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Corona: Olympia treibt Neuinfektionen in Tokio in die Höhe

Lesedauer: 57 Minuten
Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 14,5

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 14,5

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gestiegen. Sie liegt jetzt bei 14,5 - vor einer Woche betrug sie noch 10,9.

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In der Olympia-Stadt Tokio gibt es so viele Corona-Neuinfektionen wie nie zuvor. Auch in Deutschland steigen die Zahlen. Mehr im Blog.

  • Die Forderungen nach einem zeitnahen Corona-Gipfel werden immer lauter
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet auch am Dienstag steigende Corona-Zahlen
  • Die Testpflicht bei Reiserückkehrern soll nach Plänen von Jens Spahn verschärft werden
  • Wenige Tage nach dem Beginn der Olympischen Spiele hat Tokio einen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet
  • Bundesjustizministerin Christine Lambrecht schließt eine Impfpflicht aus
  • Dieses Blog ist geschlossen. Für weitere Corona-News lesen Sie unser aktuelles Newsblog.

Berlin. Schlechte Nachrichten für Urlauber: Ganz Spanien - und damit auch die beliebte Urlaubsinsel Mallorca - gelten ab heute als Hochinzidenzgebiet. Gleiches gilt für die Niederlande. Das hatte die Bundesregierung vor wenigen Tagen aufgrund der Corona-Lage in beiden Ländern entschieden.

Doch auch in Deutschland steigen die Corona-Zahlen täglich weiter. Laut Robert Koch-Institut (RKI) liegt die bundesweite Inzidenz am Dienstag bereits bei 14,5. Der Tageswert an Impfungen fällt dagegen auf das Niveau von Februar. Die Kommunen appellieren daher eindringlich an Bund und Länder, Vorbereitungen für eine neue Corona-Welle zu treffen. Auch mehrere Ministerpräsidentinnen und -präsidenten fordern einen kurzfristigen Corona-Gipfel. In fast ganz Europa dominiert die Delta-Variante inzwischen.

Die politische Debatte dreht sich weiterhin vor allem um Impfverweigerer. Nach dem Vorstoß von Kanzleramtschef Helge Braun, der mit Beschränkungen für Impfverweigerer drohte, ist die Resonanz groß. Parteikollege und Kanzlerkandidat Armin Laschet widersprach als einer der ersten und auch von der Linkspartei kam Kritik. Robert Habeck (Grüne) wiederum will zwar keine Impfpflicht, aber dafür mehr Anreize für Geimpfte schaffen.

RKI meldet Zahlen zu Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des RKI von Dienstagmorgen lag sie bei 14,5 – am Vortag betrug der Wert 14,3 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1545 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1183 Ansteckungen gelegen. Mehr dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert

Corona-News von Dienstag, 27. Juli: Kretschmann sagt Einschränkungen für Ungeimpfte voraus

14.17 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat kurz vor einer Schalte mit den unionsgeführten Ländern zum Kampf gegen die Corona-Pandemie Einschränkungen für Nicht-Geimpfte in Aussicht gestellt. "Die, die sich nicht impfen lassen, müssen damit rechnen, dass der Zugang zu Veranstaltungen, Institutionen, erschwert ist", sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart.

Ungeimpfte müssten außerdem damit rechnen, dass sie sich an den Kosten für Tests beteiligen müssen, sobald allen Bürgern ein Impfangebot gemacht wurde. Vollständig Geimpften werde man hingegen maximale Freiheiten geben, soweit das möglich sei. Allerdings werde man von der Einhaltung der AHA-Regeln nicht abrücken können.

Urteil: Lohnfortzahlung trotz Corona-Quarantäne möglich

13.55 Uhr: Eine in der Corona-Pandemie angeordnete Quarantäne schließt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber nicht aus. Das hat das Arbeitsgericht Aachen in einem am Dienstag veröffentlichen Urteil entschieden.

Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der im Mai 2020 wegen Kopf- und Magenschmerzen zum Arzt gegangen war. Der stellte die Arbeitsunfähigkeit fest und meldete einen Covid-19-Test an das Gesundheitsamt. Die Behörden ordneten daraufhin Quarantäne an. Der Arbeitgeber zog bei der nächsten Lohnabrechnung die schon geleistete Zahlung wieder ab und verrechnete sie mit einer niedrigeren Entschädigung, die das Infektionsschutzgesetz vorsieht.

Das ist aber laut dem rechtskräftigen Urteil des Arbeitsgerichts vom 30. März 2021 nicht rechtens. Der Arzt habe den Arbeitnehmer krankgeschrieben. Das Infektionsschutzgesetz dagegen sieht einen Entschädigungsanspruch nicht für arbeitsunfähige Mitarbeiter vor, sondern für in Quarantäne geschickte Verdachtsfälle, durch die eine Ansteckung verhindert werden soll. Um so einen Fall aber sei es bei dem Streit nicht gegangen.

Söder: Brauchen im Corona-Kampf klare Linien für den Herbst

13.46 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Politik in Bund und Ländern aufgefordert, mit einer klaren Strategie gegen eine vierte Corona-Welle in den Herbst zu gehen. Anfang August werde es eine Ministerpräsidentenkonferenz geben, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. "Dafür brauchen wir klare Linien", sagte er. Es dürfe in der Pandemiebekämpfung kein Zögern geben und die Hoffnung, "in die Bundestagswahl zu stolpern", sagte Söder.

Söder sprach sich dafür aus, geimpften Menschen ihre Freiheitsrechte zurückzugeben, Ungeimpften dagegen nicht ohne weiteres. Es gehe nicht um die Benachteiligung Ungeimpfter oder um einen Impfdruck durch die Hintertür. Jedoch sei das Vorenthalten von Grundrechten für Geimpfte nicht zu rechtfertigen.

DIHK: US-Reise-Bann kostet deutsche Wirtschaft zweistelligen Milliardenbetrag

13.23 Uhr: Die deutsche Wirtschaft befürchtet massive Schaden wegen der Beibehaltung der US-Einreisebeschränkungen. "Durch den ‚Travel Ban‘ und dessen angekündigte Verlängerung entsteht den deutschen Unternehmen in den USA ein Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe", sagte Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelsklammertags (DIHK), unserer Redaktion. "Das umfasst die gestrichenen und aufgeschobenen Investitionen sowie die Einbußen beim Export von Deutschland in die USA – insbesondere beim Maschinen- und Anlagenbau."

Die meisten Fälle, bei denen die Einreise in die USA verweigert werde, seien Techniker und Ingenieure, so Treier. Am Montag hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, angekündigt, dass die Einreisebeschränkungen mit Blick auf die Verbreitung der Delta-Variante beibehalten würden. Dieser Reise-Bann besteht seit März 2020 unter anderem für Länder des Schengenraums. Eine Einreise in die USA ist nur mit einer Ausnahmegenehmigung (National Interest Exception) möglich.

Die USA sind seit Jahren das wichtigste Exportland für die deutsche Wirtschaft. Mehr als 5500 deutsche Unternehmen mit eigenen Niederlassungen befinden sich in den Vereinigten Staaten. Sie erwirtschaften einen Gesamtumsatz von rund 532 Milliarden Dollar pro Jahr und schaffen etwa 900.000 Jobs.

Scholz stellt öffentliche Bezahlung von Corona-Tests in Frage

13.18 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, Corona-Tests nicht mehr öffentlich zu bezahlen - wenn alle, die sich impfen lassen können, ein Impfangebot erhalten haben. Scholz schrieb am Dienstag auf Twitter, das Wichtigste sei nun, möglichst viele von einer Impfung überzeugen. "Ich bin für mobile Impfteams in Turnhallen, vor Supermärkten und Fußballstadien. Der Impfstoff muss jetzt zu den Leuten kommen."

