Kriminalität

Betrüger verkauft Velberterin Staubsaugerbeutel für 740 Euro

Ein falscher Staubsaugervertreter hat das Gerät der Velberter Seniorin gereinigt und ihr dann teures falsches Zubehör verkauft.

Ein falscher Staubsaugervertreter hat das Gerät der Velberter Seniorin gereinigt und ihr dann teures falsches Zubehör verkauft.

Foto: Oliver Berg/dpa

Velbert.   Ein Mann hat sich in Velbert als Vertreter einer Staubsaugerfirma ausgegeben. Die Firma Vorwerk: Unsere Vertreter kommen nur nach Voranmeldung.

Eine 77-jährige Velberterin ist Opfer eines dreisten Betrügers geworden. Um andere Bürger zu warnen, hat sie der WAZ ihre Geschichte erzählt. Ihren Namen möchte sie aber nicht veröffentlicht sehen.

Der Mann, ein sehr korpulenter, habe bei ihr an der Tür geklingelt und sich als Vertreter der Wuppertaler Firma Vorwerk vorgestellt, berichtet die Frau. Er wolle ihren Staubsauger warten, erklärt der angebliche Vorwerk-Mann. Da die Seniorin ein Gerät dieses Herstellers hat, bittet sie den Mann in ihre Wohnung. Der nimmt sich dann den Staubsauger vor und reinigt das Gerät in der Wohnung der Frau gründlich. Sie könne auch Staubsaugerbeutel bei ihm kaufen, erklärt der angebliche Vertreter. Die Frau willigt ein. Daraufhin präsentiert der Mann ihr eine Rechnung von 740 Euro. Da die 77-Jährige nur 400 Euro im Haus hat, gibt sich der Mann mit der Summe zufrieden. Er wolle aber am nächsten Tag wiederkommen, um den Rest zu kassieren. Er stellt ihre eine handgeschriebene Quittung aus.

Keine Originalprodukte von Vorwerk

Nachdem der Mann ihre Wohnung verlassen hat, sieht sich die alte Dame die dagelassenen Produkte näher an und stellte fest, dass es sich nicht um Originalprodukte der Firma Vorwerk handelt. „Da war mir klar, dass ich einem Betrüger aufgesessen bin“, erklärt die Velberterin. „Eigentlich bin ich immer sehr vorsichtig, warum mir das passierte, kann ich mir gar nicht erklären“, sagt sie heute und will ihre Mitbürger vor solchen Machenschaften warnen.

Vertreter kommen nur nach Anmeldung

„Unsere Vertreter kommen grundsätzlich nur nach Anmeldung, telefonisch oder per Mail“, erklärt dazu Sarah Meinholz, PR-Managerin von Kobold, der Vorwerk-Staubsaugermarke. Es käme keiner ihrer Vertreter unangemeldet. Die echten Vorwerk-Vertreter führten auch einen Ausweis der Firma mit sich. Den sollten sich die Kunden unbedingt zeigen lassen, rät die PR-Managerin. Die Kunden sollten sich auch die Geräte genau vorführen lassen und viele Fragen stellen, denn der echte Vertreter könne diese alle souverän beantworten. Außerdem hätten alle Originalgeräte das Firmenlogo. „Für uns sind diese Betrügereien äußerst ärgerlich“, sagt Sarah Meinholz und rät Betrugsopfern, Strafanzeige zu stellen.

Misstrauen bei Haustürgeschäften

Andreas Adelberger von der Verbraucherberatung in Velbert empfiehlt ein gesundes Misstrauen bei solchen Haustürgeschäften. „Spätestens, wenn man sieht, dass die Quittungen nur auf einem Block handgeschrieben sind, sollte man merken, dass da etwas nicht stimmt,“ so Adelberger. Das Widerrufsrecht für Haustürgeschäfte greife in diesem Fall nicht, da ja auf der Quittung nicht einmal eine Adresse stehe.

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