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Corona NRW: Soforthilfe-Betrug durch Rentner und Studenten

Lesedauer: 23 Minuten
RKI zu zweiter Corona-Welle: "Wir haben das alle selbst in der Hand"

RKI zu zweiter Corona-Welle: "Wir haben das alle selbst in der Hand"

Trotz sinkender Ansteckungsraten und ungeachtet der vereinbarten Corona-Lockerungen gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) noch "keine Entwarnung". Ob und wann es eine zweite Infektionswelle gibt, liege am Verhalten jedes Einzelnen, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade.

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Essen.  Start der Abi-Prüfungen, bundesweit größter Corona-Massentest in Schlachthöfen, Ermittlungen gegen Soforthilfe-Betrüger: Alle Infos im NRW-Blog.

  • Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen steigt in Deutschland und auch in Nordrhein-Westfalen zwar weiter, zugleich wächst die Zahl der Genesenen: Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in NRW 35.114 Infizierte gezählt; 28.708 Menschen gelten inzwischen als genesen. In NRW gab es seit Beginn der Pandemie 1436 Todesfälle (Stand Montag, 11. Mai).
  • Einen Überblick über alle Corona-News aus Deutschland und der Welt gibt es in unserem Newsblog.
  • Eine Übersicht über viele weitere Themen rund um das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite.

Update Dienstag, 12. Mai, 14.38 Uhr: Wir führen unsere Übersicht an dieser Stelle fort und beenden das News-Blog.

Update Dienstag, 12. Mai, 12.34 Uhr: In der Staatskanzlei in Düsseldorf äußern sich NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) und Vertreter der drei Landesrektorenkonferenzen zur aktuellen Lage an den Hochschulen und zum Verlauf des digitalen Sommersemesters. Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Das Online-Sommersemester könne schon jetzt "als Erfolg" bezeichnet werden. Manche Studiengänge wurden komplett auf digitalen Lehr- und Studienbetrieb umgestellt. Auch Prüfungen würden vielfach online abgehalten.
  • Das Semester bleibt digital und wird auch so beendet. Eine Rückkehr zu einem analogeren System sei derzeit schon aus logistischen Gründen nicht möglich. Wegen der Hygiene-Bedingungen müsse eine Hochschule etwa für eine Vorlesung mit 30 Studenten einen Hörsaal mit 240 Plätzen vorhalten.
  • 95 Prozent der Lehrveranstaltungen werden digital angeboten. Bei den übrigen ist eine Präsenz vor Ort erforderlich, etwa bei Laborversuchen oder an den Sporthochschulen.
  • Vor besondere Herausforderungen stellt die Corona-Krise die Kunst- und Musikhochschulen. Sie hoffen, ab September/Oktober wieder verstärkt einen Präsenz-Betrieb anbieten zu können.
  • Wie das kommende Wintersemester aussehen könnte, ist derzeit noch völlig unklar. Das hänge von der weiteren Entwicklung der Lage ab und sei derzeit "Kaffeesatzleserei".

Polizei zählte mehr als 50 Anti-Corona-Proteste am Wochenende

Update, Dienstag, 12. Mai, 10.45 Uhr: Das NRW-Innenministerium hat Zahlen zu den Anti-Corona-Demos in NRW vom Wochenende konkretisiert. Nach Angaben der Polizeibehörden wurden in NRW mehr als 50 Protest-Versammlungen registriert. Die Zahl der Teilnehmer wird von den Polizeibehörden auf insgesamt 1700 geschätzt. Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte. „Diese Leute gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Das darf die Polizei nicht tolerieren.“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält Demonstrationen gegen die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung insgesamt für "legitim" und Zeichen der Meinungsfreiheit. Es beunruhige ihn jedoch, wenn dort "Extremisten von links und von rechts die Demos für ihre Ziele nutzen", sagte Laschet am Dienstagmorgen im Podcast von Gabor Steingart: "Aber es sind auch normale Leute dabei, deshalb muss man das ernst nehmen". Dass auf diesen Demos jedoch die Abstandsregeln missachtet würden und es Angriffe auf Journalisten und Polizisten gab, "ist nicht akzeptabel", meinte Laschet.