Viele Veranstaltungen würden weiterhin nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete möglich sein, so Scholz. "Aber der Zeitpunkt wird kommen, an dem alle, die sich impfen lassen können, ein Impfangebot erhalten haben." Dann werde es nicht mehr möglich sein, die Corona-Tests öffentlich zu bezahlen.

Bayern-Profi Tolisso positiv auf das Coronavirus getestet

13.17 Uhr: Fußball-Weltmeister Corentin Tolisso ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Profi des FC Bayern München befindet sich nach Angaben des Vereins in häuslicher Isolation in seiner Heimat Frankreich. Damit fehlt er dem neuen Trainer Julian Nagelsmann in der Vorbereitung auf die am 13. August beginnende Bundesligasaison. Schon in der Vorsaison kam er aufgrund von Muskelverletzungen und eines Sehnenrisses auf lediglich 24 Pflichtspiele für den deutschen Meister, in denen er drei Treffer erzielte.

Vier Profiligen helfen bei der Ausweitung des Impfangebots

13.09 Uhr: Die Initiative Profisport Deutschland (IPD) möchte Städte und Gemeinden bei der Umsetzung von Impfangeboten bei Sportveranstaltungen unterstützen. Das gaben die vier größten deutschen Profiligen am Dienstag gemeinsam bekannt. Man wolle zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, um die Impfbereitschaft in Deutschland zu erhöhen. Dadurch soll der Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützt werden. Bereits jetzt gibt es an einigen Standorten die Möglichkeit, sich gegen das Virus impfen zu lassen. 107 Clubs der Deutschen Fußball Liga, der Basketball-Bundesliga, der ersten und zweiten Handball-Bundesliga sowie der Deutschen Eishockey Liga gehören der Initiative an.

Drogen: Kartelle gehen immer brutaler beim Rauschgifthandel vor

12.47 Uhr: Als Deutschland im vergangenen Jahr in den Corona-Lockdown ging, schlossen Geschäfte, Diskotheken, Festivals fielen aus, auch der Party-Urlaub. Doch der Handel mit Drogen boomte weiter: vor allem über das Internet. Und auch die Post lieferte im Lockdown weiter Pakete aus. Das, so die Polizei, nutzten auch die Drogendealer für den Versand von Kokain, Ecstasy oder Crystal-Meth. Lesen Sie dazu: Corona-Pandemie trägt den Handel mit Drogen ins Internet

Michael Müller will baldiges Bund-Länder-Treffen

12.23 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich für ein Treffen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) innerhalb der nächsten zwei Wochen ausgesprochen. Das teilte die Senatskanzlei am Dienstag mit.

Müller, der aktuell Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist, wünsche sich von der Bundesregierung, dass sie zügig die Regularien für Reiserückkehrer anfasse und es zum Beispiel bei Flughäfen nicht nur bei Stichproben bleibe. "Der Korridor, um der gegenwärtigen Entwicklung noch wirksam entgegenzuwirken, wird enger", warnte Müller. "Deshalb müssen wir jetzt zügig handeln, dazu gehört auch ein baldiges Treffen meiner Amtskolleginnen und Amtskollegen."

Italien prüft Corona-Impfpflicht für Lehrer

11.50 Uhr: In Italien erwägt die Regierung einem Zeitungsbericht zufolge eine Corona-Impfpflicht für Lehrer und anderes Personal an den Schulen. Noch in dieser Woche könnte dazu ein Dekret erlassen werden, hieß es in der Zeitung "Corriere della Sera". Zuvor solle es noch ein Treffen mit den Gewerkschaften geben. Gesundheitsminister Roberto Speranza sagte im Fernsehen, es werde geprüft, was das wirksamste Mittel sei, um Präsenzunterricht wieder zu ermöglichen.

Nach offiziellen Angaben sind 85 Prozent der Lehrer zumindest einmal gegen Covid-19 geimpft. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Ministerpräsident Mario Draghi betonte in der Vergangenheit immer wieder, wie wichtig normaler Unterricht in den Klassen sei. Derzeit sind noch bis September in Italien Ferien. Wegen der Pandemie mussten viele Kinder und Jugendliche vergangenes Jahr zu Hause via Internet am Unterricht teilnehmen.

EU erreicht 70 Prozent Erstimpfungsquote bei Erwachsenen

11.32 Uhr: In der EU haben 70 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitteilte, haben zudem 57 Prozent der Volljährigen bereits den vollen Impfschutz. Damit habe Europa im weltweiten Vergleich aufgeholt.

Unter anderem waren etwa die USA oder Israel zunächst deutlich schneller darin, der Bevölkerung Impfangebote zu machen. Man müsse die Anstrengungen aber beibehalten, so von der Leyen. "Die Delta-Variante ist sehr gefährlich." Sie rufe daher jeden und jede dazu auf, sich impfen zu lassen, sofern die Möglichkeit dazu bestehe.Nach eigenen Angaben werde die EU somit ihr Ziel erreichen und bis Ende des Sommers 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung gegen das Coronavirus vollständig geimpft haben.

Corona-Neuinfektionen in Tokio auf Höchststand

11.20 Uhr: Wenige Tage nach dem Beginn der Olympischen Spiele hat Tokio einen Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Binnen 24 Stunden seien 2848 neue Fälle hinzugekommen, teilten die Behörden der japanischen Hauptstadt mit. Der letzte Höchststand mit 2520 Ansteckungen wurde am 7. Januar gemeldet. Damit haben sich in Tokio seit Pandemiebeginn mehr als 200.000 Menschen infiziert.

In der Metropolregion gilt der nunmehr vierte Corona-Notstand, der während der gesamten Olympischen Spiele und den Paralympics im kommenden Monat bestehen bleiben soll. Experten warnen, dass die besonders ansteckende Delta-Variante des Virus in der Zeit der Spiele für einen massiven Ausbruch sorgen könnte.

Corona-Lockdown in Melbourne endet

11.00 Uhr: Nach knapp zwei Wochen werden die strikten Corona-Beschränkungen im australischen Bundesstaat Victoria mit der Millionenmetropole Melbourne weitgehend wieder aufgehoben. Der Lockdown ende in der Nacht zum Mittwoch, teilte Regional-Premierminister Daniel Andrews mit. Zugleich appellierte er an die Bevölkerung, "wachsam gegenüber diesem Virus sein, der Delta-Variante, bis so viele Menschen wie möglich geimpft sind."

Am Mittwoch dürfen Schulen, Restaurants, Fitnessstudios und Geschäfte wieder öffnen. Zudem sind im Freien Treffen von bis zu zehn Menschen erlaubt. Zuhause darf man aber weiterhin keine Gäste empfangen. Auch im Bundesstaat South Australia mit der Großstadt Adelaide ist die Lage wieder unter Kontrolle: Die vor einer Woche verhängten Beschränkungen enden hier ebenfalls am Mittwoch. Sydney bleibt hingegen nach einem guten Monat weiter im Lockdown.

KBV-Chef Gassen - Nicht allein Corona-Inzidenz berücksichtigen

10.10 Uhr: Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat die Politik aufgefordert, bei der Beurteilung der Corona-Lage neben den Inzidenzwerten verstärkt zusätzliche Daten zu berücksichtigen. Gassen sagte auf NDR Info, man brauche auch Parameter, die zeigten, wer sich konkret infiziere und wie die Belegungszahlen in den Krankenhäusern seien.

Zugleich warnte Gassen davor, das öffentliche Leben erneut herunterzufahren. Er verwies unter anderem auf die hohe Zahl an Geimpften und ein verändertes Infektionsspektrum beim Alter.

Virologe für Ausweitung der Testpflicht bei Reiserückkehrern

9.42 Uhr: Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer begrüßt die Idee einer Ausweitung der Corona-Testpflicht für zurückkehrende Urlauber. "Wir sehen tatsächlich schon, dass Reiserückkehrer gehäuft dazu beitragen, Infektionen nach Deutschland zu bringen", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin".

