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Corona: RKI meldet höhere Inzidenz - Impfpflicht für Lehrer?

Lesedauer: 84 Minuten
Von der Leyen: Die EU hat beim Impfprogramm Wort gehalten

Von der Leyen: Die EU hat beim Impfprogramm Wort gehalten

Die Europäische Union hat nach den Worten von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihr Ziel erreicht, genügend Impfstoff gegen das Coronavirus bereitzustellen, um 70 Prozent der Erwachsenen abzudecken.

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Die bundesweite Inzidenz steigt wieder deutlich an. Ein Mitglied des Ethikrats fordert eine Impfpflicht für Lehrer. Mehr im Newsblog.

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  • Auch am Montag meldet das Robert Koch-Institut (RKI) steigende Fallzahlen und eine höhere Inzidenz
  • Am Sonntag gab es in Deutschland so wenig Corona-Erstimpfungen wie zuletzt im Februar
  • Ein Mitglied des Ethikrats hat sich für eine Impfpflicht für Lehrer und Erzieher ausgesprochen
  • Das RKI will eine zusätzliche Kennzahl zur Bewertung der Corona-Lage einführen

Berlin. Dieses Blog ist geschlossen. Wir halten Sie aber natürlich weiter auf dem Laufenden: Hier geht es zum neuen Corona-Newsblog!

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz klettert erneut merklich in die Höhe. Am Montagmorgen liegt sie bei 6,4. Für viele war der Inzidenzwert maßgeblich dafür, ob Lockerungen der Corona-Maßnahmen erlaubt und aufrechterhalten werden können. Daran gab es zuletzt auch Kritik: Man müsse auch die Zahl der schweren Verläufe zunehmend in den Blick nehmen, hieß es.

Darauf hat das Robert Koch-Institut (RKI) nun reagiert: Zur Einordnung des Pandemiegeschehens des Coronavirus will das RKI offenbar die sogenannte Hospitalisierung als zusätzlichen Leitindikator einführen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Auch in Deutschland ist die Alpha-Variante mittlerweile von der Delta-Variante verdrängt. Derweil erreicht auch eine neue Mutante Europa. Lambda wurde zuerst in Südafrika festgestellt, nun ist offenbar ein Corona-Ausbruch in Spanien auf die Variante zurückzuführen. Das komplette Land gilt seit Sonntag als Risikogebiet (einschließlich Mallorca und die Kanaren), Zypern wird jetzt sogar als Hochinzidenzgebiet mit einem besonders hohen Corona-Infektionsrisiko eingestuft. Auch in den Niederlanden steigen die Fallzahlen explosionsartig.

RKI meldet Zahlen zu Corona-Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Corona-Infektionen ist erneut angestiegen und liegt wieder über dem Wert von 6. Sie lag bei 6,4 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: Vor einem Tag lag sie bei 6,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 324 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche hatte der Wert bei 212 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden zwei Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche war es ein Toter gewesen. Lesen Sie mehr dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert

Corona-News von Montag, 12. Juli: Newsblog geschlossen

13.07 Uhr: Dieses Blog ist geschlossen.

Söder: Sieben-Tage-Inzidenz als Parameter nicht vorschnell abschaffen

12.58 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will von der Sieben-Tage-Inzidenz zur Beurteilung der Corona-Lage vorerst nicht abrücken. Dies hielte er für verfrüht, sagte der CSU-Chef am Montag beim Besuch des Münchner Impfzentrums. Es sei aber "sehr sinnvoll", etwa die Corona-Krankenhaus-Zahlen dazu in Relation zu setzen und zudem einen Koeffizienten zu finden, der die hohe Zahl der Geimpften berücksichtige. Vielleicht müsse man Grenzwerte auch erhöhen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Ansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen an und ist Grundlage für viele Anti-Corona-Maßnahmen, sowohl in Bayern als auch auch bundesweit.

So wenig Erstimpfungen wie im Februar

12.31 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnt angesichts der aktuellen Zahlen, sich impfen zu lassen. "So wenig Erstimpfungen wie gestern hatten wir zuletzt im Februar", so der CDU-Politiker. Anders als im Februar sei aber jetzt genug Impfstoff da.

Gericht: Fitnessstudiobeiträge müssen bei Lockdown erstattet werden

11.54 Uhr: Das Landgericht Osnabrück hat entschieden, dass der Betreiber eines in der Corona-Pandemie geschlossenen Fitnessstudios Mitgliedsbeiträge zurückzahlen muss. Der Kläger hatte einen Vertrag über 24 Monate geschlossen. Das Studio musste vom 16. März bis 4. Juni 2020 schließen, währenddessen kündigte der Mann zum Dezember 2021. Der Aufforderung, die gezahlten Beiträge für den Schließungszeitraum zu erstatten, kam das Fitnessstudio nicht nach. Das Amtsgericht Papenburg gab dem Kläger nun Recht und verurteilte das beklagte Center zur Rückzahlung.

Dagegen legte das Fitnessstudio Berufung ein und machte geltend, die von ihr geschuldete Leistung - Zurverfügungstellung des Studios - könne jederzeit nachgeholt werden. Der Vertrag sei so anzupassen, dass sich die Vertragslaufzeit um die behördlich angeordnete Schließungszeit verlängere. Die Berufung wies das Landgericht zurück, die geschuldete Leistung könne nicht nachgeholt werden (Urteil vom 9.7.2021, Az. 2 S 35/21). Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, die Revision wurde zugelassen.

Englische Lockerungspläne: Kritik an widersprüchlichen Botschaften

11.16 Uhr: Die britische Regierung ist wegen widersprüchlicher Botschaften zum Masken-Tragen nach dem geplanten Ende aller Corona-Maßnahmen zunehmend in die Kritik geraten. "Ich glaube es ist ganz schön verwirrend für die Leute, was jetzt das Richtige zu tun ist", sagte der Experte für Infektionskrankheiten Mike Tildesley von der Universität Warwick im BBC-Fernsehen am Montag. Er hoffe, genug Menschen wägten die Risiken selbst ab, damit es nicht zu einem massiven Anstieg der Infektionen komme.

Der britische Premierminister Boris Johnson wollte noch am Montag bekannt geben, ob wie erwartet am 19. Juli alle Corona-Maßnahmen in England - inklusive der Maskenpflicht - aufgehoben werden können. Es wird damit gerechnet, dass er an dem Plan festhält. Mehrere Minister hatten bereits angekündigt, nach dem Ende der Maskenpflicht keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen zu wollen. Andere hatten die Menschen dazu aufgerufen, freiwillig weiterhin Masken zu tragen. Auch Johnson mahnte die Menschen einer in der Nacht zum Montag veröffentlichten Mitteilung zufolge zur Eigenverantwortung.

Thailand verschärft Corona-Beschränkungen

10.46 Uhr: In Thailands Hauptstadt Bangkok und neun besonders betroffenen Provinzen sind am Montag neue Corona-Beschränkungen in Kraft getreten. Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Corona-Welle infolge der hochansteckenden Alpha- und Deltavarianten. Seit Beginn der Pandemie wurden nach Behördenangaben mehr als 345.000 Infektionsfälle und 2791 Todesopfer verzeichnet - der Großteil davon in der jüngsten, im April ausgebrochenen Corona-Welle.

Anteil der Beschäftigten im Homeoffice schon im Juni gesunken

10.19 Uhr: Eine steigende Zahl von Beschäftigten in Deutschland arbeitet wieder im Büro und nicht mehr in der eigenen Wohnung. Im Juni ist der Anteil der Beschäftigten, die zumindest zeitweise im Homeoffice tätig sind, von 31 auf 28,4 Prozent gefallen. Das schätzt das Münchner Ifo-Institut in einer am Montag veröffentlichten Meldung.

Im Dienstleistungsbereich ist der Anteil der Heimarbeiter nach wie vor sehr groß, ging aber von 41,5 auf 38,5 Prozent zurück. In der IT-Branche ist die Homeoffice-Quote mit 76 Prozent am höchsten, die Rückkehr an den Büroschreibtisch nach wie vor die Ausnahme. Mehr Arbeit vor Ort und weniger Homeoffice gab es auch im Groß- und Einzelhandel, am Bau sowie in der Industrie.

Im Juni waren die Arbeitgeber noch verpflichtet, ihre Beschäftigten daheim arbeiten zu lassen, wenn diese das wollten. Im Juli gilt diese Pflicht nicht mehr.

Saarländischer Ministerpräsident will weitere Lockerungen

9.18 Uhr: Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen gefordert. "Es wird auch weiterhin Lockerungen geben müssen, wenn die Zahlen niedrig bleiben", sagte Hans im ZDF-"Morgenmagazin" am Montag. Etwaige Einschränkungen müssten sich an den Infektionszahlen orientieren, aktuell sei es "geboten, Freiheiten wiederherzustellen".

Ein erneutes Inkraftsetzen der Bundesnotbremse lehnte Hans ab. "Ich würde es für falsch halten, eine derartige Regelung nochmal zu zünden und sehe auch nicht, dass das nochmal kommt", sagte er.

Zwar würden die Infektionszahlen aufgrund der Verbreitung der Deltavariante im Herbst voraussichtlich erneut steigen. Hans plädierte jedoch dafür, bei der Entscheidung über mögliche erneute Einschränkungen neben den Neuinfektionen auch andere Faktoren, wie etwa die Belastung des Gesundheitssystems und den Gesundheitszustand eingelieferter Coronapatienten, in den Blick zu nehmen. "Wir sollten durchaus mutig und auch optimistisch jetzt in diesen Sommer und Herbst gehen", sagte Hans weiter.

Althusmann zur Impfkampagne: "Wir müssen niedrigschwelliger werden"

8.57 Uhr: Der niedersächsische CDU-Politiker und stellvertretende Ministerpräsident Bernd Althusmann hat mehr Impfangebote außerhalb von Arztpraxen und Impfzentren gefordert. "Wir müssen jedenfalls niedrigschwelliger werden und ja, vielleicht auch anbieten, zum Beispiel am Rande von Wochenmärkten oder in Einkaufszentren zu impfen", sagte er den Partner-Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (NBR). Auch dürfe es nicht an Sprachbarrieren scheitern, wenn Menschen impfwillig sind. Er sprach sich allerdings gegen Anreize wie Gutscheine für eine Impfung aus.

Zudem stellte Althusmann die Inzidenzzahl als zentralen Maßstab für die Überwachung des Pandemiegeschehens in Frage. "Bei fortschreitendem Impf- und Testgeschehen reicht die Inzidenz in ihrer bisherigen Berechnung nicht aus", sagte er. "Angesichts der vielen Virus-Varianten und des Umstands, dass unklar ist, ob und in welchem Maß auch Geimpfte das Virus noch übertragen können, müssen wir weitere Kriterien definieren und in einem neuen Wert abbilden."

Corona-Zahlen steigen in Sydney trotz Lockdowns weiter

8.34 Uhr: Trotz eines harten Lockdowns kämpft Sydney mit einem weiteren Anstieg der Corona-Fälle. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Montag 112 neue Infektionen in der australischen Metropole innerhalb eines Tages - ein neuer Höchstwert in dieser Infektionswelle. Das Virus hat sich trotz des seit mehr als zwei Wochen andauernden Lockdowns inzwischen in mehreren Vierteln der Fünf-Millionen-Stadt ausgebreitet.

