Banken

Ein CDU-Politiker wirbt für islamkonforme Finanzgeschäfte

Foto: ddp

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Essen. Banker sind gierig und handeln ohne Moral – spätestens seit dem Ausbruch der weltweiten Finanzkrise denken das viele Menschen. Ein CDU-Politiker sucht nun Wege, um in Deutschland bessere Geldgeschäfte zu tätigen - und denkt laut über islamkonforme Finanzgeschäfte nach.

„Bei deutschen Banken fehlt oft das ethische Bewusstsein”, sagte Reinhard Löffler, wirtschaftspolitischer Sprecher der baden-württembergischen CDU-Landtagsfraktion, dieser Zeitung. „Die Finanzbranche hat die Welt an den Abgrund gebracht.” Der Lerneffekt? Gleich Null, findet der einstige IBM-Manager (55): „Wir wurschteln weiter wie bisher.” Das will er nicht hinnehmen. Bei der Suche nach Alternativen stieß Löffler auf islamkonforme Bankgeschäfte. Ihm gefallen vor allem das Zins- und Spekulationsverbot.

„Wir müssen auf andere Kulturen und Denkweisen schauen”, sagt Löffler. „In einer globalisierten Welt lernen wir voneinander.” Auch Politiker sollen dazulernen: Mit vier Parteikollegen reichte Löffler einen Antrag ein, damit sich das Wirtschaftsministerium des „Musterländles” mit islamkonformen Bankgeschäften beschäftigt.

Vorreiter Sachsen-Anhalt

„Baden-württembergische und deutsche islamkonforme Anleihen ließen sich gut verkaufen”, glaubt Löffler. Das süddeutsche Bundesland jedenfalls brauche angesichts von zwei Milliarden Euro Schulden 2010 dringend Geld.

Allerdings wäre Baden-Württemberg mit einer islamkonformen Schuldverschreibung kein Vorreiter. 2004 gab Sachsen-Anhalt europaweit die erste schariakonforme Staatsanleihe („Sukuk”) heraus. Für die 100-Millionen-Euro-Schuldverschreibung warben die Ostdeutschen in mehreren arabischen Staaten.

Kein Thema in NRW

NRW-Politiker haben sich bisher nicht mit derartigen Finanzierungsgeschäften befasst. Das Finanzministerium gab sich zurückhaltend: „Solche Anleihen sind teils hochkomplexe Produkte.”

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