Update vor 4 Min.
Corona-Newsblog

Corona: Stiko wohl mit neuer Empfehlung für Johnson&Johnson

Lesedauer: 76 Minuten
Spahn: Dritte Welle der Pandemie scheint gebrochen

Spahn: Dritte Welle der Pandemie scheint gebrochen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich optimistisch über die Entwicklung der Corona-Lage in Deutschland gezeigt: Die dritte Welle scheine gebrochen, sagte er in Berlin.

Beschreibung anzeigen

Die Corona-Fallzahlen gehen weiter stark zurück. Die Stiko könnte Johnson & Johnson bald nur noch für Ältere empfehlen. Mehr im Blog.

  • Das RKI verzeichnet erneut stark sinkende Fallzahlen bei den Corona-Neuinfektionen
  • Ab dem Wochenende lockern mehrere Bundesländer die Bundes-Notbremse
  • Auch Spanien lockert – Doch das führt zu Verwirrung, Chaos und auf Mallorca evtl. sogar zum "Aufstand"
  • Die Stiko will den Impfstoff von Johnson & Johnson wie Astrazeneca nur für über 60-Jährige empfehlen, berichtet der "Spiegel"
  • Der Bundesrat hat die Lockerungen für Geimpfte und Genesene verabschiedet
  • Laut Bundesgesundheitsminister Spahn scheint "die dritte Welle gebrochen"

Berlin. In mehreren Regionen in Deutschland steht die Lockerung der Corona-Maßnahmen bevor. Inzwischen liegen sechs Bundesländer unter der dafür notwenigen Sieben-Tage-Inzidenz von 100. Zudem werden immer mehr Menschen gegen Corona geimpft – die Priorisierung für das Astrazeneca-Vakzin ist seit gestern ganz aufgehoben. Das Ende des Lockdowns rückt näher.

Für Geimpfte und Genesene stehen die ersten Schritte zurück in ein normales Leben unmittelbar bevor. Die Parlamentarier beschlossen am Donnerstag Lockerungen für Immunisierte. Der Bundesrat stimmte am Freitvormittag zu. Bestimmte Einschränkungen, die das Infektionsschutzgesetz vorsieht, sollen für Geimpfte und Genesene nicht mehr gelten.

Derweil steht eine Reihe von deutschen Spitzenpolitikern einer Freigabe von Impfpatenten, wie von den USA vorgeschlagen, sehr kritisch gegenüber. Besonders Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wurde in Richtung von US-Präsident Joe Biden deutlich. Es sei "nicht ungeschickt", dass der Staat "der bis jetzt mit am wenigsten Impfstoff dem Rest der Welt zur Verfügung gestellt hat, die Debatte so rum beginnt", sagte Spahn auf einer Pressekonferenz. Aus seiner Sicht müssten vielmehr die Exporte von Impfstoff in andere Länder erhöht werden, statt die Impfpatente freizugeben.

RKI meldet stark sinkende Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 284 neue Todesfälle verzeichnet - also 22 weniger als noch vor einer Woche. Am Freitag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 24.329 Neuinfektionen und 306 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 125,7. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 129,1 angegeben, in der Vorwoche mit 153,4. Lesen Sie mehr dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert

Corona-News von Freitag, 7. Mai: Pfizer und Biontech beantragen vollständige US-Zulassung für Corona-Impfstoff

15.53 Uhr: Der US-Pharmakonzern Pfizer und sein Mainzer Partner Biontech beantragen in den USA eine vollständige Zulassung ihres Corona-Impfstoffes. Wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten, begannen sie mit dem Einreichen der notwendigen Unterlagen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA. Biontech und Pfizer werden demnach die Dokumente in den kommenden Wochen fortlaufend einreichen und haben eine "priorisierte Prüfung der Unterlagen" beantragt. Angestrebt wird eine vollständige Zulassung für Impfungen bei Menschen ab einem Alter von 16 Jahren.

Gastwirte auf Mallorca kündigen Aufstand an

15.15 Uhr: Lässt sich in Spanien beobachten, was auch Deutschland drohen könnte, wenn mehr und mehr Bundesländer die Bundes-Notbremse lockern? Das Ende des sechsmonatigen Corona-Notstands sorgt in vielen spanischen Regionen für Verwirrung. Vielerorts gab es Streit darüber, welche alten oder neuen Einschränkungen von Sonntag an noch gelten. Ärger droht auch auf den Balearen mit der Urlauberinsel Mallorca. Dort kündigten Gastwirte eine Art Aufstand gegen Pläne der Regionalregierung an. Die Zeitung "El País" sprach von "Chaos".

Auf Mallorca erklärten mehrere Gastronomen, entgegen einer Anordnung der Regionalregierung die Innenräume ihre Betriebe in der Nacht zu Sonntag wieder zu öffnen. Die angeordnete Zwangsschließung von Innenräumen für weitere zwei Wochen sei illegal, heißt es in Mitteilungen verschiedener Gastronomen-Verbände. Man werde "alle Kunden bewirten, die unsere Lokale aufsuchen wollen". Die Rechtmäßigkeit der Anordnung war jedoch erst am Donnerstag vom Oberlandesgericht in Palma bestätigt worden.

Teile von Sachsen-Anhalt öffnen Außengastronomie

14.54 Uhr: Die Regierung von Sachsen-Anhalt lockert vom Wochenende an die Bundes-Notbremse in Landkreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100. Dort sind dann wieder Veranstaltungen im Freien und Außengastronomie erlaubt, teilte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Brenne. Auch touristische Aufenthalte sollen dann wieder möglich sein. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Angebote bleibe aber ein negativer Corona-Test.

EMA untersucht neue Covid-19-Therapie

14.50 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Prüfung eines Medikaments zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Gang gesetzt. Studienergebnisse des Antikörper-Mittels Sotrovimab würden nach dem beschleunigten Rolling Review-Verfahren bewertet, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Das Präparat wird von dem britischen Hersteller GlaxoSmithKline gemeinsam mit dem US-Unternehmen Vir Biotechnology produziert.

Erste Ergebnisse von Studien deuten nach Angaben der EMA darauf hin, dass das Mittel einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung und damit Krankenhausaufnahme und auch Tod verhindern könne. Da die EMA aber noch nicht alle Daten erhalten habe, könne man Nutzen und Risiken noch nicht gegeneinander abwägen. Wie lange die Prüfung dauern wird, ist unklar.

Bericht: Impfkommission will Johnson & Johnson nur für über 60-Jährige empfehlen

13.40 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) plant laut Informationen des Magazins "Spiegel" das Vakzin des US-Herstellers Johnson & Johnson nur noch für über 60-Jährige empfehlen. Die neue Empfehlung soll demnach ab Montag gelten.

Grund dafür sollen laut dem Bericht seltene Fälle von Blutgerinnseln sein. Genau wie bei dem Vakzin von Astrazeneca waren auch bei Johnson & Johnson einzelne Fälle von Hirnvenenthrombosen beobachtet worden. Die USA hatten deshalb die Verabreichungs des Impfstoffes von Johnson & Johnson kurzzeitig ausgesetzt.

New York will zeitnah Impftourismus ermöglichen

12.17 Uhr: Die Stadt New York will laut Bürgermeister Bill de Blasio schon bald Impfungen für Touristen ermöglichen. Dafür sollen mobile Impfteams an beliebten Touristenattraktionen wie dem Times Square das Vakzin von Johnson & Johnson an Besucher verabreichen. Mit dem Angebot soll der Tourismus in der Metropole wieder angekurbelt werden – eine Pflicht soll die Impfung aber nicht werden. Die Stadt stehe in den Startlöchern, sobald die Regierung die Freigabe für das Projekt erteile, sagte gab de Blasio bekannt.

Umfrage: Keine guten Corona-Aussichten für Studierende

11.41 Uhr: In deutschen Universitäten finden im laufenden Sommersemester kaum Corona-Tests oder Präsenzveranstaltungen statt. Dies ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Nachrichtenportals "Watson", an der sich 14 Bundesländer beteiligten. Demnach gibt es an Hochschulen bundesweit nur vereinzelt Teststrategien, die Präsenzveranstaltungen ermöglichen würden. Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein machten laut "Watson" keine Angaben.

Nur in Bayern, Brandenburg und im Saarland gibt es laut der Umfrage dezidierte Teststrategien für Studierende. Diese würden aber nur punktuell angewandt und seien nicht für alle Studierenden zugänglich. Berlin, Bremen, Hamburg und Baden-Württemberg planen demnach, zukünftig Testkapazitäten an Hochschulen aufzubauen. Präsenzveranstaltungen werden im laufenden Sommersemester laut der Umfrage gar nicht angeboten – Ausnahmen sind lediglich praktische Übungen wie Laborpraktika oder künstlerische Studiengänge.

Michael Müller zur Kontrolle von Lockerungen für Geimpfte: "Das wird verdammt schwer"

10.49 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sieht große Probleme in der Kontrolle der Lockerungen für Genesene und Geimpfte. "Das wird verdammt schwer es zu kontrollieren", sagte Müller im "Deutschlandfunk". Betroffene Personen müssten daher in einer Übergangsphase zwingend ihren Impfpass oder eine Bestätigung des Arztes mit sich führen.

Daher forderte Müller auch, dass die Entwicklung eines digitalen Impfpass auf europäischer Ebene nun Tempo aufnehmen müsse. Der SPD-Politiker kündigte an, dass die Kontrolle der Lockerungen im öffentlichen Raum durch Polizei und Ordnungsdienst vorgenommen werde. Im privaten Raum rief Müller die Menschen zur Eigenverantwortung auf.

Spahn warnt vor vorschnellen Lockerungen in den Bundesländern

10.12 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat weitere Lockerungen für Geimpfte und Genesene angekündigt. Nach der Entscheidung des Bundesrats zu den Lockerungen arbeite man parallel an einer Rechtsverordnung für die Einreise von Geimpften und Genesenen nach Deutschland. Auch hier soll gelten wer das Virus nicht oder kaum noch übertragen kann, der soll von Test- und Quarantänepflicht befreit werden. "Ausnahmen gibt es für Einreisen aus Virusvarianten gebieten" sagte Spahn auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Präsident Lothar Wieler.

Spahn warnte zudem vor zu schnellen Lockerungen in den Bundesländern. "Ich kann nur appellieren, dass dort wo gelockert wird, dies nur im Außenbereich geschieht", mahnte Spahn. "Dann auch vor allem testgestützt." Es brauche nach aller Zuversicht auch Vor- und Rücksicht, um den Trend der sinkenden Corona-Zahlen nicht wieder zu brechen.