Die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian, machte die Fahrlässigkeit von Bewohnern verantwortlich, die sich trotz des Lockdowns trafen. "Wenn Sie sich selbst einem Risiko aussetzen, setzen Sie Ihre gesamte Familie - und das bedeutet die erweiterte Familie, sowie Ihre engsten Freunde und Bekannten - einem Risiko aus", warnte Berejiklian die Bevölkerung.

Seit mehr als zwei Wochen dürfen die Bewohner von Sydney ihr Haus nur noch aus triftigem Grund verlassen. Die Maßnahme wurde vorerst bis zum 16. Juli verlängert. Australiens größte Stadt ist wegen der Beschränkungen de facto vom Rest des Landes abgeschottet.

Kanaren melden Inzidenz von über 130

7.15 Uhr: Auf den Kanarischen Inseln wurden von Samstag auf Sonntag über 400 neue Corona-Infektionen gemeldet. Allein auf Teneriffa waren es 217, wie das Internetportal "Kanarenmarkt" meldet. Auf Gran Canaria waren es demnach 138, auf Fuerteventura 27 und auf Lanzarote vier. Die Inzidenz auf Teneriffa liegt bei über 184, auf Fuerteventura bei 140, auf Gran Canaria bei knapp 94.

Kassenärzte-Chef: Impfquote von 90 Prozent ist "science fiction"

6.32 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hält eine Impfquote von 90 Prozent für illusorisch und auch die vom Robert Koch-Institut angestrebten 85 Prozent für wenig realistisch. "Wir müssen uns klarmachen, dass Impfquoten von 90 Prozent science fiction sind. Wir werden die niemals erreichen", sagte Gassen am Sonntagabend im "Bild"-Politiktalk "Die richtigen Fragen".

Eine hohe Impfquote würde er "bei jenseits der 70 Prozent ansiedeln." Man werde bei der Impfkampagne "an einen Punkt kommen, wo man gegen eine unsichtbare Wand läuft, weil Menschen sich nicht impfen lassen wollen, weil sie Corona ignorieren oder weil sie Impfungen misstrauen", sagte Gassen.

Gassen verwies zudem auf fast vier Millionen von einer Corona-Erkrankung Genesenen. Bei einer Dunkelziffer von Faktor zwei bis drei gebe es wahrscheinlich sogar zehn Millionen Genesene. Entscheidend sei für ihn: "Wird die vierte Welle eine Laborwelle, wo man nur noch positive Befunde und keine Kranken mehr hat?" Dann könne man es sehr gelassen sehen, wenn die Infektionszahlen in wenigen Wochen wieder ansteigen.

Weniger Immunität bei ausbleibender Impfreaktion?
Weniger Immunität bei ausbleibender Impfreaktion?

Aufhebung der Corona-Regeln: Johnson ruft zur Vorsicht auf

6.25 Uhr: Angesichts der bevorstehenden Aufhebung aller Corona-Regeln in England hat der britische Premierminister Boris Johnson die Menschen zur Vorsicht aufgerufen. "Wir sind dem letzten Meilenstein unseres Fahrplans aus dem Lockdown verlockend nah", sagte Johnson einer Mitteilung aus der Nacht zum Montag zufolge. "Aber der Plan, unsere Freiheiten wiederherzustellen, muss mit einer Warnung einhergehen." Die Zahl der Neuinfektionen werde aufgrund der Lockerungen weiter zunehmen. "Deshalb ist unsere Botschaft, wenn wir heute unsere Pläne bestätigen, eindeutig: Vorsicht ist von zentraler Bedeutung", betonte Johnson.

Der Premier will an diesem Montagnachmittag endgültig die Aufhebung der verbliebenen Corona-Regeln in England zum 19. Juli verkünden - trotz eines enormen Anstiegs der Neuinfektionen wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante. Damit soll der größte britische Landesteil bereits in einer Woche zur Normalität zurückkehren. Nachtclubs können wieder öffnen, Gäste in Pubs ihre Pints eng an eng genießen. Für Veranstaltungen gibt es keine Zuschauerbegrenzungen mehr.

Auch Abstandsregeln und Maskenpflicht fallen dann - gegen den Rat von Wissenschaftlern und trotz Kritik von Gewerkschaften, Bürgermeistern und Oppositionspolitikern. Unter dem Druck der Öffentlichkeit haben mehrere Regierungsmitglieder die Bevölkerung aufgerufen, an Orten mit vielen Menschen, etwa im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften, weiterhin Masken zu tragen. Das beruht aber rein auf Freiwilligkeit.

Grüne lehnen Freiheitseingriffe für Nicht-Geimpfte ab

6.15 Uhr: Die Grünen haben sich gegen harte Freiheitseingriffe für Menschen ohne Corona-Impfung ausgesprochen. "Freiheit darf kein Privileg derjenigen mit gutem Zugang zum Gesundheitswesen sein", sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Sie forderte die Bundesregierung auf, "endlich eine mehrsprachige und zielgruppengerechte Informationskampagne zu starten".

Entgegen aller Erwartungen vor einem Jahr seien derzeit schon sehr viele Menschen in Deutschland geimpft. "Aber gerade jüngere Menschen ohne Priorisierung warten noch auf die Zweit- oder sogar Erstimpfung", betonte die Grünen-Politikerin. Manche Menschen seien von der Impfkampagne noch gar nicht erreicht worden.

Ethikratsmitglied fordert Impfpflicht für Erzieher und Lehrer

5.58 Uhr: Der Humangenetiker und Medizinethiker Wolfram Henn, Mitglied des Deutschen Ethikrats, hat eine Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen gefordert. "Wer sich aus freier Berufswahl in eine Gruppe vulnerabler Personen hinein begibt, trägt eben besondere berufsbezogene Verantwortung", sagte der Mediziner der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe).

Kinder und Jugendliche unter zwölf Jahren, die derzeit nicht gegen das Coronavirus geimpft werden dürfen, müssten besonders geschützt werden, betonte der Professor für Humangenetik an der Universität des Saarlandes. Zwar hätten Kinder selbst ein geringes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, "man muss aber weiter damit rechnen, dass sie das Virus in ihre Familien tragen", sagte Henn.

Bericht: RKI will Hospitalisierungen als zusätzliche Kennzahl einführen

5.33 Uhr: Zur Einordnung des Pandemiegeschehens in Deutschland will das Robert Koch-Institut (RKI) einem Medienbericht zufolge die Hospitalisierung als zusätzlichen Leitindikator einführen. Das berichtete die "Bild" unter Berufung auf eine interne Präsentation des RKI. Eine solche Praxis würde eine Abkehr vom Inzidenzwert als wichtigste Kennzahl der Corona-Politik bedeuten.

Es seien "weiterhin mehrere Indikatoren zur Bewertung notwendig, aber die Gewichtung der Indikatoren untereinander ändert sich", hieß es laut "Bild" in dem RKI-Papier. Das Institut begründet die Hinzunahme der Hospitalisierung demnach mit den "Konsequenzen zunehmender Grundimmunität".

Dem Bericht zufolge rechnet das RKI mit einer "Abnahme des Anteils schwerer Fälle" und fordert daher einen "stärkeren Fokus auf die Folgen der Infektion", darunter schwere Erkrankungen mit Hospitalisierung, Todesfälle und langfristige Folgen.

Corona-News von Sonntag, 11. Juli: Südafrika verlängert strikte Corona-Restriktionen

21.13 Uhr: Aufgrund kontinuierlich hoher Infektionszahlen verlängert Südafrika seine strikten Corona-Beschränkungen für weitere zwei Wochen. Die Ansteckungszahlen blieben angetrieben von der neuen Delta-Variante extrem hoch, begründete Präsident Cyril Ramaphosa die Entscheidung am Sonntagabend in einer TV-Rede.

Besonders betroffen ist das Ballungszentrum um die Hauptstadt Pretoria und Wirtschaftsmetropole Johannesburg, wo sich die Gesundheitsinfrastruktur an der Kapazitätsgrenze befindet. Die Restriktionen sehen neben nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nach 21.00 Uhr auch ein Alkoholverbot sowie weitgehende Versammlungsverbote im Freien vor. Öffentliche Schulen, die sich derzeit in den Ferien befinden, sollen um eine zusätzliche Woche, bis zum 26. Juli, geschlossen bleiben.

Etliche Fans feiern vor EM-Finale in London ohne Abstand und Masken

18.45 Uhr: Stunden vor dem Finale der Fußball-Europameisterschaft zwischen England und Italien haben Hunderte Fans vor dem Wembley-Stadion gefeiert. Vor allem Anhänger der englischen Mannschaft tanzten und sangen am Sonntagnachmittag in unmittelbarer Nähe zur Arena im Nordwesten Londons, einige von ihnen zündeten Bengalos. Wie schon im Vorfeld vieler anderer EM-Spiele in London trugen sie fast alle keine Masken und hielten keinen Abstand zueinander.

Mehr als 60.000 Zuschauer sollen bei der Partie am Abend im Stadion sein. Zwar gelten offiziell Masken- und Abstandsregeln in der Arena, Bilder und Videos hatten dennoch auch während der Partien in London Szenen wie vor der Corona-Pandemie gezeigt. Die Engländer bestreiten gegen Italien ihr erstes großes Finale seit der Weltmeisterschaft 1966.

London entscheidet über Aufhebung aller Corona-Regeln

17.44 Uhr: Die britische Regierung entscheidet am Montag über die Aufhebung der verbliebenen Corona-Regeln in England zum 19. Juli. Es wird erwartet, dass Premierminister Boris Johnson trotz eines enormen Anstiegs der Zahl der Neuinfektionen an seinen Plänen festhält und endgültig die Rückkehr zur Normalität ankündigt. Damit würden schon in einer Woche Abstandsregeln und Maskenpflicht fallen - gegen den Rat von Wissenschaftlern und trotz Kritik von Gewerkschaften, Bürgermeistern und Oppositionspolitikern.

Frau infiziert sich mit zwei Corona-Varianten und stirbt

14.30 Uhr: Kann man sich mit mehreren Corona-Varianten gleichzeitig infizieren? Dem Fall einer 90 Jahre alten Belgierin nach zu urteilen lautet die Antwort: Ja. Die Frau ist gestorben und war zeitgleich mit zwei unterschiedlichen Typen des Coronavirus infiziert. Lesen Sie hier, was über den Fall bekannt ist.

Weltärztebund-Chef: "Werden Corona nie wieder los"

13.38 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet damit, dass Masken nicht mehr aus dem Alltag verschwinden werden. Auf die Frage, ob er einen Zeitpunkt sehe, an dem Corona als ganz normale Erkrankung angesehen werden könne, sagte Montgomery am Sonntag im ARD-"Europamagazin", der Punkt sei erreicht, wenn 85 Prozent der Bevölkerung durch Impfung und Durchmachen der Erkrankung immunisiert seien. "Wir werden aber Corona nie wieder los. Wir werden in bestimmten Situationen immer Masken tragen müssen, Hände waschen müssen, Abstand halten und wir werden regelmäßig nachimpfen müssen, wie wir das von der Grippe ja auch kennen", fügte er hinzu.

Linke fordert Stopp für weitere Lockerungen

13.00 Uhr: Die Linke hat sich deutlich gegen weitere Corona-Lockerungen ausgesprochen. Lockerungen seien dann richtig, wenn ein Großteil der Bevölkerung vollständig geimpft sei - erst dann sinke das Risiko schwerer Krankheitsverläufe, sagte Co-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "Doch diese Zeit ist noch nicht gekommen." Es brauche ein Moratorium - also einen Aufschub - weiterer Lockerungen, forderte sie.

