Ermittlungen

Betonplatten auf Gleisen stoppen Sylt-Zug – ein Anschlag?

Mit diesen Betonplatten auf den Gleisen der Bahnstrecke von Elmshorn nach Westerland auf Sylt wollten Unbekannte offenbar einen Zug beschädigen.

Mit diesen Betonplatten auf den Gleisen der Bahnstrecke von Elmshorn nach Westerland auf Sylt wollten Unbekannte offenbar einen Zug beschädigen.

Foto: Bundespolizei

Struckum   Ein Zug musste auf dem Weg nach Sylt stoppen, weil er mit Betonplatten auf den Gleisen kollidiert war. Die Bundespolizei ermittelt.

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Unbekannte haben in Nordfriesland offenbar versucht, einen Zug zu beschädigen oder sogar entgleisen zu lassen. In der Gemeinde Struckum überrollte ein Zug, der von Elmshorn nach Westerland auf Sylt unterwegs war, am Montagnachmittag mehrere Betonplatten. Der Zugführer stoppte sofort und rief die Bundespolizei.

Der Regionalexpress war zuvor mit über 100 Kilometern pro Stunde unterwegs, als die Fahrgäste einen lauten Knall hörten. Bis die Beamten eintrafen, platzierten die Täter weitere Betonplatten auf die Gleise und flüchteten. Der Zugverkehr wurde bis auf Weiteres eingestellt.

Die Bundespolizei ist sich sicher: Diese Platten hätten den Zug schwer beschädigen oder ihn sogar entgleisen lassen können. Nun werden Zeugen gesucht.

IS-Sympathisant spannte Stahlseil über ICE-Strecke

Ein ähnlicher Eingriff in den Bahnverkehr vom Oktober 2018 hatte sich später als Anschlagsversuch entpuppt . Auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München war bei Allersberg ein Stahlseil zwischen den Oberleitungsmasten befestigt worden, zudem wurden mit Metallteilen verstärkte Holzkeile auf den Gleisen aufgebracht, um einen darüberfahrenden Zug zum Entgleisen zu bringen, wie die Generalstaatsanwaltschaft München im März mitteilte.

Ein ICE hatte die Hindernisse überfahren, ohne aber ernsthaft beschädigt worden zu sein. In Wien wurde schließlich der mutmaßliche Täter gefasst: ein 42 Jahre alter Iraker, der mit der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sympathisieren und mehrere Anschläge auf Bahnstrecken verübt haben soll.

Bei der Festnahme im März berichtete die Staatsanwaltschaft Wien, nur aufgrund eines technischen Fehlers sei es nicht zur geplanten Tötung von Menschen gekommen. „In Tatortnähe aufgefundene Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine Flagge des sogenannten Islamischen Staates begründen einen terroristischen Tatverdacht“, erklärte die Behörde.

Laut „Kronen-Zeitung“ gehörte zu den Vorwürfen gegen den Mann auch ein Vorfall aus dem Februar. Dort waren Beton- und Gehwegplatten auf Gleisen zwischen Dortmund und Münster gefunden worden. (ba/dpa)

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