Das sei sicher auch darin begründet, dass bei Geimpften und Genesenen auf die Tests verzichtet werde, auch wenn sie aus Hochrisikogebieten kämen. Ein solches Vorgehen nannte er "fahrlässig", weil bereits bekannt sei, dass sich auch Geimpfte mit der Delta-Variante anstecken könnten.

Olympia-Stadt Tokio erweitert Kapazitäten für Covid-Patienten

9.18 Uhr: In Tokio, dem Austragungsort der Olympischen Spiele, bereiten sich Krankenhäuser auf die Aufnahme zusätzlicher Covid-19-Kranke vor. Die Zahl der Betten für diese Fälle soll von derzeit 5967 auf 6406 erhöht werden, berichtet der Sender TBS. In der japanischen Hauptstadt hat sich am Montag mit 1429 Fällen die Zahl der täglichen Neuinfektion im Vergleich zum Montag vor einer Woche verdoppelt.

Mediziner rechnen mit weniger Intensivpatienten bei neuer Welle

6.57 Uhr: Intensivmediziner rechnen bei einer neuen Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen als in der jüngsten Hochphase. "Ich bin mir sicher, dass die Zahlen der Patienten auf
den Intensivstationen und in den Krankenhäusern bei einer vierten Welle nicht so hoch sein werden wie bei der dritten Welle", sagte Stefan Kluge, Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

Zugleich sagte er aber auch: "Es ist noch nicht vorbei." Das Virus sei in seiner Delta-Variante viel ansteckender als noch vor einem Jahr. "Deshalb sollten jetzt auch nicht alle Regeln, wie etwa das Maskentragen in Supermärkten, aufgehoben werden."

Lauterbach warnt vor Unterricht ohne Einschränkungen

6.45 Uhr: Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat vor einem Schulstart nach den Sommerferien ohne jegliche Corona-Beschränkungen gewarnt. "Ich habe schon aus den Ländern von der Idee gehört, nach dem Sommer den Unterricht ohne jede Einschränkung auch bei hohen Inzidenzen wieder durchzuführen. Wir hätten bis Ende des Schuljahres eine komplette Durchseuchung aller Schüler", sagte er der "Rheinischen Post" (Dienstag). Fahre man die Schutzmaßnahmen in Schulen zu früh herunter, würden sich sehr viele Kinder mit Covid-19 infizieren. Es sei unklar, wie viele von ihnen nach einer Erkrankung mit Long-Covid-Spätfolgen oder gar einem schwächeren Immunsystem zu kämpfen hätten.

Alternativ könnten Schulen an Wechselunterricht, Masken, Test und Quarantäne für erkrankte Schüler festhalten. "Auch die Impfung von über zwölfjährigen Jugendlichen kann aus meiner Sicht sehr dabei helfen, die Pandemie zu überwinden", sagte Lauterbach.

Patientenschützer nennt Debatte über Impfpflicht "brandgefährlich"

6.23 Uhr: Patientenschützer haben die Debatte um eine Corona-Impfpflicht in Deutschland scharf kritisiert. Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, nannte es in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe) "brandgefährlich", öffentlich über eine Impfpflicht nachzudenken. "Niemand kann hierzulande ein Interesse haben, mit der Polizei eine Impfpflicht durchzusetzen", betonte er.

Impf-Skeptiker müssten "mit Argumenten" überzeugt werden, forderte Brysch. "Kern einer solchen Debatte muss der Selbstschutz vor Corona sein." Der Bundesregierung warf Brysch vor, dieser Debatte aus dem Weg zu gehen. "Damit überlässt sie den Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern das Feld", kritisierte er.

Spahn will Testpflicht im Reiseverkehr ausweiten

5.21 Uhr: Die Bundesregierung bereitet nach Informationen dieser Redaktion eine erhebliche Verschärfung der Corona-Reiseauflagen vor. Das Gesundheitsministerium will nach eigenen Angaben "eine schnellstmögliche Ausweitung der Test-Pflichten bei Einreise".

Bisher müssen Flugpassagiere und Einreisende aus Hochrisikogebieten einen negativen Corona-Test vorlegen – es sei denn, sie sind vollständig geimpft oder genesen. Künftig will Minister Jens Spahn (CDU) einen Test offenbar unabhängig davon verlangen, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln die Reisenden nach Deutschland kommen. "Die Abstimmung in der Regierung dazu läuft", erklärte eine Sprecherin des Ministeriums.

Wie unsere Redaktion weiter berichtet, sträubt sich bisher im Kabinett vor allem Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) gegen die Pläne, weil die umfassende Testpflicht unverhältnismäßig sei.

Kretschmer: "Wer nicht geimpft ist, wird sich mit regelmäßigen Corona-Tests abfinden müssen"

4.44 Uhr: Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen dringt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf eine bessere Kontrolle von Reiserückkehrern. "Wir brauchen wieder schärfere Regeln bei der Einreise aus ausländischen Risikogebieten", sagte die SPD-Politikerin dieser Redaktion. "Ein Test reicht da nicht aus. Auch hier sollte die Regel gelten, dass der erste Test bei der Einreise erfolgt und dass man sich dann nach fünf Tagen Quarantäne freitesten kann."

Die Regierungschefin warnte: "Wir sollten nicht den Fehler vom vergangenen Jahr wiederholen, dass Reiserückkehrer nicht ausreichend getestet werden."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) beschränkt sich dagegen auf einen Impf-Appell. "Geimpfte Menschen schützen nicht nur sich, sondern wegen der geringeren Übertragungswahrscheinlichkeit auch andere Menschen", sagte er dieser Redaktion. "Wer nicht geimpft ist, wird sich mit regelmäßigen Corona-Tests abfinden müssen." Kretschmer betonte: "Ich bin gegen Vorhaltungen und Sanktionen, aber sehr dafür, die Wichtigkeit des Impfens deutlich zu machen."

IW-Studie: Grüne Ausbildungsberufe trotz Corona-Krise stärker gefragt

2.41 Uhr: Lehrstellen in grünen Berufen, die mit Umwelt, Natur und Klimaschutz in Verbindung stehen, werden bei Schulabgängern immer beliebter. "Die Nachfrage nach einer Ausbildung ist in den grünen Berufen im Jahr 2020 insgesamt um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Damit haben sich die grünen Berufe entgegen dem Trend deutlich positiver entwickelt als der Ausbildungsmarkt insgesamt", nennt Dirk Werner, Leiter des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (IW) das Ergebnis einer Studie, die dieser Redaktion vorliegt. Zum Vergleich: Insgesamt ist die Zahl der Bewerber für Lehrstellen im vergangenen Jahr um 7,6 Prozent gesunken.

Corona-News von Montag, 26. Juli: Corona-Infektionszahlen in der Türkei erreichen Höchststand seit Mai

22.52 Uhr: In der Türkei ist die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen auf mehr als 16.000 Fälle angestiegen – das ist der höchste Stand seit Anfang Mai. Zudem starben im gleichen Zeitraum 63 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, wie das Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte.

Das Land mit rund 84 Millionen Einwohnern hatte Anfang Juli alle wegen der Pandemie erlassenen Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Seitdem steigen die Fallzahlen wieder. Die Türkische Ärztevereinigung TTB warf der Regierung am Montag eine falsche Pandemiepolitik vor. Sie forderte angesichts der steigenden Fallzahlen strengere Maßnahmen. Etwa solle die Regierung von Einreisenden entweder zwei Impfungen oder eine zweiwöchige Quarantäne verlangen, so die TTB.

