Lkw-Unfall

Lkw-Unfall auf A3: „Mangelhafte Rettungsgasse hätte Leben kosten können“

Nahe dem Kreuz Bonn/Siegburg sind am Donnerstagabend zwei Lastwagen kollidiert und umgekippt, die Autobahn wurde in Richtung Frankfurt gesperrt.

Nahe dem Kreuz Bonn/Siegburg sind am Donnerstagabend zwei Lastwagen kollidiert und umgekippt, die Autobahn wurde in Richtung Frankfurt gesperrt.

Foto: Ralf Klodt / dpa

Bonn.  Nach einem Unfall mit zwei Lkw war die A3 stundenlang gesperrt. Autos behinderten die Rettung, die Feuerwehr musste zur Unfallstelle laufen.

Weil zahlreiche Autofahrer keine vernünftige Rettungsgasse bildeten, wurde am Donnerstagabend ein Einsatz auf der A3 bei Siegburg für die Rettungskräfte zu einem Hindernislauf. Dort waren auf der Strecke zwei Lkw kollidiert und umgekippt, die Autobahn war ab dem Kreuz Bonn/Siegburg in Richtung Frankfurt wegen Bergungsarbeiten bis Freitagnachmittag gesperrt.

Die Retter hatten etwa 300 Meter vor der Unfallstelle ihre Fahrzeuge verlassen und zu Fuß zum Ort des Geschehens laufen müssen, weil es keine funktionierende Rettungsgasse gab. Dadurch sei es zu massiven Verzögerungen bei der Versorgung der Verletzten gekommen. Sascha Lienesch, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr St. Augustin, kritisierte am Freitag: „Wären die Verletzungen der Fahrer lebensbedrohlich gewesen, so hätte die mangelhafte Rettungsgasse heute ein Menschenleben kosten können.“

Unfall auf der A3 bei Bonn: Verursacher stand womöglich unter Alkoholeinfluss

Und auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) fand deutliche Worte: „So schwer ist das ja nicht: Platz machen, damit die Retter zum Unfallort kommen. Das Bilden einer Rettungsgasse rettet Menschenleben und gehört zu den Mindestanforderungen an jeden Verkehrsteilnehmer“, kommentierte er das schläfrige Verhalten der Autofahrer. Und weiter: „Um das zu verstehen, braucht es eigentlich nicht allzu viel Verstand.“

Bei dem Unfall hatte ein 40-Tonnen-Sattelauflieger mit dem Führerhaus die Lärmschutzwand der Autobahn durchbrochen. Beide Lastwagen lagen quer auf der Bahn und blockierten den Stand- sowie zwei Fahrstreifen. Die 50 und 62 Jahre alten Fahrer kamen schwer verletzt ins Krankenhaus. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Trümmer auf die angrenzende ICE-Strecke geschleudert worden waren, musste diese ebenfalls vorübergehend gesperrt werden. Der 50-Jährige mutmaßliche Unfallverursacher soll unter Alkoholeinfluss gestanden haben und durch ein Handy abgelenkt gewesen sein.

Polizei: Immer wieder Probleme mit Rettungsgassen

Im Unfallbereich der A3 fahren pro Tag nach Daten des Landesbetriebs Straßen.NRW im Schnitt mehr als 60.000 Fahrzeuge pro Tag in Richtung Süden. Die Polizei empfiehlt, die Sperrung zu umfahren. Autofahrer sollten ab dem Dreieck Heumar über die A46 und die B42 fahren, um den Stau auf der A3 zu umgehen.

Immer wieder haben Polizei und Feuerwehr Probleme, auf Autobahnen zu Unfallstellen zu kommen. Oft werden keine richtigen Rettungsgassen gebildet, oder die Gassen werden von Autofahrern missbraucht. (red/mit dpa)

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