 Uhr: In Italien stabilisiert sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl neuer Todesfälle bleibt unterdessen noch hoch. Die Zahl der Menschen im Land, die sich nachweislich mit dem Erreger infizierten, stieg am Freitag im Vergleich zum Vortag um vier Prozent. Das ist in etwa die gleiche Steigerungsrate wie an den Tagen zuvor. Die Hoffnung besteht, dass die Kurve demnächst nach wochenlangen Ausgangssperren endlich absinkt.

Registriert sind nun insgesamt 119.827 erkannte Infektionen – es wird allerdings mit einer immens hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet. 766 Tote mit nachgewiesener Infektion kamen innerhalb eines Tages hinzu, insgesamt sind es nun 14.681, wie der Zivilschutz mitteilte. Experten gehen davon aus, dass Italien das Plateau der Ansteckungswelle erreicht haben könnte. „Auch heute ist der Trend in positiver Richtung geblieben“, sagte der Präsident der besonders betroffenen Region Lombardei, Attilio Fontana. „In den kommenden Tagen sollte das Absinken beginnen.“ Wichtig ist vor allem, dass der Druck auf die dortigen Krankenhäuser abgenommen hat, wie der Gesundheitsbeauftragte der Region, Giulio Gallera, betonte.

Drohnenbilder zeigen menschenleeres Florenz
Drohnenbilder zeigen menschenleeres Florenz

18.29 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erwartet, dass die schrittweise Aufhebung der Corona-Einschränkungen noch Monate dauert. „Ich denke sicherlich eher in Monaten“, sagte die deutsche CDU-Politikerin im ZDF auf die Frage, ob sie bei der Bewältigung der Lage eher an Wochen, Monate oder einen noch längeren Zeitraum denke. Die Maßnahmen müssten in umgekehrter Reihenfolge aufgehoben werden, in der sie eingeführt worden seien.

18.20 Uhr: Die EU-Kommission hat den Weg frei gemacht für ein geplantes zusätzliches Kreditprogramm der Bundesregierung in der Corona-Krise. Die Kommission genehmigte Programme, bei denen Mitgliedstaaten beispielsweise zinslose Kredite vergeben oder eine 100-prozentige Risikohaftung übernehmen können. Die Höchstgrenze pro Firma liegt bei 800.000 Euro. Ziel sei es, den dringenden Liquiditätsbedarf kleiner und mittlerer Unternehmen schnell zu decken, teilte die Kommission am Freitag mit.

Merkel: Erleben ein Ostern wie nie zuvor

18.15 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat alle Bürger erneut aufgefordert, sich auch an Ostern wegen der Corona-Krise an die vorgegebenen Kontaktbeschränkungen zu halten. Die Kanzlerin sagte in ihrem Video-Podcast, sie könne noch keinen Stichtag für ein Ende der Maßnahmen nennen. Dies wäre in der jetzigen Situation auch unverantwortlich. „Wir alle werden eine ganz andere Osterzeit erleben als je zuvor“, sagte die Regierungschefin.

Ostern sei für Millionen von Christen der Kirchgang, der „Ostersonntag mit der ganzen Familie, vielleicht ein Spaziergang, Osterfeuer, das ist für viele ein kurzer Urlaub an der See oder im Süden, wo es schon wärmer ist. Normalerweise. Aber nicht in diesem Jahr“, sagte die Kanzlerin.

Merkel sagte weiter: „Ich denke in diesem Zusammenhang auch an die Juden und Muslime in Deutschland und alle anderen Gläubigen, die jetzt nicht in ihren Gotteshäusern zusammenkommen können. Das ist eine dieser Einschränkungen, die wirklich an den Kern einer Gesellschaft gehen und die wir nur im Notfall und nur so lange wie unbedingt erforderlich hinnehmen können.“„Dennoch würde ich absolut unverantwortlich handeln, wenn ich Ihnen heute einfach einen konkreten Tag nennen würde, an dem die Maßnahmen aufgehoben, zumindest aber gelockert werden könnten, dieses Versprechen dann aber nicht einhalten könnte, weil die Infektionszahlen es nicht zulassen.“ Wenn sie die damit verbundenen Hoffnungen enttäuschen würde, „kämen wir vom Regen in die Traufe – medizinisch, wirtschaftlich, sozial“, sagte die Kanzlerin.