Lambrecht: Gastronomen können Angebote nur für Geimpfte machen

22.01 Uhr: Angesichts des schleppenden Impftempos hat Bundesjustizministerin Christine Lambrecht auf die Möglichkeit verwiesen, Restaurants nur für Geimpfte zu öffnen. "Die Vertragsfreiheit ermöglicht privaten Anbietern wie Gastronomen eine weitgehend freie Gestaltung ihrer Angebote", sagte die SPD-Politikerin dieser Redaktion. "Wer seinen Gästen einen besonderen Schutz anbieten will, kann deshalb auch Angebote machen, die sich nur an Geimpfte richten." Lambrecht betonte: "Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass das Infektionsgeschehen beherrschbar bleibt."

Die Ministerin warnte davor, die Aussagekraft von Corona-Tests zu überschätzen. "Getestete Personen dürfen sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Ein Test ist immer nur eine Momentaufnahme und beinhaltet keine schützende Immunisierung", sagte Lambrecht. Deshalb sei Impfen das Gebot der Stunde. "Sich impfen lassen heißt, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen."

Eine Impfpflicht schloss Lambrecht abermals aus. Jedoch solle die Allgemeinheit "nicht mehr auf Dauer für Testkosten aufkommen müssen, wenn Menschen ihre Impfangebote nicht wahrnehmen", sagte sie.

New York und Kalifornien: Impfung oder Tests für Beschäftigte

21. 35 Uhr: Nach dem medizinischen Personal müssen in der Millionenmetropole New York ab Mitte September auch alle städtischen Mitarbeiter entweder einen Impfnachweis vorlegen oder sich wöchentlich testen lassen. Das teilte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag mit. Unter die zum Schulanfang in Kraft tretende Regelung fallen rund 340.000 städtische Angestellte, darunter auch Polizisten und Lehrpersonal.

"Der September ist der Schlüsselpunkt der Erholung", sagte de Blasio bei einer Pressekonferenz. "Und deswegen wird am ersten Schultag am 13. September von jedem städtischen Mitarbeiter erwartet, dass er entweder geimpft ist oder sich wöchentlich testen lässt."

Radprofi Geschke setzt Quarantäne körperlich zu: "Geht nicht so gut"

20.43 Uhr: Radprofi Simon Geschke setzt die Corona-Quarantäne bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht nur mental, sondern auch physisch zu. "Mir geht es mittlerweile vor allem körperlich nicht so gut, und ich glaube, das liegt eher nicht an Covid-19. Mir tut vor allem der Rücken weh vom vielen im Bett Liegen.

Mir fehlt auch Sonnenlicht, mir fehlt Bewegung, mir fehlt frische Luft, wir dürfen hier ja nicht mal die Fenster öffnen", erzählte Geschke in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag). Der 35 Jahre alte Routinier war vor dem olympischen Straßenrennen positiv getestet worden und ist seither in Tokio isoliert.

USA lockern Reisebeschränkungen für Europäer wegen Delta vorerst nicht

19.42 Uhr: Die USA wollen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Staaten vorerst nicht aufheben. "Wegen der Delta-Variante werden wir die bestehenden Reisebeschränkungen an dieser Stelle beibehalten", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Montag. Wegen der Delta-Variante würden die Corona-Fallzahlen steigen - vor allem unter den Ungeimpften. "Und es scheint wahrscheinlich, dass sich das in den kommenden Wochen fortsetzen wird", so Psaki weiter.

Die EU hatte die Mitgliedsstaaten bereits im vergangenen Monat aufgefordert, Beschränkungen für Reisende aus den USA und mehreren anderen Ländern schrittweise aufzuheben. Deutschland hatte daraufhin Einreisen unter anderem aus den USA "zu allen zulässigen Aufenthaltszwecken einschließlich Tourismus" wieder erlaubt.

Dobrindt fordert Ende der Quarantänepflicht für Geimpfte

18.54 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich dafür ausgesprochen, Geimpfte von Quarantänepflichten zu befreien. "Die Delta-Variante erhöht das Risiko für Nicht-Geimpfte, eine Infektion zu bekommen und sie weiter zu verbreiten", sagte er der "Welt". Deswegen müssten sich Quarantäne-Regeln von Nicht-Geimpften und Geimpften unterscheiden. Mittelfristig sollten Corona-Tests auch wieder selbst bezahlt werden, fügte der CSU-Landesgruppenchef hinzu.

Auch Staatsrechtler stützen Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) in seiner Forderung nach unterschiedlichen Rechten von Geimpften und Nicht-Geimpften. Der Regensburger Jurist Thorsten Kingreen sagte der "Welt", Ungeimpfte stellten eine Gefahr für andere dar und seien selbst stärker gefährdet. "Hieran darf staatliches Gefahrenabwehrrecht nicht nur anknüpfen, es muss es sogar", sagte der Experte für öffentliches Recht, Sozialrecht und Gesundheitsrecht.

Angst vor Infektion steigt wieder

18.16 Uhr: Mit den erneut steigenden Corona-Infektionszahlen wächst bei den Deutschen auch die Sorge, sich anzustecken. Nur 53 Prozent der Menschen fühlten sich sicher oder sehr sicher, dass sie sich vor einer Infektion schützen könnten, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Montag in Berlin mit. Mitte Juni waren es noch 62 Prozent gewesen.

Die große Mehrheit derjenigen, die das BfR für seinen "Corona-Monitor" befragte, achten weiterhin auf Sicherheitsmaßnahmen. So gaben 96 Prozent an, in den vergangenen zwei Wochen Maske getragen zu haben. Zwei Drittel der Befragten hielten weiter Abstand zu anderen Menschen. 88 Prozent befürworteten auch die von der Politik verhängten Regeln zu Abstand, Masken und Quarantäne als angemessen.

Zahl der Erstimpfungen sinkt dramatisch

17.15 Uhr: Die Impfkampagne in Deutschland geht nur noch schleppend voran: Wie aus dem Impf-Dashboard hervorgeht, ist die Anzahl an Corona-Impfungen auf das niedrigste Niveau seit rund sechs Monaten gefallen. So wurden am Sonntag 30.671 erste Impfdosen verabreicht - seit 7. Februar hat es keinen geringeren Wert gegeben. Seit 33 Tagen fällt der Sieben-Tage-Durchschnitt der ersten Impfungen: Der Wert ist von 844.000 auf 450.000 gesunken.

Niederlande lockern Reiseregeln für Hochrisiko-Länder

16.16 Uhr: Die Niederlande lockern die Regeln für Reisen in europäische Hochrisikogebiete. Ab Dienstag würden Reisewarnungen für EU-Länder mit hoher Inzidenz abgeschafft, teilte die Regierung am Montag in Den Haag mit. Zur Zeit wird noch von nicht notwendigen touristischen Reisen etwa nach Spanien, Portugal und Zypern abgeraten. Reisewarnungen nur aufgrund von Infektionszahlen seien nicht verhältnismäßig, erklärte die Regierung und verwies auch auf den hohen Impfgrad in Europa.

Bund: Ausreichend Impfstoff für "unmittelbare" Impfangebote

15.50 Uhr: Für die Corona-Impfungen gibt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums inzwischen ausreichend Impfstoff, um allen Interessierten "unmittelbar" ein Impfangebot machen zu können. "Das zu Beginn der Impfkampagne ausgegebene Ziel, jeder impfwilligen Person bis Ende des Sommers ein Angebot einer Erstimpfung zu machen, wurde also bereits zu Anfang des Sommers und damit deutlich früher erreicht – und somit übererfüllt", heißt es in einem Bericht, mit dem Ressortchef Jens Spahn (CDU) am Montag den Gesundheitsausschuss des Bundestags und seine Länder-Kollegen über den Stand informierte.

