Corona-Pandemie

Omikron überrennt London: Viele Pfleger und Ärzte erkrankt

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Corona: Geimpfte ohne Booster stecken sich schneller mit Omikron an

Corona: Geimpfte ohne Booster stecken sich schneller mit Omikron an

Die Omikron-Variante breitet sich immer rasanter aus. Auch zweifach Geimpfte sind vor der neuen Variante nicht mehr sicher.

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London.  In der britischen Hauptstadt London breitet sich Omikron wie ein Lauffeuer aus. Viele Pfleger und Ärzte sind bereits selbst erkrankt.

Die Omikron-Welle hat London so schwer getroffen, dass sie Teile der kritischen Infrastruktur zu überwältigen droht. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sagte am Wochenende, er sei „überaus besorgt“, dass die coronabedingte Abwesenheit von Feuerwehrleuten, Krankenpflegern und Polizistinnen und Polizisten die Arbeit der Dienste stark beeinträchtigen könnte. Khan rief den Katastrophenfall aus – einen Notstand, der es den Behörden erlaubt, besondere Vorkehrungen zu treffen und sich untereinander stärker zu koordinieren.

Omikron ist dominant in der britischen Hauptstadt: Die Gesundheitsbehörden schätzen, dass über 80 Prozent der Neuinfektionen auf diese Variante zurückgehen. Die Zahl der Covid-19-Hospitalisierungen ist in der vergangenen Woche um über 28 Prozent gestiegen – gegenüber zwei Prozent im Landesdurchschnitt. Besonders unter jungen Menschen in London verbreitet sich Omikron wie ein Lauffeuer: Eine Analyse der Zeitung „Evening Standard“ ergab, dass die Ansteckungsrate unter 25- bis 30-Jährigen in der Woche bis zum 14. Dezember um 500 Prozent gestiegen ist.

Ein Drittel der Angestellten im Gesundheitsdienst könnte ausfallen

Die rapide Ausbreitung von Omi­kron hat dazu geführt, dass über 1000 Ärzte und Krankenpfleger zu Hause bleiben müssen, weil sie positiv getestet sind: Am Wochenende meldeten die Gesundheitsbehörden, dass sich die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wegen Covid-19 ausfallen, binnen vier Tagen verdoppelt hat.

Wenn sich Omikron weiter in dieser Geschwindigkeit ausbreitet, könnte bis Silvester ein Drittel aller Angestellten im Londoner Gesundheitsdienst ausfallen – ein Szenario, das Patricia Marquis vom Berufsverband der Krankenpfleger als „katastrophal“ bezeichnete. „Die Belegschaft ist bereits erschöpft – mental wie auch physisch“, so Marquis.

Trotz Personalmangel keine schärferen Einschränkungen

Auch die Feuerwehr kämpft mit akutem Personalmangel. In der vergangenen Woche waren fast ein Drittel aller Feuerwehrautos außer Gefecht gesetzt, weil die Crew fehlte: Über 400 Feuerwehrleute sind an Covid-19 erkrankt oder in Quarantäne – das sind fast zehn Prozent der gesamten Belegschaft der London Fire Brigade. Omikron habe „verheerende Auswirkungen“, sagte Jon Lambe von der Gewerkschaft der Feuerwehrleute.

Trotz der großen Gefahr für diese Notfalldienste hat die Regierung bisher keine schärferen Einschränkungen eingeführt. In Innenräumen gilt eine Maskenpflicht. Und wer kann, arbeitet von zu Hause aus. Aber weitere Regeln wie etwa Kontaktbeschränkungen hat Boris Johnson bislang abgelehnt.

Viele Experten fordern jedoch umgehend schärfere Restriktionen. Anhand von Modellen haben Wissenschaftler errechnet, dass es binnen zehn Tagen landesweit mehrere Hunderttausend Neuinfektionen geben könnte – im schlimmsten Szenario könnten es sogar bis zu zwei Millionen sein.

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