"Nur so gewinnen wir die Zeit, die nötig ist, damit mehr Menschen den vollen Impfschutz bekommen, bevor die vierte Welle einschlägt." Die Pandemie sei immer noch da. Der Schutz der Gesundheit stehe nach wie vor an erster Stelle, sagte Hennig-Wellsow. "Wir sollten daher nicht den Fehler von Boris Johnson in Großbritannien machen und wichtige Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht vorzeitig aufheben." Die Linke-Vorsitzende sprach sich dafür aus, "noch eine ganze Weile" an Maßnahmen wie Abstand und Masken festzuhalten und auf Großveranstaltungen zu verzichten.

OECD-Experte: "Schulschließungen dürfen sich nicht wiederholen"

11.33 Uhr: Der Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, hat vor erneuten Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie gewarnt. Bis zum nächsten Schuljahr müssten Schulen technisch so umgerüstet werden, dass der Unterricht auch bei schwieriger Infektionslage ungestört fortgeführt werden könne, sagte Schleicher, der auch für den internationalen Schulleistungsvergleich Pisa verantwortlich ist, im "Interview der Woche" von Mdr Aktuell. "Diese Schulschließungen dürfen sich einfach nicht wiederholen."

Hans: Stiko soll Empfehlung zu Kinder-Impfungen überprüfen

10.15 Uhr: Saar-Ministerpräsident Tobias Hans setzt für das kommende Schuljahr verstärkt auf Corona-Tests und Impfungen. "Erst einmal sollte man alle Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Eltern impfen. Dadurch sind die Schülerinnen und Schüler, die noch nicht geimpft sind, am besten geschützt", sagte der CDU-Politiker dieser Redaktion. "Und wir sollten nicht damit aufhören, zweimal pro Woche in den Schulen zu testen." Besonders wichtig sei, die Schüler unmittelbar nach der Rückkehr aus den Ferien auf das Virus zu testen.

Die Ständige Impfkommission hat bisher keine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Es liege ihm fern, Druck auf die Wissenschaftler auszuüben, so Hans. "Ich halte es jedoch für selbstverständlich, in einer Situation, in der sich die Delta-Variante unter Kinder und Jugendlichen verstärkt ausbreitet, fortwährend zu überprüfen und Empfehlungen gegebenenfalls anzupassen."

Zurückhaltend äußerte sich der Regierungschef zum Tragen von Masken im Unterricht. "Wir sollten prüfen, ob die Maskenpflicht im nächsten Schuljahr zumindest vorübergehend noch gebraucht wird. Aber wir dürfen die Schülerinnen und Schüler nicht zu sehr einschränken", sagte er. "Wir brauchen jetzt ein Schuljahr, das nicht mehr nur unter der Überschrift Corona steht."

Bildungsministerin fordert Studierende zum Impfen auf

9.43 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat Studierende aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Sie wünsche sich so viel Normalität wie möglich für das Wintersemester, sagte die CDU-Politikerin der "Welt am Sonntag". Sie wisse, wie unbefriedigend das isolierte Lernen sei. "Um so viel Präsenz wie möglich zu ermöglichen, appelliere ich auch an die Studierenden - lassen Sie sich impfen!"

Einer Umfrage der "Welt am Sonntag" zufolge haben 55 Prozent der Universitäten Studentinnen und Studenten bereits ein Impfangebot gemacht, weitere 24 Prozent planen dies. Dabei geht es um eigene Impfzentren, mobile Teams vor Hochschulen oder für Studierende geblockte Termine.

Londoner Polizei vor EM-Finale: Corona-Regeln einhalten
Londoner Polizei vor EM-Finale: Corona-Regeln einhalten

Medienbericht: Krankenhäuser sollen genauere Angaben zu Corona-Fällen machen

9.36 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verpflichtet die Krankenhäuser einem Zeitungsbericht zufolge zu genaueren Angaben zu allen behandelten Corona-Fällen. Nach einer erweiterten Meldeverordnung müssten für alle im Krankenhaus behandelten Corona-Patienten, Alter, Art der Behandlung und Impfstatus mitgeteilt werden, schreibt die "Bild am Sonntag".

"Da die gefährdeten Risikogruppen bereits geimpft sind, bedeutet eine hohe Inzidenz nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung bei den Intensivbetten", sagte Spahn dem Blatt. "Wir wollen wissen, wer erkrankt und wie gut er geschützt ist." Nur so könne zeitnah abgeschätzt werden, "wie hoch die Belastung für das Gesundheitssystem wird und wie gut die Impfungen wirken".

Schauspielerin Léa Seydoux positiv auf Corona getestet - trotz Impfung

9.24 Uhr: Gleich vier Filme sollte die französische Schauspielerin Léa Seydoux in Cannes präsentieren - nach einem positiven Corona-Test ist nun aber ungewiss, ob sie das berühmte Festival an der Côte d'Azur überhaupt besuchen kann. Die 35-Jährige sei trotz vollständiger Impfung vor einigen Tagen positiv getestet worden, sagte eine Pressesprecherin am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Seydoux zeige keine Symptome und warte nun ab, ob ihr Arzt grünes Licht für eine Reise nach Cannes gibt oder nicht.

Bouffier warnt vor zu schnellen Lockerungen

8.48 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) warnt vor zu schnellen und zu umfassenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen. "Zunächst sollten wir zumindest drei Monate abwarten, denn dann wissen wir besser, welche Auswirkungen die Delta-Variante und die Reiserückkehrer haben", sagte Bouffier der Zeitung "Welt am Sonntag". "Ich halte daher eine weitere Maskenpflicht in Abwägung zu den möglichen Auswirkungen für eine geringere Einschränkung."

Erster Todesfall in Sydney bei aktuellem Corona-Ausbruch

8.29 Uhr: Australien hat den ersten Todesfall des aktuellen Corona-Ausbruchs in Sydney gemeldet. Eine um die 90 Jahre alte Frau sei am Samstag gestorben, teilten die Behörden mit. Nur wenige Stunden zuvor sei sie positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es war Australiens erster Todesfall durch Covid-19 in diesem Jahr, bei dem die Ansteckung im Land selbst erfolgt war.

Die Behörden meldeten außerdem 77 Neuinfektionen und warnten, die Zahl werde voraussichtlich am Montag auf über hundert steigen. "Morgen und ein paar Tage danach werden schlimmer werden, viel schlimmer als es heute war", erklärte Gladys Berejiklian, Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, dessen Hauptstadt Sydney ist. Es sei daher "höchst unwahrscheinlich", dass der vor zwei Wochen in Kraft getretene Lockdown in Sydney wie geplant kommenden Freitag aufgehoben werden könne.

Hans fordert weitere Lockerungen bei steigender Impfquote

6.41 Uhr: Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) fordert eine weitere Lockerung der Corona-Regeln bei deutlich steigender Impfquote. "Wenn alle ein vollständiges Impfangebot erhalten haben und die Impfung vor schweren Verläufen auch neuerer Varianten schützt, müssen wir unsere Corona-Maßnahmen schrittweise wieder zurücknehmen", sagte der Regierungschef der Zeitung "Welt am Sonntag".

Der CDU-Politiker sprach sich dafür aus, bei der Bewertung der Corona-Entwicklung nicht mehr nur auf den Inzidenzwert zu blicken. "Je mehr Menschen geimpft und getestet sind, desto mehr verliert der Inzidenzwert allein an Aussagekraft", erklärte Hans. Deshalb sollte im Herbst der Fokus mehr auf die Intensivbettenbelegung in den Krankenhäusern gerichtet werden.

Steigende Corona-Zahlen - Grüne fordern Kita- und Schulgipfel

5.30 Uhr: Vor dem Hintergrund steigender Corona-Fallzahlen hat Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt größere Anstrengungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gefordert. "Wir laufen mit Ansage in einen zweiten Corona-Herbst, und wieder unternimmt die Bundesregierung viel zu wenig, um Kitas und Schulen zu sichern", sagte sie unserer Redaktion. "Wir fordern jetzt einen Kita- und Schulgipfel, damit sich dieses Planungsversagen nicht wiederholt." Mit Blick auf die Delta-Variante sei keine Zeit mehr zu verlieren.

Bei dem Gipfeltreffen sollten Bund und Länder gemeinsam mit Fachleuten aus Medizin und Pädagogik einen Leitfaden für die Zeit nach den Ferien erarbeiten, schreiben Göring-Eckardt und die Grünen-Abgeordneten Kordula Schulz-Asche und Janosch Dahmen in einem Positionspapier, das dieser Redaktion vorliegt. Lesen Sie hier mehr dazu: Corona an Schulen: So wollen die Grünen Kinder schützen

Esken fordert besseren Corona-Schutz für Kinder

4.21 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen hat SPD-Chefin Saskia Esken eindringlich dazu aufgerufen, Kinder und Jugendliche besser von Corona zu schützen. "Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren in dem Irrglauben, Kinder und Jugendliche seien nicht gefährdet", sagte sie unserer Redaktion. Durch den fehlenden Impfschutz seien die Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen doppelt so hoch wie in der Altersgruppe über 50 Jahren. Long-Covid-Folgen wie Fatigue-Erscheinungen könnten jungen Menschen eine gute Zukunft für lange Zeit verbauen.

Die junge Generation habe jetzt mehr als ein Jahr aus Rücksicht auf die ältere Generation auf vieles verzichtet, so die SPD-Vorsitzende, "jetzt darf sie dieselbe Rücksichtnahme von den überwiegend geimpften älteren Erwachsenen erwarten".

Corona-News von Samstag, 10. Juli: Dritte Corona-Welle in Afrika - Entwicklungsminister kündigt neue Hilfslieferungen für Namibia an

  • Die Bundesregierung hat weitere Hilfen für Namibia zugesagt, um der verschärften Corona-Lage in dem afrikanischen Land zu begegnen
  • Es gibt wieder Warteschlangen vor Berlins legendärem Techno-Club Berghain: Am Samstag öffnete die Institution nach langer Corona-Pause wieder für Party-Gänger - aber erst einmal seinen Garten
  • Die Londoner Polizei hat vor dem Finale der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag vor Verstößen gegen die Corona-Beschränkungen gewarnt
  • Wegen einer starken Zunahme von Corona-Infektionen in den Niederlanden unterbricht dort das Parlament seine gerade erst begonnene Sommerpause und kommt zu einer Sondersitzung zusammen
  • Kuba hat dem selbst entwickelten Corona-Impfstoff Abdala eine Notfallzulassung erteilt. Das Vakzin habe in der Testphase III eine Effektivität von 92,28 Prozent gezeigt, teilte das staatliche Zentrum für die Kontrolle von Medikamenten und medizinischen Geräten (Cecmed) mit
  • Wegen der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus verschärfen mehrere europäische Länder und Regionen ihre Schutzmaßnahmen wieder
  • Die Europäische Union hat inzwischen genügend Impfstoff zur Verfügung, um 70 Prozent der Erwachsenen abzudecken
  • In Deutschland sind inzwischen mehr als 42 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft
  • In Barcelona sind trotz stark steigender Corona-Zahlen Tausende meist junge Leute zum diesjährigen Musik-Festival Cruilla zusammengekommen
  • In den Bundesländern gibt es einer Umfrage der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge keine massenhaften Absagen von Impfterminen
  • Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, fordert massive Freiheitseinschränkungen wie Reiseverbote für Ungeimpfte
  • Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich dafür ausgesprochen, dass nach den Ferien für Schüler trotz Corona grundsätzlich die Präsenzpflicht im Unterricht gelten soll
  • Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat im Zusammenhang mit der Fußball-EM erstmals auch Corona-Fälle in Deutschland gezählt. Insgesamt lassen sich 18 Infektionen in Deutschland mit der EM in Verbindung bringen
  • Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus verlängert Argentinien die Pandemie-bedingten Einschränkungen bis zum 6. August
  • Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, warnt davor, Schulen aus Datenschutzgründen digitale Werkzeuge zu verbieten, die sich in der Pandemie als tragfähig herausgestellt haben
  • Die Urlaubssaison in Europa ist nach Einschätzung der EU-Kommission trotz teils steigender Corona-Infektionszahlen nicht in Gefahr