"Jetzt ist es von besonderer Bedeutung, die Bürgerinnen und Bürger mit dem Angebot zu erreichen, die sich bisher noch nicht für eine Impfung entschieden haben", heißt es in dem Bericht weiter. Dafür seien konkrete niedrigschwellige Angebote vor Ort besonders wichtig. "Es besteht weniger ein Mangel an Information als mehr ein Mangel an Gelegenheit." Für das noch bis Ende September laufende dritte Quartal werden demnach insgesamt mehr als 100 Millionen Impfdosen erwartet.

Trotz sinkender Infektionszahlen hohe Corona-Todeszahl in Indonesien

15.33 Uhr: Indonesiens tägliche Corona-Infektionszahlen gehen weiter zurück - die Zahl der täglichen Todesfälle bleibt aber hoch. Sie liege nahe einem Allzeithoch von mehr als 1500, teilte das indonesische Gesundheitsministerium am Montag mit. Das südostasiatische Land registrierte in den letzten 24 Stunden 28.228 Coronafälle, was die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen nach Angaben des Ministeriums auf fast 3,2 Millionen erhöhte. Weitere 1487 Todesfälle über Nacht ließen die Zahl der virusbedingten Todesopfer auf 84.766 steigen. Die Zahl der täglich Genesenen erreichte einen Rekord von 40.374.

Es gebe Anzeichen dafür, dass die Pandemie in Indonesien unter Kontrolle sei, da die Belegung der Krankenhausbetten und die täglichen neuen Fälle zu sinken begännen, sagte Indonesiens Präsident Joko Widodo am Sonntag.

Israel überprüft Corona-Quarantäne mithilfe von SMS und GPS

15.30 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen überprüft Israel künftig die Einhaltung der Quarantäne von Reiserückkehrern aus "roten" Ländern mithilfe von SMS und GPS. "Rote" Länder haben besonders hohen Inzidenzen. Dorthin dürfen Israelis nur mit Sondergenehmigung reisen. Personen würden während der einwöchigen Quarantäne SMS mit einem Link erhalten, erklärte ein Sprecher des Ministers für innere Sicherheit, Omer Bar-Lev, am Montag. Sie müssten auf den Link klicken und würden damit ihre GPS-Koordinaten an die Behörden senden.

Wer nicht auf den Link klicke, werde so wie bisher Kontrollbesuche von der Polizei erhalten, sagte der Sprecher. Ab kommender Woche werde es dann die Möglichkeit geben, auf den Link zu klicken und ein Selfie mit den GPS-Koordinaten des aktuellen Aufenthaltsortes zu verschicken. Israel hatte im vergangenen Jahr die Einhaltung der Quarantäne auch mit der Überwachung von Handys durch den Geheimdienst überprüft.

Lindner hält Risiko falsch negativer Corona-Tests für verantwortbar

15.27 Uhr: Nach Auffassung von FDP-Chef Christian Lindner rechtfertigt das Risiko falsch negativer Coronatests nicht die Ungleichbehandlung von geimpften und negativ getesteten Menschen. "Es ist ein verantwortbares Risiko", sagte Lindner am Montag auf der Insel Usedom. Neben Tests, die nicht anschlagen, gebe es auch Impfdurchbrüche, und auch Genesene könnten sich erneut infizieren. Es gehe um die Frage, welches Risiko verantwortbar sei und welche Folgen es etwa hätte, wenn negativ getestete Menschen "prinzipiell keinen Zugang, auch nach Test, zum Beispiel zum gesellschaftlichen Leben haben".

Steigende Corona-Infektionszahlen hatten die schon seit längerem geführte Debatte um mehr Einschränkungen für Ungeimpfte neu entfacht. Laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dürfte die Gleichstellung negativ Getesteter mit Geimpften und Genesenen wegen zu vieler falsch negativer Tests nicht aufrechtzuerhalten sein, sollten die Fallzahlen wieder deutlich steigen. Damit sei zu rechnen, "wenn die Menschen aus den Ferien zurückkommen und sich im Herbst wieder verstärkt in Innenräumen begegnen", hatte er der "Süddeutschen Zeitung" gesagt.

Die meisten Urlauber bleiben im Corona-Hochinzidenzland Spanien

15.13 Uhr: Die meisten deutschen Touristen auf Mallorca lassen sich den Urlaub von der Einstufung Spaniens als Hochinzidenzgebiet offensichtlich ganz und gar nicht vermiesen. Kurz vor Inkrafttreten der Entscheidung der Bundesregierung am Dienstag hätten nur sehr wenige Besucher den Urlaub auf der spanischen Mittelmeerinsel vorzeitig abgebrochen, sagte der Sprecher des Reiseveranstalters Tui, Aage Dünhaupt, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Auch der Deutsche Reiseverband sprach von einer "relativ entspannten" Lage. Es habe zwar „vermehrt Anfragen von Kundinnen und Kunden“ bezüglich der Rückreise gegeben. Aber: "Die meisten Urlaubenden möchten ihren Urlaub zu Ende verbringen und auch bei denen, die den Urlaub geplant haben, gibt es keine Storno-Welle", teilte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Rad-Sportdirektor: Kein schnelles Quarantäne-Ende für Geschke

15.11 Uhr: Radsprofi Simon Geschke muss nach seinem positiven Corona-Befund wohl mindestens acht Tage im olympischen Quarantäne-Hotel bleiben. Chancen auf eine vorzeitige Abreise sieht Patrick Moster, Sportdirekor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), nicht. "Es ist vielleicht ein kleines Gefängnis, in dem er sich befindet. Ändern können wir es nicht. Da geben die japanischen Behörden die Richtung vor", sagte Moster am Montag.

Geschke wird erst am sechsten Quarantäne-Tag am Freitag einen PCR-Test machen und 24 Stunden später erneut. Fallen diese Tests negativ aus, könnte der Berliner am Sonntag die Heimreise antreten. Bis dahin versucht der BDR, für Trainingsmöglichkeiten zu sorgen.

Streit um Corona-Hilfen: EU-Kommission schlägt Ungarn neue Frist vor

15.08 Uhr: Im Streit über den ungarischen Plan für die Verwendung von Corona-Hilfen erwartet die EU-Kommission offensichtlich keine schnelle Lösung. Wie Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis am Montag bestätigte, wurde der Regierung in Budapest jetzt vorgeschlagen, die eigentlich bereits abgelaufene Prüffrist für den Plan bis Ende September zu verlängern. Damit hätte Ungarn mehr Zeit, ein zustimmungsfähiges Konzept vorzulegen. Zugleich kann das Land aber weiter keine Gelder aus der sogenannten Aufbau- und Resilienzfazilität (RFF) bekommen.

In dem Streit geht es nach Angaben aus EU-Kreisen unter anderem darum, dass die für die Prüfung der nationalen Pläne zuständige EU-Kommission Garantien und Vorkehrungen gegen eine missbräuchliche Verwendung der Mittel fordert. Ungarns rechtsnationaler Ministerpräsident Viktor Orban wirft der Brüsseler Behörde vor, die Genehmigung für den ungarischen Corona-Plan aufgrund ihrer „Ablehnung der nationalen Gesetzgebung zum Schutz der Kinder“ zu verzögern.

Griechenland startet Corona-Impfung für Kinder von 12 bis 15 Jahren

14.50 Uhr: In Griechenland öffnet in den kommenden Tagen eine Online-Plattform, auf der für 12- bis 15-Jährige ein Termin zur Corona-Impfung gebucht werden kann. Das sagte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias am Montag dem Fernsehsender Skai.

Erst vor kurzem hat das Land mit der Impfung von 16- und 17-Jährigen begonnen. In dieser Altersgruppe sind bereits rund 30.000 Termine vergeben worden. Kikilias geht davon aus, dass die Zahl vor allem zum Beginn des neuen Schuljahres im September noch weiter steigen wird. Ein Termin für Minderjährige kann nur vereinbart werden, wenn die Eltern zustimmen. Der Gesundheitsminister appellierte nochmals an die Menschen, sich vor der bevorstehenden Feriensaison impfen zu lassen.

