Bericht im Landtag

Sprengsatz in Zug sollte Druckmittel bei Asylantrag sein

In einem abgestellten Zug in Köln war eine nicht funktionsfähige Bombe gefunden worden. Dem NRW-Innenministerium zufolge hatte sie ein Flüchtling abgelegt, der mit der Bearbeitung seines Asylantrags unzufrieden war.

In einem abgestellten Zug in Köln war eine nicht funktionsfähige Bombe gefunden worden. Dem NRW-Innenministerium zufolge hatte sie ein Flüchtling abgelegt, der mit der Bearbeitung seines Asylantrags unzufrieden war.

Foto: Steil-TV / dpa

Düsseldorf/Köln.  Nach dem Bombenfund in Köln gibt es neue Details zum Motiv des Verdächtigen. 21-Jähriger war mit der Bearbeitung seines Asylantrags unzufrieden.

Nach dem Fund einer nicht funktionsfähigen Bombe in einem abgestellten Zug in Köln Anfang Oktober sind neue Details zu dem Motiv des Tatverdächtigen (21) bekannt geworden: Der syrische Flüchtling soll den vermeintlichen Sprengsatz in einem Zug-WC deponiert haben, weil er nach eigenen Angaben „mit der Bearbeitung seines Asylantrags und seinem derzeitigen ausländerrechtlichen Status unzufrieden“ war.

Das geht aus einem Bericht des NRW-Innenministeriums an den Landtag in Düsseldorf hervor. Das Paket mit dem vermeintlichen Sprengsatz war bei Reinigungsarbeiten auf einem Abstellbahnhof in Köln-Deutz gefunden worden.

Selbstgebauter Sprengsatz war nicht funktionsfähig

Wie das Ministerium dem Innenausschuss mitteilte, war das Paket mit Klebeband umwickelt und eine Zündschnur ragte heraus. „In dem Paket befand sich ein Explosivstoff (Schwarzpulverkügelchen/pyrotechnisches Pulver aus Silvesterraketen), zwei Knallkörper in einer Länge von etwa 2 zwei 3 Zentimetern, eine Glasfaserdämmung und beigemischte Metallkugeln, Nägel und Schrauben. Es handelte sich um eine selbstgebaute, nicht funktionsfähige Bombe“, so der Bericht.

Der Verdächtige habe nach seiner Einreise in die Bundesrepublik im September 2017 einen Asylantrag gestellt und im August 2020 eine Aufenthaltsgestattung bekommen. Im Verhör habe er angegeben, dass er davon ausgegangen sei, dass man das Paket sofort findet - und er so die Aufmerksamkeit „auf seine derzeitige Lebenssituation“ lenken könnte.

Als das zunächst in einem Abfalleimer versteckte Paket nicht entdeckt worden sei, habe er sich auf der Zugfahrt von Lüdenscheid nach Engelskirchen nochmals zur Toilette begeben und es an eine auffälligere Stelle gelegt.

Bislang war der Mann laut Ministerium völlig unbescholten. Nun wird gegen ihn wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten in Tateinheit mit Vortäuschen einer Straftat ermittelt. (dpa)

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