Bundesrat stimmt für Lockerungen für Geimpfte und Genesene

9.50 Uhr: Einen Tag nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat für Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene gestimmt. Die entsprechende Verordnung passierte das Gremium am Vormittag. Demnach könnten für die entsprechende Personengruppen bereits am Wochenende Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegfallen.

Sie werden zudem Menschen mit negativem Testergebnis gleichgestellt. Verbesserungen gibt es durch die Neuregelungen auch bei den bisherigen Quarantäne-Bestimmungen. Als geimpft gilt, wer vor zwei Wochen die letzte Dosis des jeweiligen Impfstoffs erhalten hat.

Altmaier stimmt aus Versehen für Patentfreigabe von Impfstoffen

9.29 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat als einziges Mitglied der Unions-Fraktion für die Freigabe der Patente für Impfstoffe gestimmt – und damit gegen eine Beschlussempfehlung des Gesundheitsausschusses. Wie der CDU-Abgeordnete nun auf Twitter mittteilte, hat es sich dabei um ein Versehen gehandelt. "Richtigstellung: Es handelt sich offenbar um einen Irrtum. Ich teile in dieser Frage die einhellige Haltung meiner Fraktion", schrieb der Bundeswirtschaftsminister. Anträge der Linken lehne er grundsätzlich ab. "Möglicherweise habe ich eine falsche Karte in die Urne geworfen", schrieb Altmaier weiter. Er werde den Vorgang klären.

Vierjährige an Covid-19 verstorben – Münster trauert um kleines Kind

10.45 Uhr: Trauer in Münster. In der Domstadt ist laut Mitteilung der Stadt ein Kind an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Das vier Jahre altes Mädchen starb bereits am vergangenen Samstag in einer Münsteraner Klinik. Laut Mitteilung der Stadt litt das Mädchen an einer Vorerkrankung.

Oberbürgermeister Markus Lewe sagte: "Mein Mitgefühl gilt dem Kind und den Angehörigen. Dieser tragische Vorfall zeigt, wie gefährlich die Pandemie immer noch ist und mahnt uns alle, unsere Mitmenschen mit großer Sorgfalt vor dieser schrecklichen Seuche zu schützen." Es ist das erste Mal, dass in Münster ein Kind an Covid-19 verstorben ist.

US-Forscher schätzen Zahl der Corona-Toten auf 6,9 Millionen weltweit

7.58 Uhr: Forscher der Universität Washington im gleichnamigen US-Bundesstaat gehen von erheblich mehr Corona-Toten weltweit aus als offizielle Zahlen wiedergeben. Schätzungen des Uni-Instituts IHME hätten ergeben, dass weltweit 6,9 Millionen Menschen durch eine Infektion mit dem Coronavirus gestorben sein dürften, erklärte dessen Direktor Christopher Murray am Donnerstag (Ortszeit). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab die Zahl der weltweiten Coronatoten am selben Tag mit rund 3,2 Millionen an.

Italien will kleine Inseln coronafrei bekommen

7.50 Uhr: Vor der nahenden Urlaubssaison will Italien die Bevölkerung seiner kleinen Mittelmeerinseln coronafrei bekommen. Ab Freitag sollen Massenimpfungen gegen Covid-19 auf Capraia, südwestlich der toskanischen Stadt Livorno, und den Äolischen Inseln, nordwestlich der sizilianischen Stadt Messina, beginnen, wie aus dem Plan des außerordentlichen Kommissars für den Corona-Notfall hervorgeht. Insgesamt will die Regierung Menschen auf etwa dreißig dieser kleineren Inseln impfen. Lesen Sie hier: Kroatien, Italien, Spanien: Diese Corona-Regeln gelten jetzt für die beliebtesten Urlaubsländer

Jan Delay ruft Fans auf, Corona-Regeln einzuhalten

7.46 Uhr: Der Musiker Jan Delay (45) hat seine Fans aufgerufen, Corona-Regeln einzuhalten, damit es bald wieder Leben auf den Bühnen und in den Clubs geben kann. Am Donnerstagabend stand er erstmals seit eineinhalb Jahren wieder auf der Bühne. In dem per Live-Stream übertragenen Konzert sang er auch sein Lied "St. Pauli", in dem es heißt: "Auf St. Pauli brennt noch Licht, da ist noch lange noch nicht Schicht."

FDP: Freigabe von Impfstoff-Patenten schwächt Entwicklung

7.04 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat zu Vorsicht bei der Aufhebung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe gewarnt. "Das beseitigt die weltweite Knappheit an Impfstoff nicht - und schon gar nicht kurzfristig", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Eher gelte es, alle Kraft in die Produktion zu stecken, denn es fehle an Rohstoffen, Fachpersonal, Produktionsstätten.

"Wer in den Schutz geistigen Eigentums eingreift, der schwächt die Entwicklung künftiger, modifizierter Impfstoffe und Medikamente. Das wäre das Ende von Startups wie Biontech", warnte Lindner zudem.

Videografik: So wirken Impfungen
Videografik: So wirken Impfungen

Umfrage: Mehrheit ist gegen sofortige Lockerungen für Geimpfte

6.36 Uhr: Lockerungen für Geimpfte und Genesene, und zwar ab sofort - so wollen es Bundesregierung und Bundestag. Heute soll auch der Bundesrat zustimmen. Aber was denken die Menschen darüber? Laut einer Umfrage stehen längst nicht alle hinter diesen Beschlüssen.

40 Prozent der Befragten finden es grundsätzlich falsch, wenn Menschen, die vollständig geimpft sind oder bereits eine Corona-Infektion überstanden haben, von Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren befreit werden. Das ergab eine repräsentative Umfrage von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend.

55 Prozent hingegen finden, dass solche Lockerungen in die richtige Richtung gehen. Sie sind allerdings den Angaben zufolge geteilter Meinung, was den Zeitpunkt angeht: Von den Lockerungs-Befürwortern finden es demnach 48 Prozent richtig, dass die Aufhebungen sofort gelten sollen.

Island führt neue Einreiseregeln ein

6.26 Uhr: Auf Island sind am Freitag neue Regeln für die Einreise in Kraft getreten. Gemäß dem neuen System werden die Kriterien geändert, inwieweit Länder als Hochrisikogebiete betrachtet werden: Neben der 14-Tages-Inzidenz schauen die Isländer nun auch darauf, wie hoch der prozentuale Anteil an positiven Corona-Tests an der gesamten Testmenge ist.

Deutschland sowie fast 150 weitere Länder und Gebiete gelten laut Auflistung der isländischen Regierung ab jetzt als Hochrisikogebiete. Für deutsche Island-Urlauber ohne Corona-Impfung oder überstandene Infektion bedeutet das, dass für sie Quarantäne in einer dafür vorgesehenen Einrichtung wie einem Quarantänehotel vorgeschrieben ist.

Wie Reisende aus 129 anderen Staaten sowie von den spanischen Inseln können sie aber eine Ausnahme davon beantragen. Darin müssen sie vor Reiseantritt hinreichend aufzeigen, dass sie auch in einer von ihnen gewählten Bleibe alle Quarantäneregeln erfüllen werden.

Präsident des Landkreistages will an Impfzentren festhalten

1 Uhr: Der Deutsche Landkreistag hat davor gewarnt, die kommunalen Impfzentren infrage zu stellen. "Die Impfzentren spielen neben den niedergelassenen Ärzten eine zentrale Rolle. Sie dürfen nicht ausgebremst werden", sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager dieser Redaktion. "Sie brauchen mehr Impfstoff, um durchgängig auf Volllast zu laufen und ihr ganzes Potenzial zu entfalten."

Der Landrat des Landkreises Ostholstein rief den Bund dazu auf, gegenüber den Herstellern darauf zu drängen, dass Lieferzusagen eingehalten würden. Sager warnte: "Es darf nicht zu einer Konkurrenz von Impfzentren und Ärzteschaft kommen. Beide sind für den Gesamterfolg wichtig."

Corona-News von Donnerstag, 6. Mai: 400.000 Geräte im "Warteraum" – Impf-Ansturm in SH

22.40 Uhr: Die 65.000 Erstimpfungs-Termine für die kommenden beiden Wochen in Schleswig-Holstein waren am Donnerstag binnen 40 Minuten vergeben. Das teilte das Sozialministerium am Abend mit. Der "Warteraum", der bereits vor der Anmeldung geschaltet wird, wurde von mehr als 400.000 Geräten – wie Smartphone oder Computer – belegt.

Die verfügbaren Termine seien weiterhin abhängig von der Menge an Impfstoff, die Schleswig-Holstein erhält, hieß es. Dranbleiben soll sich auf jeden Fall lohnen: Bei Terminstornierungen könnten zwischenzeitlich einzelne Termine wieder buchbar sein. Die Termine wurden für Berechtigte der Prioritätsgruppen 1, 2 und erstmals auch 3 vergeben.

Bei den Impfungen liegt der Schwerpunkt laut Ministerium bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Daher sei die Chance auf einen Termin in einer Arztpraxis höher als im Impfzentrum.

Zahl der Corona-Toten weltweit vermutlich doppelt so hoch

22.20 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten weltweit dürfte laut einer Schätzung des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) fast doppelt so hoch liegen wie bislang erfasst. Das Institut geht davon aus, dass fast 6,9 Millionen Menschen an Covid-19 gestorben sind.

Die Experten des IHME argumentieren, viele Länder würden nur die Todesfälle in Krankenhäusern zählen oder diejenigen Patienten, bei denen eine Infektion bestätigt sei. Zudem hänge die Mortalitätsrate stark von der Zahl der durchgeführten Tests ab.

Die Schätzung des Washingtoner Instituts bezieht sich nur auf direkte Todesfälle – und nicht auf Fälle, die auf mangelnde Gesundheitsversorgung zurückzuführen sind.

Impfung beim Hausarzt – Muss ich mir freinehmen?

21.30 Uhr: Noch dürfen Betriebsärzte nicht in Unternehmen gegen Corona impfen. Arbeitnehmer sind deshalb auf Termine bei ihren Hausärzten oder in Impfzentren angewiesen. Oft wird ihnen dabei ein Termin zugewiesen – nicht selten auch werktags. Welche Rechte haben die Beschäftigten?