Linke: Nicht-Geimpfte nicht unter Druck setzen

13.57 Uhr: Die Linke hat davor gewarnt, nicht geimpfte Menschen unter Druck zu setzen. Stattdessen seien bessere Informationen und Impfmöglichkeiten notwendig, sagte Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler am Montag in Berlin. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hatte am Wochenende mögliche Beschränkungen für Nicht-Geimpfte ins Gespräch gebracht, falls Deutschland eine hohe vierte Welle drohe.

Schindler sprach von einer falschen Debatte zur falschen Zeit. Menschen die nicht geimpft seien, bräuchten keine Gängelung. Es gehe um bessere Impfangebote und nicht um einen Impfzwang. Er glaube, ein Großteil wolle sich impfen lassen.

Dehoga: Zugang nur für Geimpfte in Restaurants jetzt kein Thema

13.50 Uhr: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hält einen Zugang nur für Geimpfte in Restaurants und Kneipen nur in einem "Worst Case" für vorstellbar, wenn die Infektionslage sich dramatisch verschlechtert. Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Es gibt derzeit keine Veranlassung, so etwas auf den Weg zu bringen. Das wäre Stufe X, davon sind wir aber weit entfernt.“

Aktuell bestehe in den meisten Bundesländern keine Testpflicht für die Innengastronomie. Diese trete nach den meisten Verordnungen der Länder wieder in Kraft, wenn der Inzidenzwert über 35 oder 50 liege. "Diese 3G-Regel, Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete, wäre dann die sachgerechte wie verhältnismäßige Maßnahme."

Corona in Israel: Hohe Impfquote, viele Infektionen - wie entwickelt sich Corona?

13.35 Uhr: In Israel landen wieder mehr Corona-Infizierte im Krankenhaus. Einige Ärzte sehen einen klaren Unterschied zu den vorherigen Wellen. Lesen Sie dazu: Covid-19 trotz hoher Impfquote: Was wir aus Israel erfahren

Iran: Delta-Variante führt zu neuem Corona-Höchstwert

13.14 Uhr: Der Iran hat einen neuen Höchstwert bei den täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. Als Ursache wird von den Gesundheitsbehörden eine zunehmende Verbreitung der Delta-Variante angegeben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag wurden trotz eines Lockdowns binnen eines Tages 31.814 Neuinfektionen registriert. Im selben Zeitraum starben 322 Patienten im Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Höchstwert lag bei 27.444 Fällen, registriert am letzten Dienstag. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionen im Iran liegt nun bei über 3,7 Millionen, die der Corona-Toten bei fast 89.000.

Der Iran ist von der Corona-Pandemie besonders hart betroffen, auch weil die Wirtschaftskrise und US-Sanktionen die Einfuhr von Impfstoffen für das Land erheblich erschwert haben. Die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Menschen kommt daher auch nur schleppend voran. Bislang wurden ungefähr 13 Prozent der Iraner mit hauptsächlich chinesischen Vakzinen geimpft.

Anteil der Delta-Variante des Coronavirus bei 74 Prozent
Anteil der Delta-Variante des Coronavirus bei 74 Prozent

Corona in der Türkei: Nächste Welle überrollt das Land

12.59 Uhr: Die Corona-Lage in der Türkei verschärft sich: Am vergangenen Wochenende wurden 14.000 Neuinfektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Montag (26. Juli) bei 94,3. Lesen Sie dazu: 14.000 Neuinfektionen: Corona-Welle überrollt die Türkei

Bundesregierung will über zusätzliche Corona-Maßnahmen beraten

12.34 Uhr: Die Bundesregierung will angesichts rasch steigender Corona-Infektionszahlen über ein stärkeres Gegensteuern beraten. Die aktuelle Lage biete trotz der niedrigen Inzidenzen durchaus Anlass zur Sorge, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. Stand heute seien die Fallzahlen binnen einer Woche um 75 Prozent gestiegen. "Wenn sich diese Entwicklung so fortsetzt, müssen wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen." Es gelte alles zu tun, um eine Situation wie im Frühjahr zu vermeiden, sagte sie mit Blick auf die zurückliegende dritte große Corona-Welle.

Gemeinsam mit den Ländern solle daher in den kommenden Tagen und Wochen überlegt werden, was möglich und zu machen sei, sagte Demmer. Dies solle auch Thema einer Runde mit den Ministerpräsidenten sein. Einen Termin dafür nannte sie noch nicht. Im Fokus stünden Bemühungen für eine höhere Impfquote, der Umgang mit Reiserückkehrern und mögliche konkrete Maßnahmen gegen die steigenden Zahlen.

Demmer hob hervor, dass vollständig Geimpfte sowie Genesene mit einer einmaligen Impfung - im Unterschied zu per Schnelltest Getesteten - nicht mehr relevant zum Infektionsgeschehen beitrügen. Tests seien auch nicht zu 100 Prozent sicher und aussagekräftig. Sie betonte, die Bundesregierung wolle "keine Impfpflicht durch die Hintertür".

Fast die Hälfte der Bevölkerung voll geimpft

11.30 Uhr: Fast die Hälfte aller Menschen in Deutschland wurde vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind inzwischen 49,4 Prozent der Gesamtbevölkerung voll geimpft. Das sind rund 41,1 Millionen Menschen. 50,6 Millionen (60,9 Prozent) haben mindestens eine Impfdosis erhalten.

Unter den Bundesländern lag Bremen dem RKI zufolge nach wie vor an erster Stelle mit einem Anteil von 69,8 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen. Auch bei den vollständig Geimpften belegte Bremen mit 56,9 Prozent den Spitzenplatz. Schlusslicht bei den Erstimpfungen blieb Sachsen (51,6 Prozent), genau wie bei den vollständig Geimpften (45,6 Prozent).

Innengastronomie in Irland öffnet für Geimpfte

10.44 Uhr: In Irland dürfen Restaurants und Cafés seit heute auch in geschlossenen Räumen wieder Gäste bedienen. Zugelassen sind pro Tisch bis zu sechs Erwachsene, die vollständig geimpft sein müssen, sowie maximal neun Minderjährige als Begleitung. Kurzfristig änderten die Behörden die Regeln für die Kontaktnachverfolgung: Aus jeder Gruppe muss nur eine Person ihre persönlichen Daten angeben.

Erwartet wird, dass mehr als 3000 Pubs öffnen, die die bisher geltenden Abstandsregeln nicht erfüllen konnten oder wollten. Viele Kneipen hatten deshalb seit Beginn der Pandemie geschlossen. Bisher haben in dem EU-Staat knapp 2,4 Millionen Menschen - fast die Hälfte der Bevölkerung - zwei Impfungen gegen das Coronavirus erhalten.

Corona: Dobrindt macht Druck auf Impfkomission

10.20 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat die Ständige Impfkommission (STIKO) aufgefordert, ihre Empfehlungen für das Impfen von über 12-Jährigen zu überprüfen. "Wir brauchen zügig eine Zulassung der Impfstoffe für unter 12-Jährige und eine erneute Überprüfung der Empfehlungen der STIKO", sagt er.

Mittelfristig sollten Ungeimpfte Tests wieder selbst bezahlen müssen, fügt der CSU-Politiker hinzu. "Diese Normalität für Geimpfte muss auch dann möglich sein, wenn es für Nicht-Geimpfte Einschränkungen bedarf."

Nena schimpft über Corona-Maßnahmen

9.55 Uhr: Popsängerin Nena hat sich bei einem Konzert in Berlin gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen in Deutschland ausgesprochen. "Ich habe die Schnauze voll davon", sagte die Sängerin auf der Bühne vor ihren Fans. Das zeigt ein Video, das derzeit auf Twitter kursiert.