Gewerkschaft kritisiert "System der Ausbeutung" in Fleisch-Industrie

Update, Dienstag, 12. Mai, 10.25 Uhr: Nach dem Massenausbruch von Corona-Infektionen in einem fleischverarbeitenden Betrieb im münsterländischen Coesfeld hat die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) in NRW das System stark kritisiert, mit dem viele Schlacht- und Zerlegebetriebe Menschen aus Osteuropa beschäftigen. Es sei ein "System der Ausbeutung", sagt der Landesbezirksvorsitzende Mohamed Boudih.

Für ihn ist der Ausbruch von Corona-Fällen unter Schlachthof-Arbeitern keine Überraschung: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Massenunterkünfte zu Brutherden des Virus werden.“ Die beengten Wohnverhältnisse, in denen viele der meist osteuropäischen Arbeiter hausen müssen, würden es unmöglich machen, Abstand zu halten.

Abitur: Für 90.000 Schüler beginnen jetzt die Prüfungen

Update, Dienstag, 12. Mai, 6 Uhr: Für die Abiturienten in NRW beginnen heute die Abschlussprüfungen unter Corona-Schutzmaßnahmen. Bis zum 25. Mai werden die knapp 90.000 Schülerinnen und Schüler ihre Abiklausuren schreiben, dann folgen die mündlichen Prüfungen. Danach stehen - wenn nötig - die Nachschreibetermine an.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte auf die besondere Belastung der Abschlussjahrgänge hingewiesen. Von gleichen Prüfungsvoraussetzungen könne nicht die Rede sein, hieß es. Die Bedingungen beim Distanzlernen seien in den vergangenen Wochen für die Schüler sehr unterschiedlich gewesen. Hinzu komme der enorme psychische Druck angesichts der Pandemie.

Dem Philologen-Verband NRW zufolge wollen die meisten Schüler „nach dem ganzen Hin und Her jetzt auf jeden Fall ihre Abi-Klausuren schreiben.“ Die Vorsitzende Sabine Mistler sagte, sie befürchte keinen coronabedingten Noteneinbruch.

Soforthilfe-Betrug: Auch Rentner, Studenten und Arbeitslose unter Verdacht

Update, Dienstag, 12. Mai, 5.20 Uhr: Neben mutmaßlich professionellen Betrügern haben offenbar auch Dutzende Arbeitslose, Studenten oder verschuldete Unternehmer unberechtigt Corona-Soforthilfen beantragt - und auch bekommen. In einem Bericht des Justizministeriums an den Landtag sind etliche Fälle dokumentiert, in denen nun ermittelt wird. In vielen Fällen hatten Banken die Behörden aufmerksam gemacht: Plötzlich waren auf Konten etwa von Hartz-IV-Empfängern 9000 Euro eingegangen.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg berichtete von mehreren Fällen, die etwa von der Sparkasse gemeldet wurden: Unter anderem von einem Studenten, vier Arbeitslosen und zwei Rentnern. Bei einem verschuldeten Unternehmer sei es auch zu einer Razzia gekommen.

Allein die Staatsanwaltschaft Wuppertal bezifferte den Schaden durch 20 Verfahren - allesamt durch die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) gemeldet - auf 186.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Hagen berichtete von einem Verdächtigen, der binnen weniger Tage „unter im Wesentlichen identischen Personalangaben“ insgesamt dreizehn Anträge auf Gewährung der Corona-Soforthilfe gestellt habe. Der Sachbearbeiter bei der Bezirksregierung merkte es - Geld floss nicht.

Die Landesregierung warnt unterdessen jüngst vor einer neuen Betrugsmasche.

Laschet fordert Lockerungen auch bei Quarantäne für Reise-Rückkehrer

Update, Dienstag, 12. Mai, 4.31 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt auf eine weitere Lockerung der staatlichen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus. In der „Rheinischen Post“ von diesem Dienstag plädierte er dafür, die Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus den europäischen Ländern zu lockern. Zur Begründung verwies er auf das Ende des Lockdowns in Frankreich, wo die Menschen seit Montag wieder deutlich mehr Freiheiten haben. Zugleich bekräftigte er seine Forderung nach einer raschen Öffnung der deutschen Grenzen.

Corona-Massentests bei 20.000 Beschäftigten in Fleischfabriken

Update, 11. Mai, 20.16 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb im Coesfeld sind in Nordrhein-Westfalen landesweit Virus-Tests in der Fleischbranche angelaufen. Es ist nach Angaben von NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann (CDU) die größte Reihenuntersuchung in der Corona-Krise in Deutschland. Bis zu 20.000 Mitarbeiter der NRW-Fleischfabriken müssen untersucht werden. Er hoffe, dass in drei bis vier Tagen abzusehen sei, wie die Infektionssituation an den anderen großen Schlachthöfen ist, sagte Laumann am Montag in Düsseldorf.