Corona-News von Freitag, 9. Juli: EU verzeichnet 2020 höchste Sterberate seit Beginn der Aufzeichnungen

  • In Spanien ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag auf 199 gestiegen – nahezu der Wert von 200, ab dem Deutschland ein Land zum Corona-Hochinzidenzgebiet erklären kann
  • In der EU-Kommission gibt es Unterstützung für die Einführung einer begrenzten Corona-Impfpflicht etwa für besondere Berufsgruppen. EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni sagte dieser Redaktion: "Für das Gesundheitswesen etwa oder für Lehrer an Schulen kann eine Impfpflicht eine vernünftige Maßnahme sein"
  • Kuba hat dem im eigenen Land entwickelten Corona-Vakzin Abdala eine Notfallzulassung erteilt
  • In den USA brauchen vollständig geimpfte Schülerinnen und Schüler nach einer Empfehlung der nationalen Gesundheitsbehörde in Schulgebäuden keine Masken mehr
  • Wegen einer enorm gestiegenen Zahl an Neuinfektionen haben die Niederlande eine Reihe von Corona-Maßnahmen wieder verschärft. Clubs und Discos müssen von Samstag an erneut schließen
  • Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Europäische Union (EU) im vergangenen Jahr die höchste Sterberate seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte, stieg 2020 die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 5,2 Millionen
  • Die Regierung in Malta hat nach einem deutlichen Anstieg der Corona-Infektionszahlen die Regelungen für Einreisen verschärft. Ab Mittwoch kommender Woche müssten Reisende einen Impfnachweis vorzeigen, sagte Gesundheitsminister Chris Fearne am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz
  • Die Impfstoffhersteller Pfizer und Biontech gehen von einem Rückgang der Schutzwirkung des gemeinsamen Coronavirus-Vakzins nach einem halben Jahr aus

Corona-News von Donnerstag, 8. Juli: Bundesregierung will Spanien als Risikogebiet einstufen

  • Mit der Ausbreitung der Delta-Variante ändern sich vielerorts wieder die Corona-Regeln - auch in und für Urlaubsländer. Wie Sie den Überblick behalten, lesen Sie hier
  • Die Europäische Union bietet Russland nach Angaben aus Moskau die gegenseitige Anerkennung digitaler Corona-Impfpässe an
  • Rund eine Woche nach der Ankündigung hat die Ständige Impfkommission (Stiko) nun ihre ausführliche Covid-19-Impfempfehlung mit Änderungen in Hinblick auf Kreuzimpfungen veröffentlicht
  • Die besonders ansteckende Delta-Variante des Coronavirus ist in den USA Schätzungen zufolge inzwischen für mehr als die Hälfte aller untersuchten Infektionen verantwortlich
  • In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens dürfen ab diesem Freitag die Clubs nach monatelanger Pause auch die Innenbereiche wieder öffnen
  • Mitten in der Urlaubssaison will die Bundesregierung ganz Spanien als Risikogebiet und Zypern sogar als Hochinzidenzgebiet einstufen. Das erfuhr unsere Redaktion aus Regierungskreisen
  • Digitale Corona-Impfnachweise sollen von diesem Freitag an in Apotheken auch für Genesene zu bekommen sein, die ergänzend eine Impfung bekommen haben
  • Der SPD-Politiker Karl Lauterbach liebäugelt nach der Bundestagswahl mit dem Amt des Gesundheitsministers
  • Eine 16-Jährige in Israel darf sich laut einer Gerichtsentscheidung auch gegen den Willen ihrer Mutter gegen das Coronavirus impfen lassen
  • Angesichts leicht nachlassenden Tempos bei den Corona-Impfungen werden Rufe nach unkomplizierten Angeboten und extra Anreizen lauter, um noch möglichst viele Bürger zu erreichen
  • Nach der erneuten Verhängung des Corona-Notstands in Japan haben die Olympia-Organisatoren den Ausschluss von Zuschauern von den Wettbewerben in Tokio beschlossen
  • In einem Schlachthof in Oldenburggibt es einen größeren Corona-Ausbruch. Bisher stehen 45 Fälle im Zusammenhang mit diesem Infektionsgeschehen. In sechs Fällen sei die Gamma-Variante des Virus nachgewiesen worden
  • Die Intensivmediziner in Deutschland sehen sich für eine mögliche vierte Corona-Welle gut gerüstet
  • Ein Corona-Testkonzert mit fast 4000 Menschen in Paris hat kein erhöhtes Infektionsrisiko ergeben
  • In Deutschland sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Quote stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts auf 40,8 Prozent
  • Gemeinsames Schauen der Fußball-Europameisterschaft könnte einer vorläufigen Studie zufolge verantwortlich für einen höheren Corona-Anstieg bei Männern als bei Frauen in England sein
  • Am 19. Juli sollen in England die Corona-Einschränkungen weitestgehend enden. Trotz steigender Fallzahlen und Kritik hält die Regierung von Boris Johnson an dem sogenannten Freedom Day fest
  • SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat die weitreichenden Lockerungen der Corona-Auflagen in Nordrhein-Westfalen als verfrüht eingestuft
  • Bei 36.291 Todesbescheinigungen war im vergangenen Jahr Covid-19 als Erkrankung vermerkt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, war Covid-19 bei 30.136 Menschen und damit in 83 Prozent der Fälle auch die Todesursache
  • Bislang sind knapp 4000 Menschen in Deutschland trotz vollständigem Impfschutz an Covid-19 erkrankt - bei rund 975.000 registrierten Corona-Erkrankungen insgesamt im selben Zeitraum
  • Das Impftempo in Deutschland hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) etwas nachgelassen. Vergangene Woche waren 710.100 Dosen pro Tag verabreicht worden, in der Vorwoche 800.500 Dosen
  • Der Deutsche Lehrerverband hält Tests und eine Maskenpflicht in den Schulen zumindest zu Beginn des neuen Schuljahres weiter für nötig
  • Seit Beginn der Pandemie sind weltweit bereits mehr als vier Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben
  • Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat im Zusammenhang mit der EM bislang mehr als 2500 Corona-Infektionen gezählt
  • Als persönliche Konsequenz aus Corona will eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung laut einer Umfrage wesentliche Hygiene-Maßnahmen auch nach der Pandemie beibehalten
  • Saar-Ministerpräsident Tobias Hans hat im Interview im unserer Redaktion einen Kurswechsel in der Corona-Politik gefordert

Mittwoch, 7. Juli: RKI: Delta-Variante dominiert erstmals in Deutschland

  • Mehr als 40 Prozent der mit dem Coronavirus Infizierten wissen nichts von ihrer Infektion. Das geht aus einer neuen Studie der Universitätsmedizin Mainz hervor.
  • Die besonders ansteckende Delta-Variante ist in der Corona-Pandemie in Deutschland zur vorherrschenden Mutante geworden. Sie dominiere erstmals mit einem Anteil von 59 Prozent, hieß es am Mittwochabend in der jüngsten wöchentlichen Auswertung des Robert Koch-Instituts mit Blick auf die 25. Kalenderwoche (21.-27. Juni).
  • Mit mehr als 32.500 neuen Corona-Fällen an einem Tag hat Großbritannien den höchsten Tageswert seit Januar verzeichnet. Sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch der Todesfälle und der Krankenhauseinweisungen stieg in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche jeweils um mehr als 40 Prozent, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervorgeht.
  • Die Arztpraxen sollen Corona-Impfstoff künftig nach Bedarf bestellen können - und nicht mehr orientiert an einem Verteilschlüssel nach dem Bevölkerungsanteil je Bundesland. Das Bestellverfahren soll dafür ab Mitte Juli umgestellt werden, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Mittwoch mitteilte und das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage bestätigte.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts von Öffnungsplänen in Ländern wie Großbritannien vor voreiligen Schritten. Die Annahme, dass schon alle durch Corona-Impfungen geschützt seien und daher wieder völlige Normalität hergestellt werden könne, sei gefährlich für Europa und andere Regionen, warnte WHO-Krisenmanager Mike Ryan am Mittwoch in Genf.
  • Deutschland gibt bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Corona-Impfdosen an Entwicklungsländer und andere Staaten ab. Für die kostenlosen Spenden sollen Impfdosen der Hersteller Astrazeneca und Johnson & Johnson genutzt werden.
  • Erstmals seit April liegt die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl wieder über der Schwelle von eins. So gab das Robert Koch-Institut (RKI) den sogenannten 7-Tage-R-Wert am Mittwoch mit 1,01 an.
  • Die britische Regierung will Medienberichten zufolge noch an diesem Donnerstag ein Ende der Quarantänepflicht für geimpfte Reisende aus vielen europäischen Ländern, darunter Deutschland, beschließen.
  • In Tokio soll während der Olympischen Sommerspiele (23. Juli bis 8. August) wieder der Corona-Notstand ausgerufen werden.
  • Insbesondere Geringverdienende geraten laut einer Umfrage bei den Corona-Impfungen ins Hintertreffen: Knapp die Hälfte der Beschäftigten im untersten Fünftel der Lohnverteilung gaben in einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Portals "Lohnspiegel.de" an, schon mindestens eine erste Impfdosis erhalten zu haben. Im obersten Fünftel der Lohnverteilung waren es hingegen 71 Prozent.
  • Die Zahl der Verkehrsunfälle in Deutschland ist durch die geringere Mobilität in der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr um 16,4 Prozent auf gut 2,2 Millionen Unfälle gesunken.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass auch im kommenden Herbst und Winter in einigen Bereichen Maskenpflicht gelten wird. "Die Maske im Innenraum, insbesondere wenn mehrere in einem Innenraum sind im Herbst und Winter, die wird es auch wieder brauchen, das ist sehr klar", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin".
  • Laut der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC stehen mehr als 2500 Corona-Fälle in Verbindung mit der Europamiesterschaft. Infektionsfälle in sieben Ländern ließen sich mit der EM in Verbindung bringen, sagte die zuständige Direktorin Vicky Lefevre.
  • Corona-Impfungen für stillende Frauen mit mRNA-Impfstoffen sind nach Einschätzung von US-Experten in Hinblick auf die Muttermilch unproblematisch. Wegen der Immunisierung sollten Mütter nicht aufhören zu stillen, schreibt ein Team um Stephanie Gaw von der University of California San Francisco im Fachblatt "Jama Pediatrics".
  • Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) lehnt eine Aufhebung der Maskenpflicht vorerst ab. Sie sagte unserer Redaktion, einige Vorsichtsmaßnahmen blieben vorerst "auch für geimpfte Personen sinnvoll, wie zum Beispiel das Tragen einer Maske in Innenräumen."Andere Einschränkungen könnten jedoch für geimpfte Personen aufgehoben werden, "gerade was das Reisen betrifft", erläuterte Lambrecht.
  • Bis zum Erreichen einer Herdenimmunität fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach an der Maskenpflicht festzuhalten. Lauterbach sagte unserer Redaktion, "ein Risiko ist auf jeden Fall da, wenn man alles öffnet und beispielsweise 30 Prozent der Bevölkerung noch nicht geimpft sind. Dann sind die Kliniken wieder sehr schnell voll." Es sei ganz klar, dass es irgendwann zur Aufhebung der Maskenpflicht kommen werde. Aber die Frage sei, bei welcher Herdenimmunität das zu verantworten sei.

