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Urlaub im Ausland: Diese Corona-Regeln gelten für Reisen

Lesedauer: 25 Minuten
Scholz hält Urlaubsreisen im Sommer für denkbar

Scholz hält Urlaubsreisen im Sommer für denkbar

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Menschen im Sommer in den Urlaub fahren können. Das hänge unter anderem davon ob, wie die Pandemie sich in Deutschlands Nachbarländern entwickle.

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Berlin.  Beim Urlaub in Spanien, Kroatien, Italien oder in der Türkei gelten sehr unterschiedliche Corona-Regeln. Das müssen Urlauber wissen.

  • Wo kann man trotz Corona-Pandemie Urlaub machen?
  • An zahlreichen Urlaubszielen gelten Corona-Beschränkungen
  • An welche Corona-Regeln müssen sich Reisende in beliebten Urlaubsländern halten?
  • Wir haben die wichtigsten Regeln zusammengefasst

Auch im Urlaub können Touristen die Coronavirus-Pandemie nicht hinter sich lassen: In vielen Ländern Europas werden Reisen erheblich durch das Infektionsgeschehen erschwert. Das kann durch Regeln im Urlaubsland selbst sein – oder bei der Wiedereinreise nach Deutschland.

Während in großen Teilen Deutschlands mit dem neuen Infektionsschutzgesetz der Lockdown verschärft wurde, schlagen viele andere EU-Staaten den entgegengesetzten Weg ein. Sie lockern – oft trotz hoher Infektionszahlen. In vielen Urlaubsländern beginnt schrittweise fast schon wieder das normale Leben.

Corona und Reisen: Was erlaubt ist

Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Auswärtige Amt beurteilen meist wöchentlich neu, wie die Situation in den einzelnen Regionen ist. Reisewarnungen können aber trotzdem genauso kurzfristig ausgesprochen werden wie eine Einstufung als Risikogebiet.

Die Einreise per Flugzeug nach Deutschland ist derzeit nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Die neue Vorschrift gilt unabhängig von der Corona-Lage in dem Land, aus dem jemand nach Deutschland fliegt. Der Test darf bei der Einreise maximal 48 Stunden alt sein.

Doch was ist im Urlaub vor Ort erlaubt oder verboten? Wir geben einen Überblick über beliebte Urlaubsländer der Deutschen – und was dort aktuell gilt.

Reisen ins Ausland – was Urlauber jetzt wissen müssen

Im Corona-Jahr 2021 sind spontane Reisen schwieriger als sonst. Wer eine Auslandsreise machen will, sollte daher frühzeitig planen, sich vor Reiseantritt über die Situation im jeweiligen Land informieren – und sich bis zur Anreise auch während des Auslandsaufenthalts über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Eine gute Quelle für Informationen rund um die Reise ist das Auswärtige Amt (AA). Um deutsche Touristen entsprechend zu informieren, gibt das AA unter dem Stichwort „Sicher Reisen“ tagesaktuelle Hinweise zu den jeweiligen Reiseländern auf seiner Internetseite. Die Hinweise richten sich nach dem Infektionsgeschehen vor Ort.

Mit Corona-Impfpass in den Urlaub?
Mit Corona-Impfpass in den Urlaub?

Das Auswärtige Amt verweist zudem auf den Twitter-Account des Krisenreaktionszentrums des AA und auf seine Reise-App. Die App bietet unter anderem Checklisten für die Reisevorbereitung, die Adressen der Vertretungen des Reiselandes in Deutschland, Infos für Notfälle vor Ort, die Adressen der deutschen Vertretungen im Reiseland sowie Reise- und Sicherheitshinweise per Push-Nachricht.

Wichtige Hinweise kann auch der jeweilige Reiseanbieter liefern. Zudem lohnt es sich immer, aktuelle Nachrichten zu verfolgen.

Urlaub auf Mallorca und in Spanien – Balearen sind kein Risikogebiet mehr

Im beliebtesten Urlaubsland der Deutschen stehen größere Lockerungen bevor. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 112 ist in Spanien die Lage derzeit besser als in Deutschland. Ausnahmen sind Regionen wie das Baskenland und Madrid, die deutlich höhere Zahlen aufweisen. Die Beschränkungen sind in den Regionen unterschiedlich.

