Justiz

Vorsicht bei der Auswahl

Eine mögliche Unterwanderung des Schöffen-Amtes durch Rechtspopulisten sollte zur erhöhter Wachsamkeit führen.

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Wenn über Schöffen geschrieben oder geredet wird, ist das Wort „Verantwortung“ nicht weit. Die ehrenamtlichen Richter werden zu Recht für ihr Engagement gelobt. Die Stimme dieser Laien wiegt vor Gericht so viel wie die von juristisch umfassend ausgebildeten Berufsrichtern. Wer so viel Einfluss hat, der muss „verantwortungsvoll“ damit umgehen. Für die allermeisten Schöffen ist das Ehrensache.

Als Vertreter des „Volkes“ sollen sie arbeiten. Gemeint ist, dass sie aus der Mitte der Bevölkerung stammen. Mit einem angeblichen „deutschen Volkswillen“ oder einer völkisch-verqueren Gesinnung hat das natürlich nichts zu tun, aber das ist das Ziel der rechtsextremen Aufrufe: Gleichgesinnte in der Justiz zu platzieren. Extremisten, die Menschen mit unterschiedlichem Maß messen. Die Vorurteile und Hass gegen all jene, die nicht in ihr düsteres Weltbild passen, in die Gerichte tragen. Das Ergebnis wäre nicht Recht, sondern Unrecht. Wir müssen wachsam sein: Bürger, Politiker, Juristen, Schöffen-Wahlausschüsse. Und nicht mehr darauf vertrauen, dass Extremisten als Richter sowieso schnell auffallen.

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