Bundesregierung betont Notwendigkeit von Patentschutz

20.55 Uhr: Nach dem Vorstoß aus den USA in Richtung einer möglichen Freigabe der Patente auf Corona-Impfstoffe hat die Bundesregierung die Notwendigkeit des Patentschutzes betont. "Der Schutz von geistigem Eigentum ist Quelle von Innovation und muss es auch in Zukunft bleiben", teilte eine Regierungssprecherin am Donnerstag in Berlin mit. Der US-Vorschlag für eine Aufhebung des Patentschutzes für Covid-19 Impfstoffe habe "erhebliche Implikationen für die Impfstoffproduktion insgesamt".

Die US-Regierung hatte am Mittwoch signalisiert, dass sie eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe unterstützen werde, um die Produktion von Impfstoffen international hochfahren zu können.

"Der limitierende Faktor bei der Herstellung von Impfstoffen sind die Produktionskapazitäten und die hohen Qualitätsstandards, nicht die Patente", hieß es weiter von Seiten der Bundesregierung. "Wir arbeiten in vielerlei Hinsicht daran, wie wir innerhalb Deutschlands und innerhalb der Europäischen Union, aber auch weltweit die Kapazitäten für die Produktion verbessern können." Dies täten auch die betroffenen Unternehmen mit großem Engagement.

20.34 Uhr: Die USA setzt sich dafür ein, die Patente der Corona-Impfstoffe vorübergehend auszusetzen. So soll die Produktion weltweit angekurbelt und die Pandemie schneller bekämpft werden. Was das bedeutet und wie die Welt darauf reagiert, lesen Sie hier.

Impfprogramm Covax bekommt 350 Millionen Dosen Novavax-Impfstoff

19.15 Uhr: Die Impfallianz Gavi hat einen Vorvertrag über die Lieferung von 350 Millionen Impfdosen an das internationale Corona-Impfprogramm Covax abgeschossen. Die Impfdosen des US-Herstellers Novavax sollen zwischen Juli und September geliefert werden, wie Gavi am Donnerstag in Genf mitteilte. Voraussetzung ist allerdings, dass der Impfstoff eine Notfallzulassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhält. Solche Zulassungen liegen bislang für die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Johnson & Johnson und Moderna vor.

Die Novavax-Impfdosen werden an alle 190 Teilnehmer von Covax verteilt, die Interesse anmelden. Darunter sind sowohl Länder, die den Kauf selbst finanzieren als auch 92 ärmeren Länder, deren Kosten von anderen getragen werden.

Bund und Länder wollen Über-12-Jährige in Sommerferien impfen

18.45 Uhr: Bund und Länder wollen mögliche Corona-Impfungen für Kinder im Alter über 12 Jahren während der Sommerferien vorbereiten. Stand heute sei eine EU-Zulassung des bisher ab 16 Jahre freigegebenen Biontech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige im Juni wahrscheinlich, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin nach Beratungen mit seinen Länder-Kollegen.

Unter dieser Voraussetzung wollten die Länder jeweils für sich Konzepte erstellen, wie bis Ende August allen 12- bis 18-Jährigen eine erste Impfungen angeboten werden könne. Der Bund wolle sicherstellen, dass dafür die nötigen Impfdosen für diese Altersgruppe auch verfügbar sind.

"Gerade die Eltern und die Kinder dürfen erwarten, dass wir diese Frage bestmöglich vorbereiten", sagte Spahn. Sie litten wie viele andere auch seit Monaten unter dieser Pandemie. Es gehe auch darum, "ob und wie Schule wieder losgehen kann nach den Sommerferien".

Schweizer Infektionszahlen fallen trotz Lockerungen deutlich

18.23 Uhr: In der Schweiz gehen die gemeldeten Corona-Infektionen trotz weitreichender Lockerungen der Coronamaßnahmen zurück. In der Woche vom 26. April bis 2. Mai nahm die Zahl der gemeldeten Infektionen um rund 18 Prozent ab, wie das Bundesamt für Gesundheit am Donnerstag berichtete. Die Inzidenz sank von 168,8 auf 137,8 Ansteckungen, zugleich stieg aber die Zahl der Todesfälle von 50 auf 59.

Das Amt legt täglich Zahlen zu den neu gemeldeten Infektionen vor, berechnet aber tagesaktuell nur die 14-Tage-Inzidenz. Die Sieben-Tage-Inzidenz wird einmal pro Woche errechnet. Am Donnerstag wurden insgesamt 1687 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet, vor einer Woche waren es 2066 gewesen.

Bund und Länder heben Priorisierung für Astrazeneca auf

18.00 Uhr: Die Menschen in Deutschland können sich in ihrer Arztpraxis künftig ohne Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Bund und Länder beschlossen am Donnerstag die Aufhebung der Bevorzugung von Risikogruppen bei diesem Impfstoff, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin mitteilte.

Mehrheit gegen sofortige Lockerungen für Geimpfte und Genesene

17.59 Uhr: Eine Mehrheit der Deutschen ist gegen sofortige Lockerungen der Corona-Vorschriften für Geimpfte und Genesene. Laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" finden es 40 Prozent der Deutschen grundsätzlich falsch, wenn Geimpfte oder Genesene von Einschränkungen befreit werden.

Für 55 Prozent der Befragten gehen solche Lockerungen zwar in die richtige Richtung, Uneinigkeit herrscht aber über den richtigen Zeitpunkt.

Von den Befürwortern der Lockerungen finden 48 Prozent, dass solche Lockerungen sofort in Kraft treten sollten. 51 Prozent finden hingegen, dass solche Lockerungen erst dann gelten dürften, wenn mehr Menschen die Chance auf eine Impfungen hätten.

Todesfälle durch Alkoholkonsum in England auf Rekordhoch

17.30 Uhr: In England und Wales sind im Corona-Jahr 2020 die meisten durch Alkoholkonsum verursachten Todesfälle seit zwei Jahrzehnten verzeichnet worden. Wie die britische Statistikbehörde ONS am Donnerstag mitteilte, stieg die Zahl im Jahresvergleich um 20 Prozent auf den höchsten Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 2001.

Die Daten seien "alarmierend", erklärte die Leiterin des britischen Instituts für Alkoholstudien (IAS), Sadie Boniface. Der Anstieg der Todeszahlen falle mit dem Beginn der Pandemie zusammen.

Während der Pandemie seien zwar "wesentliche Veränderungen im Trinkverhalten" aufgefallen, erklärte sie. Dennoch sei der Anstieg nicht dadurch zu begründen, dass Menschen mit normalem Trinkverhalten in der Pandemie angefangen hätten, ihren Alkoholkonsum zu steigern.

Stattdessen hätten die Betroffenen oftmals schon vorher zu viel getrunken und ein Großteil der Todesfälle sei auf Langzeitfolgen wie Lebererkrankungen zurückzuführen. Der fehlende Zugang zu medizinischer Versorgung könne ein weiterer Grund für den Anstieg der Sterbefälle sein, erklärte Boniface.

Pharma gegen Patent-Freigabe – Biontech: Kann Gesundheit gefährden

17.10 Uhr: Deutsche Pharma-Firmen lehnen es ab, Impfstoffpatente vorübergehend freizugeben. "Zur Überwindung der Pandemie bringen Patentfreigaben gar nichts", teilte der Verband Forschender Arzneimittelhersteller am Donnerstag mit.

Niemand könne in weniger als sechs Monaten eine Produktion hochziehen. "Und im nächsten Jahr werden die jetzigen Hersteller schon nach heutigem Planungsstand mehr Impfstoff-Dosen produzieren, als die Weltbevölkerung benötigt", sagte Verbandspräsident Han Steutel.

Der Hersteller Biontech sieht eine vorübergehende Freigabe ebenfalls kritisch. Die Herstellung der mRNA-Vakzine brauche erfahrenes Personal und Rohmaterialien, die beschafft und für die Verwendung qualifiziert werden müssten. Wenn eine dieser Anforderungen nicht erfüllt sei, könnten Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs weder vom Hersteller noch vom Entwickler gewährleistet werden. "Dies könnte die Gesundheit der Geimpften gefährden", teilte die Mainzer Firma mit.

RKI: Voll-Geimpfte bei Virusverbreitung "voraussichtlich keine wesentliche Rolle"

16.53 Uhr: Wie sehr helfen Impfungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus? Das Robert Koch-Institut bewertet Vakzine außerordentlich positiv. "Die Effektivität der Covid-19-Impfung liegt nach vollständiger Impfserie zwischen 80 und 90 Prozent", schreibt das RKI am Donnerstag auf Twitter.

Menschen, die trotz einer Impfung positiv getestet werden verzeichneten "eine signifikant geringere Viruslast" und scheideten Viren über einen kürzeren Zeitraum aus.

"Die Daten legen nahe, dass die Covid-19-Impfung die Virustransmission erheblich reduziert", so das RKI. Vollständig geimpfte Personen spielten "bei Verbreitung des Virus voraussichtlich keine wesentliche Rolle mehr".

Patente sollen freigegeben werden – Aktienkurse von Biontech und Curevac eingebrochen

16.16 Uhr: Die Sorge vor einem teilweisen Wegfall von Erlösen mit Corona-Impfstoffen hat die Aktien der Hersteller am Donnerstag schwer belastet. So unterstützt die US-Regierung für den Kampf zur weltweiten Eindämmung der Pandemie die Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe.

Die Kurse der Impfstoffentwickler Curevac und Biontech brachen daraufhin um mehr als zehn Prozent sowie um fast ein Fünftel ein.

Die Aktien von Astrazeneca legten in London hingegen zu. Das Unternehmen hatte bereits früh angekündigt, mit seinem Impfstoff keinen Gewinn erzielen zu wollen. Im ersten Quartal hatte die Impstoffherstellung sogar etwas auf dem Ergebnis gelastet.

Bund schlägt Astrazeneca-Freigabe vor – Impfung ab zwölf Jahren

16.10 Uhr: Impfwillige in Deutschland sollen sich nach einem Vorschlag der Bundesregierung künftig ohne die gültige Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen können.

Außerdem soll als Ziel festgeschrieben werden, dass allen 12- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gemacht werden soll. Das geht aus Beschlussentwürfen des Bundesgesundheitsministeriums für Beratungen der Fachministerinnen und -minister von Bund und Ländern an diesem Donnerstag hervor.

