Essen. „Der kleine Lord“ läuft seit 1982 jedes Jahr kurz vor Heiligabend. Doch was macht den Film-Klassiker so beliebt bei den Zuschauern?

Kein Weihnachten ohne „Der kleine Lord“: Die BBC-Romanverfilmung läuft seit 1982 immer kurz vor Heiligabend im deutschen Fernsehen und versetzt die Fans zuverlässig in Lamettalaune. Voriges Jahr sahen stattliche 5,79 Millionen Zuschauer die besinnliche Geschichte über den liebenswerten Lausbub Cedric und seinen grimmigen adeligen Opa – dieses Jahr steht der unverwüstliche Kostümfilm an diesem Freitag um 20.15 Uhr im Ersten auf dem Programm.

„Der kleine Lord“: Das ist die Handlung

  • Sendetermin für „Der kleine Lord“: Freitag, 20.12. im Ersten

Der britische TV-Klassiker spielt im viktorianischen Zeitalter: Der achtjährige Cedric Errol (Ricky Schroder) lebt mit seiner gütigen Mutter in armseligen Verhältnissen in New York. Sein Großvater, der dünkelhafte Earl of Dorincourt (Alec Guinness), war gegen die Heirat seines Sohnes mit einer Amerikanerin und verstieß ihn. Doch weil Cedric sein einziger Erbe ist, holt ihn der Alte nun auf seinen englischen Stammsitz, um aus dem Jungen einen echten Lord mit feinen Manieren zu machen.

Der unbekümmerte Racker bringt mit seinem kindlichen Optimismus frischen Schwung ins alte Schlossgemäuer und erweicht den hartherzigen Earl, der plötzlich zum Menschenfreund und Wohltäter wird. Umso größer ist das Entsetzen, als eine garstige Frau auftaucht und behauptet, ihr eigener Sohn sei der rechtmäßige Erbe des Titels – doch natürlich geht am Ende alles gut aus.

„Der kleine Lord“ wurde 1980 von der BBC als Weihnachtsfilm gedreht, Vorlage war der 1886 geschriebene Jugendroman „Little Lord Fauntleroy“ von Frances Hodgson Burnett. Gefilmt wurde unter anderem auf dem englischen Belvoir Castle, das später auch als Kulisse für das Kinospektakel „The Da Vinci Code“ diente.

Cedric Darsteller Ricky Schroder wurde mit zehn Jahren zum Kinderstar

Was macht den Streifen so beliebt? Zum einen natürlich die herzerwärmende, märchenhafte Geschichte rund ums Thema Nächstenliebe. Außerdem spielt die Handlung in einer englischen Bilderbuchlandschaft und endet mit einem perfekten Weihnachtsfest, bei dem Lieder wie „We Wish You a Merry Christmas“ ertönen.

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Nicht zu vergessen Hauptdarsteller Alec Guinness: Er erweckt die im Buch etwas stereotype Figur des verbitterten Patriarchen zum Leben – dem Starschauspieler war drei Jahre zuvor als Obi Wan Kenobi in „Star Wars“ ein Comeback gelungen.

Der Darsteller des Cedric, der Amerikaner Richard „Ricky“ Schroder, war zehn Jahre alt, als ihn der Film zum Kinderstar machte. Er blieb der Schauspielerei treu und war unter anderem in der Serie „24“ zu sehen, an den großen Erfolg seiner Rolle als Adelsspross konnte er aber nie anknüpfen.

„Der kleine Lord“ bringt immer noch beste Einschaltquoten

„Der kleine Lord“ ist ein Quotenphänomen und zieht alle Jahre wieder Millionen Zuschauer in seinen Bann. Kein Wunder, dass es eine Fortsetzung gab: 1996 versetzte die ARD die Handlung in die Gegenwart, mit Mario Adorf als Opa – doch das Original ist natürlich unerreicht.

Dass der sehenswerte TV-Klassiker aus dem Jahr 1980 etwas sentimental und die Story sattsam bekannt ist, stört die Fans nicht. Im Gegenteil: Gerade zu Weihnachten bieten solche Filme eine willkommene „Programmierbarkeit der Gefühle“, wie es die Medienwissenschaftlerin Britta Hartmann von der Universität Bonn sagt.

Die „Deutsche Film- und Medienbewertung“ lobt den Film über den grünen Klee: „Mit seinen wunderschönen Bildern, seiner ruhigen Erzählhaltung, die gerade für das junge Publikum geeignet ist, um der Geschichte zu folgen, und seiner lebensbejahenden Botschaft ist er noch heute der perfekte Film, um nicht nur zu Weihnachten wichtige und richtige Werte zu vermitteln.“ Also dann: Fernseher anschalten und Taschentücher bereithalten.

  • Freitag, 20. Dezember, ARD, 20.15 Uhr