Keime in der Wurst

Wirrwarr bei Kontrollen in Wurstfabriken

Frank Meßing

Frank Meßing

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Keim-Skandale wie beim Wursthersteller Wilke können nur schärfere Kontrollen und bundeseinheitliche Regeln verhindern. Sie sind nicht in Sicht.

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Nach jedem Lebensmittelskandal gelobt die Politik Besserung und bessere Kontrollen. Doch die Keime in der Wurst des hessischen Herstellers Wilke offenbaren einmal mehr, dass die Frühwarnsysteme doch nicht funktionieren. Nach Lage der Dinge ist Ware mit den tödlichen Listerien nicht in NRW verkauft worden. Das mag Zufall sein oder aber auf die gut funktionierende Lebensmittel-Aufsicht zurückzuführen sein.

Beruhigen kann Verbraucher das aber dennoch nicht. In Hessen haben die Behörden offenbar versagt. Die Bilder aus der Fabrik, die ehemalige Mitarbeiter jetzt verbreiten, sind eklig. Schilderungen, dass Wurst aus Platznot außerhalb der Kühlanlagen gelagert wurden, sind skandalös, wenn sie so stimmen. Warum sich die Beschäftigten erst jetzt trauen, an die Öffentlichkeit zu gehen, ist eine offene Frage. Unbeantwortet bleibt auch, warum den Behörden das alles entgangen ist.

Man muss die Massenproduktion des Fleischfabrikanten Clemens Tönnies nicht gutheißen. Seine Forderung nach einer zentralen Lebensmittel-Überwachung scheint aber der einzige Ausweg zu sein, dass Regelwirrwarr in den 16 Bundesländern zu vereinheitlichen. Sicherlich sind Mitarbeiter von Landkreisbehörden wie im Fall Wilke nicht unter Generalverdacht zu stellen. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass zu viel räumliche Nähe der Qualität von Kontrollen auch schaden kann.

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