Mit einer Zulassung des bisher erst ab 16 freigegebenen Biontech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige wird im Juni gerechnet. Die Entwürfe lagen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

Impfaktion in Kölner Zentralmoschee

16.00 Uhr: In der Kölner Ditib-Zentralmoschee können sich Bürger an diesem Wochenende gegen das Coronavirus impfen lassen. "Wir hoffen damit Menschen zu erreichen, die bisher vielleicht nicht so viel Vertrauen in die Impfungen hatten", sagte die Kölner Impfärztin Nora Bertenburg am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Impfangebot sei nicht auf Mitglieder der muslimischen Gemeinde beschränkt, sondern offen für alle. Für die Sonderimpfaktion stünden 2000 Impfdosen von Astrazeneca zur Verfügung. Dabei handele sich um überschüssige Dosen aus dem Kölner Impfzentrum.

Impfkommission: Zunächst an Priorisierung festhalten

15.33 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) befürwortet zunächst weiter eine bevorzugte Impfung besonders gefährdeter Gruppen gegen Covid-19. "Nach Ansicht der Stiko sollte an der Priorisierung zunächst festgehalten werden", teilte das Gremium am Robert Koch-Institut am Donnerstag mit. Es gebe bei anhaltend hoher Impfbereitschaft einen "noch beträchtlichen Anteil an impfbereiten Personen mit hohem Risiko für einen schweren Covid-19 Verlauf, die noch keine Möglichkeit zur Impfung hatten".

So seien rund 45 Prozent der 70- bis 79-Jährigen und fast 70 Prozent der 60 bis 69-Jährigen bisher nicht geimpft (Stand: 28. April). Es handelt sich allein in diesen beiden Gruppen nach Stiko-Angaben um 10,8 Millionen Menschen. Auch bei jüngeren Vorerkrankten sei nur etwa ein Viertel einmal geimpft. Wenn zunehmend Impfstoff verfügbar werde, könnten in den nächsten Monaten verschiedene Gruppen parallel geimpft und Priorisierungsstufen regional zeitversetzt angepasst werden, erklärte die Kommission. "Dennoch ist eine Priorisierung weiterhin sinnvoll."

Kalayci: Digitaler Testnachweis soll kommen

15.27 Uhr: Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat in Aussicht gestellt, dass an sämtlichen Berliner Teststellen bald ein digitaler Testnachweis angeboten wird. Die digitale Variante sei auch ein zentrales Projekt auf Bundesebene. "Wir sind in regelmäßigem Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium dazu", sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Der digitale Testnachweis sei inzwischen über die Corona-Warn-App technisch möglich. "Die Voraussetzungen dafür schaffen wir gerade mit allen Teststellen, die wir in Berlin haben." Dort müsse eine entsprechende Software vorhanden sein.

Der zweite Baustein sei der digitale Impfnachweis. Das Bundesgesundheitsministerium habe für die zweite Hälfte des zweiten Quartals eine entsprechende kostenlose App angekündigt. Daneben sollen sowohl die Corona-Warn-App als auch die Luca-App dafür genutzt werden können.

Papst: In Gedanken bei den Corona-Kranken in Indien

15.22 Uhr: Papst Franziskus hat den Menschen in Indien wegen der dortigen Corona-Lage seine Nähe und Gebete zugesichert. Seine Gedanken seien bei den Kranken und deren Familien sowie denen, die um ihre Liebsten trauerten, schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer Botschaft an den Erzbischof von Mumbai am Donnerstag. Der 84-Jährige gedenke auch der Ärzte und Bediensteten in den indischen Krankenhäusern. Das Land mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen ist stark von der Pandemie betroffen.

Putin offen für Aussetzung von Patentschutz bei Corona-Impfstoffen

15.14 Uhr: In der Debatte um eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe hat sich auch Russlands Präsident Wladimir Putin grundsätzlich für einen solchen Schritt ausgesprochen. "Russland würde einen solchen Ansatz natürlich unterstützen", sagte Putin am Donnerstag in Moskau bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen zur Corona-Pandemie. Er forderte die russische Regierung auf, die Möglichkeit einer Aussetzung des Patentschutzes zu prüfen.

Russland genehmigt Einsatz von Sputnik V mit nur einer Dosis

15.04 Uhr: Russland hat am Donnerstag einen Einsatz seines Corona-Impfstoffs Sputnik V auch nur mit einer Dosis statt zwei Injektionen genehmigt. Diese Zulassung gaben der Hersteller und Vize-Regierungschefin Tatjana Golikowa während einer Sitzung mit Präsident Wladimir Putin bekannt, die im Fernsehen übertragen wurde. Nach Angaben der russischen Behörden ist die "Light"-Version von Sputnik V zu 79,4 Prozent gegen das Coronavirus wirksam, während bei zwei Dosen die Wirksamkeit bei 91,6 Prozent liege. Der russische Fonds für Direktinvestitionen RDIF, der die Impfstoffentwicklung finanziert, betonte, dass auch Sputnik-"Light" "sicher und wirksam" sei. Die Kosten für diese Version wurden mit generell "unter zehn Dollar" pro Dosis angegeben.

Deutschland verhandelt mit Russland über Kauf von Sputnik V
Deutschland verhandelt mit Russland über Kauf von Sputnik V

NRW-Verfassungsschutz beobachtet 20 "Querdenker"-Gruppen

15.03 Uhr: Der Verfassungsschutz wird ab sofort Teile der "Querdenken"-Szene in Nordrhein-Westfalen beobachten. Das seien insbesondere rund 20 regionale Gruppen sowie die "Corona-Rebellen Düsseldorf", teilte das Innenministerium am Donnerstag mit. Bei ihnen gäbe es "hinreichend tatsächliche Anhaltspunkte für den Verdacht der demokratiefeindlichen und sicherheitsgefährdenden Delegitimierung des Staates", hieß es in einer Mitteilung. Solche Anhaltspunkte ergäben sich zum Beispiel, wenn sich Anhänger der Protestbewegung mit Rechtsextremisten vernetzen.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte: "Es ist legitim, gegen staatliche Maßnahmen zu demonstrieren." Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit werde daher vom Staat besonders geschützt. "Teile der Querdenker wollen aber genau diesen Staat bekämpfen", so Reul. "Aus manchen Corona-Skeptikern sind Demokratie-Feinde geworden, die unsere Freiheit und Sicherheit bedrohen." Bereits seit März vergangenen Jahres hat der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz nach Angaben des Ministeriums die Protestbewegungen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen allgemein im Blick. Dazu gehörten "etwa 50 unterschiedliche Gruppierungen im Netz und in der realen Welt".

UN begrüßen US-Vorstoß zu Patentschutzes bei Corona-Impfstoffen

14.47 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat den US-Vorstoß zur Aufweichung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe begrüßt. "Es eröffnet Impfstoffherstellern die Möglichkeit, das Wissen und die Technologie zu teilen, um den effektiven Ausbau örtlich hergestellter Impfstoffe zu ermöglichen", teilten die Vereinten Nationen am Donnerstag in New York mit. Es müsse dabei sichergestellt werden, dass den Ländern alle notwendigen Materialien zur Herstellung von Vakzinen zur Verfügung stünden. "Wir sind uns alle einig: Keiner von uns wird vor dem Virus sicher sein, bis wir alle sicher sind."

Impfstoff-Boom beschert Moderna erstmals Quartalsgewinn

14.35 Uhr: Die hohe Nachfrage nach dem Corona-Vakzin hat dem US-Impfstoffhersteller Moderna erstmals zu schwarzen Zahlen verholfen. Im ersten Quartal verdiente das Unternehmen unterm Strich 1,2 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro), wie es am Donnerstag mitteilte. Vor einem Jahr hatten hohe Forschungs- und Entwicklungskosten noch für einen Verlust von 124 Millionen Dollar gesorgt. Der Umsatz schoss von acht Millionen auf 1,9 Milliarden Dollar in die Höhe. Davon entfielen 1,7 Milliarden Dollar auf Einnahmen durch Corona-Impfstoff.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Moderna auf Basis seiner bereits getroffenen Verkaufsvereinbarungen mit Erlösen von 19,2 Milliarden Dollar. Damit wurde die bisherige Prognose deutlich angehoben, vor drei Monaten hatte das Unternehmen mit 18,4 Milliarden Dollar gerechnet. Zum Vergleich: Der große US-Rivale Pfizer geht bei seinem gemeinsam mit der deutschen Biontech entwickelten Corona-Vakzin von einem jährlichen Umsatz von rund 26 Milliarden Dollar aus.

Gericht: Pflicht von Lehrern zur Aufsicht von Selbsttests rechtens

14.30 Uhr: Lehrerinnen und Lehrer dürfen verpflichtet werden, an Schulen Corona-Tests zu beaufsichtigen. Dies hat das Verwaltungsgericht Münster in einem Donnerstag veröffentlichten Eilbeschluss entschieden (Az.: 5 L 276/21 vom 3. Mai). Geklagt hatte eine im Kreis Coesfeld tätige Lehrerin. Sie hatte sich gegen ihre Verpflichtung gewehrt, die Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule bei der Anwendung von Selbsttests anzuleiten und zu beaufsichtigen.

Sie hatte laut Gericht argumentiert, damit zu einer Tätigkeit verpflichtet zu werden, die außerhalb ihrer Ausbildung, ihres Berufsbildes und ihrer Qualifikation liege. Vielmehr sei dies als Tätigkeit auf dem allgemeinen staatlichen Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege anzusehen. Auch sei sie nicht geimpft und deshalb bei der Aufsicht einer ihr nicht zumutbaren Gesundheitsgefährdung ausgesetzt. Das Gericht sah das anders. Die Anweisung zur Beaufsichtigung der Schüler verletze die Lehrerin nicht in ihren Rechten. Aus dem beamtenrechtlichen Anspruch auf Fürsorge durch den Dienstherrn ergebe sich kein Anspruch darauf, an der Schule eine "Nullrisiko-Situation" anzutreffen.

Coronatest-Mangel an Schulen: Merkel weist Ländern Verantwortung zu
Coronatest-Mangel an Schulen: Merkel weist Ländern Verantwortung zu

EU-Kommission will bis Oktober drei neue Medikamente gegen Covid-19

14.16 Uhr: Im Kampf gegen Covid-19 will die EU-Kommission die Entwicklung und Zulassung neuer Medikamente zügig vorantreiben. Impfstoffe könnten nicht die einzige Antwort auf die Krankheit sein, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Donnerstag in Brüssel. Es gebe in der Europäischen Union zwar vier zugelassene Corona-Impfstoffe, aber mit Remdesivir nur ein Medikament. "Wir müssen stärker auf Behandlungen setzen, damit die Krankenhäuser weniger Menschen stationär aufnehmen müssen, die Erkrankten schneller genesen und die Sterblichkeit gesenkt wird", sagte die EU-Kommissarin aus Zypern. Als Ziel nannte sie, dass bis Oktober drei Medikamente entwickelt und zugelassen werden sollten. Bis Ende des Jahres sollten möglicherweise zwei weitere hinzukommen.

Die Strategie der EU-Kommission sieht vor, Studien und klinische Prüfungen mit Millionenbeträgen zu fördern und vielversprechende Vorhaben zu koordinieren. Auch solle Geld bereitgestellt werden, um etwa Produktionskapazitäten und Lieferketten zu analysieren. Bis Juni sollten fünf vielversprechende Therapeutika ermittelt werden.

Macron für Aufhebung von Impfstoff-Patenten

13.50 Uhr: Nach den USA hat sich auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron positiv zur Forderung nach einer Aufhebung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe geäußert. Macron sagte am Donnerstag in Paris, er sei "absolut dafür, dass das geistige Eigentum aufgehoben wird. Impfstoffe müssten zum "weltweiten öffentlichen Gut" werden.

Priorität habe laut Macron allerdings weiterhin, "Entwicklungsländern Dosen zu spenden" und Impfstoffe "in Partnerschaft mit den ärmeren Ländern zu entwickeln". Macron nimmt am Wochenende am EU-Gipfel in Porto statt, auf dem weiter über das Thema diskutiert werden soll.

Bundestag billigt Corona-Erleichterungen für Geimpfte

13.11 Uhr: Für vollständig Geimpfte und genesene Menschen sollen zahlreiche Corona-Beschränkungen entfallen. Der Bundestag billigte am Donnerstag eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung mit großer Mehrheit. Dafür stimmten die schwarz-rote Koalition, Grüne und Linke. Die FDP enthielt sich, die AfD votierte dagegen. Wenn an diesem Freitag auch der Bundesrat zustimmt, könnten die Erleichterungen am Wochenende in Kraft treten.

Für Geimpfte und Genesene sollen auch automatisch die Erleichterungen gelten, die bisher Menschen mit negativen Coronatests vorbehalten sind. Vorgesehen ist, dass sich vollständig geimpfte oder genesene
Personen unbeschränkt treffen können. Bei Treffen mit anderen Personen sollen sie nicht mitgezählt werden. Also könnten sich zum Beispiel auch in Regionen mit hohen Infektionszahlen zwei nicht geimpfte Menschen mit einer unbegrenzten Zahl geimpften treffen.

Lambrecht: Beschränkungen werden für Geimpfte nicht mehr gelten

12.56 Uhr: Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegen Corona werden für vollständig Geimpfte und für von Covid-19 genesene Menschen in Deutschland künftig nicht mehr gelten. Das sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) bei der Beratung einer entsprechenden Verordnung am Donnerstag im Bundestag. Es gehe zum Beispiel darum, dass Menschen in Pflegeheimen nun lange alleine in ihren Zimmern essen mussten und in Zukunft wieder im Speisesaal essen können oder Geschwister zu Muttertag auch zusammen ihre Mütter besuchen können. Nach dem Bundestag will an diesem Freitag der Bundesrat der Verordnung zustimmen. Die Erleichterungen könnten somit am Wochenende in Kraft treten.

Maas offen für Aufweichung des Patentschutzes bei Corona-Impfstoffen

12.45 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich offen für eine Aufweichung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe gezeigt. "Wir werden uns (...) an dieser Diskussion beteiligen, Patente auszusetzen in einer solchen Sondersituation", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag nach einem Gespräch mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu. "Wenn das ein Weg ist, der dazu beitragen kann, dass mehr Menschen schneller mit Impfstoffen versorgt werden, dann ist das eine Frage, der wir uns stellen müssen." Die Pandemie könne nur besiegt werden, wenn weltweit geimpft werde. Auch Cavusoglu begrüßte den Vorstoß für eine Aufweichung des Patentschutzes.

Biontech/Pfizer spendet Impfdosen für Olympia-Athleten in Tokio

12.43 Uhr: Biontech/Pfizer hat sich bereit erklärt, Corona-Impfstoff für die Teilnehmer der olympischen Sommerspiele in Tokio zu spenden. Das teilten das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit. Demnach soll Ende Mai mit der Auslieferung begonnen werden, um sicherzustellen, dass die Athleten vor ihrer Ankunft in Japan ihre zweite Dosis erhalten.

Der Corona-Impfstoff für die Athleten werde "zusätzlich zu den Dosen bereitgestellt, die im Rahmen von Liefervereinbarungen mit Regierungen weltweit bereitgestellt werden", erklärten die Pharma-Unternehmen. Außerdem werde diese Spende die vereinbarte Versorgung der Länder mit Corona-Impfstoff nicht beeinträchtigen.

Voigt will keine Kontaktbeschränkungen für Genesene und Geimpfte

12.30 Uhr: Thüringens CDU-Fraktionschef Mario Voigt (CDU) dringt darauf, dass es für Genesene und Geimpfte in Thüringen keine Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen mehr geben soll. "Das muss sofort in Thüringen auch gelten, dass Geimpfte und Genesene nicht angerechnet werden bei dem Thema Kontaktbeschränkungen und bei der Ausgangssperre", sagte Voigt am Donnerstag in Erfurt. In Bayern sei dies bereits umgesetzt - in Thüringen jedoch sehe dies auch die neue am Donnerstag in Kraft getretene Corona-Verordnung nicht vor.

Nach den neuen Thüringer Regeln, die seit Donnerstag gelten, sind Geimpfte und Genesene gleichgestellt mit Menschen, die einen negativen Corona-Test vorzeigen können. Damit brauchen vollständig Geimpfte zum Beispiel beim Friseur-Besuch keinen negativen Test. Die Ausgangssperre und die Kontaktbeschränkungen bei zu hohen Inzidenzwerten gelten für Geimpfte und Genesene allerdings genauso wie für alle anderen. Voigt sagte, eine Regelung wie in Bayern würde vor allem Älteren, von denen viele bereits geimpft seien, die Chance bieten, "ihre Enkel oder andere Familienmitglieder wieder sehen zu können".

Wieder mehr Rechte für Corona-Geimpfte
Wieder mehr Rechte für Corona-Geimpfte

EU-Einreisestopp gilt nicht mehr für Israel

12.28 Uhr: Reisende aus Israel können künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen. Aufgrund der verbesserten Corona-Lage gilt für das Land eine Ausnahme der zu Beginn der Corona-Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen, wie der Rat der EU-Staaten am Donnerstag mitteilte. Die Einschränkungen für Reisende aus Israel sollten schrittweise aufgehoben werden.

Auf der Liste jener Staaten, aus denen die Einreise möglich ist, stehen neben Israel sechs weitere Länder: Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen. Die Liste wird regelmäßig überarbeitet.

In Kanada gibt's die Impfung auch für Kinder und Jugendliche

12.26 Uhr: Was für Erwachsene gut ist, muss nicht unbedingt auch für Kinder richtig sein. Das gilt auch für Impfstoffe gegen das Coronavirus. Fachleute müssen sich da zum Beispiel genau anschauen: Welche Menge hilft Erwachsenen? Und wie viel brauchen Kinder? Solche Dinge zu prüfen und zu testen, kann etwas dauern. Das Land Kanada aber ist da einen wichtigen Schritt weitergekommen. Dort wurde ein Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren zugelassen. In den Ländern der Europäischen Union ist das Mittel bislang ab 16 Jahren erlaubt. Das betrifft auch Deutschland.

Ob der Impfstoff auch hier für Jüngere zugelassen wird, wird gerade geprüft. Das könnte aber noch bis Anfang oder Mitte Juni dauern. Firmen arbeiten außerdem auch an Impfstoffen für jüngere Kinder.

EU-Parlamentsvize Barley fordert von US-Regierung auch sofortige Aufhebung der Exportverbote

12.01 Uhr: Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD), hat die US-Regierung aufgefordert, nach ihrem Vorstoß für eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoff auch die amerikanischen Exportverbote für die Vakzine unverzüglich aufzuheben. Barley sagte unserer Redaktion, der amerikanische Vorstoß sei "richtig und widersprüchlich zugleich", denn bislang horteten die USA Impfdosen und Rohstoffe. "Mit den Patenten müssen auch die Exportbeschränkungen fallen", sagte Barley.

In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern mangele es akut an Impfstoff, der Aufbau von Produktionskapazitäten brauche aber auch mit freien Patenten viel Zeit und Know-How. Einige Impfstoffproduzenten hätten schon Kooperationen mit Firmen vor Ort geschlossen. "Kurzfristig ist es daher viel wichtiger, dass die USA ihre angekündigte Rücknahme von Impfstoff-Exportverboten sofort umsetzen. Der Impfstoff-Solidaritätsmechanismus Covax hat erst ein Fünftel der bis Ende Mai geplanten Dosen an Entwicklungs- und Schwellenländer ausgeliefert", erklärte die SPD-Politikerin. Der Exportrückstand werde sich noch vergrößern.

Barley nannte zugleich die Aufhebung der Impfpatente einen "notwendigen Schritt", um die Pandemie global zu bekämpfen. "Die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen wurde massiv durch die öffentliche Hand gefördert, daher müssen die Patente in dieser akuten Notlage auch der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden", sagte die Vizepräsidentin.

Spahn betont Ziel von Corona-Impfstoffen für die ganze Welt

11.52 Uhr: In der Debatte um eine globale Aufhebung von Patenten für Corona-Impfstoffe hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Ziel von Produktionssteigerungen unterstützt. "Die ganze Welt mit Impfstoff zu versorgen, ist der einzig nachhaltige Weg aus dieser Pandemie", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag. "Es gibt einige Ideen, wie wir dies ermöglichen können." Entscheidend sei vor allem der weitere Ausbau von Produktionsstätten. Zudem müssten die Staaten der Welt, in denen Impfstoff produziert wird, bereit sein, diesen auch an andere zu exportieren. "Die EU ist dazu in Wort und Tat bereit. Wir freuen uns, wenn die USA es nun auch sind", sagte Spahn.

