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Über eine Million Corona-Infektionen – Höchstwert bei Toten

Corona-Winter: Diese Regeln gelten jetzt

Wegen anhaltend hoher Infektionszahlen haben sich Bund und Länder auf eine Verlängerung des "Lockdown light" verständigt - mit einigen Verschärfungen, zum Beispiel für Geschäfte. Für Weihnachten und Silvester sollen die Regeln wiederum gelockert werden.

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Berlin.  In Deutschland wurde die Marke von 1 Million Corona-Infektionen überschritten. Das RKI meldet 426 Todesfälle. Alle Infos im Newsblog.

  • Laut einer US-Studie könnte sich das Coronavirus auch über Pupse verbreiten
  • Der Bund hat die in manchen Ländern geplanten Möglichkeiten zu Hotelübernachtungen über Weihnachten scharf zurückgewiesen
  • Die Dezemberhilfen für vom Teil-Lockdown betroffene Firmen sollen ein Volumen von mindestens 15 Milliarden Euro haben
  • Nordkoreanische Hacker haben offenbar versucht, an Daten zu Corona-Impfstoffen aus Südkorea zu kommen
  • Die Kultusministerkonferenz hat Zahlen zur Corona-Lage an deutschen Schulen veröffentlicht
  • Die AfD ist mit einer Klage gegen die Hygieneauflagen bei ihrem Bundesparteitag gescheitert
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Freitag 22.806 Neuinfektionen und mit 426 einen neuen Höchstwert bei Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden in Deutschland gemeldet
  • In Deutschland sind unseren Recherchen zufolge bislang mehr als 1.018.000 Corona-Infektionen registriert worden, mehr als 15.600 Menschen sind in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben

Deutschland verbringt die Adventszeit im Teil-Lockdown. Angesichts des hohen Niveaus der Corona-Fallzahlen haben Bund und Länder beschlossen, dass für den Rest des Jahres strenge Corona-Regeln gelten – mit Ausnahme von Weihnachten.

Feiern sollen dann im engsten Familien- oder Freundeskreis möglich sein. Darin zumindest sind sich Bundesregierung und Ministerpräsidenten einig. Doch schon an Silvester ist wieder ein Flickenteppich möglich mit unterschiedlichen Länderregeln, mit wie vielen Menschen gefeiert werden darf. Lesen Sie dazu: Corona-Gipfel: Welche Regeln nun verschärft werden

Corona-News des Tages: RKI meldet neuen Höchstwert bei Todesfällen

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen 22.806 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden in Deutschland. Neuer Höchstwert: 426 Menschen sind in Deutschland am vergangenen Tag an oder mit einer Corona-Infektion gestorben. Insgesamt wurde damit laut RKI die Marke von einer Million Corona-Infektionen in Deutschland seit Start der Pandemie überschritten. Lesen Sie hier: Corona – RKI meldet Fallzahlen und neue Reproduktionszahl

Corona – Mehr Infos zum Thema

Freitag, 27. November: Gericht bestätigt Verbot einer „Querdenker“-Demo in Heinsberg

17.42 Uhr: Das Verwaltungsgericht Aachen hat das Verbot einer für Sonntag geplanten „ Querdenker“-Demonstration in Heinsberg bestätigt. Das vom Ordnungsamt der Stadt Heinsberg ausgesprochene Verbot der geplanten Kundgebung und der anschließenden Demonstration sei zulässig, weil es bei der Versammlung zu „erheblichen Infektionsgefahren“ kommen könnte, teilte die 6. Kammer des Gerichts in einem Eilverfahren mit. (AZ: 6 L 886/20) Zu den Protesten in Heinsberg wurden von dem Veranstalter rund 350 Teilnehmer angemeldet.

Die Stadt hatte die Versammlung untersagt, weil bei dem geplanten Demonstrationszug die Einhaltung der nach der Corona-Schutzverordnung geltenden Mindestabstände nicht gewährleistet werden könne. Gegen den Beschluss kann der Antragsteller Beschwerde einlegen, über die das Oberverwaltungsgericht für das Land NRW in Münster entscheidet.Der Landkreis Heinsberg hatte zu Jahresbeginn Schlagzeilen gemacht, weil sich dort viele Menschen offenbar während einer Karnevalsfeier mit dem Virus angesteckt hatten. Er war im Frühjahr zu einem der ersten deutschen Corona-Hotspots geworden.

Laut einer Studie verbreitet sich das Coronavirus über Pupse

16.37 Uhr: Wie das englischsprachige Gesundheitsportal „News Medical“ berichtet, könnte sich das Coronavirus nicht nur durch Niesen und Husten verbreiten, sondern auch durch Pupsen . Gestützt wird diese Theorie durch eine erst vor kurzem veröffentlichte Studie „Association for Professionals in Infection Control and Epidemiology“ (Verband für Infektionskontrolle und Epidemiologie), in der über das Infektionsrisiko von Fäkalien spekuliert wurde.

Bei der Studie kam heraus, dass nach dem Spülen eine sogenannte „aerosolierte Toilettenfahne“ entsteht, die sowohl Kot als auch das Coronavirus enthalten könnte. Diese „Toilettenfahne“ könnte laut der Studie das Virus sogar übertragen.

Deswegen rät Qingyan Chen, Professor an der Purdue University in Indiana (USA) dazu, vor dem Spülen immer den Toilettendeckel zu schließen. Dadurch würden nur noch 20 Prozent der Fäkalien in der Luft landen, was eine Infektion deutlich verringern würde. Gleichzeitig riet er dazu, sich nach dem Toilettengang ausgiebig die Hände zu waschen.

Russland startet die Corona-Impfung von Soldaten

16.28 Uhr: Russland hat nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu damit begonnen, alle Vertreter des Militärs gegen das neuartige Coronavirus impfen zu lassen. Bisher hätten mehr als 2500 Soldaten eine Impfung erhalten, bis zum Jahresende solle ihre Zahl auf 80.000 steigen, erklärte Schoigu am Freitag. Am Ende sollen demnach mehr als 400.000 Militärangehörige gegen das Virus geimpft sein.

Auf Veranlassung von Präsident Wladimir Putin hatte Russland bereits im August den vom Forschungszentrum Gamaleja entwickelten Impfstoff „Sputnik V“ zugelassen, ohne die letzte Testphase mit Zehntausenden Probanden abzuwarten. Hersteller und Gesundheitsministerium teilten am Dienstag mit, dass „Sputnik V“ zu 95 Prozent wirksam sei, ohne allerdings weitere Details zu nennen.

Dänemark überlegt Millionen von Corona-Nerzen wieder auszugraben

16.06 Uhr: Die dänische Regierung zieht in Betracht, etliche Leichen getöteter Nerze wieder auszugraben. Mehrere Parteien im Parlament in Kopenhagen befürchten, dass die wegen eines mutierten Coronavirus gekeulten Pelztiere beim Verwesungsprozess Phosphor und Stickstoff absondern und somit etwa das Trinkwasser oder Badegewässer verunreinigen könnten. Deshalb spricht sich eine politische Mehrheit für das Ausgraben der Tiere aus. Die Regierung wolle ebenso wenig wie jeder andere, dass die Nerze Verunreinigung oder andere Probleme verursachten, sagte der neue Lebensmittelminister Rasmus Prehn am Freitag dem Fernsehsender TV2.

Neuer Zoff zwischen Bund und Ländern? Weihnachts-Hotelübernachtungen nicht Teil der Beschlüsse

15.39 Uhr: Der Bund hat die Alleingänge einiger Bundesländer bei Übernachtungsmöglichkeiten über Weihnachten deutlich kritisiert. „Es ist nicht Teil des Beschlusses von Bund und Ländern, solche Übernachtungen zu ermöglichen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Bürger blieben weiterhin aufgerufen, touristische Reisen zu vermeiden. „Da familiär bedingte Reisen von touristischen Reisen schwer abzugrenzen sind, haben sich Bund und Länder nicht darauf geeinigt, eine solche Ausnahme bei der Nutzung von Hotels in den Beschluss aufzunehmen.“ Dies sei daher auch nicht aufgenommen worden.