Madrid hat trotzdem den laxesten Lockdown in ganz Europa. Trotz einer Inzidenz von fast 200 ist die Gastronomie bis 23 Uhr in Betrieb, sind die Geschäfte und Museen offen. Der Reiseanbieter Tui nimmt ab dem 1. Mai nach Mallorca nun auch Flüge nach Ibiza und Formentera wieder auf. Am 9. Mai endet in Spanien der Alarmzustand. Dann fällt die nächtliche Ausgangssperre weg, die im ganzen Land gilt.

Das Robert-Koch-Institut stuft das ganze Land als Risikogebiet mit Quarantänepflicht eingestuft. Ausnahmen: die Balearen, Valencia, Murcia und Galicien. War Mallorca im Dezember und Januar noch ein Corona-Hotspot, wurde die Reisewarnung mittlerweile aufgehoben.

Diese Regeln gelten aktuell in Spanien:

  • Touristen müssen vor der Anreise auf einem Fragebogen Angaben unter anderem zur Gesundheit sowie zu persönlichen Kontaktdaten machen. Danach erhalten sie einen QR-Code, der bei der Einreise vorgezeigt werden muss. Lesen Sie hier: Spanien-Urlaub: So funktioniert die Einreise mit QR-Code
  • Einreisende mit einer Temperatur von über 37.5 °C oder anderen Auffälligkeiten können einer eingehenderen Untersuchung unterzogen werden
  • Bei der Einreise ist in Spanien ein negativer PCR-Test vorzulegen
  • Landesweit gilt eine Maskenpflicht: An allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume und in öffentlichen Verkehrsmitteln muss man eine Schutzmaske tragen. Bei Verstoß können Geldstrafen von etwa 100 Euro verhängt werden
  • Es gilt ein Rauchverbot im Freien, wenn der Sicherheitsabstand zu Fremden nicht eingehalten werden kann. Auf Mallorca ist Rauchen im öffentlichen Raum komplett untersagt
  • In weiten Teilen des Landes gibt es bis zum 9. Mai nächtliche Sperrstunden

Urlaub in Dänemark: Was ist in diesem Jahr möglich?

Die Ausbreitung der Infektion sei unter Kontrolle, sagte der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke stolz. Seit Tagen liegt die dänische Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Gut 19 Prozent der Bevölkerung sind geimpft. Deshalb genießen die Dänen wieder Freiheiten. Eine wichtige Rolle spielt dabei der neue Corona-Pass. Er dient als Nachweis einer Impfung, des Testergebnisses oder einer überstandenen Infektion und funktioniert mithilfe einer Smartphone-App. Er öffnet die Türen von Museen oder Restaurants.

Anfang Mai könnte auch die Grenzen des Landes durchlässiger werden: Bürger aus EU- und Schengenstaaten, die niedrige Infektionszahlen haben, sollen dann mit Impfnachweis ohne einen zusätzlichen Test und Quarantäne einreisen dürfen. Ab 26. Juni will Dänemark generell Urlaubsreisen aus dem Ausland ermöglichen. Voraussetzung: die Einführung des EU-weiten Corona-Impfpasses.

Aktuell wird das Land weiter als Risikogebiet eingestuft. Vor nicht notwendigen Urlaubsreisen nach Dänemark – mit Ausnahme von Grönland und den Färöer Inseln – wird aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt.

Was für den Dänemark-Ausflug zu beachten ist:

