Höhlen-Drama

Unser Mitgefühl ist unsere Stärke

Wir leiden mit den thailändischen Jungen, die unter Mühen aus der Höhle befreit werden. Und was ist mit dem Mitleid für die Bootsflüchtlinge?

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Keiner Fußballmannschaft auf der Welt drückt man die Daumen stärker als der aus Thailand. Mögen alle Jungen und ihr Trainer das Höhlen-Drama gesund überstehen, dessen gebannte Zeugen wir nun seit vielen Tagen in 8500 Kilometern Entfernung sind. Die Hoffnung, dass die waghalsige Bergungsaktion gut ausgeht, ist ja nach den ersten Erfolgen der Retter immerhin deutlich gestiegen.

Gab es irgendein Thema, das uns in den letzten Tagen stärker gebannt hat, das uns emotional mehr berührt hat, über das wir häufiger gesprochen haben als das Schicksal dieser zwölf Kinder und ihres Begleiters? Obwohl wir sie alle persönlich nicht kennen, war und ist ihnen unser Mitgefühl sicher. Es gehört zu unseren menschlichen Stärken, so für andere empfinden zu können.

Die Kinder von Flüchtlingen, die in Booten auf dem Mittelmeer in Lebensgefahr geraten, sind oft im selben Alter wie die aus Thailand. Ihre Gesichter sind uns weniger vertraut als die ihrer asiatischen Altersgenossen, die im Fernsehen zu sehen sind. Aber verdienen nicht auch die Anonymen unser Mitgefühl? Man muss nur die sozialen Netzwerke durchstöbern und den öffentlichen Diskurs verfolgen, um zu spüren, dass es Menschen gibt, die das anders sehen. Es ist barbarisch.

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