Schleswig-Holstein, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Berlin haben angekündigt, Hotelübernachtungen bei Familienbesuchen über Weihnachten zulassen zu wollen. Dagegen hatte sich auch bereits Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) ausgesprochen.

Reserve an Schutzausrüstung kommt anscheinend nicht voran

15.26 Uhr: Der Aufbau einer nationalen Reserve an Schutzausrüstung gegen das Coronavirus verzeichnet offenbar kaum Fortschritte. Obwohl das Bundeskabinett bereits Anfang Juni beschlossen hatte entsprechende Optionen zu prüfen. „Überlegungen zu Art und Umfang des zukünftig zu bevorratenden Materials dauern an, die Kosten für Betrieb oder Beschaffung sind derzeit noch offen“, zitierte der „Spiegel“ am Freitag aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion. Auch eine Entscheidung über mögliche Standorte für Lagerstätten sei noch nicht getroffen.

FDP-Gesundheitspolitiker Wieland Schinnenburg forderte Spahn auf, sich „zeitnah zu der schlechten Projektumsetzung“ zu äußern. Zudem solle der Minister dem Bundestag „schnellstmöglich“ ein Konzept vorlegen, sagte Schinnenburg dem “Spiegel„.

Heil will gegen Marktbeherrschung von Digitalplattformen vorgehen

14.58 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will die Marktbeherrschung der wegen Corona boomenden Digitalplattformen brechen. Billiglöhne und fehlender Versicherungsschutz von Beschäftigten solle eingedämmt werden, sagte Heil der Deutschen Presse-Agentur.

Das Arbeitsministerium legte Eckpunkte für den Plan vor nach denen soloselbstständige Plattformtätige künftig sozialen Schutz genießen sollen. Der Essenslieferant Lieferando wies Vorwürfe an seine Adresse strikt zurück. Die IG Metall begrüßte den Vorstoß Heils.

„Ich werde nicht zulassen, dass Digitalisierung in der Plattformökonomie mit Ausbeutung verwechselt wird“, sagte Heil. Betroffen sind neben Essenslieferanten zum Beispiel Fahrdienste und Haushaltsdienstleistungen, aber auch Plattformen für Textarbeit, Programmierung und kreative Tätigkeiten. Nach einer EU-Erhebung beziehen laut Ministerium 2,7 Millionen Menschen in Deutschland mindestens die Hälfte ihres Einkommens aus Plattformarbeit oder arbeiten mindestens zehn Stunden pro Woche auf diese Weise. Andere Studien kämen zu geringeren Zahlen.

Scholz beziffert Dezemberhilfen auf 15 Milliarden Euro

14.20 Uhr: Die Dezemberhilfen für Firmen, die von der Verlängerung des Teil-Lockdowns betroffen sind, sollen ein Volumen von mindestens 15 Milliarden Euro haben. Es könne auch noch mehr werden, sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD) am Freitag in Berlin. Eine „Welle von Unternehmenspleiten“ wäre aber viel schwieriger, als nun viel Geld auszugeben. Bereits für die Novemberhilfen rechnet der Bund mit einem Finanzvolumen von 14 bis 15 Milliarden Euro.

Die Dezemberhilfen sollen nach dem Modell der Novemberhilfen funktionieren, wie Scholz deutlich machte. Das bedeutet, dass Umsatzausfälle für Firmen und Selbstständige zu einem großen Teil ausgeglichen werden sollen. Details würden nun mit der EU-Kommission besprochen, sagte Scholz.

Nordkoreanische Hacker versuchten, an Daten zu Corona-Impfstoffen in Südkorea zu kommen

14.05 Uhr: Nordkoreanische Hacker habe nach Geheimdienstangaben versucht, an Daten von Entwicklern von Corona-Impfstoffen in Südkorea heranzukommen. Die Attacken hätten jedoch abgewehrt werden können, teilten südkoreanische Abgeordnete am Freitag mit, die vom staatlichen Nachrichtendienst NIS über die Hackeraktivitäten unterrichtet wurden. Der NIS habe nicht mitgeteilt, welche Unternehmen das Ziel gewesen seien, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap das Mitglied des Geheimdienstausschusses, Ha Tae Keung.

Mitte November hatte bereits das Softwareunternehmen Microsoft berichtet, russische und nordkoreanische Hacker hätten Cyberattacken gegen Impfstoffhersteller in einer Reihe von Ländern begonnen, darunter Frankreich, Südkorea und die USA. Die meisten Attacken seien jedoch ohne Erfolg geblieben.

Großteil der Bevölkerung unterstützt Verlängerung des Teil-Lockdowns

13.50 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen findet die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns gut. Das geht aus einer Umfrage des ZDF hervor. Laut dem „Politbarometer“ des Senders unterstützen 71 Prozent der Menschen die Verschärfung der Kontaktbeschränkungen. Deren Lockerung über Weihnachten und Silvester wiederum halten 58 Prozent der Befragten für richtig.

Allerdings gehen die Meinungen über die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen auseinander. Einerseits halten 17 Prozent der Befragten die geltenden Maßnahmen für übertrieben. Das ist ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage vor zwei Wochen. Andererseits fordern 31 Prozent - und damit fünf Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen - eine Verschärfung der Regeln. Nur noch die Hälfte der Befragten finden die aktuellen Bestimmungen gerade richtig.

Portugal ist jetzt Risikogebiet

13.44 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat ganz Portugal mit Ausnahme der Insel Madeira als Risikogebiet eingestuft. Auch die Region Westgriechenland wurde als Risikogebiet eingestuft, in dem Mittelmeerland aber zugleich die Region Peloponnes wieder von der Liste gestrichen. In Estland gilt nun auch die Region Tartu als Risikogebiet, in Irland wurde die Einstufung für die Regionen Midlands, South-West und West dagegen nun ebenfalls zurückgenommen

AfD-Delegierte müssen auf Bundesparteitag Maske tragen

13.12 Uhr: Die AfD ist mit einer Klage gegen die Maskenpflicht am Sitzplatz während ihres Bundesparteitags gescheitert. Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht in Münster wies die Klage gegen die Hygieneauflagen für die AfD-Delegierten ab. Die Richter begründeten ihren Eilbeschluss mit dem legitimen Zweck, „die Weiterverbreitung des SARS-CoV-2-Virus einzudämmen“. Die Anordnung beruhe auf der Grundannahme, dass sich das Virus bei direkten persönlichen Kontakten im Wege einer Tröpfcheninfektion oder über Aerosole besonders leicht verbreite.

Der Parteitag findet an diesem Wochenende in Kalkar in Nordrhein-Westfalen statt. Teilnehmer, die sich nicht an die Hygieneauflagen halten, sind nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes von dem Parteitag auszuschließen. Der AfD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Partei in Nordrhein-Westfalen, Rüdiger Lucassen, rief die die Delegierten dazu auf, die Corona-Auflagen einzuhalten.

Kultusministerkonferenz beginnt mit der Veröffentlichung von Corona-Zahlen an Schulen

12.27 Uhr: Die Kultusministerkonferenz ( KMK ) hat ihre Ankündigung in die Tat umgesetzt ab sofort einmal wöchentlich Zahlen über den deutschlandweiten Corona-Stand in den Schulen zu veröffentlichen.

Von den rund 30.000 abgefragten Schulen im Land waren demnach zum Ende der vergangenen Woche 118 geschlossen, zwölf mehr als in der Vorwoche. Eingeschränkten Präsenzbetrieb gab es an 3702 Schulen – dort waren etwa einzelne Klassen oder Lerngruppen im sogenannten Distanzunterricht, also zu Hause. In der Woche zuvor waren es 3320 Schulen.

Bisher waren die Daten in den Bundesländern unterschiedlich erhoben und nicht zentral erfasst worden. Dadurch wurde die Feststellung eines genauen Gesamtbildes erschwert. Die KMK wird die Daten nun regelmäßig zusammengetragen, soweit die Länder sie übermitteln. Nicht alle stellen etwa konkrete Quarantänezahlen zu Schülern zur Verfügung oder Zahlen zu Schulen, die im eingeschränkten Betrieb sind.

