Berlin. In Lima wurden diese Woche 1000 Jahre alte Überreste von vier Kindern gefunden. Dieses Detail an den Mumien überraschte besonders.

Was wie ein gewöhnlicher Hügel in Peru aussah, stellte sich nach monatelangen Ausgrabungen als sensationeller Fundort heraus: Vier mumifizierte Kinder wurden dort unter der Erde entdeckt – und sie sollen mindestens 1000 Jahre alt sein. Die Kinder gehörten nach Einschätzung von Archäologen vermutlich der Ychsma-Kultur an, einer Zivilisation, die sich an der zentralen Küste Perus entwickelte, bevor das Inkareich große Teile der Anden-Region beherrschte.

Gefunden wurden die Überreste der Kinder am Fuße einer Treppe, die zu einem verborgenen Tempel in Lima geführt haben könnte. Dieser Tempel sei vermutlich 3500 Jahre alt, sagte Luis Takuda, ein Archäologe, der das Forschungsprojekt Huaca La Florida leitet, gegenüber Reportern.

Auch interessant:Archäologen entdecken 3000 Jahre alten Tumor – mit Zähnen

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von einem externem Anbieter, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Ungewöhnlicher Fund in Lima: Deshalb wurden die Kinder vor über 1000 Jahren begraben

„Dieser gesamte Bereich ist eine sehr wichtige Zeremonienkammer“, erklärte Takuda. Die Menschen, die dort während der Ychsma-Periode lebten, würden ihn immer noch als „heiligen Raum“ betrachten und hätten deswegen ihre Toten an dem Ort begraben, so der Forscher. Neben den Mumien der Kinder wurden weitere Überreste eines Erwachsenen sowie Keramik gefunden.

Besonders überraschend sei laut Takuda gewesen, dass die Schädel der Kinder-Mumien noch Haare hatten. Wie der Archäologe Hector Walde gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) erklärte, handele es sich bei den gefundenen Körpern aber nicht um menschliche Opfergaben, sondern um normale Bestattungen im heiligen Raum.

Lima: So viele archäologische Ruinen gibt es rund um die Hauptstadt

Die größten archäologischen Stätten Perus befinden sich außerhalb von Lima, wie zum Beispiel in Cusco, der Hauptstadt des Inkareichs, die im 16. Jahrhundert von spanischen Konquistadoren erobert wurde. Mit einer Bevölkerung von etwa zehn Millionen Menschen beherbergt die peruanische Hauptstadt rund 400 archäologische Ruinen.

Der Ort, an dem die Überreste der vier Kinder gefunden wurden, liege laut AP in der Nähe von Häusern und einem Fußballfeld, das von einem peruanischen Profi-Fußballteam für das Training genutzt werde.

Lesen Sie hier: Seltener Fund – Archäologen entdecken Silberschatz auf Rügen