Angela Merkel bei YouTube zur Corona-Pandemie und Ostern

17.54 Uhr: Nach einer Häufung von Corona-Fällen im Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum ist in der Nacht zum Freitag erneut ein Patient gestorben. Es handelt sich um einen 76-jährigen Mann, wie das Klinikum mitteilte. Es ist der neunte Tote in dem Krankenhaus, der mit dem Virus infiziert war.

Laut Klinikum werden derzeit 79 Covid-19-Patienten in dem Haus versorgt, davon 14 auf der Intensivstation. Derzeit wird das Klinikum nicht vom Rettungsdienst angefahren, ausgenommen sind Geburten sowie lebensbedrohliche Maßnahmen.

Scholz stellt Strategie zur Stabilisierung der europäischen Staatsfinanzen vor

17.35 Uhr: Hochzeit mit Mundschutz und Handschuhen, dafür ohne Trauzeugen und Angehörige: Viele Paare sagen angesichts solcher trüben Aussichten ihre Hochzeit lieber gleich ab. Nicht so Miriam und David Peters aus Hamburg. Die beiden waren am vergangenen Wochenende wie geplant vors Standesamt nach Uetersen bei Hamburg gezogen – und erlebten auf der Rückfahrt eine Überraschung: Entlang der Strecke hatten sich an einzelnen Stationen nahezu alle ursprünglich geladenen Gäste postiert, um die frisch Vermählten mit Musikbeiträgen, Geschenken und weiteren kreativen Aktionen zu überraschen.

Ein Kamerateam des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hatte das Paar begleitet, das Video dazu wurde inzwischen zu einem Hit im Internet, allein auf Facebook erhielt der Clip bereits 3,5 Millionen Klicks.

17.20 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat eine Strategie zur Stabilisierung der europäischen Staatsfinanzen in der Corona-Krise vorgestellt. „Mein Vorschlag ist, jetzt die vorhandenen Instrumente schnell und effektiv zu nutzen und eine gemeinsame europäische Antwort zu geben“, sagte der SPD-Politiker vor dem Treffen der EU-Finanzminister unserer Redaktion.

Dabei denke er an drei konkrete Instrumente. So sollten Mitgliedstaaten die Möglichkeit erhalten, sich aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) „eine Summe zu leihen, die zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung entspricht“. Damit könnten sie ihre Staatsfinanzen stabilisieren, ohne hohe Aufschläge zahlen zu müssen. „Für Italien wären das etwa 39 Milliarden Euro.“

Die Forderung Italiens und anderer EU-Staaten nach einer gemeinsamen Schuldenaufnahme – sogenannten Corona-Bonds – wies Scholz zurück. „Italien wünscht sich eine starke europäische Antwort auf die Pandemie. Zu Recht. Und die soll es auch geben“, sagte er. „Deswegen soll es keine unsinnigen Auflagen geben, wie das manchmal in der Vergangenheit der Fall war. Es wird keine Troika ins Land kommen, die einer Regierung erklärt, wie sie Politik machen soll. Es geht um Unterstützung in der Krise.“

Die Frage, ob der Euro die Corona-Krise überstehe, beantwortete Scholz mit einem klaren „Ja“. Der Finanzminister bejahte auch die Nachfrage, ob alle Euro-Staaten die gemeinsame Währung behielten. Zur Begründung sagte er: „Aus der Finanzkrise und der Staatsschuldenkrise haben wir gelernt und die nötigen Entscheidungen getroffen, um den Euro stärker zu machen.“

Außerdem solle die Europäische Investitionsbank in die Lage versetzt werden, nach dem Vorbild der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau „50 Milliarden Euro an Unternehmen zu verleihen, die das dringend benötigen“, forderte der Vizekanzler.