Impfpflicht - Verfassungsrechtler warnt vor pauschalen Regelungen

9.14 Uhr: Der Verfassungsrechtler Stephan Rixen hat in der Debatte um mögliche Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte vor pauschalen Regelungen gewarnt. Das Mitglied des Deutschen Ethikrats äußerte sich gegenüber dem "BR" skeptisch zu Überlegungen, auf diesem Weg die Impfbereitschaft der Menschen erhöhen zu wollen.

"Dass muss ja nicht bedeuten, dass ich das nur schaffe, wenn ich Menschen, die noch nicht geimpft sind, Freiheiten nehme. Die Frage ist: Kann ich nicht beides hinbekommen?", sagte der Jurist. Der Staat dürfe zwar grundsätzlich Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften machen, betonte der Verfassungsrechtler der Universität Bayreuth. Doch müsse es dafür einen sachlichen Grund geben.

Der Staat müsse fragen: "Kann ich die Gefahr, um die es geht, in der konkreten Situation - Restaurant, Kino und Stadion - kann ich die nur durch einen Impfnachweis in den Griff bekommen. Ich glaube, dass das in diesen Konstellationen nicht zwingend allein durch einen Impfnachweis geschieht.

Lindner gegen Einschränkungen für Ungeimpfte

8.25 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat sich gegen Einschränkungen für ungeimpfte Menschen ausgesprochen. "Geimpfte, Genesene und negativ Getestete - von denen geht keine besondere Gefahr aus", sagt Lindner im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Daher seien bis auf die Maske im Öffentlichen Personennahverkehr keine Freiheitseingriffe mehr gerechtfertigt.

"Wir haben Gott sei Dank in unserer Verfassung Freiheitsrechte. Diese Grundrechte stehen nicht in der Verfügungsgewalt des CDU-geführten Kanzleramts und auch nicht des Grünen Ministerpräsidenten Kretschmann."

Kanzleramtsminister Helge Braun hatte am Wochenende angekündigt, Menschen ohne Impfung müssten mit mehr Einschränkungen rechnen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) brachte eine Impfpflicht ins Spiel, während CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet dies kategorisch ablehnte.

Justizministerin Lambrecht gegen Impfpflicht

7.54 Uhr: Bundesfamilien- und Justizministerin Christine Lambrecht lehnt eine Impfpflicht ab. "Es wird keine allgemeine Impfpflicht geben", sagt Lambrecht dem Deutschlandfunk. Sie sei rechtlich auch nicht möglich. Eine Corona-Impfung könne ihrer Einschätzung nach auch keine Voraussetzung für einen Arbeitsvertrag sein.

Sollte es in Heimen oder Krankenhäusern Impfverweigerer geben, habe man immer noch die Möglichkeit, dass diese regelmäßig getestet werden müssten. Dass Geimpfte, Genese und Getestete etwa beim Zugang zu Veranstaltungen gleichgestellt seien, habe sich bewährt. Nachdem jeder eine Impfangebot erhalten habe, müsse man aber die Frage stellen, warum die Allgemeinheit diese Tests bezahlen müsse, sagt Lambrecht.

Lesen Sie dazu: Kontroverse Impfpflicht-Debatte - Nur noch geimpft ins Restaurant?

Fauci warnt vor Entwicklung in den USA

7.26 Uhr: Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci hat vor Rückschritten in Kampf gegen die Pandemie in seinem Land gewarnt. Die USA fänden sich gerade in einer "unnötigen Notlage" wieder steigender Fallzahlen wieder, die vor allem auf ungeimpfte Bürger zurückzuführen sei, sagte Fauci. "Wir bewegen uns in die falsche Richtung."

Südafrika lockert Corona-Maßnahmen

6.56 Uhr: Angesichts fallender Infektionszahlen hat Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa die Aufhebung der meisten Corona-Maßnahmen angekündigt. Der Höhepunkt der dritten Corona-Welle sei "weitgehend" überschritten, sagte der Staatschef. Das Verkaufsverbot für Alkohol sowie die Einschränkungen für Reisen im Inland und Versammlungen würden aufgehoben.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen habe in der vergangenen Woche bei durchschnittlich rund 12.000 gelegen, sagte Ramaphosa. Dies seien rund 20 Prozent weniger als im Vorwochen-Durchschnitt. Während die Zahl der Neuansteckungen in der bevölkerungsreichsten Provinz Gauteng deutlich zurückgegangen sei, gebe die Situation in den Provinzen Ostkap, Westkap sowie KwaZulu-Natal weiterhin Anlass zur Sorge, sagte Ramaphosa. Die nächtliche Ausgangssperre bleibe angesichts der Lage in Kraft, ebenso wie die Maskenpflicht.

Nordrhein-Westfalen zieht Corona-Bremse wieder an

6.47 Uhr: Infolge steigender Corona-Neuinfektionsraten greifen in Nordrhein-Westfalen ab heute wieder schärfere Infektionsschutzmaßnahmen. Die Landesinzidenzstufe rückt von 0 auf 1. Sie gilt, wenn die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen über 10 aber unter 35 liegt, gerechnet auf 100.000 Einwohner. Das bedeutet automatisch strengere Einschränkungen mit überregionaler Bedeutung - auch für Kreise und kreisfreie Städte, die lokal in der Stufe 0 liegen.

Es gelten nun Maßnahmen wie eine generelle Maskenpflicht in Innenräumen, also nicht nur in Arztpraxen, Bussen und Bahnen, sondern beispielsweise auch wieder in Gaststätten, Museen, Zoos und Gottesdiensten. Für den Einzelhandel kehrt die Flächenbegrenzung von einem Kunden je zehn Quadratmeter zurück. Volks- und Schützenfeste, Tagungen mit mehr als 1000 Teilnehmern sowie der Betrieb von Diskotheken und Clubs in Innenräumen sind bis zum 27. August untersagt.

In zahlreichen Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens gilt vor Ort bereits Stufe 1, weitere sind an der Schwelle. Düsseldorf wird laut einer Übersicht des Landesgesundheitsministeriums am Dienstag voraussichtlich schon in Stufe 2 springen.

16 weitere Coronafälle bei den Olympischen Spielen

6.33 Uhr: Drei weitere Athleten sind bei den Olympischen Spielen in Tokio positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gaben die Organisatoren bekannt. Insgesamt gab es 16 weitere Neuinfektionen im Umfeld der Sommerspiele. Damit stieg die Zahl der positiven Tests bei den Spielen seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf 148.

Welche Athleten betroffen sind, teilten die Veranstalter nicht mit. Im deutschen Team hatte es am Eröffnungstag in Radsportler Simon Geschke den ersten Coronainfizierten gegeben.

Corona: Montgomery will Geimpften mehr Freiheiten zubilligen

3.33 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hat sich dafür ausgesprochen, Geimpften mehr Freiheiten im Alltag zuzugestehen. Es sei "richtig, wenn Geimpfte mehr Möglichkeiten, mehr Freiheitsräume bekommen als Nichtgeimpfte", sagte Montgomery dieser Redaktion mit Blick auf einen entsprechenden Vorstoß von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU).

Montgomery betonte: "Es gibt keinen Grund, Geimpften und Immunen ihre Grundrechte weiter vorzuenthalten, nur weil ein paar ewige Skeptiker sich der Impfung entziehen." Es gehe nicht um Privilegien für Geimpfte, sondern um Grundrechtseinschränkungen.

Scharfe Kritik übte der Weltärztepräsident an den Liberalen. Wer wie die FDP eine Impflicht "durch die Hintertür" vermute und mehr Rechte für Geimpfte ablehne, "bedient einen primitiven Populismus" und verstehe den Begriff der Freiheit nicht richtig, monierte Montgomery.

