Pandemie

Das sind die zehn größten Corona-Hotspots in Deutschland

Adventszeit mit Corona-Regeln - wie fühlt sich das an?

Kein Weihnachtsmarkt, Kontakte reduzieren, Festtage mit Einschränkungen: was sagen die Menschen angesichts der bevorstehenden Adventszeit zu den neusten Corona-Beschränkungen? Ein kleines Stimmungsbild aus Berlin.

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Berlin.  Zahlreiche Regionen in Deutschland gelten wegen hoher Infektionszahlen als Corona-Risikogebiete. Wo genau liegen die größten Hotspots?

  • 380 Städte, Kreise und Bezirke in Deutschland gelten derzeit als Corona-Risikogebiete
  • Der Landkreis Hildburghausen in Thüringen ist weiterhin mit Abstand Deutschlands größter Corona-Hotspot
  • Regionen in Thüringen, Bayern und Sachsen sind unter den zehn größten Hotspots in Deutschland vertreten
  • Eine Region gilt als Risikogebiet, wenn es dort in den vergangenen sieben Tagen jeweils mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gab – in Hildburghausen sind es mehr als 602 Fälle
  • Bund und Länder haben neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beschlossen
  • Wir zeigen die zehn aktuell meistbetroffenen Hotspots innerhalb Deutschlands

Keine Restaurantbesuche, keine Kulturveranstaltungen, keine größeren Zusammenkünfte: Der bundesweite Teil-Lockdown wird noch mindestens bis zum 20. Dezember fortgesetzt. Das öffentliche Leben soll weiter massiv heruntergefahren werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen – denn bisher verharren die Infektionszahlen auf hohem Niveau. Lesen Sie hier: Corona-Gipfel: Welche Regeln nun verschärft werden

Zurzeit werden in Deutschland 380 Städte und Landkreise als Corona-Hotspots bezeichnet – dort wurde die Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen überschritten. Die Regionen gelten auch als innerdeutsche Risikogebiete .

Besonders stark betroffen ist der Landkreis Hildburghausen in Thüringen – die erste Region in Deutschland, deren 7-Tage-Inzidenz größer als 500 war, zwischenzeitlich sogar größer als 600. Besonders unverständlich für viele Menschen in der Region: Trotz der hohen Infektionszahlen gingen Hunderte Menschen in Hildburghausen in dieser Woche zum Demonstrieren auf die Straße – sie sangen unter anderem „Oh, wie ist das schön“. Lesen Sie dazu: Hildburghausen: Landrat nach Drohungen unter Polizeischutz

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Corona-Risikogebiete in Deutschland – die zehn größten Hotspots

Stadt/Landkreis/Bezirk Bundesland 7-Tage-Inzidenz
1. Hildburghausen (Landkreis) Thüringen 579,14
2. Passau (Stadt) Bayern 537,85
3. Landkreis Passau Bayern 378,91
4. Bautzen Sachsen 376,97
5. Erzgebirgskreis Sachsen 375,88
6. Regen Bayern 339,75
7. Görlitz Sachsen 320,11
8. Nürnberg Bayern 307,31
9. Hof Bayern 292,42
10. Freyung-Grafenau Bayern 284,58

Corona: Ab wann ist eine Region ein Risikogebiet?

Einen ersten Richtwert für die Einstufung als Risikogebiet bietet die Zahl der Neuinfektionen .

  • Übersteigt sie den Wert von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, folgt eine Bewertung der Lage durch die einzelnen Bundesländer. Diese „Neuerkrankungsrate“ wird auch Inzidenz genannt.
  • Die Landesregierungen entscheiden selbstständig, welche Gebiete in anderen Bundesländern sie zu Risikogebieten erklären.
  • Eine landesweit einheitliche Liste wie bei den internationalen Risikogebieten gibt es nicht. Das Bundesland Bayern hat eine eigene Liste angekündigt, die sich aber nicht nur nach dem Inzidenzwert richten soll.

7-Tage-Inzidenzzahl: Darum gibt es Unterschiede bei RKI und Gesundheitsämtern

Die Sieben-Tage-Inzidenzzahl des RKI für die jeweiligen Landkreise ist nicht immer aktuell, wie mehrere Fälle in Deutschland zeigen. So gab es zuletzt Unterschiede in den Fallzahlen, die die Städte Dortmund, Duisburg und der Landkreis Wesel selbst vermeldet hatten im Vergleich zu denen des RKI.

Das liegt aus zweierlei Gründen am deutschen Meldesystem für Infektionskrankheiten . Dieses sieht vor, dass die Labore ihre bestätigten Corona-Fälle zunächst an das örtliche Gesundheitsamt melden. Diese wiederum übermitteln die Zahlen an die Landesgesundheitsbehören, die sie dann an das RKI weiterleiten.

Dieses System ist noch nicht vollständig digitalisiert. Aufgrund des daraus resultierenden Aufwandes bei der Datenerfassung und Übermittlung kommen die Zahlen nicht immer tagesaktuell beim RKI an. Zudem kommt es auch manchmal zu Übertragungsfehlern, wie in Wesel, Duisburg oder zuvor im bayrischen Landshut. Dann liegen dem RKI gar keine Daten vor, was wiederum die Berechnung der Inzidenzzahl zumindest zeitweise verfälscht.

Alle deutschen Risikogebiete auf einer Karte

Alle innerdeutschen Risikogebiete finden Sie mitsamt der Sieben-Tage-Inzidenz in einer Tabelle in unserem interaktiven Coronavirus-Monitor auf einer Karte . Scrollen Sie dafür unter die Karte mit den Infektionszahlen.

(fmg/dpa/afp)

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