Telekommunikation

Milliardär Carlos Slim will E-Plus-Mutter KPN übernehmen

Carlos Slim war 2012 in größerem Stil in den europäischen Telekommarkt eingestiegen und beteiligte sich neben KPN auch an Telekom Austria.

Carlos Slim war 2012 in größerem Stil in den europäischen Telekommarkt eingestiegen und beteiligte sich neben KPN auch an Telekom Austria.

Foto: rtr

Mexiko Stadt.  Der Mobilfunkkonzern America Movil des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim will das niederländische Telekomunternehmen KPN vollständig schlucken. Der Deal könnte sich auf die mögliche Übernahme des Mobilfunkanbieters E-Plus, der zu KPN gehört, durch O2 auswirken.

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Der Mobilfunkanbieter America Movil des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim will den niederländischen Telekomkonzern KPN vollständig übernehmen. America Movil biete 2,40 Euro je KPN-Aktie, teilte America Movil am Freitag mit.

Der Preis komme einem Aufschlag von 35,4 Prozent über dem Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage gleich. Derzeit notieren die Papiere bei gut zwei Euro. KPN erklärte, das Angebot liege vor und werde nun geprüft.

Erst Ende Juli hatten die Mexikaner eine Vereinbarung gekündigt, ihren Anteil unter 30 Prozent zu halten, nachdem die O2-Mutter Telefonica ein Gebot über 8,1 Milliarden Euro für die deutsche KPN-Tochter E-Plus abgegeben hatte. Slim war 2012 bei KPN eingestiegen und hält derzeit 29,8 Prozent der Anteile.

America Movil hat Bauchschmerzen wegen o2-Deal

America Movil hat Bauchschmerzen mit dem Verkauf von E-Plus an O2, weil es die deutsche Tochter offenbar für unterbewertet hält. Durch die Fusion würden die beiden kleineren Anbieter hinter der Deutschen Telekom und Vodafone zum Marktführer aufsteigen. Die Kartellbehörden müssen der Fusion aber noch zustimmen.

Slim war 2012 in größerem Stil in den europäischen Telekommarkt eingestiegen und beteiligte sich neben KPN auch an Telekom Austria. Experten erwarteten schon damals, dass sich Slim damit nicht begnügen will.

Übernahmezeitpunkt ist günstig

An seinen ausländischen Ablegern von den USA bis Argentinien hält America Movil nie weniger als 88 Prozent. Der Zeitpunkt für Übernahmen im Telekommunikationssektor ist günstig: Die Aktienkurse sind niedrig und viele Konzerne trennen sich von Geschäften, weil die Konkurrenz zu groß ist und Wachstumsaussichten fehlen. (Reuters)

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