Darüber hinaus müssten die EU-Mitglieder dabei unterstützt werden, mit plötzlich wachsenden Arbeitslosenzahlen umzugehen. „Die EU-Kommission hat dazu gerade Vorschläge vorgelegt, die an meine Idee einer Arbeitslosen-Rückversicherung erinnern“, sagte Scholz. „Auch das hilft den Staaten, die Krise zu meistern. Wenn wir diese drei Instrumente einsetzen, wäre das ein ganz starkes Signal der Solidarität in Europa im Kampf gegen das Corona-Virus.“

Lesen Sie hierzu auch: Interview mit Olaf Scholz: „Das fordert uns als Menschheit heraus.“

17.15 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit umfassenden Anpassungen seiner Spielordnung auf die Auswirkungen der Corona-Krise reagiert. Die Saison 2019/20 kann bei Bedarf über den 30. Juni verlängert werden, teilte der DFB am Freitag mit. In diesem Zuge können Spielberechtigungen, Wechselfristen und Verträge mit Spielerinnen und Spielern zeitlich angepasst werden. Im Falle eines Saisonabbruchs wären Sonderregelungen zu Auf- und Abstieg möglich.

Es ist einer der weitreichendsten Eingriffe in der Geschichte des DFB in die Spiel- und Jugendordnung. Die beschlossenen Änderungen sind bis zum 30. Juni 2021 für alle Altersklassen und Amateurligen gültig. Mit Beginn der Saison 2021/2022 sollen wieder die vorherigen Bestimmungen in Kraft treten.

17:09 Uhr: Brasilien hält wegen der Coronavirus-Pandemie seine Landgrenzen weiter geschlossen. Die brasilianische Regierung erließ am Donnerstagabend (Ortszeit) einen entsprechenden Erlass. Demnach dürfen Ausländer weitere 30 Tage nicht mehr einreisen. Ausgenommen sind etwa Frachttransporte und humanitäre Aktionen. Am 19. März hatte die Regierung die Landgrenzen zu insgesamt acht Nachbarstaaten geschlossen und die Einreise von Ausländern, die nicht ständig in Brasilien leben, auf dem Landweg für 15 Tage verboten. Inzwischen sind alle Grenzen geschlossen.

Fahrgäste im Fernverkehr der Deutschen Bahn massiv gesunken

16.55 Uhr: Die Zahl der Fahrgäste im Fernverkehr der Deutschen Bahn ist einem Medienbericht zufolge in der Corona-Krise massiv gesunken. Aktuell liege die Auslastung von ICE und IC-Zügen „bei teils unter 10 Prozent“, berichtete der Sender HR-Info unter Berufung auf einen damit befasster Eisenbahner aus dem Betrieb.

Trotzdem werde die Bahn auch über die Osterfeiertage das derzeitige Programm nicht ausdünnen. „Das Unternehmen will rund 70 Prozent des normalen Angebotes fahren“, zitierte der Hessische Rundfunk den Eisenbahner. Offiziell teilte ein Bahn-Sprecher auf Anfrage des Senders mit, derzeit werde mit „rund 75 Prozent“ des normalen Fernverkehrsangebotes gefahren. Die Auslastung der Züge sei „deutlich gesunken“.

16.42 Uhr: Frauen sind Experten zufolge besonders schwer von den Folgen der Coronavirus-Krise betroffen. „Frauen machen fast 70 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen aus und setzen sich damit einem höheren Infektionsrisiko aus“, heißt es in einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) .