Corona-News von Dienstag, 6. Juli: Biden ruft angesichts der Delta-Variante zum Impfen auf

  • Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat US-Präsident Joe Biden die Amerikaner erneut eindringlich zum Impfen aufgerufen.
  • Knapp 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervor.
  • Die neue Lambda-Variante des Coronavirus ist in Europa angekommen. In Spanien und Großbritannien wurden mehrere Fälle von Infektionen mit der Mutante nachgewiesen.
  • Die EU verweigert der ungarischen Regierung die Auszahlung von Corona-Hilfen.
  • Menschen, die einen Impftermin ohne Absage verstreichen lassen, sollten nach Auffassung einer Mehrheit der Deutschen Geldbußen zahlen.
  • Die Länder wollen große Sportveranstaltungen und andere Events mit bis zu 25.000 Zuschauenden wieder möglich machen.
  • Baden-Württemberg will ein härteres Vorgehen gegen so genannte Impfschwänzer prüfen - also gegen Menschen, die einen vereinbarten Corona-Impftermin nicht wahrnehmen und auch nicht absagen.
  • Die gesamte EU wird beim Impfen immer schneller. In den USA sind nur fünf Prozent mehr Erwachsene mindestens einmal geimpft als im Staatenbund. Mitte April waren es noch 25 Prozent.
  • Eine knappe Mehrheit der Deutschen befürwortet einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge eine Aufhebung aller Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte ab September.
  • Die Ausbreitung der Delta-Variante hat für deutsche Reiseanbieter bisher nicht zu Stornierungen im größeren Stil geführt.
  • Israel will seine Impfkampagne unter jungen Menschen vorantreiben und lässt seinen Rettungsdienst seit Dienstag an Schulen impfen.
  • Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery hält das Erreichen der Herdenimmunität für "kurzfristig nicht erreichbar". Dazu müsse der Anteil der Geimpften und Genesen bei rund 85 Prozent liegen.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie geht davon aus, in Deutschland keine Herdenimmuniät entstehen wird, solange junge Menschen nicht geimpft sind.

Corona-News von Montag, 5. Juli: RKI: So hoch muss die Impfquote wegen Delta wirklich sein

  • Die Kassenärztliche Bundesvereinigung unter Leitung von Andreas Gassen hat das Ende aller Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte gefordert - ab Ende September.
  • Kanzlerin Angela Merkel hat angesichts der sich rasch ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus auf die Bedeutung der Impfungen hingewiesen. Man müsse bei der Impfquote Richtung 80 Prozent kommen, mahnte Merkel.
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt eine weitere Verlängerung der Corona-Hilfen in Aussicht.
  • Die Delta-Variante breitet sich immer weiter aus - und mit ihr auch die Angst, dass die Corona-Impfstoffe nicht gut gegen die Mutante wirken. Lesen Sie hier, warum Experten Bedenken wegen der Wirksamkeit von Johnson & Johnson haben.
  • Das Robert Koch-Institut legt eine neue Analyse vor, wonach die Impfquote angesichts der Delta-Variante deutlich höher liegen muss als bisher angenommen. Demnach müssen mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-­Jährigen sowie 90 Prozent der über 60­-Jähri­gen vollständig gegen COVID­-19 geimpft sein - und zwar bis zum Sommerende.
  • Karl Lauterbach schlägt vor, Impfungen in Ausgehvierteln anzubieten. Auch vor Bars und Klubs wäre dies denkbar. In den USA und Israel habe man mit ähnlichen Angeboten große Erfolge erzielt.
  • Über den geimpften Schüler, der in Israel mindestens 83 weitere Menschen angesteckt hat, rätselt die Fachwelt. Können Geimpfte wirklich zu Superspreadern werden? Lesen Sie hier mehr.
  • Portugal gilt nicht mehr als Virusvariantengebiet. Auch die Reisebeschränkungen der Bundesregierung für Großbritannien, Nordirland, Russland, Indien und Nepal werden gelockert. Die Länder gelten nun als Hochinzidenzgebiet.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie hält eine zweite Impfung für von einer Corona-Infektion Genesene für unnötig. Sie sei "eher verschwendet", weil es bei Genesenen schon nach der Erstimpfung so viele Antikörper gebe wie bei nicht Erkrankten nach der zweiten Impfung.
  • Tschechien führt von Freitag an eine Testpflicht für Einreisende und Reiserückkehrer ein. Der sogenannte kleine Grenzverkehr innerhalb von 24 Stunden bleibt aber ohne Auflagen möglich.
  • Luxemburgs Premier Bettel liegt mit einer Corona-Infektion weiterhin im Krankenhaus. Am Wochenende sei bei ihm eine unzureichende Sauerstoffsättigung festgestellt worden, hieß es. Sein Zustand sei ernst.
  • US-Präsident Joe Biden hat die Corona-Impfung als "patriotischen Akt" bezeichnet. "Tun Sie es für Ihr Land", sagte Biden.
  • In Israel liegen Hinweise auf eine schlechtere Wirksamkeit von Biontech/Pfizer gegen die Delta-Variante vor.
  • Nach einem Corona-Kontakt begibt sich Herzogin Catherine in eine zehntägige Selbstisolation. Symptome habe die Frau von Prinz William aber nicht.
  • Außenminister Heiko Maas (SPD) beruhigt deutsche Spanien-Urlauber: Der Urlaub sei trotz steigender Infektionszahlen nicht in Gefahr.
  • Auf griechischen Fähren gelten ab diesem Montag neue Corona-Regeln. Reisende müssen dann bei Fahrtantritt mindestens einen negativen Corona-Schnelltest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Gültig sind auch ein PCR-Test von nicht mehr als 72 Stunden oder der Nachweis einer vollständigen Impfung oder einer Genesung.
  • In Deutschland sind nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn 32,4 Millionen Menschen vollständig gegen eine Infektion mit dem Coronavirus geimpft - das entspricht 39 Prozent der Bevölkerung. 68 Prozent der Erwachsenen sind immerhin einmal geimpft.
  • Großbritannien strebt trotz der Delta-Welle Lockerungen an. Ab dem 19. Juli sollen die Beschränkungen wie Abstandsregeln, Maskenpflicht und Zuschauerbegrenzungen etwa in Stadien nach den Worten von Premier Boris Johnson fallen.
  • Die FDP fordert eine weitreichende Abschaffung von Beschränkungen für Corona-Geimpfte. Bußgelder für versäumte Impftermine lehnt die Partei ab.
  • Auch die Bundesregierung will darauf verzichten, Impfschwänzer zu bestrafen - wirbt aber erneut für die Corona-Impfung.
  • SPD-Chefin Saskia Esken hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, ihre Impf-Empfehlungen für Kinder und Jugendliche zu überdenken.
  • Stiko-Vorsitzender Thomas Mertens zweifelt indes an der Sinnhaftigkeit von Massentests für Schülerinnen und Schüler.
  • An den Empfehlungen für Kinder und Jugendliche will die Stiko vorerst nichts ändern. Es gebe noch zu wenig Daten über die Sicherheit des Impfstoffs für diese Altersgruppe.

Corona-News von Sonntag, 4. Juli: Corona-Lage auf Mallorca und in Russland spitzt sich drastisch zu

  • Die Corona-Pandemie verschlechtert die Ausbildung von Geflüchteten
  • Zypern und die spanische Region Katalonien gelten nun als Risikogebiete laut RKI-Einstufung
  • Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel ist eine Woche nach einem positiven Corona-Test zur Beobachtung ins Krankenhaus gekommen.
  • Die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Tokio geht womöglich ohne Zuschauer über die Bühne
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert Strafen für Impfschwänzer
  • CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet ist gegen solche Strafen. Solidarität erzwinge man nicht mit Strafen, sagte Laschet.
  • Die USA verfehlen das von Präsident Biden gesteckte Ziel, bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen - es waren bis heute nur 67 Prozent.
  • Virologin Melanie Brinkmann fordert ein neues Testkonzept für Schulen, etwa mit dem vermehrten Einsatz von Lolli-Tests
  • In Russland spitzt sich die Corona-Lage weiter zu. Die Behörden registrierten am Sonntag mehr als 25.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden - so viele wie seit Anfang Januar nicht mehr.
  • Große Mehrheit erwartet schärfere Corona-Maßnahmen im Herbst. 76 Prozent der Befragten einer YouGov-Umfrage rechnen mit einem Anstieg der Infektionszahlen
  • Mallorca "am Rande des Abgrunds": Die Corona-Zahlen auf der Insel steigen wieder stark
  • In Israel hat ein Schüler mindestens 83 Menschen mit Corona infiziert. Heikel: Der junge Mann war geimpft.

Corona-News von Samstag, 3. Juli: Intensivmediziner: Nicht mehr nur auf Inzidenzen schauen

  • In Thailand verschlechtert sich die Corona-Situation - Experten warnen vor Engpässen in Krankenhäusern
  • Russland meldet Tageshöchstwert an Corona-Toten: Binnen 24 Stunden starben 697 Menschen, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie
  • Hamburger Fischmarkt öffnet wieder - zunächst im Testbetrieb
  • Querdenker-Demos in Bochum sind friedlich verlaufen
  • Augenärzte haben womöglich ein Mittel gegen Long Covid entdeckt. Nun soll der Wirkstoff "BC 007" genauer untersucht werden.
  • Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat Ermittlungen gegen Präsident Jair Bolsonaro wegen Korruptionsvorwürfen eröffnet. Es geht um eine millionenschwere Bestellung des indischen Corona-Impfstoffs Covavaxin.
  • Namibia geht der Impfstoff aus - Kolonialismusforscher fordert schnelle Hilfe aus Deutschland
  • Mallorca hofft trotz steigender Corona-Zahlen auf eine gute Urlaubssaison
  • Britische Stars wie Derek Jacobi und Jim Broadbent ("Game of Thrones") werben mit einer Musical-Einlage fürs Impfen
  • Italienische Ermittler decken Netzwerk für gefälschte Impfpässe auf
  • In der Slowakei müssen alle ungeimpften Einreisenden für 14 Tage in Quarantäne, unabhängig vom Herkunftsland
  • Der Ärger über volle Stadien bei der EM wächst - auch angesichts steigender Infektionszahlen nach den Spielen
  • Intensivmediziner: Angesichts steigender Impfquoten nicht mehr nur auf Inzidenzen schauen

Corona-News von Freitag, 2. Juli: Zypern und Katalonien jetzt Corona-Risikogebiete