Patent-Aussetzung für Corona-Impfstoffe: EU offen für Gespräche
Patent-Aussetzung für Corona-Impfstoffe: EU offen für Gespräche

Rotes Kreuz sieht rasche Fortschritte bei deutscher Impfkampagne

11.50 Uhr: Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, sieht die Covid-19-Impfkampagne nach dem schwierigen Start inzwischen auf einem sehr guten Weg. Sie erwarte, "dass wir Mitte, Ende Juni einen Großteil der Bevölkerung geimpft haben werden“, sagte Hasselfeldt am Donnerstag in Berlin. Generalsekretär Christian Reuter sagte, das DRK habe auch mobile Impfteams im Einsatz. Den Vorschlag, dies zu verstärken, um etwa Menschen in sozialen Brennpunkten besser zu erreichen, unterstütze das Rote Kreuz ausdrücklich. Er betonte: "Wir müssen alle in unserer Gesellschaft mit Impfangeboten erreichen.“

Weltärztebund-Vorsitzender Montgomery fordert Pharmaunternehmen zu freiwilligem Verzicht auf Patentrechte für Corona-Impfstoffe auf

11.42 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank-Ulrich Montgomery, hat die Pharmaunternehmen dazu aufgefordert, staatlichen Maßnahmen zuvor zu kommen und von sich aus die Patente für Corona-Impfstoffe freizugeben: "Die Pharmaindustrie könnte jetzt die ganze Menschheit voranbringen, wenn sie freiwillig auf die Ausübung ihrer Patentrechte für die Impfstoffe verzichtet", sagte Montgomery unserer Redaktion. Die Gewinne der Pharmaindustrie seien in den letzten Jahren exorbitant hoch gewesen. Dies habe die Sozialsysteme mancher Staaten sehr belastet und zu großen Ungerechtigkeiten geführt, so der Mediziner. Freiwilligkeit sei jetzt der Schlüssel zur Vermeidung drastischerer Maßnahmen durch Regierungen und die Welthandelsorganisation WTO.

Die mögliche Freigabe der Patente wäre "ein riesiger Schritt vorwärts zu globaler Solidarität und gemeinsamem Kampf der Menschheit gegen eine Jahrhundertseuche", so Montgomery. Zwar sei es richtig, dass der Patentschutz auf Medikamente und Impfstoffe grundsätzlich die Innovationen und Investitionen einzelner Forscher und ganzer Pharmaunternehmen absichere. Gerade die Corona-Impfstoffe seien aber mit riesigen Investitionen und finanziellen Zusagen durch Regierungen, etwa der EU, an die pharmazeutische Industrie entwickelt worden. Das sei neben der Genialität mancher Wissenschaftler der Motor und das Geheimnis der schnellen Entwicklung gewesen. "Wo der Staat aber so viel investiert und vorgeschossen hat, muss er auch das Recht haben, zum Wohle der ganzen Menschheit die Rechte einzelner Pharmaunternehmen einzuschränken", erklärte Montgomery.

Debatte um Patente: China will Zugang zu Impfstoffen verbessern

11.36 Uhr: In der Debatte über eine mögliche Aussetzung der Patente von Corona-Impfstoffen hat sich China allgemein für einen besseren Zugang zu Vakzinen ausgesprochen. "Wir schauen konstruktiven und positiven Diskussionen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) für wirksame und ausgewogene Ergebnisse entgegen", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Wang Wenbin, am Donnerstag lediglich auf Fragen von Journalisten, ob China eine von den USA vorgeschlagene Aussetzung der Patente unterstützen würde.

Alle Länder hätten eine Verantwortung, gegen die Pandemie zu kämpfen. Auch sollten alle gleich sein, wenn es um Zugang zu Impfstoffen gehe, sagte der Sprecher. China unterstütze die internationale Kooperation bei Vakzinen gegen Covid-19.

Kuban fordert einheitliche Öffnungsstrategie

11.27 Uhr: Der Vorsitzende der Jungen Union hat in der Corona-Pandemie eine bundesweit einheitliche Öffnungsstrategie gefordert - auch für Negativ-Getestete. Die Lockerungen für Geimpfte und Genesene halte er für ungerecht. "Es geht darum, dass wir Normalität für alle schaffen - für Genesene, Geimpfte und Negativ-Getestete", sagte Tilman Kuban (CDU) in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv. "Wir wollen diese Gesellschaft zusammenhalten", sagte er.

412.000 Neuinfektionen in Indien - Internationale Hilfe läuft an

11.17 Uhr: In Indien ist ein weltweiter Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen erfasst worden. Es wurden mehr als 412.000 Fälle in den vergangenen 24 Stunden gemeldet, wie Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag zeigten. Demnach starben 3980 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen - auch weil es in Teilen des Landes schwer ist, getestet zu werden und besonders in ländlichen Regionen viele zu Hause sterben und nicht immer in der Statistik auftauchen.

Nach Angaben indischer Behörden haben mehr als 40 Länder Hilfslieferungen unter anderem in Form von Beatmungsgeräten und Sauerstoffkonzentratoren versprochen. Deutschland schickt eine große Sauerstoffgewinnungsanlage sowie 120 Beatmungsgeräte.

Inder verschenkt Sauerstoffflaschen an Corona-Kranke
Inder verschenkt Sauerstoffflaschen an Corona-Kranke

EU-Gipfel soll auch Patentfrage bei Corona-Impfstoffen diskutieren

11.10 Uhr: Die EU-Staats- und Regierungschefs werden bei ihrem Treffen im portugiesischen Porto am Freitag und Samstag auch über die Corona-Krise und die mögliche Aufhebung von Impfstoffpatenten sprechen. Die EU sei bereit, sich in die Debatte über die Impfstoffversorgung einzubringen, sagte ein EU-Beamter am Donnerstag in Brüssel. Hintergrund ist die Ankündigung der US-Regierung, die Aufhebung von Impfstoffpatenten im Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen.

Die EU betont, entscheidend sei die Freigabe von Exporten der Vakzine - die EU liefere im großen Maßstab in alle Welt, während andere demokratische Regionen dies nicht täten. Gemeint sind auch die USA. Es sei die Frage, ob die Patentfreigabe das beste Mittel sei, zumal der Aufbau von Produktionskapazitäten sechs bis zwölf Monate dauere, sagte der EU-Beamte.

Weitere Corona-Lockerungen in Dänemark - Kinos und Theater wieder auf

11.00 Uhr: Die Däninnen und Dänen können jetzt wieder ins Kino und Theater gehen oder ihre Homeoffice-Kilos im Fitnessstudio abtrainieren. All diese Einrichtungen durften am Donnerstag gemäß dem dänischen Plan zur schrittweisen Abkehr von den geltenden Corona-Maßnahmen erstmals seit Monaten wieder öffnen. Alle Schüler bis zur achten Klasse sowie die Abschlussklassen kehren nun komplett zum Präsenzunterricht zurück.

Als Voraussetzung für einen Besuch im Kino, Theater oder Fitnessstudio gilt, dass man per App in seinem Corona-Pass einen maximal 72 Stunden alten negativen Test, eine Impfung oder eine überstandene Infektion vorweisen kann. In den bereits vor zwei Wochen geöffneten Restaurants und Kneipen fällt darüber hinaus die Vorgabe weg, dass die Gäste bis zu 30 Minuten vorher einen Tisch bestellen müssen. Die Versammlungsgrenze in geschlossenen Räumen wurde nun zudem auf 25 Teilnehmer angehoben, draußen liegt sie jetzt bei 75.

Kanzleramtsminister: In den nächsten Wochen Infektionen reduzieren

10.25 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat dazu aufgerufen, das Hauptaugenmerk bei Corona in den kommenden Wochen auf die weitere Reduzierung der Neuinfektionen zu legen - auch mit Blick etwa auf Schwangere ohne Impfmöglichkeit. "Wir sollten in den nächsten Wochen eine so klare Politik machen und die Infektionszahlen so stark reduzieren, dass es sowohl für Kinder als auch für Schwangere, nämlich für die Gesamtbevölkerung als solches, kein großes Ansteckungsrisiko mehr gibt, wenn sie Kontakte haben", sagte Braun am Mittwoch im Bundestag.

Spahn: Zahl der Geimpften steigt

10.02 Uhr: Einem Tweet von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge sind mit knapp 1,1 Mio Impfungen gestern nun über 25,4 Mio Deutsche (30,6 Prozent) erstgeimpft, 7,1 Mio (8,6 Prozent) haben einen vollen Impfschutz. "Zum zweiten Mal 7-stellig. [...] Und mit über 200.000 Impfungen ein Tagesrekord bei den so wichtigen Zweitimpfungen", heißt es in dem Beitrag.

EU offen für Gespräche über Patent-Aussetzung für Corona-Impfstoffe

9.55 Uhr: Die EU hat sich offen für Gespräche über eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe gezeigt. Brüssel sei bereit, über einen entsprechenden Vorschlag der USA zu diskutieren, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag in einer Videobotschaft. "Kurzfristig rufen wir jedoch alle impfstoffproduzierenden Länder dazu auf, Exporte zuzulassen."

Ramelow fordert mehr Erleichterungen für Getestete

9.39 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dringt darauf, neben Geimpften auch Menschen, die negativ auf das Coronavirus getestet wurden, mehr Erleichterungen zu gewähren. Vollständig Geimpfte, Genesene und Getestete müssten gleichgestellt werden, verlangte Ramelow am Donnerstag im RBB-Inforadio. Hier müsse es bundesweit einheitliche Verbesserungen geben.

Der Bundestag entscheidet am Mittag über Erleichterungen für Menschen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind oder von der Erkrankung genesen sind. Die zur Abstimmung vorliegende Verordnung der Bundesregierung sieht vor, dass für diese Menschen die geltenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wegfallen. Zudem werden sie etwa beim Einkauf oder beim Friseurbesuch von Testpflichten befreit.

US-Universität Harvard führt Corona-Impfpflicht für Studenten ein

9.38 Uhr: Studierende der US-Universität Harvard müssen sich zum Beginn des neuen Semesters im Herbst gegen Corona impfen lassen. "Um die hohen Impfraten zu erreichen, die zum Schutz unserer Gemeinde erforderlich sind, wird Harvard die Corona-Impfung für alle Studenten vorschreiben, die sich in diesem Herbst auf dem Campus aufhalten werden", teilte die Hochschule in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts am Mittwoch (Ortszeit) mit. Ausnahmen würden demnach nur aus medizinischen oder religiösen Gründen gewährt. Zuvor hatten eine Reihe anderer US-Universitäten wie Yale, Columbia und Princeton bereits eine solche Impfpflicht eingeführt.

Pharmaverband kritisiert US-Signal zu Patenten auf Corona-Impfstoffe

9.36 Uhr: Der Dachverband der Pharmafirmen (IFPMA) hat die Entscheidung der USA kritisiert, die vorübergehende Aufhebung des Patentschutzes bei Corona-Impfstoffen zu unterstützen. Das werde die Impfstoffproduktion kaum ankurbeln, teilte der in Genf ansässige Verband in der Nacht zu Donnerstag mit. Problem seien vielmehr Handelsbarrieren sowie Mangel an Rohstoffen und Bestandteilen, die für die Herstellung der Impfstoffe nötig seien. Bei der Unterversorgung der ärmeren Länder könnten auch Regierungen reicher Länder in die Bresche springen und einen Teil der Impfdosen, die sie sich in bilateralen Verträgen gesichert haben, an ärmere Länder abgeben.

Gerade weil ihre Patente geschützt seien, hätten Impfstoffhersteller bereits mehr als 200 Technologietransfer-Abkommen abgeschlossen, um mit Partnern in ärmeren Ländern mehr Impfstoffe bereitstellen zu können. Der Verband macht stets geltend, dass Pharmafirmen nur durch einen Patentschutz, der später Einnahmen garantiert, genügend Anreiz hätten, in Forschung zu investieren.

Habeck nach eigener Corona-Impfung nicht sonderlich erleichtert

9 Uhr: Der Co-Vorsitzende der Grünen Robert Habeck ist nach seiner Astrazeneca-Impfung nicht sonderlich erleichtert. "Erstmal war ich krank", stellte Habeck am Donnerstag im Deutschlandfunk ernüchtert fest und antwortete so auf die Frage, welche Last mit der Impfung von ihm abgefallen sei. Bei seiner Impfung habe es sich um "eine Restdose" gehandelt, "die verimpft werden musste, die wäre sonst verfallen“, sagte er. Das Impfen begreife er nicht als Weg zur individuellen Freiheit, sondern "als Beitrag dafür, dass die Gesellschaft insgesamt resilienter gegen das Virus wird, insofern gab es keine persönliche Erleichterung."

Olympia-Stadt Tokio hält Verlängerung des Corona-Notstands für nötig

8.50 Uhr: Weniger als drei Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio erwägt die japanische Hauptstadt eine Verlängerung des Corona-Notstands. Angesichts der weiter angespannten Lage sei eine Verlängerung "notwendig", erklärte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike. Eine Entscheidung über eine solche Maßnahme trifft die Regierung des Landes. Diese hatte erst kürzlich den Notstand zum dritten Mal bis bis zum 11. Mai verlängert. Der Olympia-Gastgeber plädiert nun für eine nochmalige Verlängerung um weitere zwei Wochen. Das gilt auch für die westlichen Präfekturen Osaka, Kyoto und Hyogo. Die Lage erlaube keine Aufhebung des Notstands, sagte Tokios Gouverneurin.

Mai: Umfrage: Britische Firmen setzen auch künftig auf Arbeit von zuhause

8.41 Uhr: Ein großer Anteil der britischen Unternehmen will auch in der Zukunft weiterhin teilweise auf Arbeit von zuhause setzen. Dabei wollen die meisten auf eine Mischung aus Homeoffice und Büroarbeit setzen, wie aus einer Umfrage hervorgeht, über die die BBC am Donnerstag berichtete. Der Sender hat dafür 50 große britische Unternehmen befragt, die mehr als eine Million Arbeitnehmer in Großbritannien repräsentieren. 43 davon erklärten, sie wollten auch in Zukunft hybride Arbeitsformen nutzen, vier wollten solche Konzepte für einige Zeit prüfen.

Zalando profitiert von Online-Boom

8.27 Uhr: Der Online-Modehändler Zalando profitiert weiter vom durch die Corona-Pandemie verstärkten Trend zum Internetkauf. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse um fast 47 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen bei der Vorlage endgültiger Zahlen am Donnerstag in Berlin mitteilte. Netto verdiente Zalando 34,5 Millionen Euro. Neben der hohen Nachfrage spielten auch geringere Retouren dem Berliner Unternehmen in die Karten. Im Vorjahr war noch ein Verlust von 86,4 Millionen Euro angefallen.

Berlin: Bummeln ja - aber nur mit Test
Berlin: Bummeln ja - aber nur mit Test

Israelische Studie betont Bedeutung von vollständiger Corona-Impfung

8.21 Uhr: Eine neue Studie aus Israel unterstreicht die Notwendigkeit, sich doppelt mit dem Biontech-Präparat gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Eine landesweite Untersuchung des dortigen Gesundheitsministeriums und des Herstellers Pfizer bescheinigte dem Impfstoff zwischen sieben und 14 Tagen nach Erhalt der ersten Dosis eine Schutzwirkung von 58 Prozent vor einer Infektion, von 76 Prozent vor einer Krankenhauseinweisung und 77 Prozent vor dem Tod. Sieben Tage nach der vom Hersteller empfohlenen zweiten Dosis reduziert sich das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus, einer Krankenhauseinweisung oder des Todes demnach jeweils um mehr als 95 Prozent.

Immer mehr Impfstoffe kommen aus Deutschland

7.38 Uhr: Impfstoff "made in Germany": Davon gibt es jetzt immer mehr. In den Startlöchern für eine Zulassung steht etwa das Tübinger Unternehmen CureVac. Welche Vakzine sonst noch hierzulande produziert werden und an welchen Standorten dies geschieht, lesen Sie hier.

Welcher Impfstoff in den Bundesländern noch übrig ist

7.20 Uhr: In den einzelnen Bundesländern ist unterschiedlich viel Impfstoff übrig. In NRW etwa liegen noch 48 Prozent des bereits gelieferten Vakzins von Moderna auf Halde. Diese Mengen werden teilweise von den Ländern zurückgehalten, um Zweitimpfungen sicherzustellen. Von Astrazeneca dagegen liegen in NRW derzeit keine Dosen mehr im Lager - 0 Prozent, heißt es beim Bundesgesundheitsministerium und im RKI.

Impfmonitor: Interaktiv: Wie Deutschland beim Impfen vorankommt

EU verteidigt höhere Zahlung für Biontech-Impfstoff

6.15 Uhr: Die Brüsseler EU-Kommission verteidigt, dass für den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig ein höherer Preis gezahlt werden soll. Der geplante nächste Vertrag unterscheide sich signifikant von den ersten beiden, hieß es am Mittwochabend aus Behördenkreisen.

So gebe es beispielsweise strengere Liefervereinbarungen, andere Haftungsregeln und Vereinbarungen zur Anpassung des Impfstoffes an neue Coronavirus-Varianten. Außerdem gestalte sich der Preis je Dosis auch anders, weil die EU künftig kein Geld mehr für Produktionsförderung zahle.

Netz-Expertin rechnet mit Sicherheitslücken bei EU-Impfpass

5.54 Uhr: Die netzpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Anke Domscheit-Berg, warnt vor Sicherheitslücken im Verschlüsselungssystem des europäischen digitalen Impfnachweises. "Es reicht, wenn ein einziger dieser Schlüssel irgendwo im europäischen Gesamtsystem korrumpiert ist", sagte die Abgeordnete dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben).

Möglich seien der Diebstahl oder der Missbrauch der Schlüssel, "um damit beliebig viele gefälschte Zertifikate zu erstellen, für die sich dann sicher auch Vertriebswege finden werden".

Tui erwartet starke Sommersaison

5.43 Uhr: Die geplanten stufenweisen Lockerungen im Deutschland-Tourismus könnten nach Einschätzung von Tui noch rechtzeitig für eine stabile Sommersaison auch im Inland kommen. "Insbesondere in den Küstenregionen und in den Bergen wird es einen Run auf Urlaubshotels geben", glaubt die Managerin Nicole Sohnrey, die bei dem Konzern aus Hannover unter anderem für Auto- und Städtereisen zuständig ist. Für die inländischen Ziele werde aus derzeitiger Sicht ein "starker Sommer" erwartet.

Städtetag fordert mehr Freiheiten für negativ Getestete

1.22 Uhr: Angesichts der geplanten Freiheiten für Geimpfte fordert der Deutsche Städtetag jetzt auch mehr Lockerungen für negativ Getestete. Viele Menschen hätten sich wegen des Impfstoffmangels noch nicht impfen lassen können. "Wir plädieren deshalb dafür zu prüfen, in begrenztem Umfang auch tagesaktuell negativ getesteten Personen Freiheiten zurückzugeben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, unserer Redaktion. Es könne für den gesellschaftlichen Zusammenhalt klug sein, auch tagesaktuell Getesteten mehr Begegnungen mit Menschen aus anderen Haushalten zu ermöglichen.

"Wir werden den Menschen kaum vermitteln können, dass sich nur Geimpfte und Genesene unbegrenzt und unbeschwert an einem Sommerabend im Park oder zum Abendessen zu Hause treffen können", so Dedy. Die Gesellschaft dürfe sich nicht in Geimpfte und Genesene sowie alle anderen spalten. An diesem Donnerstag stimmt der Bundestag über die geplanten Lockerungen für Geimpfte und Genesene ab.

Corona-News von Mittwoch, 5. Mai: Spahn will für Astrazeneca Priorisierung aufheben

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca die Priorisierung sofort aufheben.
  • Für den Kampf zur weltweiten Eindämmung der Pandemie unterstützt die US-Regierung die Aussetzung von Patenten für die Corona-Impfstoffe.
  • Das Bundesverfassungsgericht hat Eilanträge gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Notbremse abgelehnt.
  • In Kanada darf der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden.
  • Schleswig-Holstein öffnet für Geimpfte und Genesene ab 17. Mai den Tourismus.
  • Der Deutsche Ethikrat kritisiert das vom Bundeskabinett beschlossene Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche. Die zwei Milliarden würden nicht ausreichen, sagte Alena Buyx, Vorsitzende des Ethikrates, dieser Redaktion.
  • Die Bundesregierung hat die Bürger davor gewarnt, sich gefälschte Impfpässe zu beschaffen, um so vorzeitig in den Genuss von Erleichterungen etwa bei Kontaktbegrenzungen oder bei Urlaubsreisen zu kommen.
  • Das Gesundheitsministerium soll zur Beschaffung von Corona-Impfstoff weitere 3,8 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt bekommen.
  • Die bundesweit verbindlichen Regeln für schärfere Corona-Maßnahmen bei hohem Infektionsgeschehen zeigen aus Sicht der Bundesregierung Wirkung.
  • Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält es einer Umfrage zufolge für angemessen, wenn in der Corona-Pandemie bundesweit mobile Impfbusse in sozialen Brennpunkten zum Einsatz kommen.
  • Die Bundesregierung hat das Aufholpaket für Kinder und Jugendliche zur Unterstützung sozial schwacher Familien in der Corona-Krise auf den Weg gebracht.
  • In vielen Bundesländern dürfen sich Angehörige der Priorisierungsgruppe drei für die Corona-Impfung anmelden - alleine aufgrund ihres Alters sind das bundesweit mehr als zehn Millionen Menschen.
  • Deutschland hat mit 150.000 verabreichten Dosen einen Tagesrekord bei den wichtigen Zweitimpfungen aufgestellt.
  • Auf den Intensivstationen, wo positive Entwicklungen erst mit einiger Verspätungen spürbar werden, scheint sich die Lage langsam zu stabilisieren.
  • Datenschützer sehen Fotos von Impfpässen, die etwa aus Freude über Corona-Schutzimpfungen auf sozialen Netzwerken und in Chats geteilt werden, mit Sorge. "Wenn geimpfte Personen ein Foto ihres Impfpasses im Internet veröffentlichen, dann kann das Kriminellen als Vorlage dienen", sagte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte, Johannes Caspar.
  • Indien hat an einem Tag mit 3780 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Land so viele erfasst wie nie zuvor.
  • Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dringt auf weitere Finanzhilfen für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wegen der Corona-Krise für dieses Jahr.
  • Um das Impftempo in Deutschland zu beschleunigen, fordert der Deutsche Hausärzteverband Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte, die pro Ampulle sieben statt sechs Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nutzen wollen. "Es kann nicht sein, dass täglich in Deutschland Impfdosen weggeworfen werden", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt unserer Redaktion.

Corona-News von Dienstag, 4. Mai: Biden ruft 20- bis 30-Jährige zum Impfen auf

  • US-Präsident Joe Biden hat neue Ziele für das amerikanische Corona-Impfprogramm herausgegeben und wandte sich ausdrücklich an die 20- und 30-Jährigen, von denen viele glaubten, sie benötigten keine Impfung. Nach Regierungsgaben ist die Impfung gegenwärtig bei etwa 105 Millionen der 328 Millionen US-Bürger abgeschlossen.
  • Die Virologin Sandra Ciesek hält Impfungen auch für Covid-19-Genesene für sinnvoll. Für alle anderen sei vor allen die zweite Impf-Dosis entscheidend, sagte sie im NDR-Podcast "Coronavirus-Update".
  • Die Luftwaffe fliegt am Mittwoch eine Anlage zur Herstellung von Sauerstoff in das schwer von der Corona-Pandemie getroffene Indien. Den Krankenhäusern in Indien geht wegen der steigenden Zahl an Corona-Patienten der medizinische Sauerstoff aus.
  • FDP-Chef Christian Lindner fordert als Reaktion auf die Entwicklung bei den Corona-Infektionen weitergehende Lockerungen auch für Menschen mit einem Negativtest.
  • Bis Anfang Juli sollen nach dem Willen der US-Regierung rund 70 Prozent aller rund 260 Millionen Erwachsenen im Land mindestens die erste Corona-Impfung erhalten haben. Dies sei Präsident Joe Bidens neues Ziel, erklärte das Weiße Haus am Dienstag.
  • In Brandenburg können sich Erwachsene unter 60 Jahren in Arztpraxen ab sofort mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Brandenburger Impfkabinett habe dies gebilligt, teilte das Innenministerium mit.
  • Ein Viertel aller Einwohner der Europäischen Union ist inzwischen einmal gegen das Coronavirus geimpft - und das Impftempo nehme zu, twitterte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Im Juli würden ausreichend Impfdosen vorhanden sein, um 70 Prozent der Erwachsenen in der EU zu impfen, kündigte von der Leyen an.
  • Italien will nach Angaben von Ministerpräsident Mario Draghi ab Mitte Mai wieder ausländische Touristen ins Land lassen. Mit einem italienischen Gesundheitspass sollen Urlauber aus dem Ausland dann auch zwischen den verschiedenen italienischen Regionen reisen können, sagt Draghi nach einem Treffen der G20-Tourismusminister.
  • Menschen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder in den vergangenen sechs Monaten eine Infektion überstanden haben, sind künftig im Bundesland Bremen von allen Testpflichten ausgenommen. Eine entsprechende Regelung beschloss der Senat am Dienstag.
  • Angesichts weiterhin niedriger Corona-Neuinfektionen hält die britische Regierung an ihrem Zeitplan für Lockerungen fest. Damit werden voraussichtlich wie geplant am 17. Mai weitere Restriktionen aufgehoben: Dann dürfen Restaurants und Pubs auch ihre Innenräume öffnen, außerdem sind Auslandsreisen wieder erlaubt.
  • Die Corona-Pandemie bringt die Planung des großen Terrorprozesses gegen die mutmaßlich rechtsextremistische "Gruppe S." in Stuttgart ordentlich durcheinander. Zum zweiten Mal sind Verhandlungstermine des Oberlandesgerichts auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Stammheim abgesagt worden, weil sich Häftlinge angesteckt haben.
  • Im Ringen um den Schutz von Unternehmen vor Insolvenzen wegen der Corona-Krise sieht die SPD kaum noch Chancen auf eine Einigung. CDU und CSU betrieben "scheinheilige Ablenkungsmanöver", wollten die erneute Sonderregelung aber offenkundig nicht.
  • Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat sich für unbürokratische Lockerungen bei Corona-Regeln für Geimpfte und Genesene ausgesprochen. "Es geht ja bei allen Maßnahmen auch darum, dass man eine Akzeptanz hat für die ganzen Sachen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin.
  • Hohe Kosten für PCR-Coronatests sind dem Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) in Genf ein Dorn im Auge. IATA-Chef Willie Walsh sprach am Dienstag von Geschäftemacherei. Weil viele Länder PCR-Tests für Flugreisende vorschreiben, werde das Fliegen für viele Menschen unerschwinglich.
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erfreut über die Entspannung des Corona-Infektionsgeschehens im Land geäußert. Es gebe "Licht am Ende des Tunnels", sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Dienstag in Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag.
  • Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treffen vor allem Selbstständige finanziell hart. Die Kluft zwischen Menschen mit geringerem Einkommen und Gutverdienern in Deutschland hat sich nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dadurch insgesamt etwas verringert.
  • Berlins Regierender Bürgermeister hat sich für eine bundesweite Absprache über Urlaubsmöglichkeiten in den Sommerferien ausgesprochen. "Wir werden mit Sicherheit wieder zu einer MPK zusammenkommen, denn wir müssen so etwas bundesweit abstimmen", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Dienstag in Berlin.
  • Die Ärzte warnen auch als Lehre aus der Corona-Krise vor Kostendruck und einer weiteren Kommerzialisierung im deutschen Gesundheitswesen. "Erst kommt der Patient und dann der Profit. Das muss sich endlich in das kollektive Gedächtnis einbrennen", sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, am Dienstag beim Deutschen Ärztetag.
  • In Berlins sozialen Brennpunkten soll es beim Impfen schneller vorangehen. So sollen im Lauf der nächsten Woche 10.000 Impfdosen an Stadtteilzentren in sozialen Brennpunkten oder Quartieren in schwierigen Wohnsituationen geliefert werden, wie Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller, am Dienstag nach der Senatssitzung ankündigte.
  • Mecklenburg-Vorpommern erlaubt vollständig geimpften Tagesausflüglern und Zweitwohnungsbesitzern aus anderen Bundesländern wieder die Einreise. Touristische Übernachtungen etwa in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen bleiben aber weiterhin untersagt.
  • Sachsen stellt vollständig gegen Corona geimpfte Menschen sowie Genesene ab dem 10. Mai in vielen Punkten mit negativ Getesteten gleich. Das sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden nach einer Sitzung des Kabinetts.
  • Die Bundesregierung hat den Weg frei gemacht für rasche Lockerungen der Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene. Das Kabinett habe eine entsprechende Verordnung am Dienstag beschlossen, sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD).
  • In der Europäischen Union sind inzwischen 150 Millionen Impfungen gegen Covid-19 verabreicht worden. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag auf Twitter. Das Impftempo ziehe überall in der EU an.
  • Wieder ein Dämpfer für die deutsche Impfkampagne. Laut dem "Spiegel" ist die Produktion des deutschen Impfstoff-Herstellers Curevac durch fehlende Rohstoffe akut in Gefahr, weil die US-Regierung die Ausfuhr entscheidender Materialien per Kriegswirtschaftsdekret unterbindet.
  • Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat eine Prüfung des Corona-Impfstoffs des chinesischen Herstellers Sinovac eingeleitet. Zur Prüfung einer Zulassung des Vakzins CoronaVac habe ein sogenanntes rollierendes Verfahren begonnen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit.
  • In bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 dürfen ab kommenden Montag (10. Mai) die Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos öffnen. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) anschließend sagte.
  • Urlaub in Bayern soll zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen wieder möglich sein. In Kreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 sollen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen dürfen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München ankündigte.
  • In Deutschland haben 28,7 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervor (Stand: 4. Mai, 12.00 Uhr). Den vollen Impfschutz erhielten bislang gut acht Prozent der Bevölkerung.
  • Mit einem Stufenplan will Niedersachsen in Lockerungen der Corona-Beschränkungen einsteigen. Diese sollen in Städten und Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 vom kommenden Wochenende an greifen, kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag in Hannover an.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat trotz erster Anzeichen für eine allmähliche Entspannung der Corona-Lage weiter zur Vorsicht gemahnt. Es gehe darum, jetzt diese dritte Welle zu brechen, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin beim digitalen Ärztetag.
  • Die große Mehrheit der Deutschen hat einer Umfrage zufolge keine Bedenken wegen einer Corona-Impfung. Wie eine am Dienstag in Hamburg veröffentlichte Befragung der Techniker-Krankenkasse ergab, haben 83 Prozent keine oder eher keine Angst vor der Immunisierung. Je älter die Befragten sind, desto unbesorgter sind sie tendenziell.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in der Corona-Pandemie vor einer zu schnellen Öffnung von Gastronomie und Hotels für Geimpfte gewarnt. Zwar sei es "eine notwendige und gute Entscheidung", die Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte zurückzunehmen.

Alle bisherigen Corona-News

Hier startet das neue Corona-Newsblog. Alle älteren Nachrichten können Sie hier in unserem bisherigen Corona-Newsticker lesen.

(fmg/dpa/afp)

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Panorama

Leserkommentare (36) Kommentar schreiben