  • Urlauber sind derzeit verpflichtet, bei der Einreise einen negativen Covid-19-Test vorzulegen, der maximal 24 Stunden vor Einreise vorgenommen wurde. Sowohl PCR-Tests als auch Antigen-Tests werden akzeptiert
  • Personen, die eine Coronavirus-Infektion überstanden haben, können auch einen positiven Test vorlegen, wenn dieser Test zwischen 14 Tagen und acht Wochen vor dem Flug vorgenommen wurde
  • Ab dem 1. Mai 2021 ist unter anderem ein Wegfall der Test- und Quarantänepflicht für vollständig geimpfte Personen aus EU- und Schengenländern vorgesehen, sofern die Risikobewertung des Landes dies zulässt
  • Einreisende müssen sich in eine zehntägige Quarantäne begeben, die frühestens vier Tage nach der Einreise durch einen weiteren, negativ ausfallenden PCR-Test verkürzt werden kann
  • Es gilt grundsätzlich ein Verbot von Versammlungen von mehr als fünf Personen
  • An Flughäfen und in öffentlichen Verkehrsmitteln einschließlich Bahnhofs- und Haltestellenbereich, sowie in öffentlich zugänglichen Gebäuden und in Freizeiteinrichtungen besteht die Maskenpflicht
  • Für Bewohner des Grenzlandes (Schleswig-Holstein) und Grenzpendler gelten verschiedene Ausnahmen von der Test- und Quarantänepflicht

Griechenland: Welche Regeln gelten hier?

Das Land der vielen Inseln ist in der Corona-Pandemie gefragt wie lange nicht mehr. Bei den Buchungen für den Sommer 2021 liegt Hellas trotz aktueller Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nach einer Erhebung von Travel Data Analytics auf Platz eins.

Griechenland bereitet sich intensiv auf die Urlaubssaison vor. Tui nimmt ab Mitte Mai wichtige Ziele wie Kreta, Rhodos, Kos, Korfu und die westliche Peloponnes wieder auf. Laut ADAC ist seit dem 19. April die ­Sieben-Tage-Quarantäne, die für Urlauber aus der EU galt, ausgesetzt. Voraussetzung ist die Einreise über die Flughäfen Athen, Thessaloniki, Heraklion, Chania, Korfu, Kos, Mykonos, Rhodos und Santorin oder über die Landgrenze Kulata-Promachonas (Bulgarien).

Diese Regeln gelten aktuell in Griechenland:

  • Für alle Einreisenden gilt eine Online-Anmeldepflicht, bei dem spätestens 24 Stunden vor Einreise ein Formular ausgefüllt werden muss. Die Touristen erhalten dann einen QR-Code, der bei Einreise vorgezeigt werden muss
  • Einreisende müssen doppelt geimpft sein, und die letzte Impfung muss mindestens zwei Wochen zurückliegen. Alternativ kann ein negativer PCR-Test vorgewiesen werden (nicht älter als 72 Stunden)
  • Es gelten weitreichende Verhaltens- und Abstandsregeln und Hygienevorschriften, die unbedingt eingehalten werden müssen
  • Für alle geschlossenen Einrichtungen gilt eine Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz muss auch überall im Freien getragen werden
  • Die Ausgangssperre gilt je nach Einstufung zum Teil bereits ab 19 Uhr
  • Alle Personen, die auf dem See-, Luft- und Landweg nach Griechenland einreisen, müssen sich grundsätzlich in eine siebentägige häusliche Quarantäne begeben. Ausnahmen gibt es für Reisende aus bestimmten Regionen und Ländern

Wie ist die Situation in Italien?

Für Italien ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Um diesen wieder anzukurbeln, will Italien noch im Mai Lockerungen erlassen. Für Urlauber aus der EU entfällt ab dem 16. Mai die bisherige Kurz-Quarantäne von fünf Tagen bei Einreise. Gleiches soll für Reisende aus Großbritannien und Israel gelten.

Einreisende müssen entweder negativ getestet, voll geimpft oder von Covid-19 genesen sind. Außerdem prüft Rom nach Medienberichten, wie lange das nächtliche Ausgangsverbot von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr noch bestehen bleibt. Vermutlich wird es nicht ganz abgeschafft, sondern startet künftig erst um 23.00 Uhr oder um Mitternacht. In sogenannten Gelben Zonen mit wenig Corona-Risiko ist Außengastronomie bereits wieder erlaubt.