DHL knackt noch vor Weihnachten den Paketrekord

11.01 Uhr: Die Deutsche Post DHL hat bereits fünf Wochen vor dem Jahreswechsel mehr Pakete zugestellt als im kompletten Vorjahr. In Deutschland seien 2020 bisher 1,6 Milliarden Pakete transportiert worden, teilte der Konzern mit. Damit ist der firmeneigene Rekord aus dem Vorjahr schon geknackt. 2019 hatten die gelben Transporter hierzulande 1,59 Milliarden Pakete befördert und damit so viel wie nie zuvor. Grund für die jährlich wachsenden Höchstwerte ist der anhaltende Boom des Online-Handels. Die Corona-Pandemie hat diesen zusätzlich befeuert. Lesen Sie dazu: Corona und Weihnachten: So kommen die Pakete rechtzeitig an

Viele Schulleiter bemängeln Digitalisierung

10.17 Uhr: Eine Umfrage unter Schulleitern zeigt, dass mangelhafte Digitalisierung das größte Problem der Schulen in der Corona-Pandemie bleibt. „Der vielfach gepriesene ‚Hybridunterricht‘ wird nicht flächendeckend stattfinden können“, sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBW), angesichts der Studienergebnisse. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Onlineunterricht ist an 42 Prozent der Schulen ein Problem

Corona-Hotspot Hildburghausen: Landrat unter Polizeischutz

8.32 Uhr: Der Landkreis Hildburghausen in Thüringen ist nach wie vor der größte Corona-Hotspot in Deutschland – mittlerweile mit einer 7-Tage-Inzidenz jenseits der 600. Dennoch scheint die Stimmung nach wie vor sehr kritisch gegenüber Corona-Maßnahmen zu sein. Der Landrat des Landkreises, Thomas Müller (CDU), steht nach Morddrohungen nun sogar unter Polizeischutz. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Hildburghausen: Landrat nach Drohungen unter Polizeischutz

Heil: Corona-Hilfe sollte nicht auf Grundsicherung angerechnet werden

6.50 Uhr: Hartz-IV-Empfänger sollen keine Geldeinbußen fürchten müssen, wenn sie die aktuellen staatlichen Hilfen im Teil-Lockdown wegen der Corona-Krise in Anspruch nehmen. „Ich will dafür sorgen, dass die November- und Dezember-Wirtschaftshilfen, die Olaf Scholz auf den Weg gebracht hat, sowie die Überbrückungshilfe 3 nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Das werden wir nun in der Koalition miteinander klären.“ Lesen Sie hier mehr zum Thema: Heil: Corona-Hilfe soll nicht mit Hartz IV verrechnet werden

Aufbau von Impfzentren in Deutschland: Ein logistischer Kraftakt
Aufbau von Impfzentren in Deutschland- Ein logistischer Kraftakt

Haushalt 2021 steht – Corona bringt Bund rund 180 Milliarden Euro neue Schulden

4.45 Uhr: Der Bundeshaushalt für das kommende Jahr steht. Er sieht zur Bekämpfung der Corona-Krise neue Schulden in Höhe von 179,82 Milliarden Euro vor. Das ergaben die abschließenden Beratungen des Haushaltsausschusses am frühen Freitagmorgen in Berlin. Viel Geld fließt in milliardenschwere Hilfsprogramme für Unternehmen in der Corona-Krise, aber auch in Entlastungen für viele Bürger durch den Abbau des Solidaritätszuschlags, ein höheres Kindergeld und einen höheren Grundfreibetrag bei den Steuern. Der Bundestag will den Haushaltsentwurf in der Woche vom 8. bis 11. Dezember verabschieden.

Experten: Corona-Lockerungen an Weihnachten sind riskant

6.01 Uhr: Experten halten es für riskant, über die Festtage Corona-Kontaktverbote zu lockern. Könnte Weihnachten zum Superspreading-Event werden? Lesen Sie hier mehr zum Thema: Lockere Corona-Regeln: Wie gefährlich wird Weihnachten?

Handel befürchtet wegen Corona-Regeln große Umsatzeinbußen

6.00 Uhr: Kundenbegrenzung je nach Ladengröße und ausgefallene Märkte: Der Handel befürchtet ausgerechnet in der sonst so umsatzstarken Weihnachtszeit Warteschlangen vor den Läden und große Einbußen. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Diese Folgen haben die Corona-Regeln für die Wirtschaft

RKI: Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland

5.27 Uhr: In Deutschland ist die Marke von einer Million Corona-Infektionen überschritten worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.006.394 Covid-19-Fälle erfasst.

Donnerstag, 26. November: Mehr Schnelltests für Risikogruppen ohne Symptome geplant

19.44 Uhr: Corona-Schnelltests sollen nach einem Bericht bei besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen , die bislang keine Symptome zeigen, verstärkt zum Einsatz kommen. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der dem Nachrichtenportal „ThePioneer“ vorliegt.

„Testungen sind von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung von Corona- Infektionsketten und damit für die Verhinderung unkontrollierter Ausbruchsgeschehen“, heißt es in dem Dokument, das derzeit zwischen den Ressorts der Bundesregierung abgestimmt wird und am 1. Dezember in Kraft treten soll.

US-Forscher: Eine Million Corona-Infektionen in Deutschland

19.44 Uhr: In Deutschland gibt es Daten von US-Forschern zufolge seit Beginn der Corona-Pandemie bereits mehr als eine Million bestätigte Infektionen mit dem Virus. Das ging am Donnerstag aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervor. Die Daten der Universität werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

Maskenpflicht wird in Berlin ausgeweitet

19.03 Uhr: In Berlin wird wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht auf der Straße ausgeweitet. Sie werde künftig auf praktisch allen Straßen gelten, wo es viele Geschäfte und damit Begegnungen und Kontakte gebe, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Senats. Details nannte Müller nicht, er sprach von belebteren Straßen.

18.22 Uhr: Die Deutsche Bahn reagiert auf die aktuellen Corona-Beschlüsse: Von Freitag an gelten neue Regeln für das Reservieren von Sitzplätzen. Die DB setzt damit die aktuellen Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern um. Das Ziel: Zwischen den Fahrgästen soll es mehr Abstand und damit ein geringeres Infektionsrisiko geben. Lesen Sie hier: Deutsche Bahn: Das müssen Fahrgäste jetzt beachten

Altmaier wegen Corona-Kontakt zum dritten Mal in Quarantäne

17.32 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich wegen der Corona-Infektion eines Mitarbeiters aus seinem Umfeld erneut in Quarantäne begeben. Das teilte sein Ministerium in Berlin mit. Ein erster Corona-Test des Ministers sei aber negativ ausgefallen.

Altmaier werde seinen Dienstgeschäften aus der Quarantäne heraus weiterhin nachgehen, erklärte das Ministerium weiter. Angaben zur Dauer der Quarantäne sowie zu weiteren Tests gab es zunächst nicht. Es ist bereits das dritte Mal, dass Altmaier in Quarantäne muss. Zuvor hatte sich der Minister vor knapp einer Woche und im September vorsorglich in Isolation begeben.

Keine Corona-Sonderregeln zu Weihnachten und Silvester in Berlin

17.27 Uhr: Die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über Weihnachten und Silvester sollen in Berlin nicht gelten. Darauf verständigte sich der Senat am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Im Corona-Hotspot Berlin könne es keine derartigen Lockerungen geben, hieß es aus Senatskreisen. Demnach sollen sich in Berlin über die Feiertage maximal fünf Personen zu privaten Zusammenkünften treffen dürfen, hinzu kommen Kinder.

