Tradition

Bleigießen: Warum der Silvester-Klassiker verboten ist

| Lesedauer: 3 Minuten
Silvester: Vier Rezept-Ideen zum Jahreswechsel

Silvester: Vier Rezept-Ideen zum Jahreswechsel

Je näher der Jahreswechsel rückt, umso wichtiger wird die Frage, welche traditionellen Getränke und Gerichte dieses Mal auf den Tisch kommen. Vier Ideen für ein Festessen am Silvesterabend.

Beschreibung anzeigen

Berlin  Silvester ohne Bleigießen: Auf den alten Brauch müssen die Deutschen jedoch mittlerweile verzichten. Wir erklären, warum das so ist.

  • Der Blick in die Zukunft: Das Bleigießen war für viele eine beliebte Tradition zu Silvester
  • Doch seit 2018 ist damit Schluss: Die EU verbot das Bleigießen
  • Wir erklären die Gründe – und zeigen mögliche Alternativen auf

Es sind die altbekannten Routinen zum Jahresende: Erst ein gutes Essen, dann vielleicht ein paar Spiele, später womöglich noch "Dinner for One" gucken – so sieht Silvester bei vielen Menschen in Deutschland aus. Vieles am letzten Tag des Jahres ist Tradition – doch ein Brauch ist einem Verbot zum Opfer gefallen: das Bleigießen.

Bleigießen zeigte schon den Germanen die Zukunft

Kleines Pfännchen mit einem Stück Blei über eine Kerze halten, warten bis das Blei flüssig geworden ist – und dann mit einem Schwung in eine Schüssel kaltes Wasser. Dort verformt sich das eben noch flüssige Schwermetall dann zu irgendetwas, aus dem man seine Zukunft für das neue Jahr lesen kann.

Auch interessant: Neujahrsgrüße - Das sind die schönsten Silvester-Sprüche für Whatsapp
Eine sehr alte Tradition: Schon die Germanen und die Römer deuteten am Jahresende die Zukunft – dieser Brauch lebte im Bleigießen gewissermaßen weiter. Wenn auch (wahrscheinlich) komplizierter als früher: Denn das Herausklamüsern, um welche Art von Objekt es sich bei dem undefinierbaren Etwas handelt, war stets kompliziert: Croissant, Säbel oder doch ein Gürteltier?

Bleigießen – neuer Grenzwert schon seit April 2018

Schon 2018 musste das muntere Rätselraten über das Schicksal jedoch entfallen – jedenfalls mit Blei. Grund dafür ist eine Entscheidung der Europäischen Union, die in ihrer Chemikalienverordnung einen neuen Grenzwert für Blei in Produkten festgelegt hat.

Der liegt seit April vergangenen Jahres bei 0,3 Prozent. Zum Vergleich: Laut Stiftung Warentest fanden sich in den Blei-Figuren bisher bis zu 71 Prozent des Schwermetalls. Bleigieß-Sets sind daher – zumindest offiziell – aus dem Handel verschwunden.

Diese Alternative gibt es zum Bleigießen

Wer bei Amazon das Suchwort „Bleigießen“ eingibt, findet nur noch Alternativen: etwa Wachs- und Zinngießen. Schon im vergangenen Jahr empfahl das Umweltbundesamt Wachs als Orakel. Denn auch dieser Stoff kann verflüssigt werden und erstarrt, sobald er in kaltes Wasser fällt – und das ganz ohne schädliche Dämpfe.

Weitere Themen zum Jahreswechsel

Beim Bleigießen sei das anders. Beim Erhitzen entstünden Oxide, die in die Raumluft verdampften. „Die umstehenden Personen können diese Dämpfe über die Atemwege aufnehmen. Auch beim Anfassen der Figuren gelangt das Blei an die Hände“, heißt es auf der Website der Behörde. Gerade für Kinder sei das gefährlich. Schon geringe Mengen könnten die Entwicklung der Intelligenz beeinträchtigen.

(cho/les)

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Panorama

Leserkommentare (19) Kommentar schreiben