Diese Regeln gelten aktuell in Italien:

  • Die Einreise nach Italien aus Deutschland ist unter strengen Auflagen möglich
  • Ein negativer Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, ist für die Einreise notwendig
  • Außerdem muss die Einreise dem zuständigen italienischen Gesundheitsamt am Aufenthaltsort in Italien (Dipartimento di prevenzione del’azienda sanitaria locale) gemeldet werden
  • Der Transit durch Tirol muss innerhalb von 12 Stunden erfolgen
  • Reisen zwischen den italienischen Regionen nur mit triftigem Grund
  • Im ganzen Land besteht im öffentlichen Raum eine Maskenpflicht
  • Es besteht landesweit eine Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr
  • Es darf nur eine begrenzte Anzahl von Menschen aus unterschiedlichen Haushalten im selben Auto fahren. Nähere Infos dazu gibt es beim ADAC
  • Die italienische Tracing-App „Immuni“ soll die Verbreitung der Infektion eindämmen. Sie kann in allen gängigen App-Stores heruntergeladen werden

Portugal: Kann der Urlaub klappen?

Portugal ist von der Corona-Pandemie weiterhin betroffen und verzeichnet zuletzt wieder leicht steigende Infektionszahlen. Auf Madeira sowie den Azoren und in der Region Algarve liegen die Zahlen der Neuinfektionen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb diese Regionen als Risikogebiete eingestuft wurden.

Für das Festland gilt aktuell keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Diese Regeln gelten aktuell in Portugal:

  • Für die Azoren und Madeira benötigen Urlauber einen negativen PCR-Test , der nicht älter als 72 Stunden ist
  • Madeira: Alternativ kann man auch bei der Einreise einen kostenfreien Corona-Test durchführen lassen, dessen Ergebnis in der Regel innerhalb von 12 Stunden vorliegt. Bis dahin muss man sich im Hotel isolieren
  • Azoren: Bei einem Aufenthalt von mehr als sieben Tagen erfolgen weitere Tests am 6. Tag sowie am 12. Tag nach dem ersten Test. Hierzu ist mit der Gesundheitsbehörde des Aufenthaltsorts Kontakt aufzunehmen
  • Im Freien müssen Masken getragen werden, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann. In geschlossenen Räumen gilt dies unabhängig vom Abstand.

Ist ein Urlaub in Frankreich möglich?

Frankreich ist als Risikogebiet eingestuft. Aufgrund der hohen Infektionszahlen rät das Auswärtige Amt sowohl vor Reisen ins Land ab. Das Département Moselle an der Grenze zum Saarland und zu Rheinland-Pfalz gilt zusätzlich als Virusvarianten-Gebiet.

Es gilt landesweit eine Ausgangssperre von 19 bis 6 Uhr. Tagsüber zwischen 6 und 19 Uhr benötigt man einen triftigen Grund, wenn man sich mehr als zehn Kilometer von seiner Wohnung entfernt.

Durch die Anfang April verschärften Lockdown-Bestimmungen benötigen Deutsche für die Einreise nach Frankreich auch tagsüber einen triftigen Grund. Laut Aussage der Französischen Botschaft in Berlin ist die Heimreise nach Deutschland "normalerweise" erlaubt.

Wer aus Frankreich nach Deutschland einreist, muss aufgrund der Vorgaben der deutschen Behörden neben der digitalen Einreiseanmeldung einen Corona-Test (PCR oder Antigen-Schnelltest) vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Diese Regeln gelten aktuell in Frankreich:

  • Fahrten zwischen den Regionen sind ohne triftigen Grund verboten. Dadurch sind auch touristische Reisen innerhalb Frankreichs nicht mehr erlaubt
  • Alle Geschäfte, die keine lebensnotwendigen Produkte führen, dürfen keine Kunden empfangen
  • Bars, Cafés und Restaurants sowie Freizeiteinrichtungen und Sehenswürdigkeiten sind ebenfalls geschlossen
  • Die landesweite Ausgangssperre gilt von 19 bis 6 Uhr
  • Alle Personen über elf Jahren müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln (inklusive Taxis) und öffentlichen geschlossenen Räumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
  • Für die Überseegebiete gelten gesonderte Regeln

Urlaub in Kroatien: Was ist zu beachten?

Nachdem die Corona-Infektionszahlen in den letzten Tagen deutlich gestiegen sind, stuft das Robert Koch-Institut (RKI) ganz Kroatien als Corona-Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet) ein. Dies betrifft auch die Halbinsel Istrien, eine der wichtigsten Urlaubsdestinationen Kroatiens. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt ebenfalls für ganz Kroatien.