Deutsche Bahn reduziert ab morgen reservierbare Sitzplätze

17.14 Uhr: Bei der Deutschen Bahn sind ab Freitag nur noch 60 Prozent aller Sitzplätze reservierbar. Das Unternehmen reagiert damit auf die aktuellen Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern, um mehr Abstand zwischen den Fahrgästen einzuhalten. Lesen Sie dazu: Deutsche Bahn: Das müssen Fahrgäste jetzt beachten

Brinkhaus kritisiert Corona-Ausnahmen für Silvester

17.01 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat die Lockerungen der Corona-Maßnahmen für Silvester kritisiert. Ob wir tatsächlich diese Zehn-Menschen-Grenze aus mehreren Haushalten halten können, das hängt auch davon ab, wie die Entwicklung jetzt im Dezember sein wird“, sagte er am Donnerstag im SWR. Es sei zumindest nicht ganz ungefährlich.

Brinkhaus zeigte jedoch gleichzeitig Verständnis, dass die gleiche Zehn-Personen-Regel für Weihnachten gilt. „ Weihnachten hat eine extrem hohe Bedeutung als Familienfest“, sagte er. Auch für Christen habe es eine enorm hohe Bedeutung. „Was ich nicht verstehe, ist dass man also auch noch Silvester miteinbezieht.“ Silvester sei nicht „Familie“, Silvester sei „Party“. Auf die Frage, ob Richtung Silvester eventuell noch nachgeschärft werden müsse, sagte Brinkhaus: „Ich war erstaunt, mit welcher Bestimmtheit man da gestern die Beschlüsse gefasst hat.“

Warnung vor betrügerischen E-Mails zu Corona-Hilfen

16.56 Uhr: Betrüger versuchen mit angeblichen Antrags-E-Mails zu Corona-Hilfen sensible Daten abzufischen. Die EU-Kommission warnte davor die E-Mails mit gefälschten Formularen für eine angebliche „Überbrückungshilfe II für Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen“ zu öffnen. Die Betrüger würden sich als Mitarbeiter der Kommission ausgeben.

Insbesondere Nutzer von T-Online seien betroffen, erklärte die EU-Behörde. Die Deutsche Telekom habe Gegenmaßnahmen angekündigt, um das Problem zu lösen. Schon im Juli und Oktober seien ähnliche Emails für angebliche Corona-Hilfen verschickt worden. Nach einer Anzeige bei der Polizei wurde die entsprechende Domain gesperrt.

Dänemark kämpft gegen „Zombie-Nerze“

15.58 Uhr: Die dänische Regierung hatte Anfang November die Tötung der bis zu 17 Millionen Nerze im Land angeordnet, nachdem auf einigen Zuchtfarmen im Norden Jütlands eine mutierte und auf den Menschen übertragbare Form des Coronavirus entdeckt worden war. Doch nun sind einige der Kadaver wieder aufgetaucht. Lesen Sie dazu: Dänemark: Zombie-Nerze kommen wieder aus ihren Gräbern

15.56 Uhr: Die Labore kommen mit dem Testen auf das Coronavirus kaum hinterher, bis Ergebnisse vorliegen dauert es manchmal Tage. Inzwischen sind immer mehr sogenannte Antigen-Schnelltests auf dem Markt. Wir erklären, wie man an einen Schnelltest kommt. Lesen Sie hier: Corona: Wo gibt es Antigen-Schnelltests zu kaufen?

Italien plant erste „coronafreie“ Flugverbindungen mit den USA

15.28 Uhr: Als erstes europäisches Land will Italien „coronafreie“ Flugverbindungen mit den USA anbieten und den Passagieren so die Quarantäne ersparen. Reisende aus den Vereinigten Staaten sollen ab Dezember am Flughafen Fiumicino in Rom einen Antigen-Schnelltest machen können, wie der Betreiber mitteilte. Ähnliches solle zudem für die Flugverbindungen nach München und Frankfurt angeboten werden.

Der Flughafenbetreiber einigte sich demnach mit der italienischen Fluggesellschaft Alitalia und der US-Gesellschaft Delta Air Lines auf dieses Vorgehen. Die Regelung soll ab Dezember für die Flughäfen New York, Newark und Atlanta gelten. Zunächst handele es sich um eine „experimentelle Phase“, teilte der Betreiber weiter mit. Ziel sei es, die Regelung im Sommer 2021 auszuweiten.

Bayern beschließt Quarantänepflicht für Tagestouristen ins Ausland

14.58 Uhr: Wintersportler und andere Tagestouristen, die auch nur kurz in ein Risikogebiet im Ausland reisen, sollen in Bayern künftig verpflichtend in Quarantäne müssen. Eine Ausnahmeregelung für Aufenthalte unter 24 Stunden soll nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe gelten, insbesondere Arbeit, Schule, Arztbesuche, familiäre Angelegenheiten und Geschäfte des täglichen Bedarfs. Das hat das bayerische Kabinett beschlossen.

Niederlande mit mehr als 500.000 bestätigten Infektionen

14.42 Uhr: Die Niederlande haben die Marke von einer halben Million Infizierten überschritten. Neuesten Daten zufolge gibt es 503.123 bestätigte Infektionsfälle. Allein in den letzten 24 Stunden seien 4470 dazu gekommen. Das waren etwas weniger als einen Tag zuvor. Die Niederlande gehören zu den am härtesten von der zweiten Welle getroffenen Ländern in Europa.

Edeka kritisiert neue Corona-Regeln scharf

14.11 Uhr: Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka hat scharfe Kritik an der Verschärfung der Corona-Auflagen für den Einzelhandel geübt. „Wir halten die Begrenzung der Kundenzahl ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche für kontraproduktiv und nicht nachvollziehbar“, sage Edeka-Chef Markus Mosa am Donnerstag. Die hohe Nachfrage gerade im Weihnachtsgeschäft lasse sich so nicht bedienen.

Der Hinweis der Politik, dass die Verbraucher ihre Einkäufe auf die Wochentage verteilen sollten, sei auch nicht hilfreich, denn das täten die Kunden bereits seit dem ersten Lockdown, meinte Mosa. „Auch bei einer weiteren Verteilung der Kundenströme könnten wir die hohe Nachfrage gerade im Weihnachtsgeschäft nicht bedienen.“

Zudem verzerre der Beschluss den Wettbewerb, klagte der Edeka-Chef. Supermärkte mit Bedientheken und einer dadurch höheren Verweildauer der Kunden seien extrem benachteiligt im Vergleich zu Konkurrenten, die nur auf Selbstbedienung setzten. „Das wird einen weiteren Schub geben in Richtung SB-Formate mit ausschließlich preisorientierten Angeboten“, prognostizierte der Händler.

  • Bund und Länder hatten am Mittwochabend beschlossen, dass der Teil-Lockdown mit der Schließung unter anderem von Restaurants, Theatern, Fitnessstudios und Freizeiteinrichtungen bis zum 20. Dezember verlängert wird.
  • Gleichzeitig wurde eine Verschärfung der Vorschriften für den Einzelhandel beschlossen, die dazu führt, dass in Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmeter – also auch in praktisch allen Supermärkten – Verkaufsfläche künftig weniger Kunden gleichzeitig einkaufen dürfen als bisher.

Neuverschuldung steigt in Corona-Krise auf über 180 Milliarden Euro

13.50 Uhr: Der Haushaltsausschuss hat am Donnerstagvormittag mit den letzten Arbeiten am Bundeshaushalt für 2021 begonnen. In der so genannten Bereinigungssitzung werden aktuelle Änderungen in den Etatplan eingearbeitet - auch die Beschlüsse zur Corona-Pandemie vom Mittwochabend. Damit dürfte die Neuverschuldung laut Medienberichten auf mehr als 180 Milliarden Euro steigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich darauf verständigt, die geltenden Corona-Einschränkungen bis mindestens zum 20. Dezember zu verlängern - und damit auch die Ausgleichszahlungen für von Schließungen betroffene Betriebe in Gastronomie oder Freizeitbereich.

Gebildete halten sich eher an Corona-Regeln

13.26 Uhr: Je gebildeter junge Menschen sind, desto verantwortungsvoller verhalten sie sich einer Studie zufolge in der Coronakrise. 34 Prozent der Befragten mit Mittelschulabschluss halten sich nicht an die sogenannten AHA-Regel und nehmen keine Rücksicht auf Risikogruppen, wie aus der am Donnerstag vorgestellten Untersuchung „Junge Deutsche 2021“ hervorgeht. Bei Studierten gelte das nur für 22 Prozent.