  • Mario Czaja, Präsident des Berliner Roten Kreuzes, hat eine Strafzahlung für alle, die ihren zweiten Impftermin in einem Impfzentrum ohne Absage verstreichen lassen, gefordert. Czaja sagte der rbb-"Abendschau", er werbe für eine sogenannte "Impfschwänzer-Abgabe" von 25 bis 30 Euro.
  • Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sieht die Welt wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante in "einer sehr gefährlichen Phase" der Pandemie. Die Mutante sei inzwischen in fast 100 Ländern nachgewiesen und mutiere weiter. Tedros mahnte vor diesem Hintergrund ein hohes Impftempo weltweit an.
  • Rund 38 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet mit baldigen Erleichterungen bei Reisen zwischen Deutschland und Großbritannien. "Ich gehe davon aus, dass in absehbarer Zeit doppelt Geimpfte dann auch wieder reisen können, ohne in Quarantäne zu gehen", sagt Merkel nach Beratungen mit dem britischen Premierminister Boris Johnson.
  • Mit Zypern und der spanischen Region Katalonien setzt die Bundesregierung am Sonntag zwei weitere Urlaubsgebiete auf die Liste der Corona-Risikogebiete. Außerdem werden drei weitere Regionen in Spanien und Norwegen zu Risikogebieten erklärt, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte.
  • In Indien sind nach offiziellen Zahlen mehr als 400.000 Menschen an oder mit Corona gestorben. Diese Marke wurde am Freitag überschritten, als das Gesundheitsministerium 853 neue Todesfälle in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land meldete.
  • Das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson ist nach Angaben des Herstellers auch wirksam gegen die besonders ansteckende Delta-Variante. Dies hätten zwei Studien mit insgesamt 28 Teilnehmern ergeben, teilte das US-Unternehmen mit.
  • Die SPD dringt für die Zeit nach Corona auf einen Rechtsanspruch für Arbeitnehmer auf Homeoffice für einen Teil der jährlichen Arbeitszeit. "Grundsätzlich sollen Beschäftigte bei einer Fünf-Tage-Woche mindestens 24 Tage im Jahr mobil oder im Homeoffice arbeiten können, wenn es die Tätigkeit erlaubt", sagte die Partei-Vorsitzende Saskia Esken der "Augsburger Allgemeinen".
  • Deutschlands Arztpraxen dürften in der kommender Woche erstmals die Menge Corona-Impfstoff geliefert bekommen, die sie bestellt haben, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
  • Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, hält Luftfilter für einen wichtigen Bestandteil eines Gesamtkonzepts für sicheren Präsenzunterricht im Herbst. Die Geräte seien "nicht das Allheilmittel, könnten aber einen erheblichen Beitrag zur Verhinderung von Infektionen beitragen", sagte Schramm gegenüber unserer Redaktion.
  • Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, will bei einer möglichen vierten Corona-Welle im Herbst Schulen nur im äußersten Notfall erneut schließen. "Wenn das Infektionsgeschehen solche Probleme macht, dass Lockerungen zurückgenommen werden, sollte über die Schließung von Schulen als letztes nachgedacht werden", sagte Ernst unserer Redaktion.
  • FDP-Chef Lindner fordert die Kultusministerkonferenz auf, noch vor den Sommerferien erneut zu tagen. Der nächste Termin im Oktober sei "viel zu spät". Im Zentrum der notwendigen Beratungen müssten "die Ausdehnung der Lolli-Tests, Hygienekonzepte, Luftreiniger und Impfangebote stehen". Bereits über den Sommer könne man die Logistik dafür vorbereiten.

Corona-News von Donnerstag 1. Juli: Portugal führt in Teilen des Landes wieder nächtliche Ausgangssperren ein

  • Wegen der angespannten Corona-Lage werden in Teilen Portugals wieder nächtliche Ausgangssperren eingeführt. Die Bewohner der Hauptstadt Lissabon und 44 weiterer Kommunen sind ab Freitag aufgerufen, von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr zu Hause zu bleiben, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte.
  • Laut dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach macht die 14-tägige Quarantäne für Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten, die doppelt geimpft sind, "keinen Sinn mehr".
  • Das Urlaubsland Kroatien hat am Donnerstag überraschend und ohne Vorankündigung die coronabedingten Einreisebestimmungen verschärft.
  • Mit der schnellen Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante in Deutschland passt die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung an. So sollen Menschen, die eine erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna erhalten, teilte das Gremium am Donnerstag mit.
  • Die sich ausbreitende Delta-Variante ist nach Angaben des Generalsekretärs der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Burkhard Rodeck, mit Blick auf die Sterblichkeit wahrscheinlich weniger gefährlich als andere Coronavirus-Varianten.
  • Österreich hat eine vor 15 Monaten verhängte globale Corona-Reisewarnung aufgehoben.
  • Der Europadirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO warnte vor einer neuen Welle von Corona-Infektionen.
  • Die Europäische Fußball-Union hält an ihren Plänen zu der umstrittenen Zuschauerzulassung bei der Europameisterschaft fest.
  • Deutschland steht nach Einschätzung der Bundesregierung vor der weiteren Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante in der Bevölkerung. Delta werde mit steigendem Anteil auch bald in Deutschland die dominierende Variante sein, nun müssten die absoluten Infektionszahlen möglichst niedrig gehalten werden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin.
  • Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Europäische Fußball-Union in der Diskussion um die Zuschauerzulassung bei der Europameisterschaft scharf kritisiert.
  • Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac geht davon aus, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA seinen Impfstoff trotz geringer Wirksamkeit zulassen wird.
  • Hunde und vor allem Katzen stecken sich offenbar relativ häufig bei ihren mit Corona infizierten Besitzern an. Darauf weisen zwei neue Untersuchungen hin.
  • Die Bundesregierung will Portugal und Großbritannien für Reisende bald wieder von Virusvarianten- zu Hochinzidenzgebieten herunterstufen.
  • Die EU ist am Donnerstag mit einem digitalen Impfzertifikat an den Start gegangen, das in der Corona-Pandemie Reisen erleichtern soll.
  • Die Zahl der in Deutschland angemeldeten Prostituierten ist in der Corona-Pandemie um mehr als ein Drittel gesunken. Ende 2020 seien bei den Behörden in Deutschland rund 24.900 Prostituierte gültig angemeldet gewesen, 38 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
  • Fast zwei Drittel der Deutschen sprechen sich laut einer Umfrage für eine weiterführende Homeoffice-Pflicht in bestimmten Branchen aus.
  • Der Corona-Impfstoff der Firma Curevac ist deutlich weniger wirksam als erhofft, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitgeteilt hat.
  • Im Falle einer weiteren Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hält SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Auffrischungsimpfungen für unumgänglich.
  • Auch im kommenden Schuljahr wird es zunächst keinen Normalbetrieb an den Schulen wie vor Corona geben. Zumindest am Anfang müssen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte weiter mit Einschränkungen rechnen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Kultusministerien der 16 Bundesländer ergab.
  • Im Kampf gegen die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus nimmt die Bundesregierung verstärkt die jüngere Generation in den Blick.
  • Auf den Covid-Intensivstationen der deutschen Kliniken werden fast nur noch Langzeitpatienten behandelt. "Die allermeisten der rund 600 Covid-Patienten auf den Intensivstationen sind Langzeitpatienten", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) dieser Redaktion.

Corona-News von Mittwoch, 30. Juni: Corona-Tests in Frankreich für ausländische Touristen künftig kostenpflichtig