Hotel- und Gaststättenverband: Regierung sollte positive Anreize schaffen

2.22 Uhr: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat die Bundesregierung aufgefordert, positive Anreize für Doppelgeimpfte zu schaffen, um die Impfquote zu erhöhen. "Dies bedeutet, dass der Restaurantbesuch wie der Hotelaufenthalt auf jeden Fall für doppelt Geimpfte auch im Herbst und Winter weiterhin erlaubt sein muss", sagte die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin, Ingrid Hartges, dieser Redaktion.

Es müsse alles getan werden, um einen weiteren Lockdown zu verhindern. "Die beste Lösung, die Pandemie in den Griff zu bekommen, ist eine möglichst hohe Impfquote zu erreichen." Die Aufklärungs- und Werbekampagnen sollten intensiviert werden. "Ebenso sind unkomplizierte Angebote vor Ort zu schaffen, wo Menschen sich auch ohne vorherige Termine impfen lassen können."

FDP: Schließung der Antidiskriminierungsstelle "völlig inakzeptabel"

1.12 Uhr: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat ihre Telefonhotline während der Pandemie trotz hoher Nachfrage von Hilfesuchenden für ein Jahr ausgesetzt. Grund ist fehlendes Personal, wie unsere Redaktion unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP berichtet.

Demnach gibt es bereits seit Oktober 2020 keine telefonischen Beratungsgespräche mehr, obwohl während der Pandemie laut Bundesfamilienministerium die Nachfragen wegen Diskriminierung im Zusammenhang mit Corona zugenommen haben. Den Angaben zufolge bleibt die Telefon-Hotline bis Ende September weiter ausgesetzt. Schriftliche Hilfsanfragen sind zwar weiterhin möglich, die Bearbeitungszeiten sind derzeit aber deutlich länger.

Die FDP-Bundestagsabgeordnete Katja Suding kritisierte: "Dass eine Bundesberatungsstelle seit Oktober letzten Jahres mitten in der Krise wegen Überlastung telefonisch nicht mehr erreichbar ist und dies weiterhin sein wird, ist absolut inakzeptabel." Obwohl die Zahl der Hilfeanrufe seit April letzten Jahres deutlich gestiegen sei, sei bis heute kein Personal aufgestockt worden, sagte sie dieser Redaktion.

Corona-News von Sonntag, 25. Juli: Tunesier demonstrieren zu Tausenden gegen Corona-Politik

  • In Tunesien haben landesweit tausende Menschen gegen die Corona-Politik der Regierung demonstriert
  • Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich gegen eine Corona-Impflicht, aber für mehr Freiheiten für Geimpfte ausgesprochen
  • Immer wieder berichten Patienten nach ihrer Corona-Erkrankung von anhaltenden Konzentrationsschwierigkeiten und in selteneren Fällen sogar von Gedächtnisverlust. Lesen Sie hier: Corona mindert geistige Leistungsfähigkeit - Besonders eine Gruppe ist betroffen
  • Angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die kurzfristige Einberufung einer Bund-Länder-Konferenz gefordert
  • Grünen-Chef Robert Habeck hat sich offen dafür gezeigt, Geimpften mehr Freiheiten zu geben als Nicht-Geimpften
  • Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, hat sich gegen eine Impfpflicht und Einschränkungen für Ungeimpfte in der Corona-Pandemie ausgesprochen

Corona-News von Samstag, 24. Juli: Virologe Schmidt-Chanasit fordert bessere Datenerhebung

  • Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ist davon überzeugt, dass die Pandemie mit einer besseren Erhebung von Daten in Deutschland leichter bewältigt werden könnte
  • In Italien haben Medienberichten zufolge Tausende Menschen gegen strengere Corona-Regeln protestiert. In Rom versammelten sich Schätzungen zufolge etwa 3000 Gegner des sogenannten Grünen Passes, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag meldete
  • Tausende Brasilianer sind gegen die Corona-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro auf die Straße gegangen
  • In Paris und anderen französischen Städten haben rund 161.000 Tausende Menschen gegen die Verschärfung der Corona-Regeln demonstriert
  • Simon Geschke, Deutschlands Corona-Fall bei Olympia, ist symptomfrei und in Quarantäne. Lesen Sie dazu: Corona - Geschke für zehn Tage in Quarantäne-Hotel in Tokio
  • Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht in der Corona-Pandemie das Impfen gegen das Virus als zentralen Schlüssel für eine Rückkehr zur Normalität
  • Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat an alle Erwachsenen appelliert, Corona-Impfungen als Akt der Solidarität gegenüber Kindern und Jugendlichen zu begreifen
  • In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder hat der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, die Ständige Impfkommission (Stiko) scharf angegriffen

Corona-News von Freitag, 23. Juli: Moderna für Kinder ab zwölf empfohlen

  • Die Co-Vorsitzende und Spitzenkandidatin der Linken für die Bundestagswahl, Janine Wissler, lehnt eine verpflichtende Corona-Impfung ab.
  • Die Bundesregierung stuft Spanien und die Niederlande nun offiziell wegen hoher Infektionszahlen von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiete ein.
  • Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Moderna bei Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren gegeben.
  • Der Virologe Christian Drosten, Virologe an der Charité in Berlin, erklärt im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, welche Maßnahmen in Deutschland ergriffen werden müssen, um einer schweren Winterwelle vorzubeugen. Lesen Sie hier das Interview: Drosten: So kann Deutschland eine vierte Welle verhindern
  • Kneipen in Bayern dürfen nach einem Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ihre Innenräume öffnen.
  • Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge ihre Anteile an dem deutschen Pharmaunternehmen Curevac behalten, obwohl bislang noch kein wirksamer Corona-Impfstoff entwickelt werden konnte. Ende Juni hatte das Tübinger Unternehmen mitgeteilt, sein Corona-Impfstoff weise laut abschließenden Auswertungen nur eine 48-prozentige Wirksamkeit auf.
  • In Deutschland sind inzwischen 48,5 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft.
  • Die FDP macht CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für den bundesweiten Zwangsstopp der Ausstellung von digitalen Impfzertifikaten in Apotheken mitverantwortlich.
  • Angesichts der steigenden Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen fordern Intensivmediziner eine Erhöhung des Impftempos, um eine vierte Welle mit der hochansteckenden Delta-Variante unter Kontrolle zu halten. Lesen Sie hier: Delta-Variante: Wo die Lage in Europa dramatisch ist

Corona-News von Donnerstag, 22. Juli: RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

  • Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft Italien die Corona-Regeln.
  • China stellt sich gegen Pläne der WHO einer Labor-Inspektion in der zentralchinesischen Metropole Wuhan auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus. China könne einen solchen Plan nicht akzeptieren, sagte Zeng Yixin, Vizeminister von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, am Donnerstag.
  • Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen eine Verschärfung der Schutzmaßnahmen angekündigt.
  • Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Das schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem wöchentlichen Lagebericht vom Donnerstagsabend.
  • Der Freistaat Sachsen fördert eine Studie der Universitätsmedizin Leipzig zu den Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung mit einer halben Millionen Euro.
  • Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Israel soll in dem Land der sogenannte Grüne Pass wieder eingeführt werden.
  • Mediziner einer Gemeinschaftspraxis im Landkreis Gifhorn sollen falsche Corona-Impfausweise ausgestellt haben - und zwar in "größerem Umfang".
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das langsame Tempo der Impfungen gegen Covid-19 in Afrika beklagt. Bislang seien erst 20 Millionen Menschen des Kontinents vollständig gegen das Coronavirus geimpft, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti.
  • In Spanien infizieren sich vor allem jüngere Menschen, die noch nicht gegen Corona geimpft sind. Die Krankenhäuser füllen sich nun erneut. Lesen Sie hier, wie Spanien die Virus-Explosion stoppen will.

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Hier startet das neue Corona-Newsblog. Alle älteren Nachrichten können Sie hier in unserem bisherigen Corona-Newsticker lesen.

(fmg/dpa/afp/san)

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