Rettungsgasse

Polizei und Feuerwehr betonen Wichtigkeit der Rettungsgasse

Das Modell einer korrekt gebildeten Rettungsgasse auf der Autobahn. In der Realität sieht es allerdings nur selten so aus. Das wollen Polizei und Feuerwehr ändern.

Foto: Federico Gambarini/dpa

Das Modell einer korrekt gebildeten Rettungsgasse auf der Autobahn. In der Realität sieht es allerdings nur selten so aus. Das wollen Polizei und Feuerwehr ändern. Foto: Federico Gambarini/dpa

Düsseldorf.   Viel zu oft bleiben Einsatzfahrzeuge im Stau stecken. Das Problem existiert nicht nur auf der Autobahn. Auch in der Stadt ist es häufig zu eng.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Vor rund anderthalb Jahren auf dem Düsseldorfer Südring mitten im morgendlichen Berufsverkehr: Die Feuerwehr rückt zu einem Unfall aus. Die Strecke, die sie zurücklegen muss, beträgt nur knapp drei Kilometer. Klingt nach keinem großen Problem – war es aber.

„Wir versuchten über Seitenstraßen auszuweichen, aber das ging auch nicht. So dauerte die Fahrt zum Einsatz am Ende 31 Minuten“, erinnert sich Björn Plasa von der Düsseldorfer Feuerwehr. „Alle Autos standen Stoßstange an Stoßstange. Es waren katastrophale Zustände.“

Auf Rettungsgassen angewiesen

Damit so etwas nicht mehr passiert, wollen Polizei, Feuerwehr und die Stadt Düsseldorf die Autofahrer noch einmal ausdrücklich für das Bilden von Rettungsgassen sensibilisieren.

Auch wenn das Thema in letzter Zeit „ein Stück weit angekommen“ sei, stellt der Düsseldorfer Polizeipräsident Norbert Wesseler fest: „Die Einsatzfahrzeuge müssen sich oft durchwurschteln.“ Das betont auch Helga Stulgies, die Beigeordnete der Stadt. Sie stellt klar, dass die Feuerwehr in Düsseldorf im Jahr 140 000 Einsätze fährt und dabei oft auf Rettungsgassen angewiesen sei. Es gelte, Verzögerungen zu vermeiden, sagt sie. Die sind „schwerwiegend für Betroffene“.

Rettungsgasse ist in der Stadt schwer zu bilden

Außerdem weißt sie darauf hin, dass gerade die Feuerwehr oft mit großen LKW, wie beispielsweise einem Leiterwagen, unterwegs sei. „Platz nur für Pkw reicht nicht“, mahnt sie. Deshalb gelte die Faustregel, dass eine Rettungsgasse mindestens drei Meter breit sein müsse und in Kurven sogar deren fünf.

Wie man eine Rettungsgasse bildet

Bei einem Notfall zählt für die Rettungskräfte jede Sekunde. Doch oft bremst falsches Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer das zügige Durchkommen aus. Wie man sich richtig verhält, verrät die Polizei Düsseldorf.
Wie man eine Rettungsgasse bildet

Doch auch Norbert Wesseler weiß, dass für eine Rettungsgasse im engen Stadtverkehr nicht immer Platz ist. Verkehrteilnehmer sollen sie dort deshalb stets individuell gestalten. Wie das gehen soll, erklärt Frank Kubicki, der Leiter der Verkehrsdirektion.

In Ausnahmefällen bei Rot über die Ampel

„In der Stadt ist es wichtig, nicht direkt auf die Bremse zu treten, wenn man das Martinshorn hört. Sondern es geht darum, eine Lücke zu finden“, sagt er. Und stehe der Autofahrer vor einer Kreuzung, sei es auch erlaubt, vorsichtig bei Rot über die Ampel zu fahren, um den Weg so frei zu machen.

Auch wenn es keine genauen Zahlen gibt, wie oft die Rettungsgasse funktioniert, sagt Kubicki: „Nach meiner persönlichen Einschätzung klappt sie in der Minderzahl der Fälle.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (4) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik