Pandemie

Corona- und Grippe-Impfung: Das ist der richtige Abstand

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Gegen Corona und Grippe darf gleichzeitig geimpft werden. (Symbolbild)

Gegen Corona und Grippe darf gleichzeitig geimpft werden. (Symbolbild)

Foto: dpa

Berlin  Die nächste Grippesaison steht bevor und auch die Corona-Zahlen steigen wieder. Was muss man bei Corona- und Grippe-Impfung beachten?

  • Vor dem Winter sollen sich Menschen gegen Grippe und Corona impfen lassen
  • Doch wie viel Abstand sollte zwischen beiden Impfungen liegen?
  • Oder geht das sogar gleichzeitig? Das müssen Sie beachten

Der Herbst ist da, und mit dem Beginn der kälteren Jahreszeit steigen auch die Corona-Zahlen wieder. Um einer Überlastung des Gesundheitssystems vorzubeugen, raten Expertinnen und Experten aus Medizin und Politik neben der Corona-Impfung auch zur Grippe-Impfung. Besonders Risikogruppen sind dazu aufgerufen, sich die Immunisierung gegen Influenza verabreichen zu lassen. Doch was ist zu beachten, wenn man beide Impfungen haben möchte?

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Grippe-Impfung unter anderem für Menschen über 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere und bestimmte Berufsgruppen. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens warnt davor, dass der Grippeschutz in Deutschland insgesamt zu niedrig sei. Die Influenza-Impfquote bei Menschen über 60 läge lediglich bei 30 bis 40 Prozent. "Das ist wirklich zu wenig", beklagt Mertens. Auch Personen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, können sich gegen Grippe impfen lassen.

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Corona-Impfung und Grippe-Impfung: Welcher Abstand?

Wie lange sollte man zwischen Corona- und Grippeimpfung warten? Diese Frage stellen sich nun viele Personen, die sich gern gegen beides impfen lassen würden, aber verunsichert sind, ob eine unmittelbar aufeinanderfolgende Immunisierung sinnvoll ist - und ob sie damit vielleicht sogar ein Risiko eingehen.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) darf die Influenza-Impfung sogar zeitgleich mit der Corona-Impfung verabreicht werden. Es muss demnach kein Impfabstand von 14 Tagen mehr eingehalten werden. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass es sich bei der Grippeimpfung um einen Totimpfstoff handelt.

Bei den in Deutschland verfügbaren Grippeimpfstoffen handelt es sich laut RKI meist um Totimpfstoffe. Diese enthalten inaktivierte Viren bzw. Bestandteile dieser. Für Kinder ist allerdings auch ein Lebendimpfstoff in Form eines Nasensprays zugelassen. Detaillierte Informationen zu zugelassenen Influenzaimpfstoffen stellt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zur Verfügung.

Gleichzeitig Corona- und Grippeimpfung: Was muss beachtet werden?

Der Stiko-Vorsitzende Mertens empfiehlt, die beiden Impfstoffe nicht in den gleichen Arm zu spritzen, sondern links und rechts. Deshalb sollten Patientinnen und Patienten einplanen, dass sie nach den Impfungen eventuell beidseitig leichte Schmerzen verspüren und nur eingeschränkt zu körperlicher Arbeit mit den Armen fähig sind.

Welche Nebenwirkungen bei Grippe- und Corona-Impfung?

Bei einer gleichzeitigen Anwendung der Impfstoffe können häufiger Impfreaktionen auftreten als bei der zeitlich getrennten Gabe, heißt es seitens der Stiko. Beide Impfungen gelten aber als gut verträglich. Zu typischen Reaktionen zählen nach beiden Immunisierungen beispielsweise:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Rötungen oder Schwellungen am Arm
  • Allgemeine Erkältungssymptome (Fieber, Müdigkeit, Kopf-, Glieder- oder Muskelschmerzen, Schwitzen oder Frösteln)

Wer das Für und Wider einer Grippeimpfung abwägt, sollte die Tatsache berücksichtigen, dass die Immunisierung das Risiko eines schweren Grippeverlaufs im Fall einer Ansteckung senkt. Genauso ist es bei den Impfstoffen gegen Covid-19 der Fall.

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(raer/dpa)

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