Laumann erhöhte den Druck auf den Betreiber der Fleischfabrik. Er müsse ein umfassendes Hygienekonzept vorlegen, statt die Schließung vor Gericht anzugreifen. Westfleisch war vor dem Verwaltungsgericht Münster mit einem solchen Antrag gescheitert. Bei dem Hygienekonzept dürfe es nicht allein um den Betrieb gehen, sondern auch um die Wohnsituation der Arbeiter und um den Transport von der Wohnung zum Schlachthof, forderte Laumann. Das Verschieben von Verantwortung auf Subunternehmer sei inakzeptabel. In den Schlachthöfen sind viele Mitarbeiter bei Subunternehmern beschäftigt. Sie kommen häufig aus Ost- und Südosteuropa. Bei einigen Unterkünften von Arbeitern der Coesfelder Fleischfabrik seien „erhebliche Mängel“ beim Infektionsschutz festgestellt worden, berichtete der Minister.

NRW-Familienminister Stamp rät Erziehern von Masken ab

Update 11. Mai, 16.38 Uhr: Familienminister Joachim Stamp (FDP) rät den Erzieherinnen und Erziehern in Kitas, auf Mund-Nase-Schutmasken zu verzichten. Eine Alternative seien zum Beispiel durchsichtige Visiere aus Kunststoff, sagte Stamp in einem Podcast der NRW-Lokalradios. Letztlich sei es den Trägern und dem Personal aber freigestellt, ob sie dennoch Schutzmasken einsetzen.

Da Kinder Nähe bräuchten und auch mal in den Arm genommen werden müssten, sei das Abstandsgebot in Kitas oder der Tagespflege „nicht zu halten“, sagte Stamp. Daher versuche man mit Hygienekonzepten, das Risiko für das Fachpersonal zu minimieren.

LKA warnt vor Telefonbetrug beim NRW-Soforthilfe-Programm

Update 11. Mai, 15.58 Uhr: Neue Betrugsmasche mit dem NRW-Soforthilfe-Programm in der Corona-Krise: Laut Landeskriminalamt (LKA) gab es in den vergangenen Tagen mehrere Fälle, in denen Unbekannte sich am Telefon als Mitarbeiter einer „Förderbank NRW“ ausgaben - offenbar um an die Daten von Selbständigen heranzukommen. Wie ein Sprecher des LKA erläuterte, sollte man bei Anrufen durch angebliche Bankmitarbeiter skeptisch sein – insbesondere wenn vertrauliche Daten abgefragt werden.

Update 11. Mai, 14.05 Uhr: In der Staatskanzlei in Düsseldorf nimmt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mit den Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und Westfalen-Lippe, Dr. Frank Bergmann und Dr. Holger Seib, Stellung zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie und zum Stand der ärztlichen und zahnärztlichen Versorgung. Die wesentlichen Punkte:

  • Die Zeitspanne, innerhalb derer sich die Zahl der Infektionen in NRW verdoppelt, liegt inzwischen bei 38,4 Tagen. Zu Beginn der Pandemie geschah das bereits innerhalb weniger Tage.
  • Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten liege jetzt bei 35.114 bestätigten Fällen. 28.700 von ihnen seien bereits genesen, 1436 seien gestorben.

  • Die Reproduktionszahl - die angibt, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt - liege nach Maßstäben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 1,14. Bundesweit schätzte das RKI die Reproduktionszahl am Montag auf 1,13.
  • Im Westfleisch-Schlachthof im Kreis Coesfeld werden inzwischen 249 positive Fälle bei rund tausend untersuchten Beschäftigten gezählt, 278 Tests stehen noch aus, 476 waren negativ. In den Unterkünften, in denen die Werkarbeiter aus Südosteuropa leben, wurden bei Kontrollen teils erhebliche Hygiene-Mängel entdeckt. Schlachthöfe dürften sich nicht aus der Verantwortung ziehen und dabei auf mögliche Subunternehmer verweisen.

