Vollsperrung

Attacke in Reisebus auf A9: Polizei schließt Geiselnahme aus

| Lesedauer: 2 Minuten
SEK-Einsatz auf der A9 in Bayern.

SEK-Einsatz auf der A9 in Bayern.

Foto: Ralph Goppelt/Vifogra/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hilpoltstein  Nach einer Attacke in einem Reisebus auf der A9 kam es zu einem Großeinsatz. Die Polizei hat mittlerweile neue Details bekannt gegeben.

  • Ein Abschnitt der Autobahn A9 in Bayern wurde am Dienstagabend voll gesperrt
  • In einem Reisebus hatte ein Passagier unvermittelt seine Mitreisenden attackiert
  • Nach dem anschließenden SEK-Einsatz, nennt die Polizei nun weitere Details

Nach dem Großeinsatz mit einer Festnahme auf der Autobahn A9 in Bayern soll der Tatverdächtige heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Der 30-Jährige soll am Dienstagabend mehrere Fahrgäste eines Reisebusses attackiert und mit dem Tod bedroht haben. Zunächst war auch über eine mögliche Geiselnahme spekuliert worden. Das schlossen die Ermittler am Mittwoch aber aus. Dies sei zu keinem Zeitpunkt der Fall gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Man habe die Lage von außerhalb des Busses nicht sofort klären können, hieß es weiter. Zeugen hätten von einer bedrohlichen Lage und auch einer Waffe gesprochen. Es sei aber keine Waffe gefunden worden.

Plötzliche Attacke und Tritte gegen den Kopf

Die Polizei hatte in einem Großeinsatz am Dienstagabend wegen des angeblich bewaffneten Fahrgastes die Strecke zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding in beide Richtungen komplett gesperrt. Zuvor war es in dem Reisebus mit Ziel Serbien zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Passagieren gekommen.

Der Tatverdächtige soll einen vor ihm sitzenden und schlafenden 20-Jährigen nach Polizeiangaben unvermittelt angegriffen haben. Er soll ihn auf den Boden geschleudert und ihm mehrmals gegen den Kopf getreten haben. Der 20-Jährige kam ins Krankenhaus, wurde aber noch in der Nacht zum Mittwoch entlassen. Außerdem soll der mutmaßliche Täter einer 24-Jährigen ins Gesicht geschlagen haben. Das Motiv war zunächst unklar.

Wie Zeugen berichteten, soll es in dem Bus dann zu einer gekommen sein. Das Fahrzeug hielt daraufhin gegen 17 Uhr auf dem Standstreifen. Bis auf drei Busfahrer und den mutmaßlich bewaffneten Mann verließen alle Fahrgäste den Bus.

Reisebus auf A9: SEK im Einsatz

Speziell geschulte Beamte versuchten Kontakt mit dem womöglich Bewaffneten aufzunehmen. Die Fahrer konnten zwischenzeitig den Bus verlassen. Gegen 21.30 Uhr griffen Kräfte eines Spezialeinsatzkommando (SEK) unter dem Einsatz von Blendmitteln zu und nahmen den Tatverdächtigen schließlich "widerstandslos" fest, wie die Polizei Mittelfranken erklärte.

Wegen der Bedrohungslage war auch die nahe ICE-Strecke Nürnberg-Ingolstadt am Dienstagabend zeitweise gesperrt worden. Das bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Berlin.

Die Strecke sei zwischen Allersberg (Rothsee) und Kinding "auf Anordnung der Behörden" zeitweise nicht mehr befahren worden. Es habe eine Umleitung gegeben. Noch am Abend vor 21.45 Uhr sei die Sperrung aber wieder aufgehoben.

(dpa/fmg)

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Panorama

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben