Terror

Attentäter gab sich in Jakarta als Hotelgast aus

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Jakarta. Einer der mutmaßlichen Attentäter, die in Jakarta mehrere Bomben zündeten, tarnte sich nach Erkenntnissen der Polizei als Hotelgast, um ins Marriott-Hotel zu gelangen. Bei der Detonation zweier Sprengsätze kamen mindestens neun Menschen ums Leben. Mehr als 40 wurden verletzt.

Bei Bombenexplosionen in zwei Luxushotels in der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind am Freitag mindestens neun Menschen getötet worden. Mehr als 40 weitere wurden nach offiziellen Angaben verletzt, als die Sprengsätze im "Ritz-Carlton" und im nahegelegenen "Marriott"-Hotel hochgingen. Unter den Verletzten waren nach Polizeiangaben viele Ausländer.

Einer der mutmaßlichen Attentäter hatte sich als Hotelgast ausgegeben und so Zutritt zum Marriott-Hotel erlangt. «Der Angreifer hat sich als Hotelgast getarnt», sagte Polizeichef Wahyono. So sei der Selbstmordattentäter in das Café des Hotels gelangt, wo er eine mitgebrachte Bombe zündete.

Wie der indonesische Sicherheitsminister, Widodo Adi Sucipto, mitteilte, handelte es sich bei den Sprengsätzen um "hochexplosive Bomben". Sie waren demnach am Morgen gegen 8.00 Uhr Ortszeit (3.00 Uhr MESZ) in den beiden Luxushotels im noblen Geschäftsviertel Kuningan in Jakarta explodiert. Wie ein Vertreter des Krisenzentrums im Gesundheitsministerium, Rustam Pakaya, sagte, waren auch mehrere Ausländer unter den Opfern, darunter ein Neuseeländer. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden 14 Ausländer verletzt. In einer Klinik standen dagegen die Namen von 18 Ausländern auf einer Liste der Verwundeten.

Präsident zeigt sich "tief besorgt"

Ein Augenzeuge berichtete, er habe nach der Explosion blutüberströmte Ausländer am "Marriott"-Hotel gesehen. Wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete, riegelte die Polizei die Hotels ab. Auf der Straße vor dem "Marriott" waren Blutflecken zu sehen, in einem Restaurant am "Ritz-Carlton" waren die Fensterscheiben zersprungen. Die Fassade des "Marriott" schien von Außen dagegen nicht stark beschädigt zu sein, über dem Viertel hing eine dichte Rauchwolke.

Ein Wachmann sagte, er habe zwei Detonationen gehört, dann seien Menschen aus dem Gebäude gerannt. Ein weiterer Augenzeuge sagte dem Radiosender El Schalit, mehrere Verletzte seien mit Autos aus dem "Ritz-Carlton" gebracht worden. Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono zeigte sich "tief besorgt" über die Vorfälle, wie ein Sprecher mitteilte.

Nur wenige Stunden nach den Explosionen entdeckten Sicherheitskräfte einen weiteren Sprengsatz. Eine nicht explodierte Bombe sei in einem Raum des Marriott-Hotels gefunden worden, sagte Präsidentenberater Dschali Jusuf. Experten hätten den Blindgänger kontrolliert zerstört.

Bereits 2003 Anschläge auf das "Marriott"-Hotel

Im Ritz sollte am Wochenende die Fußballmannschaft von Manchester United untergebracht werden, die zu einem Freundschaftsspiel in Jakarta erwartet wurde, wie der indonesische Fußballverband mitteilte.

Im August 2003 waren bei einem Bombenattentat auf das "Marriott"-Hotel in Jakarta zwölf Menschen ums Leben gekommen. Für den Anschlag wurde die radikalislamische Bewegung Jemaah Islamiyah (JI) verantwortlich gemacht, der enge Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida nachgesagt werden und die auch für die Anschläge auf Diskotheken auf Bali mit über 200 Toten 2002 verantwortlich sein soll. (afp/ap)

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