Kaufhof-Krise

Wieder sollen Mitarbeiter bluten

Wieder sollen Mitarbeiter für Versäumnisse früherer Manager bluten. Damit geht die Kaufhof-Spitze den falschen Weg. Sie demotiviert.

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Auch wenn der Dauerbrenner, die Deutsche Warenhaus AG, erst einmal vom Tisch ist, gibt es für den Kaufhof und seine 21 000 Mitarbeiter keine Entwarnung. Der kanadische Eigentümer HBC hat viel zu lange durch die rosarote Brille auf die Warenhauskette geschaut. Er hat das raue Klima im deutschen Einzelhandel massiv unterschätzt.

Das Format Warenhaus hat es ohnehin schwer. Beim Kaufhof rächt sich zudem der unter dem früheren Betreiber Metro entstandene Sanierungsstau in den Filialen und das verschlafene Online-Geschäft. HBC und der neue Geschäftsführer Neuwald packen die Baustellen an und nehmen dafür viel Geld in die Hand.

Von den Mitarbeitern Lohnverzicht zu fordern und ihnen mit Stellenabbau zu drohen, ist aber der völlig falsche Weg. Wie zuvor bei Karstadt und aktuell bei Real sollen die Beschäftigten für Versäumnisse und Fehleinschätzungen früherer Manager bluten. Dabei ist der Faktor Mensch der größte Trumpf, den Warenhäuser dem Onlinehandel voraus haben. Im Warenhaus gibt es Beratung und Service. Drohgebärden wie die von Kaufhof-Chef Neuwald führen allenfalls zu Demotivation.

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