Lehrermangel

Stellen geben keinen Unterricht

Tobias Blasius

Tobias Blasius

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Der Lehrermangel macht NRW zu schaffen. Bis zur „weltbesten Bildung“ ist es noch weit. Doch Erfolge sind in der Schulpolitik durchaus erkennbar.

Zum neuen Schuljahr bleiben in Nordrhein-Westfalen erneut Tausende Lehrerstellen unbesetzt. Das ist für Schulministerin Gebauer, vor allem aber für Kinder und Eltern eine schlechte Nachricht. Ausgerechnet in der Grundschule, wo die Weichen für die Bildungskarriere gestellt werden, fehlen massenhaft Pädagogen.

Da zusätzliche Stellen ohne Köpfe keinen Unterricht erteilen, müsste Gebauer noch entschlossener alle Register ziehen, um Grundschullehrer zu finden. Die versprochene Anhebung der Bezahlung auf das Niveau von Gymnasiallehrern als Anreiz lässt wohl weiter auf sich warten. Die Landesregierung hat die fetten Steuerjahre lieber für allerlei andere Ausgaben genutzt. Auch die massenhafte Einrichtung von zusätzlichen Studienplätzen für die dringend benötigten Sonderpädagogen dürfte am Geld scheitern.

Andererseits: Selbst wenn NRW vom FDP-Slogan der „weltbesten Bildung“ noch meilenweit entfernt wirkt, muss man Gebauer fairerweise einige Erfolge zugutehalten. Sie hat das ungeliebte „Turbo-Abitur“ geräuschlos abgeschafft, das Inklusions-Chaos begonnen zu ordnen und die politische Sabotage der international anerkannten Förderschulen endlich beendet. Das ist zwei Jahre nach einer Landtagswahl, die Rot-Grün nicht zuletzt wegen der Schulpolitik verlor, durchaus versetzungsreif.

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