Diese Regeln gelten aktuell in Kroatien:

  • Touristen aus EU- und EWR-Mitgliedsstaaten dürfen bei der Einreise neben einem PCR-Test auch einen Antigen-Schnelltest vorzeigen
  • Wer mit einem Antigen-Schnelltest einreist und länger als 10 Tage in Kroatien bleiben will, muss innerhalb von 10 Tagen nach Ausstellung des ersten Tests einen zweiten durchführen
  • Ohne Test einreisen dürfen Personen, die vollständig gegen Covid-19 geimpft sind oder sich von einer Covid-19-Infektion erholt haben und dies belegen können
  • Bei der Einreise werden die Kontaktdaten der Reisenden für die Dauer ihres Aufenthalts registriert. Diese können auch vorab auf der Website des kroatischen Tourismusministeriums hinterlegt werden
  • Restaurants, Cafés und andere Lokale sind nur im Außenbereich geöffnet. Hotels und andere Unterkünfte sind prinzipiell ebenfalls offen, dürfen Essen aber nur für Hotelgäste anbieten
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften ist eine reduzierte Anzahl von Personen zugelassen
  • In Geschäften und im öffentlichen Verkehr besteht eine Maskenpflicht
  • An Stränden gibt es Zugangsbeschränkungen und Auflagen (Liegestühle müssen beispielsweise paarweise in Abständen von 4,5 Metern aufgestellt werden, Ordnungsdienste der Gemeinden wachen über die Einhaltung)

Ist ein Urlaub in der Türkei 2021 möglich?

Die Türkei gehört mittlerweile zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Zahl der Infektionen ist vor allem in den letzten Wochen stark angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) führt die gesamte Türkei als Corona-Risikogebiet (Hochinzidenz-Gebiet). Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Türkei.

Seit März besteht die Pflicht, sich 72 Stunden vor der Einreise in die Türkei online zu registrieren. Das Formular gibt es auf der Website des türkischen Gesundheitsministeriums, auch in deutscher Sprache.

Nach der Registrierung erhalten Reisende einen Genehmigungscode ("HES-Code"), der bei Kontrollen im Land vorgezeigt werden muss. Der Code kann auch in der Türkei per SMS oder mittels einer App erlangt werden.

Diese Regeln gelten aktuell in der Türkei:

  • Reisende müssen einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf
  • Vor der Einreise werden unter anderem Temperaturmessungen durchgeführt und gegebenenfalls auch zusätzliche Gesundheitsuntersuchungen vorgenommen. Bei positivem Testergebnis wird eine medizinische Behandlung angeordnet, auch Quarantänemaßnahmen sind möglich
  • Die Einhaltung des türkischen Tourismus- und Hygienekonzeptes ist Pflicht
  • Dazu gehört ein PCR-Test für alle Reisenden in der Türkei innerhalb von 48 Stunden vor der Rückreise nach Deutschland
  • Landesweite Ausgangsbeschränkungen an allen Wochentagen von 19 Uhr bis 5 Uhr und an Wochenenden durchgehend von Freitag, 19 Uhr, bis Montag, 5 Uhr
  • Die Ausgangssperren gelten nicht für Touristen, örtliche Ausnahmeregelungen sind aber möglich
  • Reisen zwischen den Provinzen mit privatem Transportmittel sind während der Ausgangssperren grundsätzlich untersagt, möglich sind Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Die Nutzung öffentlicher Nahverkehrsmittel ist für Personen über 65 und unter 20 Jahren untersagt
  • In vielen Städten gilt die Maskenpflicht überall im öffentlichen Raum
  • Es gilt außerdem ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit

Urlaub in Österreich: Trotz Corona möglich?

Es ist ein ungleiches Bild, das Österreich derzeit bietet: In Vorarlberg sind Gastronomie und Kulturbereich geöffnet. In Wien gilt ein mehr oder weniger harter Lockdown (Schulen offen, Handel bleibt zu). Und dazwischen: Da sind Schulen und Handel zwar offen, Gastronomie und Veranstaltungsbranche aber dicht. Mitte Mai soll bundesweit geöffnet werden. Die Auflagen sind: negativer Test, Impfung oder Genesung. Kurz gesagt: der „Grüne Pass“. Wie das so rasch umgesetzt werden soll, ist offen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Schnitt bei 175. Während die Zahlen im Osten von einem hohen Niveau ausgehend sinken, stagnieren sie in anderen Landesteilen oder steigen wieder. Etwa in Vorarlberg. Österreichs westlichstes Bundesland sollte als Modellregion für die Öffnung dienen – nur hat sich die Inzidenz dort vervierfacht und liegt bei 239. Das wohl größte Fragezeichen steht hinter: Tirol. Dort hat sich eine Immun-Flucht-Variante verbreitet.