Frauen würden außerdem einen Großteil der Last zu Hause tragen, da Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geschlossen würden und es bei der unbezahlten Arbeit seit langem geschlechtsspezifische Ungleichheiten gebe, so die Experten. Sie hätten zudem ein hohes Risiko von Arbeits- und Einkommensverlusten und würden in Krisen- und Quarantänezeiten einem erhöhten Risiko von Gewalt, Ausbeutung, Missbrauch oder Belästigung ausgesetzt, schreiben die Autorinnen und Autoren. Vorherige Krisen deuteten darauf hin, dass die Coronavirus-Pandemie wahrscheinlich zu einer Zunahme der häuslichen Gewalt führen werde.

16.27 Uhr: Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Befreiung von Aufschlägen auf Einfuhren medizinischer Ausrüstung aus Drittstaaten gegeben. „Dadurch wird importierte Schutzausrüstung günstiger“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Videobotschaft.

Die Maßnahme betrifft Masken und Schutzausrüstungen sowie Testkits, Beatmungsgeräte und andere medizinische Geräte. Auf Atemschutzmasken aus China würden normalerweise zwölf Prozent Zoll fällig, sagte von der Leyen. Dazu komme die Mehrwertsteuer, die die Mitgliedstaaten bei Einfuhren in die EU nach Brüssel abführen. „Nach der heutigen Entscheidung können Schutzmasken rund ein Drittel günstiger eingekauft werden“, rechnete sie vor.

USA konfiszieren Schutzmasken-Lieferung für Berlin

16.12 Uhr: Berlin muss in der Corona-Krise auf eine dringend benötigte Lieferung von 200.000 medizinischen Schutzmasken verzichten. Grund: Die USA haben die Ware in Bangkok konfisziert, wie Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) mitteilte.

Die Masken der Klasse FFP-2, die vor Ansteckung mit dem Coronavirus schützen können, waren nach seinen Angaben für die Berliner Polizei bestimmt. Berlin habe sie bei einem US-Unternehmen bestellt und bezahlt. Nach Recherchen des „Tagesspiegel“ wurden sie in China hergestellt, offizielle Angaben dazu lagen nicht vor. Geisel kritisierte das Vorgehen der USA scharf. „Wir betrachten das als Akt moderner Piraterie“, erklärte er. „So geht man mit transatlantischen Partnern nicht um. Auch in globalen Krisenzeiten sollten keine Wildwest-Methoden herrschen.“

16.02 Uhr: Die Bundesregierung plant ein z usätzliches riesiges Programm, um im Mittelstand eine Pleitewelle zu verhindern. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr, geht es um Verbesserungen bei Laufzeiten und Haftungsfreistellung für Kredite. Im Gespräch ist demnach, Kredite für mittelständische Firmen für eine begrenzte Zeit mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abzusichern. Die Höchstgrenze könnte bei 500.000 Euro pro Firma liegen. Der Staat könnte dafür Garantien in einem Gesamtvolumen von bis zu 300 Milliarden Euro übernehmen. Die EU-Kommission müsse noch zustimmen.

Wissenschaftsakademie: Lockerung der Maßnahmen nach Osterferien möglich

15.59 Uhr: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hält eine Lockerung der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach den Osterferien für möglich. Denkbar sei etwa, dass Kontaktverbote weniger strikt umgesetzt werden, wenn dafür andere Maßnahmen eingehalten werden. Eine schrittweise Lockerung der Einschränkungen solle beispielsweise mit „dem flächendeckenden Tragen von Mund-Nasen-Schutz einhergehen“, heißt es in einer Stellungnahme der Leopoldina. „Mund-Nasen-Schutz reduziert die Übertragung von Viren, vor allem durch eine Reduktion der Tröpfcheninfektion.“

Voraussetzung dafür sei, dass Schutzmasken auch verfügbar seien. „Der Mangel sollte bereits jetzt durch selbst hergestellten Mund-Nasen-Schutz, Schals und Tücher überbrückt werden“, heißt es. Diese sollten Mund, Nase, Kinn und die Seitenränder möglichst vollständig abdecken. Die Schutzvorrichtung sei sinnvoll, da sich eine große Zahl von Infizierten unerkannt ohne Symptome im öffentlichen Raum bewege.