  • Das Gesundheitssystem habe in den vergangenen Wochen in NRW gut funktioniert, betonen Vertreter der Ärzteschaft. Sechs von sieben Corona-Patienten werden ambulant behandelt.
  • Schrittweise sollen nun auch die Arzt-Praxen zur "Regelversorgung" zurückkehren, die zuletzt eingeschränkt war. Auch in Zahnarzt-Praxen gab und gebe es einen hohen Hygiene-Standard.

Tönnies: Massentests bei Deutschlands größtem Fleischverarbeiter

Update 11. Mai, 13.20 Uhr: Bei Deutschlands größtem Fleischverarbeiter Tönnies haben am Montag im Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück Corona-Massentests begonnen. Seit dem Mittag sei das Testzentrum auf dem Gelände des Standorts im Kreis Gütersloh in Betrieb, sagte Unternehmenssprecher Andre Vielstädte. Insgesamt arbeiten hier 6500 Menschen, nur ein Teil davon im Schlachthof.

Der Kreis Gütersloh geht davon aus, etwa 500 Tests pro Tag machen zu können - bei Tönnies und anderen Schlachtbetrieben. Allein im Kreisgebiet sollen Beschäftigte in 16 Schlachtbetrieben getestet werden, darunter seien fünf große Betriebe.

Auch bei Westfleisch wurden die Reihentestungen am Montag fortgesetzt. Allein der Kreis Coesfeld zählte bis dahin mehr als 230 Infizierte aus dem dortigen Westfleisch-Werk. Es war auf Anordnung der Behörden vorübergehend geschlossen worden.

Restaurants und Cafés dürfen wieder öffnen

Update 11. Mai, 12.51 Uhr: Aufatmen für viele Gastronomen: Die Restaurants und Cafés in Nordrhein-Westfalen dürfen wieder die Türen öffnen. Etliche Gastwirte begrüßten am Montag ihre ersten Gäste seit Wochen. Für die Gastronomen ist die vorsichtige Öffnung zwar eine Verbesserung, allerdings bleiben die Sorgen groß: Der Gaststättenverband Dehoga NRW rechnet weiterhin mit hohen Umsatzeinbußen von mehr als 50 Prozent.

Das liege einerseits daran, dass Kapazitäten durch die Abstandsregeln reduziert werden müssten und man außerdem eine „wegen Corona verunsicherte Gästeschar“ erwarte. Manche Gastronomen ließen sich zu Beginn der Woche auch noch mehr Zeit mit der Öffnung, um sich auf die Umsetzung der Hygiene-Vorgaben vorzubereiten.

Generalvikar des Ruhrbistums sorgt für bundesweite Aufmerksamkeit

Update, 11. Mai, 11.02 Uhr: Der Generalvikar des Ruhrbistums in Essen, Klaus Pfeffer, hat für bundesweite Aufmerksamkeit gesorgt. Er kritisiert scharf die weltweite Veröffentlichung eines Briefes, der in der vergangenen Woche unter anderem von mehreren führenden Geistlichen der Katholischen Kirche unterzeichnet wurde. Kardinäle, Bischöfe, aber auch Ärzte und Journalisten verbreiten in dem Schreiben eine Verschwörungstheorie mit bizarren Thesen.

Corona-Obergrenze wird im Kreis Coesfeld deutlich übertroffen

Update, 11. Mai, 10 Uhr: Im Kreis Coesfeld sind die Infektionszahlen nach einem Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb weiter gestiegen. Am Sonntag seien im Kreisgebiet 780 nachgewiesene Ansteckungen verzeichnet worden, 35 mehr als am Samstag, sagte am Montag ein Kreissprecher. Laut Robert-Koch-Institut lag die Zahl der Neuinfektionen im Kreis bei knapp 96 und damit deutlich über der festgelegten Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Unter den Betroffenen im Kreis Coesfeld sind 230 Infizierte aus dem Westfleisch-Werk. 952 der rund 1200 Mitarbeiter seien dort bereits getestet worden, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Der Standort bleibe weiter geschlossen.

Am Sonntag hatte es unter anderem auch Massentests in einem Westfleisch-Betrieb in Hamm gegeben. Rund 1000 Mitarbeiter seien dort getestet worden, die übrigen sollten am Montag folgen, sagte der Westfleisch-Sprecher. Ergebnisse zu den Tests in Hamm gab es am Montag zunächst noch nicht.