Es gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für die meisten Regionen. Bis 31. Mai gibt es zudem verschärfte Einreisebestimmungen: Wer aus einem Corona-Risikogebiet einreist – und dazu zählt aus österreichischer Sicht Deutschland – muss sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Diese kann frühestens nach fünf Tagen durch einen weiteren negativen PCR- oder Antigen-Test beendet werden.

Bis vorerst 5. Mai muss jeder, der Tirol und Osttirol verlässt, einen negativen Coronavirus-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden (Antigen-Test) bzw. 72 Stunden (PCR-Test) sein darf. Die Regelung gilt für die Reise in andere österreichische Bundesländer. Die Durchreise durch Österreich ist nach Auskunft der österreichischen Bundesregierung ohne Einschränkungen möglich, wenn Reisende das Land ohne Zwischenstopp durchqueren. Kurze Tankstopps und Toilettenbesuche werden in der Regel geduldet.

Diese Regeln gelten aktuell in Österreich:

  • Es gilt eine Ausgangssperre von 20 bis 6 Uhr; tagsüber dürfen sich Angehörige zweier Haushalte treffen
  • Die Beherbergung zu touristischen Zwecken ist weiterhin untersagt
  • In allen Geschäften, Tankstellen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Bergbahnen müssen FFP2-Masken getragen werden
  • Geschäfte sind unter Auflagen geöffnet
  • Ein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen muss weiter eingehalten werden

Niederlande - So ist die Lage im Nachbarland

Mehr als drei Monate waren im Nachbarland strenge Auflagen in Kraft, jetzt wird gelockert. Am 5. Mai wird die umstrittene Ausgangssperre abgeschafft. Dann dürfen auch Restaurants und Bars öffnen, wenn auch noch nicht drinnen – von 12 bis 18 Uhr ist die Bewirtung im Außenbereich mit bis zu 50 Gästen erlaubt. Geschäfte dürfen ihre Kunden wieder ohne Termin empfangen. Die Niederländer sollen dann zudem zwei Besucher statt bisher nur einen zu Hause empfangen können.

„Die Gesellschaft sehnt sich nach Freiheit“, sagte Ministerpräsident Mark Rutte. Die Sieben-Tage-Inzidenz hat sich auf 337 Neuinfektionen pro 100.000 Bürger erhöht. Rutte räumte ein, dass sein Schritt riskant sei. Doch der Lockerungsdruck auf die Regierung war zu groß geworden. Ausländern wird weiter von Einreisen abgeraten. Wer doch kommt, soll zehn Tage in Quarantäne.

Diese Regeln gelten aktuell in den Niederlanden:

  • Bei der Einreise muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden (nicht älter als 24 Stunden). Die Einreise mit dem Auto ist auch ohne Test möglich
  • Ist der PCR-Test (Einreise mit Flugzeug, Schiff, Bus oder Bahn) älter als 24 Stunden, aber nicht älter als 72 Stunden, muss man zusätzlich einen negativen Schnelltest vorlegen, der innerhalb von 24 Stunden vor der Einreise durchgeführt wurde.
  • Nach der Einreise besteht eine dringende Empfehlung für eine zehntägige Quarantäne. Diese kann auch in einer Ferienunterkunft verbracht werden. Frühestens nach fünf Tagen kann sie durch einen weiteren Test vorzeitig beendet werden
  • Flugreisende aus allen Ländern müssen ein Gesundheitsformular ausfüllen und bei sich führen
  • Zwischen 22 Uhr und 4.30 Uhr ist landesweit eine nächtliche Ausgangssperre zu beachten (bis 5. Mai)
  • In der Öffentlichkeit darf man sich mit maximal zwei Personen aus verschiedenen Haushalten treffen
  • Geschäfte des täglichen Bedarfs sind normal geöffnet, alle anderen dürfen Kunden nur nach vorheriger Terminvereinbarung empfangen
  • Ab 28. April geplant: Die nächtliche Ausgangssperre wird aufgehoben. Die Terrassen der Cafés (12 bis 18 Uhr) und Geschäfte dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Shoppen ist dann auch wieder ohne Termin möglich