15.50 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat in der Coronavirus-Krise eine allgemeine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ins Spiel gebracht. Derzeit erhalten Beschäftigte in Kurzarbeit 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts. Die Arbeitgeber sind ihrerseits in der Krise von der eigentlich fälligen Zahlung der Sozialabgaben befreit.

Gewerkschaften hatten mehrfach gefordert, auch den Arbeitnehmern unter die Arme zu greifen - insbesondere denen mit geringem Verdienst und ohne tarifliche Aufstockung der staatlichen Zahlung. Er werde mit Arbeitgebern und Gewerkschaften darüber reden, „ob wir das Kurzarbeitergeld noch einmal anheben können“, sagte Heil der „Rheinischen Post“. Es gebe Gespräche dazu, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, bestätigte eine Ministeriumssprecherin am Freitag in Berlin. Zugleich stellte Heil eine mögliche Verlängerung in Aussicht. Mit den erleichterten Regeln für Kurzarbeit würden Brücken über diese Krise gebaut. „Wenn es nötig ist, bauen wir die auch noch länger.“

Coronavirus-Krise: Was bedeutet eigentlich Kurzarbeit?
Coronavirus-Krise- Was bedeutet eigentlich Kurzarbeit?

Österreich denkt über Lockerung des Notbetriebs nach

15.42 Uhr: Über 194.000 wegen der Corona-Pandemie im Ausland gestrandete Urlauber sind bislang nach Deutschland zurückgebracht worden. Die meisten Pauschalreisenden seien damit mittlerweile wieder zu Hause, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) nach einer Videokonferenz mit EU-Kollegen. Es werde nun aber immer schwieriger, „Individualreisende aufzulesen“. Die EU-Länder stünden in dieser Hinsicht derzeit alle vor denselben Problemen. „Wir haben uns dort darauf verständigt, dass wir die Daten und die Flüge, die wir buchen, noch enger miteinander abstimmen“, sagte Maas. Das habe bislang gut geklappt und Deutschland habe „über 3000 Bürger anderer Staaten mit nach Hause genommen“.

15.40 Uhr: Angesichts der jüngsten ermutigenden Entwicklung in der Coronakrise zeichnen sich in Österreich erste Lockerungen des bisherigen Notbetriebs ab. Die Regierung werde sich die Zahlen am Wochenende genau anschauen und am Montag über einen etwaigen späteren Stufenplan informieren, kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP vor dem Nationalrat an. „Wir werden bei diesen Schritten mit dem Handel beginnen.“

Die Rückkehr zur Normalität werde auf jeden Fall schrittweise und behutsam erfolgen. Masken- und Abstandspflicht seien sicher Teil der neuen Konsumkultur. Die derzeitigen Maßnahmen gelten mindestens bis zum 13. April. Eine als Horror-Szenario geltende Überlastung des Gesundheitswesens sei in nächster Zeit nicht zu befürchten, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Zuletzt betrug die tägliche Steigerungsrate bei den Neuinfektionen vergleichsweise geringe rund fünf Prozent.

15.33 Uhr: Der britische Regierungschef Boris Johnson bleibt wegen seiner Corona-Erkrankung länger in Quarantäne als ursprünglich geplant. Er habe die empfohlenen sieben Tage Selbstisolation hinter sich und fühle sich auch schon besser, sagte der Premierminister in einer Videobotschaft von Downing Street aus, wo er in einer Wohnung über seinem Amtssitz in Quarantäne ist. Aber er habe immer noch Fieber, deshalb gehe er vorerst noch nicht wieder in die Öffentlichkeit.

