Schulfrieden in NRW

Wettbewerb statt Schmusekurs

Der „Schulfrieden“ in NRW gilt fast als historische Leistung. Doch Politik lebt nicht vom Konsens sondern vom Wettstreit.

Die Schullandschaft in NRW ist: unübersichtlich, chaotisch, ein Flickenteppich. Nebeneinander existieren Gymnasien, Gesamtschulen, Haupt-, Real-, Sekundarschulen, dazu kommen diverse kleinere Experimente wie Primusschulen und Gemeinschaftsschulen – und bald noch 60 top ausgestattete Talentschulen quer durch alle Schulformen. Das ist international und sogar national einzigartig. Allerdings nicht einzigartig gut. Familien können da schnell den Überblick verlieren, und deren Kinder bei einem Umzug in eine andere Stadt auch den Anschluss.

Der „Schulfrieden“ mag 2011 die Sehnsucht nach Ruhe befriedigt haben, nach einem Ende der endlosen Diskussionen, die sich einst um Koop-, dann um Gesamt- und schließlich um Sinn und Zweck von Hauptschulen drehten. Doch Politik lebt nicht vom Konsens sondern vom Wettstreit. Von neuen Ideen. Vom Infragestellen. Wie viele weiterführende Schulformen brauchen wir eigentlich? Vier oder fünf? Eine oder zwei? Was hilft den Kindern? Diese Fragen dürfen Parteien nicht auf dem Schmusekurs umschiffen. Daher wirkt der Vorstoß der SPD belebend.

Und die Abkehr vom Schulfrieden wäre, nebenbei bemerkt, auch das erste echte Lebenszeichen der SPD nach der verlorenen Landtagswahl.

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