Gleichzeitig gab mit 72 Prozent die große Mehrheit der Befragten an, sich an die Hygieneregeln zu halten - obwohl sich nur elf Prozent davon selbst zur Corona-Risikogruppe zählten.

Schweiz will Skigebiete im Corona-Winter nicht schließen

12.03 Uhr: Für die Schweiz ist eine Schließung der Skigebiete in diesem Winter kein Thema. „In der Schweiz sind Bundesrat, Behörden und die Tourismusbranche überzeugt, dass der Schweizer Weg – für den Moment – richtig ist und die Wintersaison sicher stattfinden kann“, sagte Markus Berger, Sprecher von Schweiz Tourismus, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich zuvor mit Blick auf anstehende Winterurlaube dafür ausgesprochen, dass alle Skigebiete in Europa schließen.

Nach Angaben von Schweiz Tourismus ist das Thema nicht neu. „Der Ansatz einer europaweit koordinierten Betriebszeit/Saisoneröffnung der Wintersportdestinationen wurde im Kreise der Alpenländer informell bereits im Spätsommer diskutiert und als ungeeignet nicht weiter verfolgt“, teilte Berger mit. „Wir gehen daher davon aus, dass dieser Ansatz auch jetzt nicht mehr Erfolg haben wird.“

Passende Software für Corona-Nachverfolgung bislang kaum genutzt

12.00 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland kommen seit mehreren Wochen nicht mehr mit der Verfolgung von Infektionsketten hinterher. Ein Grund dafür ist offenbar die technische Ausstattung. Eine Recherche unserer Redaktion ergab: In vielen Gesundheitsämtern wird mit Excel-Tabellen, Telefon und Fax gearbeitet, obwohl es schon lange eine passende Software gibt. Eine in Deutschland programmierte Software, die in mehreren anderen Ländern schon erfolgreich eingesetzt wird.

In den Gesundheitsämtern Deutschlands herrscht eine Art babylonisches Sprachgewirr. „Viele Software-Lösungen sind im Sommer aus der Not heraus geboren, weil es keine klare Ansage gegeben hat“, sagt Ute Teichert, die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Die Ämter handelten also auf eigene Faust, weil die große Strategie fehlte.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Gesundheitsämter: Warum der Kampf gegen Corona so lahmt

Mehr als 600 Neuinfektionen in Hildburghausen

11.56 Uhr: Der Corona-Hotspot Hildburghausen in Thüringen hat erneut den deutschlandweiten Höchstwert an Neuinfektionen mit dem neuartigen Virus verzeichnet. Mit 602,9 wurde erstmals ein Wert von mehr als 600 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Innerhalb der letzten 24 Stunden kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Erfurt allein im Landkreis Hildburghausen 70 neue Fälle hinzu, landesweit waren es 628.

Damit liegt die Gesamtzahl der seit Beginn der Corona-Pandemie in Thüringen nachgewiesenen Infektionen bei 15.248. Als genesen gelten 10.260 Menschen, die Zahl der an oder mit dem Corona-Virus Verstorbenen stieg auf 327. Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin wurden 74 Patienten heute auf Intensivstationen behandelt, 32 davon mussten künstlich beatmet werden.

So reagieren die anderen Parteien auf Merkels Corona-Rede

10.33 Uhr: Nach Angela Merkels Regierungserklärung debattierten Mitglieder aller Bundestagsparteien über die Corona-Strategie der Bundesregierung. Wir fassen einige Reaktionen zusammen:

  • SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich sagte den neuen Bund-Länder-Beschlüssen zu den Corona-Auflagen die Unterstützung der SPD zu. Die Vereinbarungen seien „angemessen, nachvollziehbar und lebensnah“. Lockdown-Betroffene könnten weiter auf „großzügige Hilfen“ setzen, sagte Mützenich weiter. Seiner Fraktion gehe es darum, gerade in der Pandemie „die soziale Demokratie in Deutschland“ zu stärken. An seine Vorrednerin, Alice Weidel von der AfD, richtete er deutliche Worte: „Sie sind nur noch provokativ und bösartig“, sagte er. „Anders ist Ihre Politik nicht mehr zu erklären.“
  • FDP-Fraktionschef Christian Lindner warf der Bundesregierung eine falsche Schwerpunktsetzung vor. Sie setze bisher auf Maßnahmen „in der Breite“, um ein Übergreifen auf besonders gefährdete Gruppen zu vermeiden. Jedoch messe sich die Qualität der Corona-Politik nicht „an der Strenge der Verbote“, sondern daran, „wie gut sie die wirklich Gefährdeten schützt“. Lindner forderte, einen „Schutzschirm“ für Menschen aufzuspannen, deren Risiko im Falle einer Corona-Erkrankung besonders groß ist, also insbesondere Alte und Menschen mit Vorerkrankungen. Dies sei zwar aufwändig und teuer, weil es sich um eine große Bevölkerungsgruppe handele. Es sei aber gerechtfertigt und würde in bestimmten Bereichen wieder mehr gesellschaftliches Leben ermöglichen. Lindner schlug unter anderem Taxigutscheine für die Betroffenen vor, damit sie nicht mit Bus und Bahn fahren müssen. Auch könnten bestimmte Zeitfenster zum Einkaufen für sie reserviert werden.
  • Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus forderte, dass die Bundesländer sich an den Kosten für Hilfen in der Corona-Pandemie beteiligen. Später sprach er Kanzlerin Merkel (CDU) direkt an, als er sagte, ein Bereich sei „nicht in Ordnung“: Es würden finanzielle Beschlüsse getroffen, ohne den Bundestag zu konsultieren, der das Haushalts- und Budgetrecht habe. „Und ich frage mich, auf welcher Rechtsgrundlage dort entschieden wird, dass Hilfen verlängert werden.“ Es sei richtig gewesen, weitere Einschränkungen der persönlichen Kontakte zu beschließen und die Maskenpflicht auszuweiten, sagte Brinkhaus. Eine einheitlichere Strategie für Hotspots mit hohen Infektionszahlen wäre aber besser gewesen. Auch im Bereich der Schulen gebe es „noch Potenzial“. Es fehlten flächendeckende, überzeugende Strategien für Pflegeheime und Corona-Schnelltests. Er habe sich insgesamt konsequentere Maßnahmen gewünscht.
  • Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch warf der Kanzlerin eine Missachtung des Parlaments vor. Die Auflagen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie brächten „schwere Grundrechtseinschränkungen“ mit sich, über die nicht allein in Spitzenrunden von Kanzlerin und Ministerpräsidenten entschieden werden dürfe. Die Bund-Länder-Runden seien für derart weitreichende Entscheidungen „nicht legitimiert“, sagte Bartsch. „Bei schweren Grundrechtseinschränkungen muss der Bundestag entscheiden – egal, wie sehr Sie das nervt“, sagte der Linken-Politiker an die Kanzlerin gerichtet. Merkel müsse künftig ihre Regierungserklärungen zu den Corona-Maßnahmen im Bundestag halten, bevor Bund und Länder darüber entscheiden – und nicht wie derzeit danach. „Ansonsten ist das eine Missachtung des Parlaments.“ Es sei nicht akzeptabel, dass der Bundestag „im Nachhinein ein bisschen diskutieren darf“.
  • AfD-Fraktionschefin Alice Weidel übte fundamentale Kritik an der Corona-Politik in Bund und Ländern. „Die Kollateralschäden sind jetzt schon größer als die, die das Virus anrichtet“, sagte Weidel. Sie kritisierte, dass der Bundestag die Maßnahmen erst diskutiere, nachdem sie Bund und Länder beschlossen hatten. „Das Parlament ist auch weiterhin nur Zaungast“, sagte Weidel. Der Staat verhalte sich wie eine „Gouvernante“, der „gnädig“ zuweise, was erlaubt sei und was verboten. „Dauergängelei ist wirklich keine Lösung“, fügte sie hinzu. „Unterschätzen Sie die Bürger nicht und überschätzen Sie sich selber nicht.“ Der derzeitige Lockdown werde viele endgültig um ihre Existenz bringen.