Diese Prominenten haben das Coronavirus
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Sommersemester an Hochschulen wird nicht verschoben

15.19 Uhr: An den deutschen Hochschulen soll nach dem Willen der Bundesländer das Sommersemester trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise stattfinden. „Das Sommersemester 2020 wird ein ungewöhnliches, es soll jedoch kein verlorenes Semester sein“, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder. Für die Hochschulen sollen demnach „die erforderlichen Rahmenbedingungen für einen möglichst reibungslosen Lehr- und Forschungsbetrieb“ geschaffen werden.

Studenten, die aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit eingeschränkten Lehrangebot keine oder nicht alle vorgesehenen Leistungen erbringen können, sollen dadurch laut KMK grundsätzlich keine Nachteile haben. Dies gilt etwa für Vorgaben zur Regelstudienzeit. Die Länder würden sich dafür einsetzen, dass beispielsweise beim BaföG, dem Kindergeld oder der Krankenversicherung flexible Regelungen gefunden werden.

Die Länder legten zudem Eckpunkte für den Fall fest, dass weitere Einschränkungen notwendig werden. Die Semesterzeiten für das Sommersemester 2020 sollen laut KMK nicht verschoben werden, die Vorlesungszeiten können aber flexibel ausgestaltet werden. Die Termine zum Bewerbungs- und Zulassungsverfahren für das Wintersemester 2020/2021 würden angepasst. Die Vorlesungen an Universitäten und Fachhochschulen sollten dann einheitlich am 1. November beginnen.

15.10 Uhr: Die Grünen planen erstmals in Deutschland einen Online-Parteitag. „Am 2. Mai laden wir zu unserem ersten komplett digitalen Parteitag ein“, sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner dem „Tagesspiegel“. Konkret soll es sich nach Parteiangaben um einen kleinen Parteitag, einen sogenannten Länderrat, handeln. Teilnehmen sollen laut Kellner 100 Delegierte ausschließlich per Video. „Wir wagen ein demokratisches Experiment“, sagte der Grünen-Geschäftsführer. „Es wird gesetzte und geloste Redebeiträge geben, wie sonst auf Grünen-Parteitagen auch – nur werden die Reden nicht auf der Bühne, sondern im eigenen Wohnzimmer gehalten.“ Auch abgestimmt werde dann online. Als wichtigste Themen sind die Corona-Krise und deren Auswirkungen vorgesehen.

Gesundheitsminister Spahn will Maskenproduktion vorantreiben

15.02 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will angesichts der Coronavirus-Epidemie den Aufbau der heimischen Produktion von Schutzmasken vorantreiben. „Das was geht, kaufen wir von ausländischen Herstellern“, sagte Spahn am Freitag nach dem Besuch des zentralen Umschlaglagers im thüringischen Apfelstädt für die vom Bund beschaffte medizinische Schutzausrüstung. „Aber die Epidemie und die Entwicklung der vergangenen Wochen zeigt auch, dass wir auf Dauer nicht so abhängig sein sollten vom internationalen Markt.“ Dieser sei hart umkämpft.

Die Bundesregierung habe deshalb ein Angebot an die heimische Wirtschaft gemacht und wolle diese beim Aufbau der Schutzmaskenproduktion unterstützen. Es gehe dabei um eine Sicherheit bei Abnahme und Preis. Derzeit liefen Gespräche mit Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Textilindustrie. Über das Lager in Apfelstädt wurden nach Ministeriumsangaben von Mitte März bis Ende dieser Woche knapp 37 Millionen FFP-Mundschutze und OP-Masken an die Bundesländer verteilt. Das sei eine Entlastung, aber reiche abschließend noch nicht aus, sagte Spahn.

14.56 Uhr: Die Schulen in Deutschland sind geschlossen. Die Frage, die viele Eltern umtreibt: Wann öffnen sie wieder?

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14.50 Uhr: Bonus-Zahlungen an Arbeitnehmer für ihren Einsatz in der Coronavirus-Pandemie sind ab sofort teuer- und sozialversicherungsfrei. Das gelte für Beihilfen oder Sachleistungen bis zu einer Höhe von einmalig 1500 Euro in diesem Jahr, wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mitteilte. Die Beschäftigten müssen sie zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember bekommen, und zwar „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn“.