Weitere Länder – Das sollten Urlauber und Urlauberinnen wissen

USA: Die Infektionszahlen in den USA sind mittlerweile rückläufig - befinden sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Es gibt jedoch ein Einreiseverbot für Personen, die sich innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen vor Einreise in Deutschland oder einem anderen Land des Schengenraums aufgehalten haben. Ausgenommen vom Verbot der Einreise sind US-Staatsbürger, Personen mit ständigem legalen Aufenthalt in den USA („Greencard“-Inhaber), enge Verwandte von US-Staatsbürgern, Diplomaten oder Mitarbeiter internationaler Organisationen. Reisende müssen der Fluggesellschaft vor Einreise in die USA einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als drei Tage sein darf.

Belgien: Belgien ist von der Pandemie im europäischen Vergleich stark betroffen Die belgischen Behörden warnen vor nicht-essentiellen Reisen Einreisende nach Belgien müssen grundsätzlich innerhalb von 48 Stunden vor Einreise ein elektronisches "Passenger Locator Form" (PLF) ausfüllen und elektronisch versenden. Ein Nachweis (elektronisch oder Ausdruck) soll bei Einreise mitgeführt werden, da Kontrollen möglich sind.

Großbritannien: Aufgrund der aufgetretenen Varianten ist das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland als Virusvarianten-Gebiet eingestuft.

Durch die Coronavirus-Einreiseverordnung vom 13. Januar 2021 müssen Einreisende aus dem Vereinigten Königreich nach Deutschland bis auf weiteres neben der bestehenden Anmeldepflicht und grundsätzlichen Quarantänepflicht zudem den Nachweis eines negativen Corona-Tests in deutscher oder englischer Sprache mitführen.

Schweden: Ganz Schweden ist Corona-Risikogebiet und Hochinzidenz-Gebiet. Ein negativer Corona-Test ist für die Einreise erforderlich. Eine Quarantäne-Pflicht gibt es in Schweden nicht. Die Behörden empfehlen aber, sich nach der Einreise freiwillig für sieben Tage zu isolieren. Hotels, Pensionen und Campingplätze sind unter Einschränkungen geöffnet. In Restaurants und Lokalen ist nur die Bedienung am Tisch erlaubt. An einem Tisch dürfen nicht mehr als vier Personen sitzen.

Polen: Polen ist als Risikogebiet eingestuft. Bei Einreise über eine EU-Außengrenze gilt eine zehntägige Quarantänepflicht, so auch nach der Einreise über eine EU-Binnengrenze bei Einreise mit organisierten Reisen bzw. bei Einreise per Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff. Die Quarantänepflicht besteht nicht, wenn bei Einreise eine negativer Corona-Test (PCR oder Antigen), der nicht älter als 48 Stunden sein darf, vorgelegt wird. Wer nach Polen einreist und sich deshalb in Quarantäne befindet, kann sich durch einen negativen Test davon befreien.

Kreuzfahrten in Corona-Zeiten: Bundesregierung rät dringend ab

Kreuzfahrten: Schiffsreisen im Mittelmeer oder in der Nordsee sind prinzipiell wieder möglich. Das Auswärtige Amt rät nicht von Kreuzfahrten ab, die über spezifische Hygienekonzepte verfügen und deren Reise in einem Hafen in Deutschland beginnen und ohne ein Anlegen in einem ausländischen Hafen wieder in einem Hafen in Deutschland enden.

Allerdings haben der neueste Lockdown sowie der Appell der Bundesregierung, zu Hause zu bleiben, auch Konsequenzen für die Kreuzfahrten im Frühjahr. Immer wieder werden Starts abgesagt oder verschoben.

(fmg/dpa/AFP mit gb/gab/jos/scho)

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