Gastronomie darf wieder öffnen und weitere Lockerungen

Update, 11. Mai, 6.15 Uhr: Der Corona-Alltag für die Menschen in NRW wird von diesem Montag an wieder etwas leichter. Viele Beschränkungen etwa für Gastronomie, Geschäfte und Fitness-Studios werden gelockert - überraschend auch für Kosmetik- und Nagelstudios. Es gelten aber strenge Hygiene-Vorschriften, der Mindestabstand von 1,5 Metern und weitgehend Maskenpflicht.

Auch die Kontaktbeschränkungen werden gelockert. So dürfen sich von Montag an Angehörige von zwei Haushalten wieder treffen. Restaurants, Cafés und Kneipen mit Sitzplätzen dürfen im Innen- und Außenbereich öffnen.

Auch in die Schulen kommt wieder mehr Leben. In den Grundschulen sollen ab Montag alle vier Jahrgänge in einem rollierenden System tageweise unterrichtet werden. Auch an weiterführenden Schulen kehren mehrere Jahrgänge zurück.

Corona-Fälle auch in Schlachthof in Bochum

Update, 10. Mai, 17.30 Uhr: 22 Mitarbeiter des Schlachthofes Bochum sind mit dem Coronavirus infiziert. Die Kontrollen der Stadt ergaben zudem Mängel in den Unterkünften.

Update 10. Mai, 17.03 Uhr: Die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Arbeiter des Schlachtbetriebs im Kreis Coesfeld ist bis Sonntagnachmittag nach Angaben des Kreises auf 230 gestiegen. Die Ergebnisse von rund 250 der fast 960 Tests standen noch aus.

Zahl der Corona-Infektionen steigt, Kurve aber flacht weiter ab

Update 10. Mai, 16.11 Uhr: Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in NRW ist auf 34.946 gestiegen, nämlich um 147 Neuinfektionen im Vergleich zum Samstag. Bislang starben NRW-weit 1424 Menschen infolge einer Infizierung, teilte das NRW-Gesundheitsministerium mit. 28.661 Menschen meldeten sich inzwischen als genesen, das sind 442 mehr als am Samstag. Damit liegt die Zahl der akut Infizierten bei 4861. Wichtige Einschränkung: Die Zahl der Genesenen basiert ausschließlich auf freiwilligen Rückmeldungen an die Behörden. Die Zahl der stationär behandelten Covid-19-Patienten reduzierte sich um 16 auf 874 im Vergleich zum Vortag. Davon wurden 314 Patienten intensivmedizinisch behandelt. 223 von ihnen wurden beatmet.

Update 10. Mai, 15.11 Uhr: Überraschend dürfen auch Kosmetik-, Nagel- und Massagestudios ab Montag, 11. Mai, wieder unter Auflagen öffnen. In den Ankündigungen des Landes am Ende der vergangenen Woche waren sie kein größeres Thema, in der aktualisierten Coronaschutzverordnung des Landes steht es aber Schwarz auf Weiß. Tattoo-Studios müssen sich derweil weiter gedulden: Tätowieren bleibt demnach bis auf Weiteres verboten.

Westfleisch-Werk wegen Corona-Ausbruch bis Samstag geschlossen

Update 10. Mai, 13.22 Uhr: Mit einem Eilantrag hat sich die Firma Westfleisch gegen die befristete Schließung des vom Corona-Ausbruch betroffenen Betriebs in Coesfeld gewehrt – vergeblich. Das Verwaltungsgericht Münster lehnte den Eilantrag ab. Der Kreis hatte die Schließung des Schlacht- und Zerlegebetriebes von Samstag bis zum 18. Mai verfügt. Diese auf dem Infektionsschutzgesetz beruhende Verfügung sei „nach Aktenlage aller Voraussicht nach rechtmäßig“, teilte das Gericht am Sonntag mit

Erneut seien am Sonntag Teams des Gesundheitsamtes vor Ort, um die Arbeiter des betroffenen Betriebes der Firma Westfleisch in ihren verstreut im Kreis Coesfeld liegenden Unterkünften zu testen und über die Quarantäne zu belehren, sagte ein Sprecher. Dabei unterstützten sie Dolmetscher. Die Arbeiter würden „engmaschig betreut“. Insgesamt hat der betroffene Betrieb rund 1200 Beschäftigte.

Corona in Coesfeld: Obergrenze für Neuinfektionen weiter deutlich überschritten

Update 10. Mai, 10.59 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik in Coesfeld liegt die Zahl der Neuinfektionen in dem Kreis weiterhin deutlich über der vereinbarten Obergrenze. Laut einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag lag der Wert bei rund 85 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche (Stand 10.5., Mitternacht).

