Missbrauch

Die Kirche braucht Reformen

Die Berichte über sexuellen Missbrauch haben die katholische Kirche erschüttert. Ruhrbischof Overbeck verlangt völlig zu Recht Konsequenzen.

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Man kann sich die Erschütterung der katholischen Kirche nicht groß genug vorstellen. Eine Instanz, die Werte und Ansprüche verkörpert und verlangt, hat sich schuldig gemacht, hat die Täter von sexuellem Missbrauch oftmals gedeckt und Taten vertuscht. Viele Katholiken haben insbesondere bei den Themen um Sexualität und Beziehungen mit den hohen Moralansprüchen der Kirche gehadert. Jetzt wird sichtbar, dass Vertreter der Kirche diesen Ansprüchen selbst nicht gerecht wurden – und womöglich bis heute nicht werden.

Ruhrbischof Overbeck spricht von einer „Schuldgeschichte“ der Kirche. Zugleich setzt er ein starkes Zeichen: Er stellt sich der öffentlichen Debatte, verlangt Veränderungen und Konsequenzen. Damit setzt er seine Amtskollegen, die zum Teil weiterhin mauern und abwiegeln, unter Druck. Denn Overbeck weiß, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, Reformen umzusetzen, will die Kirche ihre Glaubwürdigkeit wiedergewinnen. Doch das wird ein langer Weg. Denn damit fordert die Kirche von sich selbst etwas, was sie seit jeher bekämpft hat: Aufklärung, Transparenz und Toleranz. Will sie das ernsthaft umsetzen, muss sie sich radikal wandeln. Die Widerstände dürften enorm sein.

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