  • In Frankreich sind Corona-Tests für ausländische Touristen künftig nicht mehr kostenlos. Ab dem 7. Juli werden für einen PCR-Test 49 Euro und für einen Antigen-Schnelltest 29 Euro fällig, wie Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch der Zeitung "Les Echos" sagte.
  • In Italien hat die Veröffentlichung von Videoaufnahmen brutaler Prügelattacken von Gefängniswärtern auf Insassen für Empörung gesorgt. Auf den Aufnahmen von Sicherheitskameras, welche die Zeitung ""Domani" am Mittwoch veröffentlichte, ist zu sehen, wie dutzende Beamte mit Fäusten und Schlagstöcken auf Gefangene einschlagen.
  • Ab diesem Donnerstag kann der EU-weite Corona-Impfpass genutzt werden. Doch was als Start in die europäischen Reiseferien gedacht war, sorgt bei den Airlines für Sorgenfalten. Sie befürchten einen Riesen-Chaos an den Flughäfen wegen technischer Probleme. In den Mitgliedsstaaten würden mindestens zehn verschiedene Ansätze für das Impfzertifikat existieren, warnte der EU-Dachverband der Airlines und Flugbetreiber in einem Brandschreiben. Und das ist nicht das einzige Hindernis für einen reibungslosen Flugverkehr.
  • Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt die türkische Regierung auf eine dritte Impfung. Das Gesundheitspersonal sowie Menschen über 50 Jahre, die bereits zweimal gegen das Coronavirus geimpft wurden, könnten sich ab Donnerstag für eine dritte Impfung registrieren, sagte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Mittwochabend laut der Staatsagentur Anadolu. Zu den Hintergründen der Entscheidung gab der Minister vorerst nichts bekannt.
  • Seit Inkrafttreten der Corona-Einreiseverordnung Mitte Januar haben Bundespolizisten bei rund 7,8 Millionen Einreisekontrollen rund 210.000 Verstöße festgestellt. Es habe rund 150.000 Mängel bei der Digitalen Einreiseanmeldung und 60.000 bei der Pflicht für den Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines Negativtestes gegeben, teilte die Bundespolizei am Mittwoch mit.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will nach einem Bericht der "Handelsblatts" mehr als 204 Millionen Corona-Impfstoffdosen für das kommende Jahr beschaffen. "Somit würde für Deutschland samt Sicherheitsreserve mit einer Versorgung von etwas mehr als zwei Dosen pro Einwohner gerechnet", zitierte die Zeitung aus einem Bericht des Gesundheitsministeriums für das Kabinett.
  • Die Luca-App zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird nach Angaben des Betreibers inzwischen von mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland verwendet. Alleine in den vergangenen vier Wochen hätten sich mehr als neun Millionen Anwenderinnen und Anwender neu registriert, teilte die Culture4Life GmbH am Mittwoch in Berlin mit.
  • Nach dem im Frühjahr 2020 aufgelegten Zwei-Milliarden-Schutzschild für Start-ups in der Corona-Krise stützt der Bund zumindest kleinere Wachstumsfirmen weiter. Das Wirtschafts- und das Finanzministerium verständigten sich darauf, Teile des Hilfspakets fortzuführen und Finanzhilfen entsprechend aufzustocken.
  • Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium haben die Länder dazu aufgerufen, den Sommer zu nutzen, um einen verlässlichen Schulbetrieb im neuen Schuljahr sicherzustellen. Länder und Kommunen müssten die Urlaubszeit in diesem Jahr besser zur Vorbereitung nutzen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch laut einer gemeinsamen Mitteilung beider Ministerien.
  • Wegen der Verbreitung der Delta-Variante fordert die Bundesregierung bei den EU-Partnern für strenge Einreiseregeln nach deutschem Vorbild ein. "Die Gespräche auf europäischer Ebene über einheitlichere Regeln laufen", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft sowie der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".
  • Frauen sind nach den Worten von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron besonders von der Corona-Krise betroffen. Sie seien die "ersten Opfer" der weltweiten Pandemie geworden, da sich die Ungleichheiten in den Gesellschaften verstärkten, sagte der 43-Jährige am Mittwoch zum Auftakt des Pariser Spitzentreffens zur Gleichstellung von Männern und Frauen. Lockdowns hätten auch zu mehr Gewalt gegen Frauen geführt.
  • Knapp 2000 Corona-Fälle in Schottland lassen sich nach offiziellen Angaben in Verbindung mit Spielen der Fußball-Europameisterschaft bringen. Zwei Drittel von 1991 positiv Getesteten seien Fans, die entgegen der Ratschläge aus dem Norden zu Spielen nach London gereist seien, wie die Gesundheitsbehörde Public Health Scotland mitteilte.
  • Hubert Aiwanger hat sich als einziger Minister in Bayern nicht gegen Corona impfen lassen. Impfgegner feiern den Politiker im Netz.
  • Die Niederlande wollen nun auch 12- bis 17-Jährige gegen das Coronavirus impfen lassen. Dafür solle der Impfstoff der Hersteller Pfizer und Biontech genutzt werden, teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge in Den Haag mit.
  • In Spanien ist heftiger Streit über die Zwangsquarantäne für 249 teils noch minderjährige Schüler in einem Hotel auf Mallorca entbrannt. Die Regionalregierung hatte die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus verschiedenen spanischen Regionen zwangsweise in ein Hotel eingewiesen, weil sie engen Kontakt zu positiv aufs Coronavirus getesteten Schülern hatten.
  • Geimpfte können seit Mitte Juni den digitalen Impfpass nutzen. Für Genesene ist der neue Nachweis noch nicht möglich. Warum ist das so? Lesen Sie hier: Genesen und geimpft - Wann kommt der digitale Nachweis?
  • Angesichts der sich verschlechternden Corona-Lage in Russland hat Staatschef Wladimir Putin die Bürger zur Impfung aufgerufen, eine Corona-Impfpflicht aber abgelehnt. Die Menschen sollten auf Empfehlungen von "Experten" hören, nicht auf "Gerüchte", sagte Putin bei seiner jährlichen Fragestunde im Fernsehen mit Blick auf die in seinem Land verbreitete Impfskepsis.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Uefa in der Diskussion um die Zuschauerzulassung bei der Fußball-Europameisterschaft scharf kritisiert. "Das Spiel hat gestern nochmal gezeigt wie eng die Fans stehen, wie oft sie sich umarmen und anschreien. Es haben sich sicherlich Hunderte infiziert und diese infizieren jetzt wiederum Tausende", schrieb Lauterbach am Mittwoch bei Twitter.
  • Fast jeder Vierte in Deutschland spricht sich nach dem Auftreten der Delta-Variante des Coronavirus für eine Impfpflicht aus. Dies ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-"Trendbarometer". Demnach sprechen sich 22 Prozent der Befragten für eine Impflicht für alle Bürger aus, bei denen keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer (77 Prozent) finden hingegen, die Corona-Impfung sollte weiterhin freiwillig bleiben.
  • Der Schutz des Astrazeneca-Impfstoffs vor Covid-19 wird bei einem längeren Abstand zwischen erster und zweiter Dosis einer aktuellen Studie zufolge nicht beeinträchtigt. Forscher der Universität Oxford konnten bei einem Abstand von bis zu 45 Wochen zwischen beiden Impfdosen eine ebenso starke oder teilweise sogar bessere Immunantwort nachweisen wie bei dem standardmäßigen kürzeren Intervall, wie aus den veröffentlichten Ergebnissen hervorgeht. Die Studie ist noch nicht von Fachleuten begutachtet.
  • Die schleppenden Corona-Impfkampagnen in vielen Ländern machen eine schnelle Erholung vieler Tourismusregionen zunichte. Betroffen sind vor allem ärmere Länder, wie die Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) und die Uno-Tourismusorganisation (UNWTO) in Genf berichteten.
  • In Deutschland haben 55 Prozent der Bevölkerung ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Damit wurden hierzulande proportional mehr Menschen zum ersten Mal geimpft als in den USA. Dort liegt die Quote bei 54,8 Prozent. "Deutschland hat heute erstmals bei den Impfungen aufgeholt. Das zeigt, dass die Impfkampagne einen langen Atem braucht", twitterte Gesundheitsminister Jens Spahn.
  • Aufgrund der sich ausbreitenden Delta-Variante rechnet der wissenschaftliche Corona-Beirat der französischen Regierung nach dem Sommer mit einer möglichen vierten Welle. Mittlerweile mache die Mutation 20 Prozent unter den Corona-Neuinfektionen aus - doppelt so viel wie noch vor einer Woche.
  • Erstmals seit mehr als einem Jahr gelten keine Reisewarnungen der Bundesregierung für Corona-Risikogebiete mehr. Ab 1. Juli werden diese aufgehoben, das teilte das Auswärtige Amt auf seiner Website mit. Von der Änderung sind mehr als 80 Länder weltweit betroffen.
  • In Russland wurden den Gesundheitsbehörden in den vergangenen 24 Stunden 669 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. Das ist die bislang höchste Zahl seit dem Ausbruch der Pandemie in dem Land.Zudem wurden binnen eines Tages mehr als 21.000 Neuinfektionen in Russland verzeichnet. Derzeit breitet sich dort vor allem die Delta-Variante verstärkt aus.
  • Die Corona-Pandemie hat die Lage der Bevölkerung in Konfliktregionen oder Entwicklungsländern nochmals drastisch verschärft. Der Welthungerhilfe der UN zufolge stehen weltweit etwa 41 Millionen Menschen am Rande einer Hungersnot.
  • Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen weltweit ist vergangene Woche erstmals seit Mitte April wieder leicht gestiegen. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch in Genf. Gleichzeitig wurden weltweit so wenig Todesfälle durch eine Corona-Infektion gemeldet wie seit November 2020 nicht mehr. Die Zahlen beziehen sich auf die sieben Tagen bis zum 27. Juni.
  • Dänemark hat mit Rumänien eine Vereinbarung über den Kauf von mehr als 1,1 Millionen Dosen des von Biontech und Pfizer entwickelten Corona-Impfstoffs getroffen. Das teilte das dänische Gesundheitsministerium am Dienstagabend in einer Pressemitteilung mit. Der Kauf werde möglich, weil die Impffreudigkeit in Rumänien zurzeit nicht sehr groß sei und das Land deshalb seine überschüssigen Impfdosen verkaufen wolle, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke.
  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist für ein Ende der Maskenpflicht in Schulen im neuen Schuljahr, falls die Corona-Inzidenzwerte niedrig bleiben. "Nach den Ferien beobachten wir die Situation der Reiserückkehrer, und wenn wir das in den Griff bekommen, dass die Inzidenzen nicht besonders hoch sind, dann kann man auch die Masken im Unterricht wieder ablegen", sagte der Unions-Kanzlerkandidat am Mittwoch im WDR. "Das Hauptziel muss sein: Man darf nicht als erstes wieder die Schulen schließen."
  • Bundesinnenminister Horst Seehofer hat seine Corona-Infektion ohne größere Probleme überstanden. "Ja, es geht mir gut", sagte der 71-Jährige der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). "Ich war zum Glück schon einmal geimpft und hatte vermutlich deshalb kaum Beschwerden. Aber es hat vier Wochen gedauert, bis ich nicht mehr positiv war."
  • Angesichts zunehmender Absagen von Impfterminen fordern die Grünen und die FDP die Bundesregierung auf, mit Anreizen und Aufklärungsarbeit gegenzusteuern. "Um der Ausbreitung der Delta-Variante entgegenzuwirken, müssen wir so schnell wie möglich den Impffortschritt voranbringen", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwochsausgaben). Um Impfmüdigkeit vorzubeugen, plädierte sie etwa für Belohnungssysteme.
  • Tausende Patientinnen und Patienten in Deutschland leiden nach einer Covid-19-Erkrankung an Langzeitfolgen. Allein bei der zweitgrößten deutschen Krankenkasse, der Barmer, waren zwischen November 2020 und März 2021 mehr als 2900 Versicherte von Long- oder Post-Covid betroffen, wie eine Auswertung von Versichertendaten der Kasse zeigt, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach empfiehlt Arbeitgebern, das Homeoffice so lange weiterzuführen bis in der Bevölkerung die Herdenimmunität erreicht ist. "Jetzt ist ein erheblicher Teil der Menschen noch nicht oder nur einmal geimpft. Damit ist die Situation noch nicht ungefährlich", sagte Lauterbach unserer Redaktion. "Dringend rate ich dazu, die Beschäftigten am Arbeitsplatz zweimal pro Woche zu testen, um Ausbrüche zu verhindern."

Corona-News von Dienstag, 29. Juni: Frankreich erwägt Impfpflicht für Pflegekräfte