Nach Angaben des RKI vom Samstag hatte dieser Durchschnittswert noch 76 betragen. Das RKI weist aber darauf hin, dass es unter anderem durch einen Verzug bei Datenübermittlungen zu Diskrepanzen zwischen seinen Angaben und den tatsächlichen lokalen Zahlen kommen kann.

Außer dem Kreis Coesfeld lagen alle anderen Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen deutlich unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Hunderte bei Demos gegen Corona-Auflagen in Köln und Dortmund

Update 10. Mai, 8.42 Uhr: Wie in vielen deutschen Städten sind auch in Köln und Dortmund am Samstag Hunderte Menschen gegen die Corona-Auflagen auf die Straße gegangen. In Köln übte Polizeipräsident Uwe Jacob Kritik an der unangemeldeten Demo: „Ein Großteil der Demonstranten hat Unbeteiligte mehrfach dazu aufgefordert, den Mundschutz abzunehmen und ohne Maske die Geschäfte zu betreten. Dafür haben wir absolut kein Verständnis“, sagte er. Viele hätten ihre Kinder mitgebracht. „Wer die neuesten Lockerungen so unvernünftig aufs Spiel setzt, begünstigt einen erneuten und rasanten Anstieg der Infektionsfälle.“

Auch in Dortmund fanden am Samstag unter großem Polizeiaufgebot mehrere Versammlungen statt; neben genehmigten Kundgebungen am Friedensplatz kam es zu mehreren nicht genehmigten Spontan-Demos. Dabei wurden Journalisten von Rechtsextremisten angegriffen.

Corona-Ausbruch in Coesfeld: Mehr als 180 Schlachthof-Arbeiter infiziert

Update 9. Mai, 16.59 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb in Coesfeld nehmen die Behörden die Hygienezustände der Sammelunterkünfte der Beschäftigten ins Visier. Mehrere Teams des Kreisgesundheitsamtes schwärmten am Samstag aus, um die Beschäftigten des Schlacht- und Zerlegebetriebes in ihren Unterkünften zu testen. Die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter stieg bis Samstag auf mehr als 180, wie der Sprecher des Kreises Coesfeld, Christoph Hüsing, mitteilte. Bei mehr als 900 der 1200 Beschäftigten waren bis Samstagmittag Abstriche gemacht worden.

Die von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen sind im Kreis Coesfeld wegen der lokalen Häufung der Fälle um eine Woche verschoben worden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verteidigte dies. „Wenn man öffnet, muss man da, wo Gefahr ist, konsequent handeln“, sagte er. „Der Schutz der Bevölkerung steht vor allem.“

Corona-Isolation endet: Besuche in Altenheimen ab Samstag erlaubt

Update 9. Mai, 8.44 Uhr: Überraschung für Bewohner und Betreiber von Alten- und Pflegeheimen in NRW: Eigentlich sollten hier ab Sonntag wieder Besuche möglich sein – nun endete die wochenlange Isolation in der Corona-Krise überraschend schon am Samstag. So sollen die Besucherströme am Muttertagswochenende besser gelenkt werden können.

Öffentlich verkündet hatte das NRW-Gesundheitsministerium den vorgezogenen Termin nicht. Auch Heime zeigten sich davon überrascht, viele Betreiber reagierten mit Skepsis und Kritik: „Viele Heime können in der Kürze der Zeit gar keine entsprechenden Hygienekonzepte umsetzen“, so Christian Woltering, Geschäftsführer beim Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW.

Corona in NRW: Kitas öffnen schrittweise ab 14. Mai

Update 8. Mai, 11.03 Uhr: NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat Pläne für Kindergärten und Tagespflege vorgestellt. Das sind die wesentlichen Punkte:

  • Ab Donnerstag, 14. Mai, kehren Vorschulkinder, die einen besonderen Förderbedarf haben sowie Kinder mit Behinderungen in die Kitas zurück.
  • Ebenfalls ab Donnerstag, 14. Mai, dürfen Kinder ab 2 Jahren wieder bei Tagesmüttern oder -vätern betreut werden.
  • Ab Donnerstag, 28. Mai, dürfen alle Vorschulkinder zumindest tageweise wieder in die Kita.
  • Ab Juni soll der Besuch für alle Kinder wenigstens für zwei Tage vor der Sommerpause möglich sein.

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