Prinz Charles weiht Krankenhaus für Corona-Patienten ein

14.38 Uhr: Bremen hat einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Quarantäne-Ordnung in der Corona-Krise erlassen. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) stellte am Freitag die Liste vor, die Bußgelder von 50 Euro bis zu 5000 Euro vorsieht. „In diesem Bußgeldkatalog sind die Fälle des Alltags geregelt“, sagte Mäurer.

So muss eine infizierte Person 400 Euro bezahlen, wenn sie ohne besonderen Grund oder ohne Zustimmung des Gesundheitsamtes die Quarantäne verlässt. Bei Ansammlungen im öffentlichen Raum von mehr als zwei Personen werden für jeden Beteiligten 50 bis 150 Euro fällig. Wer öffentliche oder private Veranstaltungen organisiert, muss zwischen 250 und 2500 Euro bezahlen. Die höchsten Bußgelder werden fällig für unerlaubtes Betreiben von Tagespflege, Schulen oder Kitas. In Wiederholungsfällen können die Bußgelder bis auf 25 000 Euro steigen.

14.34 Uhr: In London ist ein pr ovisorisches Krankenhaus mit 4000 Betten für Coronavirus-Patienten eröffnet werden. Der britische Thronfolger Prinz Charles weihte das Nightingale Hospital, das in nur neun Tagen in einer Messehalle eingerichtet wurde und vom staatlichen Gesundheitsdienst NHS betrieben wird, per Videobotschaft ein.

Das Krankenhaus sei „ein helles Licht in diesen dunklen Zeiten“, sagte Prinz Charles zur Eröffnung. Der älteste Sohn von Queen Elizabeth II. war im März selbst positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Er hatte allerdings nur leichte Symptome und durfte seine Selbst-Isolation am Dienstag beenden. Lesen Sie auch: Prinz Charles hat Covid-19 überstanden – wozu er jetzt rät

14.30 Uhr: Ein mutmaßlich mit dem Coronavirus infizierter Patient hat in der Uniklinik Leipzig einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Notaufnahme habe die Beamten alarmiert, weil der Patient eine Weiterbehandlung ablehnte und das Krankenhaus verlassen wollte, teilte die Polizei mit. Während die Einsatzkräfte noch die Schutzausrüstung der Klinik anlegten, habe sich ein Arzt des Mannes angenommen. Der Mediziner habe den Patienten schließlich von der Notwendigkeit einer Behandlung überzeugen können, so dass die Polizisten nicht weiter eingreifen mussten.

Keine Einbußen für Bezieher von Elterngeld

14.15 Uhr: Die Bezieher von Elterngeld sollen nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wegen der Corona-Krise keine Einbuße n erleiden. Bei Müttern und Vätern, die die Leistung dieser Tage beantragen, sollen Monate mit Corona-bedingten Einkommenseinbußen nicht zur Berechnung der Elterngeldhöhe herangezogen werden, wie eine Sprecherin Giffeys sagte.

Die genaue Ausgestaltung der angestrebten Neuregelung will Giffey nun innerhalb der Koalition und mit den Ländern besprechen. Offen ist noch, ob dafür eine gesetzliche Änderung erforderlich ist, die Bundestag und Bundesrat billigen müssten.

14.02 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sperrt sich laut einem Bericht des „Spiegel“ weiterhin gegen europäische Gemeinschaftsanleihen, sogenannte „Corona-Bonds“. „Aus Sicht der Bundesregierung sollte sich die Diskussion auf die Nutzung von Instrumenten konzentrieren, bei denen Lösungen zügig umgesetzt werden können“, zitierte das Magazin aus einem Papier des Finanzressorts. Eurobonds oder „Corona-Bonds“ seien damit nicht gemeint, hieß es. Lesen Sie auch: Lösen Corona-Bonds die Krise und wie funktionieren sie?