Merkel verteidigt in Regierungserklärung über Corona-Strategie

9.00 Uhr: Einen Tag nach dem Corona-Gipfel geht Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung erneut auf die Corona-Strategie von Bund und Ländern ein. Lesen Sie dazu: Corona: Merkel bittet um Geduld – SPD-Mann kanzelt AfD ab

Die wichtigsten Aussagen der Kanzlerin:

  • Merkel hält es für möglich, dass noch vor Weihnachten erste Corona-Impfungen durchgeführt werden könnten. Diese sollten dann vor allem „medizinisch und pflegerisch tätigem Personal“ gelten.
  • Die Kontakte seien durch die im November geltenden Maßnahmen um etwa 40 Prozent zurückgegangen, so Merkel. „Das dramatische exponentielle Wachstum der Pandemie konnte gestoppt werden“, sagte sie. Das sei zwar ein Erfolg, „aber kein nachhaltiger Erfolg“. Gerade angesichts des aktuellen Trends bei den Corona-Todesfällen. Das sei auch der Grund, warum die Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln in der Adventszeit weiterhin streng bleiben.
  • Zu den strengeren Auflagen für größere Geschäfte sagte Merkel, es komme darauf an, große Menschenmengen in Einkaufszentren zu vermeiden. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes senke zwar das Risiko einer Infektion und sei ein Schutz. Aber solange es sich nicht um eine medizinische Maske handle, gebe es keine Sicherheit, dass es nicht doch zu Ansteckungen komme. Man dürfe die Menschen nicht in falsche Sicherheit wiegen.
  • Mit Blick auf anstehende Winterurlaube sprach sich die Kanzlerin dafür aus, dass alle Skigebiete in Europa schließen. Touristische Reisen sollten nicht stattfinden, jeder nicht notwendige Kontakt sollte vermieden werden. „Wir werden uns in Europa um eine Abstimmung bemühen, ob wir alle Skigebiete schließen könnten. Es sieht leider nicht so aus, wenn man die österreichischen Verlautbarungen hört, dass uns das so einfach gelingen könnte, aber wir werden es noch einmal versuchen.“
  • Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen wären Lockerungen der Auflagen „noch nicht verantwortbar“ , sagte Merkel. Ihr sei klar, dass die nun beschlossene Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen bei vielen Menschen zu „Existenzängsten“ führe. Sie könnten sich aber auf weitere staatliche Hilfe verlassen. Es sei „richtig, dass der Bund viele Milliarden in die Hand nimmt, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern“, sagte Merkel. Dies solle ganz besonders auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dienen.

Altmaier für mehr verkaufsoffene Sonntage im kommenden Jahr

8.23 Uhr: Angesichts der angespannten Lage bei vielen Einzelhändlern hat sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für mehr verkaufsoffene Sonntage 2021 ausgesprochen. „Ich würde mir wünschen, dass das, was an Umsatzausfällen in diesem Jahr angefallen ist, über weitere verkaufsoffene Sonntage im nächsten Jahr wieder reingeholt werden kann“, sagte er der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag.

Er habe an „alle Landesregierungen und Kommunen die Bitte gerichtet, mit den Öffnungszeiten möglichst großzügig und flexibel umzugehen“. Der Erhalt des stationären Einzelhandels in Deutschland sei zudem eine „nationale, ja auch eine patriotische Aufgabe“, sagte Altmaier der Zeitung weiter. „Unsere Innenstädte sind das Ergebnis eines historischen Prozesses“. Der Einzelhandel und die FDP hatten angesichts der Einschränkungen in der Corona-Krise vor einer Verödung der Innenstädte gewarnt.

Kretschmann: Bei hohen Corona-Fallzahlen Wechselunterricht an Schulen

8.20 Uhr: An Schulen in Baden-Württemberg soll es bei sehr hohen Fallzahlen künftig Wechselunterricht geben. Dies sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach den Beratungen von Bund und Ländern zu neuen Corona-Maßnahmen am Mittwochabend dem Südwestrundfunk.

Die Maßnahme, bei der etwa Klassen halbiert und abwechselnd zu Hause und in der Schule unterrichtet werden, greift Kretschmann zufolge bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Nach den Daten des Landesgesundheitsamts vom Mittwoch wurde diese Grenze zuletzt in den Stadtkreisen Heilbronn, Mannheim, Pforzheim und im Landkreis Tuttlingen überschritten.

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Corona-Proteste in Hildburghausen: Polizei setzt Pfefferspray ein

7.33 Uhr: Bei den Protesten gegen die neuen Infektionsschutzregeln im Corona-Hotspot-Landkreis Hildburghausen hat die Polizei am Mittwochabend Pfefferspray eingesetzt. Mehrfache kommunikative Versuche, die Teilnehmer zum Verlassen der Demonstration zu bewegen, seien fehlgeschlagen, teilte die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mit. Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht. Gegen 20.45 Uhr seien die Proteste beendet gewesen.

Rund 400 Personen hatten sich auf dem Marktplatz in Hildburghausen entgegen der geltenden Thüringer Infektionsschutzverordnung und der Allgemeinverfügung des Landkreises Hildburghausen versammelt , teilte die Polizei mit. Die Beamten stellten zahlreiche Verstöße gegen die geltenden Infektionsschutzregelungen fest. So wurden laut Mitteilung Mindestabstände nicht eingehalten, Masken nicht getragen und die eigene Wohnung ohne triftigen Grund verlassen, hieß es.

Insgesamt seien mehr als 30 Anzeigen erstattet worden. Die Proteste fanden während der Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin statt. Der Kreis Hildburghausen hat derzeit bundesweit das größte Infektionsgeschehen bei Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Seit Mittwoch gilt dort ein regionaler Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen sowie geschlossenen Schulen und Kindergärten.

Krankenhausgesellschaft: Ausweitung der Beschränkungen notwendig

7.28 Uhr: Die Ausweitung von Beschränkungen in der Corona-Krise ist aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft ein notwendiger Schritt, damit die Kliniken nicht überlastet werden. „Wir werden im Laufe des Dezember voraussichtlich 5000 bis 6000 Intensivpatienten haben, die Situation ist angespannt, aber noch beherrschbar. Deshalb begrüßen wir sehr, dass nicht vorzeitig und voreilig gelockert wird“, sagte Präsident Gerald Gaß der Deutschen Presse-Agentur.

Der Lockdown habe zwar den rasanten Anstieg der Infektionszahlen gebrochen. „Wir sind aber weiterhin auf hohem Niveau“, so Gaß. Mit Blick auf die Festtage Ende Dezember sagte Gaß: „Die Lockerungen zu Weihnachten sind sicherlich ein gutes Zeichen, um die breite Akzeptanz der Einschränkungen zu erhalten.“

Er glaube auch, „dass die Menschen so verantwortungsvoll handeln, dass die Feiertage nicht völlig unkontrolliert verlaufen und damit all das, was wir durch den Lockdown erreicht haben, wieder konterkarieren“.

Kurz vor Thanksgiving: Mehr als 2400 Corona-Tote in den USA binnen 24 Stunden

7.20 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden mehr als 2400 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Insgesamt seien 2439 Corona-Todesfälle registriert worden, teilte die Johns-Hopkins-Universität am Mittwoch mit. Dies sei der höchste Anstieg seit sechs Monaten. Bereits am Vortag hatte die Totenzahl, kurz vor dem wichtigen Familienfeiertag Thanksgiving, über 2000 gelegen.