  • Frankreich erwägt die Einführung einer Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte im Herbst. Ziel der Regierung sei es, dass bis September 80 Prozent des Pflegepersonals in Seniorenheimen und in Krankenhäusern mindestens eine Impfdosis erhalten haben, schrieb Gesundheitsminister Olivier Véran in einem Brief an die Krankenhäuser und Altenheime im Land.
  • In Tunesien breitet sich die Corona-Pandemie weiter stark aus - allein im Juni sind mehr als 2000 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Im selben Zeitraum behandelten Krankenhäuser knapp 3000 Covid-19-Patienten, wie am Dienstag aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Die Kliniken arbeiten an der Belastungsgrenze und es mangelt an medizinischer Ausrüstung. Das Land setzt deshalb nun auf Hilfe aus dem Ausland: Aus Deutschland sollen etwa laut einer Erklärung von Präsident Kais Saied 25 Beatmungsgeräte geliefert werden. Auch Italien schickt demnach Ausrüstung.
  • An diesem Dienstag ist mit Folge 95 die vorerst letzte reguläre Folge des NDR-Podcasts "Coronavirus-Update" vor der Sommerpause gelaufen. Virologe Christian Drosten und Virologin Sandra Ciesek, die sich wöchentlich im Podcast abwechseln, sind dann erst wieder ab dem 7. September zu hören.
  • Um die Weltklimakonferenz in Glasgow im November als Präsenzveranstaltung zu ermöglichen, bietet Großbritannien Teilnehmenden Corona-Impfungen an. Delegierte, Beobachtende oder Journalisten, die andernfalls zum Zeitpunkt der Konferenz noch nicht geimpft wären, können sich bis zum 23. Juli für das Impfprogramm anmelden, wie die britische Regierung am Dienstag mitteilte.
  • Bislang machen in diesem Sommer Einreisende aus dem Ausland nur einen recht kleinen Anteil an allen erfassten neuen Corona-Ansteckungen aus. So wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt innerhalb von vier Wochen 1036 Fälle gemeldet, bei denen eine wahrscheinliche Ansteckung im Ausland angenommen wird, wie aus dem RKI-Lagebericht von Dienstagabend hervorgeht. Das seien etwa zwei Prozent aller übermittelten Fälle.
  • Der Impfstoff von Moderna zeigt nach Angaben des US-Pharmakonzerns eine vielversprechende Wirkung gegen Varianten des Coronavirus. Eine Laborstudie ergebe, dass neutralisierende Antikörper gegen Mutanten gebildet würden - auch gegen die erstmals in Indien festgestellte Delta-Variante und die zuerst in Südafrika nachgewiesene Beta-Variante.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht in Deutschland keinen Trend zu einem Verzicht auf die Zweitimpfung gegen das Coronavirus. In einer vom RKI veröffentlichten Umfrage gaben 98,7 Prozent der bisher einmal geimpften Befragten an, sich "auf jeden Fall" oder "eher" ein zweites Mal impfen lassen zu wollen. "Es ist also keine Tendenz erkennbar, dass das empfohlene Impfschema nicht vervollständigt wird", erklärte das RKI.
  • Die Delta-Variante des Coronavirus verbreitet sich in Deutschland schneller als befürchtet. Im NDR-Podcast Coronavirus-Update sagte die Virologin Sandra Ciesek, dass die Mutante wohl im Juli vorherrschend sein wird. "Viele haben befürchtet, dass Delta im Herbst hier dominant wird. Ich denke, wir werden es Anfang Juli schon sehen", sagt Ciesek. "Wir sind noch nicht am Ende der Pandemie, so sehr wir uns das alle wünschen."
  • Wenn heute Deutschland bei der Fußball-EM auf England trifft, können bis zu 45.000 Zuschauer die Partie im Wembley-Stadion mitverfolgen. Aus Sicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kommen diese Freiheiten zu früh: "Das, was die Uefa jetzt macht, ist für mich nicht akzeptabel, dass einfach irgendwelche Zuschauerzahlen so imaginär erhöht werden, ohne Sinn und Zweck, dass dann sozusagen durch ganz Europa hier die Möglichkeit von Verbreitung besteht."
  • Mallorca hat nach der Ansteckung von rund tausend spanischen Schülern mit dem Coronavirus bei Abiturfahrten eine klare Warnung an alle Besucher gerichtet. Wer sich danebenbenehmen und damit die Gesundheit und die Wirtschaft auf den Inseln gefährden wolle, solle lieber gleich zu Hause bleiben, sagte Regionalregierungschefin Francina Armengol.
  • Die Sterblichkeit in deutschen Pflegeheimen ist während der ersten beiden Wellen der Corona-Pandemie deutlich angestiegen. Bereits rund drei Wochen nach Beginn des ersten Lockdowns im April vergangenen Jahres lag sie um 20 Prozent höher als im Schnitt der Vorjahre, wie aus dem in Berlin veröffentlichten Pflegereport der AOK hervorgeht. Am höchsten war die Übersterblichkeit dem Bericht zufolge am Jahresende, so habe sie in der Weihnachtswoche 80 Prozent betragen.
  • Wochenlang sanken in Spanien die Corona-Neuinfektionszahlen. Nun scheint sich dieser Trend zu wandeln. Am Dienstag meldete Spanien mehr als 10.000 neue Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 59,4.
  • In Bayern entfällt künftig an sämtlichen Schulen die Maskenpflicht. Nach den bayerischen Grundschülern müssen auch Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen am Sitzplatz keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen, sofern die regionale Sieben-Tage-Inzidenz unter 25 liegt. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag in München beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) anschließend mitteilte. Es solle dabei empfohlen werden, dreimal statt zweimal pro Woche einen Corona-Test zu machen.
  • Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Australien müssen immer mehr Landesteile in einen Lockdown. Mehr als zehn Millionen der insgesamt 25 Millionen Bürger seien jetzt von Ausgangsbeschränkungen betroffen, berichtete die Zeitung "The Australian" am Dienstag. Nach Sydney an der Ostküste und Darwin im Norden wurden auch in Perth an der Westküste und Brisbane im tropischen Queensland mehrere neue Fälle gemeldet. Bis auf wenige Ausnahmen müssen die Menschen dort nun zuhause bleiben.
  • Die Corona-Pandemie hat das humanitäre Aufnahmeprogramme der EU im vergangenen Jahr deutlich ausgebremst. Die Zahl der Flüchtlinge, die 2020 in europäische Staaten umgesiedelt wurden, ist im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent zurückgegangen, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der EU-Asylagentur Easo hervorgeht. Die meisten der EU-Plus-Staaten, zu denen auch Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz gehören, hätten ihre Quoten nicht erfüllt.
  • In Großbritannien sorgt ein Video für Empörung, das zeigt, wie Corona-Regierungsberater Chris Whitty von Betrunkenen belästigt wird. In der knapp 20-sekündigen Aufnahme ist zu sehen, wie zwei Männer versuchen, den Epidemiologen zu einem Selfie zu zwingen, ihn festhalten und herumschreien. Whitty ist sichtlich gestresst und versucht, sich loszureißen - was ihm schließlich auch gelingt. Die Szene wurde in der Nähe des Regierungssitzes Downing Street in London aufgenommen.
  • Vor einem Treffen der Außen- und Entwicklungsminister der G20-Staaten am Dienstag im süditalienischen Matera hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) einen gemeinsamen Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt. Die G20 als Staatengruppe stellten eine Möglichkeit dar, in Zeiten globaler Krisen international geschlossen zu handeln, sagte Maas.
  • In Russland sind so viele Corona-Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet worden wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Registriert wurden 652 neue Todesfälle und mehr als 20.000 Neuinfektionen, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Grund der dramatischen Entwicklung ist die Delta-Variante des Coronavirus, die deutlich ansteckender ist als bisherige Varianten. Zudem geht die Impfkampagne nur stockend voran, weil viele Russen sich einer Impfung verweigern.
  • Der Subventionsbetrug hat in der Corona-Pandemie massiv zugenommen. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte im vergangenen Jahr 7585 Fälle von Subventionsbetrug, nach 318 Delikten im Jahr 2019. Missbräuchlich beantragte Corona-Soforthilfen hätten dabei einen Großteil der deutlichen Steigerung ausgemacht, sagte ein BKA-Sprecher am Dienstag in Wiesbaden. Durch die Auszahlung von betrügerisch erlangten staatlichen Unterstützungsleistungen sei im Jahr 2020 ein Schaden von insgesamt 151,3 Millionen Euro entstanden.
  • Bundesaußenminister Heiko Maas hat die für Donnerstag geplante Aufhebung der pauschalen Reisewarnung für alle Corona-Risikogebiete verteidigt. "Die Zeit der Pauschalbeurteilungen muss vorbei sein", sagte der SPD-Politiker am Dienstag am Rande des G20-Außenministertreffens im italienischen Matera. "Dort, wo es positive Entwicklungen gibt, gibt es auch keinen Grund, Restriktionen aufrechtzuerhalten."
  • Der Digitalverband Bitkom hat angesichts der bevorstehenden Rückkehr vieler Arbeitnehmer aus dem Homeoffice ins Büro vor Angriffen durch Cyberkriminelle gewarnt. Kriminelle könnten versuchen, Anmeldedaten mit Phishing-Mails abzugreifen, erklärte der Verband am Dienstag. Bitkom mahnte Mitarbeiter und Unternehmen zur Vorsicht. Hintergrund der Warnungen ist, dass Ende Juni die im Zuge der Corona-Pandemie eingeführte Homeoffice-Pflicht in Deutschland endet.
  • Die Provinzregierung im norditalienischen Südtirol versucht im Kampf gegen die Krankheit Covid-19, zahlreiche Impfgegner von einer Immunisierung zu überzeugen. "Wir wussten, dass wir ein Gebiet sind, in dem die Ansichten von Impfgegnern verwurzelter sind. Man spürt den Einfluss des deutschsprachigen Raumes", sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher im Interview der Zeitung "Corriere della Sera" (Dienstag).
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel steigt weiter. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, binnen 24 Stunden seien 283 neue Fälle gemeldet worden. Dies ist die höchste Zahl seit April. Die Zahl der Schwerkranken blieb mit 21 vorerst stabil, es gab auch seit mehreren Tagen keine neuen Todesfälle.
  • Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat mit Unverständnis darauf reagiert, dass Deutschland keine schärferen Regelungen für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten treffen will. "Man darf die gleichen Fehler nicht zweimal machen", warnte die SPD-Politikerin am Dienstag im Gespräch mit NDR Info.
  • Um die Corona-Pandemie weiter einzudämmen, können sich auf Zypern ab Mittwoch auch 16- und 17-Jährige impfen lassen. Die Impfung könne jedoch nur nach einer schriftlichen Genehmigung der Eltern vorgenommen werden, teilte eine Sprecherin der zuständigen Behörde am Dienstag im Staatsrundfunk (RIK) mit. Die zyprischen Gesundheitsbehörden prüfen derzeit, ob auch noch jüngere Menschen geimpft werden könnten, damit die Schulen im September ohne weitere Einschränkungen geöffnet werden, berichtete die größte zyprische Zeitung "Fileleftheros". Denn rund 30 Prozent der Neu-Infektionen seien in den vergangenen Wochen unter Jugendlichen registriert worden.
  • Die Corona-Impfzentren in Berlin sollen nach Angaben der zuständigen Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci länger als bisher geplant offen bleiben. "Wir haben in den vergangenen Monaten erlebt, wie wichtig die Impfzentren und mobilen Impfteams für den Impferfolg sind", twitterte die SPD-Politikerin am Montagabend. "Daher sollen sie nach dem 30.09. nicht vollständig geschlossen werden und können in reduzierter Form weiterhin im Einsatz bleiben." Außerdem solle sichergestellt werden, dass die Kapazitäten bei Bedarf schnell wieder hochgefahren werden könnten.
  • Die Corona-Krise hat die Gründerszene in Deutschland ausgebremst. Rund 537.000 Menschen machten sich im Jahr 2020 selbstständig und damit 68.000 weniger als in den zwölf Monaten zuvor, wie die Förderbank KfW ermittelt hat. 2019 war die Zahl der Existenzgründungen erstmals seit fünf Jahren wieder gestiegen. Im laufenden Jahr rechnet KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib nach Angaben vom Dienstag mit einem Aufwärtstrend: "Der konjunkturelle Aufschwung gibt Rückenwind, und auch der Arbeitsmarkt dürfte eher positiv auf die Gründungstätigkeit wirken." Zudem seien viele weit fortgeschrittene Vorhaben aufgrund der Pandemie verschoben worden.
  • Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek dringt angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus auf bessere Kontrollen von Urlaubsrückkehrern. Bestehende Regeln wie Testpflicht und Quarantäne müssten konsequent durchgesetzt und so weit es geht kontrolliert werden, sagte der CSU-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. "Das ist der Maßstab, den wir da setzen müssen."
  • Deutschlands größter Versicherer Allianz meldet im Zuge der Corona-Pandemie steigende Fallzahlen von Versicherungsbetrug. Insgesamt sei die Zahl der Betrugsversuche seit Beginn der Pandemie um rund zehn Prozent gestiegen, teilte die Allianz Deutschland am Dienstag mit.
  • Die Sterblichkeit in Deutschlands Pflegeheimen ist während der ersten beiden Pandemiewellen deutlich angestiegen. So lag bereits rund drei Wochen nach Beginn des ersten Lockdowns im April vergangenen Jahres die Sterblichkeit um 20 Prozent höher als im Schnitt der Vorjahre, wie aus dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Pflegereport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK hervorgeht.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von einer weiteren deutlichen Steigerung des Anteils der Delta-Variante an den Corona-Neuinfektionen in Deutschland aus. Der Anteil der hochinfektiösen Variante habe in der dritten Juniwoche bereits bei 36 Prozent gelegen, sagte RKI-Chef Lothar Wieler nach Informationen unserer Redaktion bei der Konferenz der Gesundheitsminister der Länder am Montag.

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(fmg/dpa/afp)

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