Innere Sicherheit

Polizisten schießen mit defekten Waffen

Die Polizei hat Probleme mit der neuen Dienstpistole Walther P99. (Foto : Markus Weißenfels)

Die Polizei hat Probleme mit der neuen Dienstpistole Walther P99. (Foto : Markus Weißenfels)

Foto: NRZ

Düsseldorf. Probleme mit der Dienstwaffe: Wie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mitteilt, gab es bereits 120 Schussausfälle mit einer Waffe der Marke Walther. Deren Anschaffung hatte 11,3 Millionen Euro gekostet.

Bei den neuen Polizeiwaffen des Modells Walther P 99 gibt es Sicherheitsprobleme. Wie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Freitag mitteilte, gab es bei der seit 2005 ausgelieferten neuen Dienstpistole bereits 120 Schussausfälle. Die Gewerkschaft forderte vom Land Konsequenzen. Die Anschaffung der neuen Pistolen hatte 11,3 Millionen Euro gekostet. Die NRW-Polizei bestätigte Probleme mit den neuen Waffen. Es klappe aber besser als mit dem Vorgängermodell.

„Die Zahl der Zündversager ist bei der neuen Pistole zwar geringer als bei ihrem Vorläufer“, sagte GdP-Landeschef Frank Richter, „aber wir können uns keinen einzigen Fehler leisten. Jeder Fehlschuss kann für den betroffenen Polizisten und für die Bürger, die er schützen soll, tödlich sein“, fügte er hinzu. Verantwortlich für die Panne seien gebrochene Abzugfedern und Zündversager bei der verwendeten Munition. Dies hätten Untersuchungen ergeben, die das Innenministerium auf Initiative der GdP einleitete.

Die GdP forderte, dass die Abzugfedern an allen 46 000 Pistolen, die an die Polizei ausgeliefert wurden, unverzüglich ausgetauscht werden. „Der Austausch muss noch in diesem Jahr beginnen, sobald die Testergebnisse der neuen, vom Hersteller bereits entwickelten Ersatzfeder vorliegen“, sagte Richter. Auch die Munition müsse ausgetauscht werden.

„Die neue Dienstpistole Walther P 99 funktioniert nach vergleichbaren Erhebungen meiner Behörde deutlich störungsfreier als das Vorgängermodell“, sagte hingegen der Leiter des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste Nordrhein-Westfalen, Jürgen Mathies. „Störungen“ bei Waffe und Munition behebe man. Die Waffen unterlägen einer „ständigen Qualitätskontrolle“. Man werde dafür Sorge tragen, „dass alle Waffen zur Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen schnellstmöglich umgerüstet werden“.

Die alte Polizeiwaffe Sig Sauer P6 war 1978 bei den NRW-Polizeibehörden eingeführt worden. Bereits zu Beginn der 2008 beendeten Umstellungsphase auf die neue Waffe hatte es 2006 laut Medienberichten Probleme mit dem Dienstgerät gegeben. Beamte berichteten über Ladehemmungen und forderten Nachbesserungen. Zudem hatten sich zwei Waffenhersteller vor Gericht um den Millionen-Auftrag des Landes gestritten. (ddp)

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