Insgesamt seien bis Mittwoch, 20.30 Uhr Ortszeit, 262.080 Todesfälle verzeichnet worden, teilte die Universität mit. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei fast 200.000. Insgesamt haben sich mehr als 12,7 Millionen US-Bürger mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Vor Thanksgiving hatte die Gesundheitsbehörde CDC den Bürgern wegen der Corona-Pandemie dringend von den sonst üblichen Reisen quer durch die USA zu Angehörigen abgeraten. Es wird befürchtet, dass sich bei den Feierlichkeiten am Donnerstag zahlreiche Menschen mit dem Coronavirus anstecken.

Kultusminister Tonne stellt „Hotspot-Strategie Schule“ vor

7.16 Uhr: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne will an diesem Donnerstag (11.30 Uhr) in Hannover seine „Hotspot-Strategie Schule“ vorstellen. Schulische Bildung in Corona-Hotspots zu ermöglichen und zugleich den Infektionsschutz zu gewährleisten, sei ein schwieriger Balanceakt, teilte das Ministerium vorab mit. Es habe daher Corona-Maßnahmen speziell für Regionen mit dynamischem Infektionsgeschehen ergänzt, um auch hier Bildung und Gesundheitsschutz nachhaltig zu gewährleisten.

Der Landkreis Cloppenburg zum Beispiel will laut NDR 1 Niedersachsen wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen das sogenannte Szenario B an den Schulen bis zu den Weihnachtsferien verlängern. In diesem Modell werden die Klassen geteilt und im wöchentlichen Wechsel zu Hause beziehungsweise in der Schule unterrichtet.

Ärztevertreter warnen vor Kollaps der Kliniken durch Silvesterfeiern

1.00 Uhr : Ärztevertreter warnen vor einem Kollaps der Kliniken durch riskante Feiern zu Silvester : „Was an Weihnachten möglich ist, muss nicht auch für Silvester gelten“, sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, unserer Redaktion. „Größere Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen sind vor allem dann Treiber von Infektionen, wenn Alkohol im Spiel ist.“

Es sei besser, den Jahreswechsel im kleineren Kreis zu feiern. Die Belastung der Kliniken durch die Pandemie sei bereits jetzt hoch und werde es auch in vier Wochen sein, warnte Johna. Um den „Kollaps“ zu verhindern, müssten besonders an Feiertagen alle daran mitwirken, Risiken zu minimieren.

Zu Silvester könne sich die Lage durch akute Notfälle noch verschärfen: „Die Ärztinnen und Ärzte in den Notaufnahmen werden es allen danken, die keine Raketen zünden und erst recht auf Chinaböller verzichten.“

An Silvester müssten jedes Mal schwerste Verletzungen an Händen und Augen behandelt werden, auch Knalltraumata seien häufige Folgen. „Das alles sollten wir uns diesmal bitte sparen.“ Die Ärztegewerkschaft stellte sich ausdrücklich hinter den Appell von Bund und Ländern, auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten. „Es wäre schon viel gewonnen, wenn durchgesetzt werden könnte, es auf belebten Plätzen und Straßen tatsächlich sein zu lassen“, so Johna.

Mittwoch, 25. November: Müller appelliert – „Geht in vielen Bereichen um Leben und Tod“

  • Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat Zweifel an der Wirksamkeit der beschlossenen Corona-Maßnahmen geäußert. Es sei nicht auszuschließen, dass Weihnachten und Silvester „zu einem Kickstarter für die Pandemie werden“, sagte der Mediziner unserer Redaktion. Alles hänge davon ab, wie vernünftig sich die Bevölkerung verhalte. Lesen Sie hier: Lauterbach nennt Weihnachts-Lockerungen „riskant“
  • Die Bundesländer können nach den Beschlüssen des Corona-Gipfels künftig abhängig von der Infektionslage entscheiden, ob sie Maßnahmen lockern oder verschärfen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte im Anschluss an die Gespräche am Mittwochabend, Bundesländer mit sehr guten Zahlen hätten die Möglichkeit zur Erleichterung. Gleichzeitig seien Länder mit sehr hohen Infektionszahlen in der Pflicht, sich damit auseinanderzusetzen und mögliche Verschärfungen zu prüfen.
  • Die strengen Kontaktbeschränkungen zum Eindämmen der Corona-Pandemie werden über Weihnachten gelockert. Vom 23. Dezember bis zum 1. Januar dürfen sich maximal zehn Personen treffen, Kinder bis 14 Jahre fallen nicht unter die Regelung, wie aus dem Beschlusspapier von Bund und Ländern zu ihren Beratungen am Mittwoch in Berlin hervorgeht. Schleswig-Holstein hält an seinen eigenen Regelungen fest.
  • Schulen und Kitas in Deutschland sollen in der Corona-Pandemie auch weiterhin grundsätzlich geöffnet bleiben. Die Weihnachtsferien sollen in diesem Jahr fast überall in Deutschland gleichzeitig am 19. Dezember beginnen. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch bei ihrer Videokonferenz verständigt. Neue Tatsachen werden damit nicht geschaffen. Für Schüler , die sich mit Corona infiziert haben, und deren Mitschüler soll es einheitliche Regeln geben. Bund und Länder verständigten sich darauf, dass positiv getestete Schüler gemeinsam mit ihren Mitschülern – in der Regel die Schulklasse – sofort in eine fünftägige Quarantäne geschickt werden. Die Tage am Wochenende zählen mit. Wie es in einem gemeinsamen Beschlusspapier von Bund und Ländern weiter heißt, sollen die betroffenen Schüler dann nach fünf Tagen Quarantäne einen Schnelltest machen. Wer negativ ist, darf wieder in die Schule. Wer positiv ist, soll alle drei Tage erneut getestet werden, bis der Test negativ ausfällt. Lehrer sollen dem Beschluss zufolge wegen „des zeitlich befristeten und anders strukturierten Kontakts“ nicht in diese „Clusterisolation“ einbezogen werden. Offen bleibt, ob es überhaupt genügend Schnelltests für ein solches Vorgehen gibt.
  • Der Teil-Lockdown in Deutschland wird bis mindestens zum 20. Dezember verlängert. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend nach ihren Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin mit. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten auf maximal fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt. Kinder bis 14 Jahre fallen nicht unter die Regelung. Merkel forderte angesichts der anhalten hohen Infektionszahlen eine weitere „Kraftanstrengung“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Bund und Länder seien sich bei den Spitzenberatungen am Mittwoch einig gewesen, dass die derzeitigen Beschränkungen „nach menschlichem Ermessen bis Anfang Januar gelten müssen“, sagte Merkel. Die seit Anfang November geltenden Auflagen hätten bislang nur zu einem „Teilerfolg“ geführt – „und wir können uns mit diesem Teilerfolg auf gar keinen Fall begnügen“.
  • Nach monatelanger Kritik hat die türkische Regierung entgegen der bisherigen Praxis die täglichen Fallzahlen der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen im Land bekanntgegeben. „Heute beträgt die Zahl der Fälle 28.351 “, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Mittwochabend. Die Zahl liegt weit über den bisher bekanntgegebenen Werten. Außerdem seien 168 Menschen am Mittwoch an oder mit Covid-19 gestorben, das sei der höchste Wert bisher, so Koca. Der Gesundheitsminister hatte am 30. September eingeräumt, dass bereits seit Ende Juli nur die Infizierten mit Symptomen als Corona-Fälle gemeldet würden – nicht aber die Zahl der täglichen neuen Fälle. Das wurde unter anderem von der Türkischen Ärztevereinigung immer wieder scharf kritisiert.
  • Mit knapp 700 Todesfällen innerhalb eines Tages hat die Zahl der Corona-Toten in Großbritannien ihren höchsten Stand seit Anfang Mai erreicht. Die Statistikbehörde meldete am Mittwoch 696 Todesfälle, die in den vier Wochen zuvor positiv auf Corona getestet wurden. Die Zahl der Neuinfektionen lag landesweit bei 18.213.
  • Das luxemburgische Parlament hat grünes Licht für verschärfte Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gegeben. Mit knapper Mehrheit stimmten die Abgeordneten am Mittwoch für ein Gesetz der Regierung, das einen Teil-Lockdown vorsieht. So müssen ab diesen Donnerstag Restaurants, Kneipen sowie zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen bis zum 15. Dezember schließen.
  • Firmen im Teil-Lockdown und Selbstständige wie Künstler können ab sofort Anträge auf die Novemberhilfen stellen. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch auf Anfrage mit. Erste Gelder sollen ab Ende November gewährt werden, und zwar in Form von Abschlagszahlungen – das ist ein Vorschuss auf spätere Zahlungen ohne eine tiefergehende Prüfung. Konkret sollen Unternehmen einen Abschlag in Höhe von bis zu 50 Prozent ihrer beantragten Summe erhalten, maximal 10.000 Euro . Betroffene können in ihrem Antrag auf die Novemberhilfe angeben, ob sie eine Abschlagszahlung wollen.
  • Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes steht in einer verbesserten Variante zum Herunterladen bereit. Die aktuelle Version 1.7 ist im Google Play Store und dem App Store von Apple erschienen. Mit dem Update kann die Risikoüberprüfung nun mehrmals täglich erfolgen. Bislang erfolgte die Aktualisierung nur einmal am Tag. Außerdem erhalten positiv getestete Nutzer mit der aktuellen Version eine Erinnerung, wenn sie ihr Testergebnis noch nicht geteilt haben sollten.
  • Angesichts weiter hoher Infektionszahlen halten die Kliniken Corona-Beschränkungen bis ins neue Jahr hinein für nötig. „Die Kapazitäten der Krankenhäuser dürfen nicht ausgereizt werden“, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Mittwoch. „Die Situation bleibt angespannt, aber noch beherrschbar.“ Die Politik dürfe keine falschen Hoffnungen wecken. „Es ist nicht realistisch, der Bevölkerung zu vermitteln, dass wir im Januar und Februar eine signifikant andere Situation haben werden.“ Lesen Sie auch: Höchstwert bei Corona-Toten – Kommt Deutschland ans Limit?
  • Russland hat mit 507 Coronavirus-Toten am Mittwoch einen neuen Tages-Höchststand verzeichnet. Die Zahl der Toten stieg auf insgesamt 37.538, wie Behörden in Moskau mitteilten. Zuletzt hatte sich auch Kremlchef Wladimir Putin besorgt gezeigt über die hohen Sterberaten. Insgesamt sind im flächenmäßig größten Land der Erde weiter Zweifel verbreitet, ob die Behörden das ganze Ausmaß der Corona-Krise wiedergeben.
  • Die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger hat den Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zurückgewiesen, Skigebiete vorübergehend wegen Corona zu schließen. „Winterurlaub in Österreich wird sicher sein. Unsere Betriebe haben bereits umfassende Sicherheitskonzepte für den Skiurlaub“, sagte Köstinger unserer Redaktion. Allerdings: „Après-Ski wird es beispielsweise heuer nicht geben.“
  • Die Corona-Pandemie hat sich laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der vergangenen Woche abgeschwächt. Die Zahl neuer Todesfälle sei allerdings auf mehr als 67.000 gestiegen, teilte die WHO mit. Für Europa vermeldete sie einen Abwärtstrend bei den neuen Infektionsfällen: Deren Zahl sei in der vergangenen Woche um etwa sechs Prozent gefallen, nach einem Rückgang um zehn Prozent in der Vorwoche. Die vielerorts gültigen Kontaktbeschränkungen schienen Wirkung zu zeigen. Gleichwohl entfallen nach WHO-Angaben etwa die Hälfte der Corona-Toten auf Europa.
  • Die FDP im Bundestag fordert angesichts der schwierigen Lage vieler Einzelhandelsbetriebe eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten. In einem Positionspapier der FDP-Bundestagsfraktion heißt es: „Wir fordern die Länder auf, in ihren Ladenschlussgesetzen die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, den Einzelhandelsunternehmen an möglichst vielen Sonntagen die Öffnung zu erlauben.“ Es komme nun darauf an, das Grundgesetz so anzupassen, dass Landesrecht allgemein die Öffnung der Einzelhandelsunternehmen ermögliche.
  • Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen verhängt auch Bulgarien einen Lockdown. Schulen, Restaurants, Einkaufszentren und Sporteinrichtungen werden von Freitag an bis zum 21. Dezember geschlossen, wie Ministerpräsident Bojko Borissow ankündigt.
  • Die geplante Ausgabe günstiger FFP-2-Schutzmasken an Menschen aus Corona-Risikogruppen in diesem Winter wird konkreter. Der Gemeinsame Bundesausschuss des Gesundheitswesens mit Vertretern von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hat eine erbetene Eingrenzung der Gruppen mit Risiken für schwere und tödliche Verläufe erstellt. Insgesamt dürften es 27,35 Millionen Menschen sein, wie es in der Stellungnahme heißt, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.
  • Vor den Beratungen zwischen Angela Merkel und den Länderchefs ist ein Auto bis zum Tor des Bundeskanzleramtes in Berlin vorgedrungen. Das sagte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Hintergründe seien unklar. Auf dem VW standen Beschimpfungen – offenbar an Politiker gerichtet .
  • In Frankreich sinken die Corona-Infektionszahlen. Präsident Macron will den zweiten Lockdown vorsichtig lockern – und warnt zugleich. Lesen Sie dazu von unserem Korrespondenten: Frankreich lockert den zweiten Lockdown – die Sorgen bleiben
  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will für die von Corona-Infektionen stark betroffenen Regionen strengere Einschränkungen. „Wir brauchen insbesondere für die Hotspots, von denen wir in Deutschland sehr viele haben, klarere Regeln,“ sagt der CSU-Chef im ARD-Morgenmagazin. In Schulen müsse es eine einheitliche Maskenpflicht für Lehrer und Schüler geben.
  • Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, hat sich gegen Ausnahmeregelungen einzelner Bundesländer bei den Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Im ARD-Morgenmagazin erklärte die Politikerin: „Man verliert die Übersicht, man verliert die Nerven.“ Was man brauche seien Transparenz, Ehrlichkeit und Perspektive.
  • Die zweite Corona-Welle verschärft einem Zeitungsbericht zufolge die wirtschaftlichen Probleme der Deutschen Bahn massiv. Die Fernzüge seien derzeit im Schnitt nur noch zu 20 Prozent ausgelastet, die Regionalzüge zu 55 bis 60 Prozent, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Auch deshalb steuere der bundeseigene Konzern dieses Jahr auf einen Rekordverlust von 5,6 Milliarden Euro zu.

Dienstag, 24. November: Merkel will Kontaktbeschränkungen weiter verschärfen

  • In Frankreich entspannt sich die Corona-Lage. Der Gipfel der zweiten Welle sei überschritten, sagt Präsident Emmanuel Macron. „Wir haben das Schlimmste überstanden.“ Am Montag sank sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch die Zahl der Krankenhaus-Patienten kräftig.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass etliche Ärzte und Pflegekräfte trotz Corona-Infektion weiter zur Arbeit gehen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Lesen Sie hier: Corona: Viele infizierte Pfleger arbeiten im Notfall weiter
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will nach Informationen unserer Redaktion die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Zuvor hatte sie bereits als Reaktion auf die Vorschläge der Länderchefs für den Corona-Gipfel am Mittwoch eigene Vorschläge angekündigt.
  • Mit Schnelltests an Schulen, Kitas und Horten will Sachsen-Anhalt das Corona-Ansteckungsrisiko nach Weihnachten und Silvester minimieren. Es sei angedacht, Lehrkäfte, Erzieherinnen und Erzieher nach dem 6. Januar auf freiwilliger Basis auf den Erreger zu testen, sagten Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) und Bildungsminister Marco Tullner (CDU).
  • Italien hat einen Höchstwert an Corona-Toten seit dem März dieses Jahres verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien etwas mehr als 850 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium in Rom mit.
  • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat für den Freistaat vorgezogene Weihnachtsferien angekündigt.
  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert wegen Corona für ein vorübergehende europaweite Schließung von Skigebieten und Skiliften.

Alle weiteren Nachrichten zur Corona-Pandemie finden Sie in unserem bisherigen News-Ticker.

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