Deutscher Passagier auf Kreuzfahrtschiff „Artania“ gestorben

13.53 Uhr: Vor den Beratungen der Eurofinanzminister in der kommenden Woche zeichnet sich ein erster Konsens über kurzfristige europäische Finanzhilfen in der Corona-Krise ab. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnten Frankreich und Deutschland gemeinsam ein Programm mit drei Pfeilern vorschlagen.

Wie aus einer Vorlage für das Treffen hervorgeht, sollen dafür Kredite des Europäischen Stabilitätsmechanismus sowie der Europäischen Investitionsbank genutzt werden. Zusätzlich könnte die EU Mittel für die Sicherung der Arbeitslosenversicherung der Mitgliedstaaten bereitstellen.

Ähnlich wie beim deutschen Hilfsprogramm die Förderbank KfW könnte die Europäische Investitionsbank EIB die nationalen Förder- und Geschäftsbanken bei kurzlaufenden Betriebsmittelkrediten und Brückenfinanzierungen zu bis zu 80 Prozent absichern. Aus dem ESM könnten die Mitgliedsstaaten Kredite in Höhe von maximal zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukte bekommen – unter der Voraussetzung, dass die Mittel allein zur Bewältigung der Corona-Krise eingesetzt werden.

13.42 Uhr: Ein deutscher Passagier des im Westen Australiens festsitzenden Kreuzfahrtschiffs „Artania“ ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus in einer Klinik der Stadt Perth gestorben. Dabei handele es sich um einen Mann in den Sechzigern, wie die Gesundheitsbehörde am Freitag mitteilte. Er gehörte zu den Passagieren, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden waren. Die Angehörigen seien informiert, hieß es weiter.

Die „Artania“, bekannt aus der ARD-Dokuserie „Verrückt nach Meer“, liegt seit der vergangenen Woche an der Küste vor der Stadt Fremantle südlich von Perth. Grund ist, dass auf dem Schiff Coronavirus-Fälle aufgetreten waren. Mehr als 840 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden nach Deutschland geflogen, Dutzende kamen in australische Krankenhäuser.

Studie weist Nutzen von Mundschutz nach

13.38 Uhr: Der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) geht davon aus, dass noch das ganze Jahr mit Einschränkungen durch die Corona-Krise zu rechnen ist. Zwar sei eine Lockerung des sogenannten Lockdowns im April oder Mai möglich, sagte er am Freitag im Rundfunk Berlin-Brandenburg. „Aber die Beschränkungen, Abstandsregelungen, die Veränderung unserer Lebensgewohnheiten - ich fürchte, das wird uns das ganze Jahr über begleiten.“

„Mitte April ist eine seriöse Beurteilung der Zahlen möglich“, sagte Geisel. Er erinnerte daran, dass es darum gehe, „die Infektionsgeschwindigkeit so zu verringern, dass wir das Gesundheitssystem nicht überlasten und Zustände wie in Spanien oder Italien verhindern.“

13.34 Uhr: Christian Drosten, Chef-Virologe der Berliner Charité und einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Coronavirus-Pandemie, hat bei Twitter auf eine Studie hingewiesen, die den Nutzen von Atemschutzmasken nachweist. Demnach schränkt kollektives Tragen von Masken die Ausbreitung von Coronviren und Grippeviren ein.

Am Donnerstag bereits hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen – auch ohne Symptome – vorsorglich eine Maske tragen, könnte das das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde.

Das ist die neueste Mundschutz-Mode auf Instagram
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13.30 Uhr: Alle älteren News zur Coronavirus-Pandemie finden Sie in unserem alten Corona-Newsblog: „RKI: Maßnahmen gegen Coronavirus zeigen deutliche Wirkung“

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